1. Verkehrsbeobachtungen und Verkehrsverhalten, Zusammenstellen von Zügen

1.

1.1 Einfahren in Straßen


1) Was bedeutet „Einfahren“ nach StVO § 10?


2) Schritt-für-Schritt: Sicher einfahren mit Traktor

  1. Vorbereiten: Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit, passenden Gang wählen; Anbaugeräte in Transportstellung, nichts darf die Sicht verdecken.
  2. Sicht herstellen: ggf. bis zur Haltlinie/​Sichtlinie vorrollen und anhalten; Kabinenpfosten/Frontlader beachten; Scheiben/Spiegel/​Kameras sauber.
  3. Rückschaufolge: Innen- und Außenspiegel → Schulterblick links/rechts → Blick auf querende Rad-/Fußwege.
  4. Blinken rechtzeitig setzen; Einordnen an die Fahrbahnkante der Zielrichtung.
  5. Lücke abwarten: Erst einfahren, wenn du ohne Bremsen anderer sicher beschleunigen kannst.
  6. Einrollen: ruhig, mit geringem Lenkwinkel einfahren; bei Gespann Ausscheren/​Nachlauf beachten, ausreichend weit ausholen.
  7. Abbruch bei Unsicherheit: lieber anhalten/neu ansetzen; unübersichtlich? Einweisen lassen.
  8. Nach dem Einfahren: Blinker prüfen, Fahrt aufnehmen, Verkehr nochmals checken.

3) Typische Fehler/Mängel


4) Vorbereitung/Check vor dem Manöver


Prüfungskern – in einem Satz

„Ich rolle in Schrittgeschwindigkeit an die Sichtlinie, sichere Spiegel–Schulterblick–Blinken, warte eine sichere Lücke ab und fahre so in die Straße ein, dass niemand bremsen oder ausweichen muss.“

Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken
  • [ ] Schrittgeschwindigkeit, Gang gewählt
  • [ ] Sicht frei (Scheiben/Spiegel/Kameras), Frontlader in Transportstellung
  • [ ] Spiegel → Schulterblick → Blinken
  • [ ] Lücke groß genug, niemand gefährdet
  • [ ] Gespannlauf beachten (Ausscheren/Nachlauf)
  • [ ] Einweiser bei Bedarf eingesetzt

Medienideen für den Unterricht

Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz)

Nutzen & Prüfungsbezug

Nutzen: Sicheres Einfahren verhindert Unfälle an unübersichtlichen Hof‑ und Feldzufahrten; schützt besonders schwächere Verkehrsteilnehmende.

Prüfungsbezug: In der praktischen Prüfung (Klasse T/L) wird korrektes Einfahren inkl. Blicktechnik, Blinken, Lückenwahl und Fahrzeugbeherrschung (Gespann!) beobachtet.


Kleine Übungsfragen

1.2 Überqueren von Straßen


1) Was heißt „Überqueren“ in diesem Kontext?


2) Schritt-für-Schritt: Sicher queren

  1. Vorbereiten: Schrittgeschwindigkeit; passenden Gang wählen; Frontlader/Anbaugeräte in Transportstellung; Breite/Länge kennen.
  2. Sichtlinie anfahren: Bis an die Halt-/Sichtlinie vorrollen, ggf. anhalten; Scheiben/Spiegel/Kameras sauber.
  3. Rundumblick: Spiegel → Schulterblick links/rechts; gesondert auf Rad-/Gehweg achten; Querung erst planen, wenn beide Richtungen frei sind.
  4. Blinken/Zeichen: Wenn du auf der Straße noch abbiegen musst (z. B. leichtes Links/​Rechts zum gegenüberliegenden Tor), rechtzeitig blinken; sonst kein irreführendes Signal geben.
  5. Lücke berechnen: Abstand so wählen, dass du komplett queren kannst (Traktor + evtl. Anhänger). Merksatz: „Lücke reicht, wenn niemand hinter mir bremsen muss.
  6. Zügig und gerade queren: In einem Zug, möglichst senkrecht (≈90°); Bordsteinkanten/Bankette mit geringem Lenkwinkel und konstanter, ruhiger Gasannahme überfahren.
  7. Abbruchregel: Wenn unsicher → anhalten, zurück an die Sichtlinie, neu ansetzen; bei sehr schlechter Sicht Einweiser einsetzen.
  8. Nach dem Queren: Blinker aus, Umgebung checken; prüfen, ob Reifen/Mudguards keine Verschmutzung auf die Fahrbahn eintragen.

3) Besondere Gefahrenpunkte


4) Typische Fehler/Mängel


5) Technik-/Vorbereitungscheck


Prüfungskern – in einem Satz

„Ich fahre an die Sichtlinie vor, sichere Spiegel–Schulterblick–Umfeld, warte eine Lücke, die fürs komplette Queren reicht, und quere die Straße zügig im 90°‑Winkel ohne andere zu behindern oder zu gefährden.“

Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken
  • [ ] Schrittgeschwindigkeit, Gang gewählt
  • [ ] Sicht frei: Fahrbahn + Rad-/Gehwege
  • [ ] Blinken nur, wenn Richtungsänderung nötig
  • [ ] Lücke groß genug für Traktor (+ Anhänger)
  • [ ] Gerade, zügig queren; kein Stopp auf der Fahrbahn
  • [ ] Fahrbahnverschmutzung vermieden/gesichert

Merker & Eselsbrücken

Medienideen für den Unterricht

Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz)

Nutzen & Prüfungsbezug

Nutzen: Sicheres Queren schützt besonders gefährdete Verkehrsteilnehmende und verhindert Kollisionen in unübersichtlichen Bereichen.

Prüfungsbezug: In der Klasse T/L wird Blicktechnik, Lückenwahl, Fahrzeugführung (insb. mit Anhänger) und die Beachtung von § 10 überprüft.


Kleine Übungsfragen

1.3 Abbiegen (auch unter Berücksichtigung ausschwenkender Teile)


1) Was ist beim Abbiegen besonders?


2) Schritt-für-Schritt: Richtig abbiegen

  1. Vorbereiten: Geschwindigkeit früh reduzieren, passenden Gang wählen; Anbaugeräte in Transportstellung und verriegelt; Spiegel/Kameras einstellen.
  2. Einordnen:
    • Rechtsabbiegen: so weit rechts wie sicher möglich einordnen, Radfahrende neben dir im Blick behalten (kein „Einscheren“ vor sie).
    • Linksabbiegen: zur Fahrbahnmitte, ggf. Linksabbiegestreifen nutzen; Gegenverkehr beachten.
  3. Blinken: rechtzeitig und deutlich (Faustregel: mind. 3 Sekunden vorher; innerorts ≈ 30 m, außerorts früher). Bremslicht frühzeitig.
  4. Blickfolge: Spiegel innen → außen → Schulterblick in Abbiegerichtung; bei Rechtsabbiegen zusätzlich Blick auf Rad-/Gehweg direkt neben dem Fahrzeug.
  5. Abbiegen:
    • Rechts: Innerorts mit Kfz > 3,5 t in Schrittgeschwindigkeit. So weit wie nötig ausholen, aber im eigenen Fahrstreifen bleiben; keine Gefährdung des Gegen-/Nachfolgenden Verkehrs.
    • Links: Gegenverkehr durchlassen; große Kurve fahren, damit Anhänger/Anbaugerät nicht den Bordstein/gegenüberliegenden Fahrstreifen schneidet.
  6. Ausschwenken sichern: Seitenabstand zu stehenden Fahrzeugen, Pfosten, Mauern einplanen; bei Zweifel anhalten und ggf. Einweiser einsetzen.
  7. Abschluss: Blinker selbsttätig aus? – prüfen. Spiegelkontrolle, Fahrtfluss aufnehmen.

3) Besondere Gefahrenpunkte


4) Typische Fehler/Mängel


5) Technik-/Vorbereitungscheck


Prüfungskern – in einem Satz

„Ich ordne mich korrekt ein, blinke rechtzeitig, sichere Spiegel–Schulterblick, fahre die Kurve groß genug für Nachlauf und Ausschwenken und biege – innerorts mit > 3,5 t rechts in Schrittgeschwindigkeit – ab, ohne jemanden zu gefährden.“

Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken
  • [ ] Anbaugerät verriegelt, Schwenkbereich frei
  • [ ] Einordnen richtig (rechts/links), Blinker rechtzeitig
  • [ ] Spiegelfolge + Schulterblick
  • [ ] Schrittgeschwindigkeit beim innerörtlichen Rechtsabbiegen (> 3,5 t)
  • [ ] Genügend Kurvenradius (Nachlauf/Ausschwenken)
  • [ ] Blinker aus, Fahrt aufnehmen

Merker & Eselsbrücken

Medienideen für den Unterricht

Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz)

Nutzen & Prüfungsbezug

Nutzen: Richtiges Abbiegen verhindert Unfälle mit schwächeren Verkehrsteilnehmenden und Sachschäden durch ausschwenkende Teile.

Prüfungsbezug: Geprüft werden u. a. Einordnen, Zeichengebung, Blicktechnik, Geschwindigkeit (rechts innerorts ggf. Schrittgeschwindigkeit), Kurvenradius und Fahrzeugbeherrschung mit Anbaugerät/Gespann.


Kleine Übungsfragen

 

1.4 Beobachtung nach hinten (Spiegel, Teleskopspiegel, toter Winkel)


1) Warum ist die Rückraumbeobachtung so wichtig?


2) Spiegelarten am Traktor (Beispiele)


3) Spiegel richtig einstellen – in 90 Sekunden

  1. Sitz & Haltung fixieren: Rücken am Sitz, beide Hände an einstellbarer Position, Gurte ggf. angelegt.
  2. Hauptspiegel links/rechts:
    • Eigene Fahrzeugkante/Heck schmal im inneren Spiegelrand sichtbar (ca. 1–2 cm).
    • Horizont etwa Mitte des Spiegels.
    • Rechter Fahrbahnrand im äußeren Drittel des rechten Spiegels.
  3. Weitwinkel-/Rampenspiegel:
    • So einstellen, dass du den Nahbereich neben Hinterrad/Anbaugerät siehst.
    • Überlappung mit Hauptspiegel – keine Lücke dazwischen.
  4. Teleskopspiegel ausziehen:
    • Spiegelarme so weit herausziehen, dass die äußerste Breite (z. B. Spritzgestänge/Frontlader) im Spiegel erfasst wird.
    • Arretierung verriegelt? – prüfen (Vibration!).
  5. Kontrollblick: kurze Probefahrt, Spiegelbild prüfen – sind Radweg, Hinterrad, Anhänger‑Ecken und Außenkante der Anbaugeräte sichtbar?

4) Blickfolge & Häufigkeit


5) Typische tote Winkel am Traktor


6) Praxis: Sicher fahren mit breiten/auskragenden Teilen

  1. Vor Fahrtbeginn: Spiegel sauber? Heizung/Entfrostung ok? Kameralinsen sauber?
  2. Breite prüfen: Wenn Anbaugerät breiter als der Traktor ist → Teleskopspiegel raus, beide Außenkanten müssen im Spiegel abgedeckt sein.
  3. Abbiegen/Einordnen: Schrittgeschwindigkeit rechts innerorts bei >3,5 t; Blickfolge strikt, ggf. Einweiser nutzen.
  4. Rückwärts/Rangieren: Wenn unsicher → anhalten, absteigen, Absichern, Einweiser/Kamera einsetzen.

7) Häufige Fehler


Prüfungskern – in einem Satz

„Ich stelle Haupt‑, Weitwinkel‑ und Teleskopspiegel so ein, dass es keine Lücken gibt, kontrolliere den Rückraum alle 5–10 Sekunden, sichere vor jedem Abbiegen mit Spiegeln, ggf. Monitor und Schulterblick – bei Unsicherheit halte ich an und nutze einen Einweiser.“

Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken
  • [ ] Sitz passt, Spiegel sauber/Heizung ok
  • [ ] Hauptspiegel: Fahrzeugkante schmal sichtbar, Horizont mittig
  • [ ] Weitwinkel: Nahbereich ohne Lücke
  • [ ] Teleskopspiegel: auf Gerätebreite ausgezogen und verriegelt
  • [ ] Blickfolge geübt: Innen → rechts → links → Schulterblick
  • [ ] Anhalten/Einweiser bei Unsicherheit

Medienideen für den Unterricht

Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz)

Kleine Übungsfragen

 

1.5 Fahrbahnbenutzung


1) Grundregeln auf einen Blick

2) Mehrspurige Straßen – welche Spur?

3) Radwege, Schutzstreifen, Seitenstreifen, Bankett

4) Enge Landstraßen und Begegnung

5) Autobahn/Kraftfahrstraße (StVO § 18)

6) Besondere Situationen mit Anbaugeräten/Gespann

7) Typische Fehler (und Vermeidung)


Prüfungskern

Praxis-Drill „Fahrbahnbenutzung“ in 90–120 s
  1. Streckenabschnitt mit Schutzstreifen/Engstelle wählen, Tempo anpassen.
  2. Rückraum prüfen, Spiegelbild stabil, Teleskopspiegel auf Breite verriegelt.
  3. Fahrlinie so legen, dass Schutzstreifen frei bleibt; bei Begegnung ggf. vor der Engstelle warten.
  4. Bei Spurwechsel: Blickfolge komplett → Blinken → Wechsel → Blinken aus.
  • [ ] Rechte Spur genutzt, Randbereiche frei
  • [ ] Schutzstreifen nicht dauerhaft befahren
  • [ ] Reißverschluss korrekt
  • [ ] § 18-Regel sicher abrufbar (> 60 km/h bbH)

Nutzen & Kontrollintervall

Nutzen: Sichere und regelkonforme Fahrlinie, Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmender, weniger Sachschäden durch Ausschwenken/Schleppkurve.

Kontrollintervall: Vor jeder Fahrt Spiegel-/Breitencheck; bei Routen mit Engstellen wöchentlich Streckenplanung prüfen (Baustellen/Sperrungen); Autobahn/Kraftfahrstraße nur nach bbH‑Check.

Kleine Übungsfragen

1.6 Sonstige Pflichten von Führern langsamer Fahrzeuge bei Kolonnenbildung


1) Was bedeutet Kolonnenbildung?

Mehrere Fahrzeuge reihen sich hinter dir ein, weil du deutlich langsamer fährst (z. B. Traktor mit Anbaugerät, Erntezug). Der nachfolgende Verkehr möchte überholen, findet aber nicht genug sichere Gelegenheiten.

2) Deine Pflichten im Überblick (Muss)

3) „Gute Praxis“: Kolonne kontrolliert auflösen (Soll)

Wenn die Schlange lang wird, nutze geeignete Stellen, um den Verkehr vorbeizulassen:

4) Planung hilft Kolonnen vermeiden

5) Typische Fehler – und die Lösung


Prüfungskern (Merksatz)

„Ich halte ein gleichmäßiges, angemessenes Tempo, fahre rechts, beschleunige beim Überholtwerden nicht und lasse die Kolonne an geeigneter Stelle kontrolliert vorbeiziehen – ohne verbotene Randflächen zu benutzen.“

Praxis‑Drill „Kolonne lösen“ (60–90 s)
  1. Gerade mit guter Sicht wählen, Ausweichmöglichkeit erkennen.
  2. Rückraum: Innen-/Außenspiegel → Schulterblick; rechts blinken.
  3. Sanft abbremsen, weit rechts anhalten, Räder gerade, ggf. Warnblinker bei starker Verzögerung.
  4. Kolonne passieren lassen; danach Rückraum prüfen, links blinken, sicher einfädeln.
  • [ ] Kein Rad-/Schutzstreifen/Seitenstreifen genutzt
  • [ ] Nicht beschleunigt beim Überholtwerden
  • [ ] Stelle war übersichtlich und tragfähig

Kleine Übungsfragen

 

1.7 Zusammenstellen von Zügen


1) Wichtige Bauteile & Begriffe

2) Schritt‑für‑Schritt: Zug korrekt zusammenstellen

  1. Papiere checken: Zulassungsbescheinigung Teil I (Traktor/Anhänger) → zul. Anhängelast, Stützlast, Gesamtmasse, bbH (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit) vergleichen.
  2. Kupplungs‑Kompatibilität: Kupplungstyp (K50/K80 etc.) und Höhe zur Zugöse passend; Verschleißmaß am Fangmaul/Öse ok; Bolzen und Sicherung einwandfrei.
  3. Kuppeln: Gerade anfahren → Fangmaul öffnen → langsam einrücken → Einrast‑Kontrolle (optisch + hörbar) → Sicherung einlegen/ kontrollieren → Stützrad ganz hoch.
  4. Abreißsicherung: Richtig einhängen/fixieren (eigenständiger Punkt, nicht um den Kupplungsbolzen).
  5. Bremse/E‑Anschluss: Leitungen drucklos kuppeln (Hydraulik/Air); E‑Stecker verbinden; Leitungen spannungsfrei verlegen, keine Scheuerstellen/Knicks.
  6. Bremsprobe: Standprobe (Halten am Hang/Handbremse) → Rollprobe 10–15 km/h: kräftig bremsen, Zug bleibt spurtreu, keine Blockier‑/Schlingerneigung.
  7. Ladung/Anbaugerät: Sicherung nach VDI 2700 (z. B. Zurrgurte, Rutschhemmung), Abdeckungen; Arbeitsgeräte in Transportstellung verriegeln.
  8. Beleuchtung/Kennzeichnung: Funktionstest; ggf. Geschwindigkeitsschild (z. B. 25/40/60) entsprechend der langsamsten Komponente; Warntafeln/Umrissleuchten/Reflektoren sauber.

3) Masse, Lasten, Werte – einfach erklärt

4) Bremsen, Lenkstabilität, Fahreindruck

5) Abmessungen, Sicht, Kennzeichnung

6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest


Prüfungskern (Merksatz)

„Ich kupple passende Systeme, sichere Bolzen/Abreißseil, halte Anhänge‑ und Stützlasten ein, mache Brems‑ und Lichtprobe und richte das Tempo nach der langsamsten Komponente – erst dann fahre ich los.“

Praxis‑Drill „Zug startklar“ (3–5 Min.)
  1. Papiere querchecken (Anhänge‑/Stützlast, bbH, Bremsart).
  2. Kuppeln → Sicherung → Abreißseil → Leitungen anstecken/legen.
  3. Standbremsprobe, Lichtprobe, Rollprobe 10–15 km/h.
  4. Ladung/Transportstellung kontrollieren → Spiegel/Kameras justieren → Tempo festlegen.
  • [ ] Kupplung/Öse passend und gesichert
  • [ ] S‑Last im Soll, Leitungen frei
  • [ ] Brems-/Lichtprobe ok
  • [ ] Tempo nach langsamster Komponente

Sinnvolle Medien zum Einbau

Kleine Übungsfragen

 

1.8 Zusammenstellen von Zügen mit unterschiedlichen Bremsanlagen


1) Bremsarten kurz erklärt

2) Welche Kombinationen sind grundsätzlich möglich?

Faustregel: Traktor‑Bremssystem und Anhänger‑Bremssystem müssen zueinander passen – Adapter/Umsetzer nur mit zugelassener Ausrüstung und Eintragung verwenden.

Traktor Anhänger Praxis‑Einschätzung (immer Papiere prüfen!)
ohne Anhängerbremsanlage ungebremst Nur sehr leichte Anhänger innerhalb der ungebremsten Anhängelast → niedrige V‑Begrenzung.
hydraulisch (Einleiter) hydraulisch Gängig im landwirtschaftlichen Bereich → Vmax gem. Eintragung (oft 25–40 km/h).
hydraulisch Auflaufbremse Möglich, aber Anhänger bremst nur auflaufend → Masse/Tempo eng begrenzt, Papiere beachten.
hydraulisch pneumatisch (2‑Leiter) Nur mit zugelassenem Hydraulik‑/Luft‑Umsetzer (Systemwandler) und Eintragung.
pneumatisch (2‑Leiter) pneumatisch (2‑Leiter) Standard für höhere Vmax (z. B. 40/60 km/h) → modern, stabil, mit ALB.
pneumatisch (2‑Leiter) Auflaufbremse Möglich, aber der Anhänger nutzt die Druckluft nicht → Tempo/Masse begrenzt.
pneumatisch (Einleiter) pneumatisch (Einleiter) Bestand möglich, oft mit niedriger Vmax; Neuzusammenstellungen kritisch prüfen.

Nicht zulässig: Improvisierte Adapter (z. B. „Bastel‑Kupplungen“), gemischte Leitungen ohne Freigabe, blockierte/außer Funktion gesetzte Sicherheitsventile.

3) Schritt‑für‑Schritt: Gemischte Züge korrekt zusammenstellen

  1. Papiere prüfen: bbH, zul. Anhängelast(en), Bremsart am Traktor, Bremsart/zul. Geschwindigkeit am Anhänger, Eintragungen für Umsetzer/Adapter.
  2. Kompatibilität sicherstellen:
    • Kupplung passt (Typ, Höhe, Tragfähigkeit).
    • Bremsanschlüsse passen (hydraulisch/pneumatisch; bei 2‑Leiter: richtige Leitungen gemäß Herstellerkennzeichnung).
    • Kein Mischbetrieb ohne zugelassenes System (Hydraulik ↔ Druckluft).
  3. Kuppeln & Sichern: Fangmaul/Öse verriegeln; Auflaufbremse: Abreißseil fest am Traktor einhängen; Leitungen spannungsfrei verlegen.
  4. Leitungen verbinden:
    • Hydraulik: Kupplungen drucklos stecken, Dichtflächen sauber; dann Dichtheit prüfen.
    • Druckluft: Leitungen kuppeln, Vorratsdruck aufbauen (Kompressor/Behälter), Knicke vermeiden.
  5. Funktions-/Sicherheitscheck:
    • Auflauf: Freigängigkeit der Mechanik, Rückfahrautomatik, Abreißseil, Bremsprobe in der Rollprüfung.
    • Hydraulik: Bremsdruck baut sich sauber auf, hält den Zug; kein Volumenverlust, keine Leckage.
    • Pneumatik 2‑Leiter: Druck erreicht Sollwert; Dichtheit ok; Anhänger bremst bei Pedaldruck spürbar mit; automatische Vollbremsung bei Versorgungsdruckverlust funktionsbereit.
    • ALB: Gestänge/ Sensorik frei beweglich, nicht „festgebunden“; Stellwert zur Beladung passend.
  6. Bremsprobe:
    • Stand: Feststellbremse hält, Betriebsbremse baut Druck auf.
    • Fahrt: 10–15 km/h auf freier, gerader Strecke → kräftig bremsen: Zug bleibt spurtreu, kein Schlingern oder Aufschaukeln.
  7. Tempo festlegen: Es gilt die langsamste Komponente (Papiere/Schilder 25/40/60) und die Bremsart. Geschwindigkeitsschild am Heck passend anbringen.

4) Typische Grenzen (ohne Gewähr – immer Eintragung prüfen)

5) Sicherheit + Fehler vermeiden


Prüfungskern (Merksatz)

„Ich kombiniere nur passende Bremsanlagen, nutze zugelassene Umsetzer, prüfe Dichtheit und Funktion, stelle ALB passend ein und richte mein Tempo nach der langsamsten Komponente – erst dann fahre ich los.“

Praxis‑Drill „Bremsmix sicher fahren“ (3–5 Min.)
  1. Papiere checken (Bremsart, Vmax, Anhängelast, Umsetzer‑Eintrag).
  2. Kuppeln: Verriegelung, Abreißsicherung (bei Auflauf), Leitungen sauber verlegt.
  3. Systemtest:
    • Hydraulik: Pedaldruck halten → prüfe, ob Zug „steht“.
    • Pneumatik: Vorratsdruck erreichen → Bremsen ansprechen, Dichtheit.
    • Auflauf: Rollprobe, Rückfahrautomatik frei.
  4. ALB Sicht-/Funktionscheck bei beladen/leer.
  5. Roll‑Bremsprobe 10–15 km/h, dann Geschwindigkeitsschild/Tempo bestätigen.
  • [ ] Bremsarten passend/zugelassen
  • [ ] Leitungen dicht, spannungsfrei
  • [ ] ALB funktionsfähig
  • [ ] Bremsprobe i. O., Tempo festgelegt

Kleine Übungsfragen

 

1.9 Achsenabhängig (ein- oder mehrachsig)


1) Einachsig vs. mehrachsig – was ist was?

2) Auswirkungen auf Fahrdynamik und Kurvenfahrt

3) Beladung und Stützlast (S)

4) Bremsen je nach Achskonzept

5) Reifen, Bodenschonung, Baugruppen

6) Fahrstrategie und Tempo

7) Kuppeln, Prüfen, Losfahren – achsbezogene Checkliste

Prüfungskern (30–180 s)

Praxis‑Drill (3–5 Min.)
  1. Zwei Anhänger wählen: Einachser und Tandem.
  2. Papierscan: Achsen, S‑Last, Vmax, Bremsart notieren.
  3. Beladung simulieren: Palette versetzen → S‑Last/Verhalten vergleichen.
  4. 90°‑Hofkurve fahren: Reifen‑/Leitungsverhalten beobachten; Lenkachse ggf. sperren.
  5. Rollbremsprobe je Anhänger bei 10–15 km/h.
  • [ ] S‑Last im Soll
  • [ ] ALB/Lenkachse funktionsfähig
  • [ ] Leitungen frei bei Volleinschlag
  • [ ] Tempo nach strengster Komponente festgelegt

Kleine Übungsfragen

Nutzen & Kontrollintervall

 

1.10 Selbstfahrende Arbeitsmaschine (auch mit Anhänger, Zuggabel, Anhängerkupplung, Stützrad bei Einachsanhängern)


1) Was ist eine SAM? Typische Beispiele

2) Darf deine SAM einen Anhänger ziehen?

3) Anhängerkupplung an der SAM – das musst du prüfen

4) Zuggabel/Zugöse am Anhänger – sicher kuppeln

5) Stützrad am Einachsanhänger – richtig einsetzen

6) Bremsanlagen – was passt zu was?

7) Elektrik, Beleuchtung, Abmessungen

8) Kuppeln – Schritt für Schritt

  1. Stand sichern: SAM gegen Wegrollen, Anhänger mit Unterlegkeil sichern.
  2. Höhe stellen: Deichsel mit Stützrad auf Kupplungshöhe bringen (waagrecht).
  3. Kuppeln: Langsam anfahren, einrasten lassen, Verriegelung sichtbar prüfen.
  4. Abstützung: Stützrad ganz hoch, fest arretieren; Unterlegkeil entnehmen (oder mitführen).
  5. Sicherung/Bremsen: Abreißseil (bei Auflauf) richtig einhängen; Bremsleitungen (Hydraulik/Luft) anschließen und Dichtheit prüfen.
  6. Elektrik: Stecker verbinden; Kabelweg und Freigang checken.
  7. Funktionsprobe: Lichtprobe; Standbremsprobe; Rollbremsprobe bei 10–15 km/h auf freier Fläche.

9) Fahren mit SAM‑Zug – besondere Hinweise

10) Kurz‑Check vor Abfahrt (90 Sekunden)

11) Praxis‑Drill (3–5 Min.)

  1. SAM + Einachsanhänger: Kuppeln nach Schrittfolge, Stützrad richtig einsetzen.
  2. Bremsen: Dichtheitscheck (Hydraulik/Luft) und Rollbremsprobe 10–15 km/h.
  3. Kurvenfahrt: 90°‑Hofkurve im Schritttempo – auf Leitungen/Reifenschlupf achten.
  4. Reflexion: Wo ist der Unterschied zur Kopplung an einen Traktor?

12) Kleine Übungsfragen

 

1.11 Beachtung der fahrzeugbezogenen Vorschriften


1) Unterlagen und Zulassung

2) Technische Mindestanforderungen (Straßenbetrieb)

3) Abmessungen, Massen, Ladung

4) Kennzeichnung und Geschwindigkeit

5) Besonderheiten je Fahrzeugart

6) Mitzuführen (Ausrüstung)

7) 90‑Sekunden‑Check vor der Abfahrt

8) Praxis‑Drill (3–5 Min.)

  1. Papierscan: bbH, Achs-/Stützlast, zul. Anhängelast, Kupplungstyp notieren.
  2. Rundgang nach Checkliste durchführen (Zeit stoppen).
  3. Rollbremsprobe mit leerem und beladenem Anhänger vergleichen (ALB‑Wirkung beobachten).

Kleine Übungsfragen

 

1.12 Zulassungsfreiheit und Zulassungspflicht (auch bei Anhängern); Geschwindigkeitsschilder, Fabrikschild, vorgezogene Untersuchungen


1) Begriffe kurz erklärt

2) Entscheidungslogik: Zulassung ja oder nein?

  1. Unterlagen checken: Gibt es eine Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)? → Dann ist das Fahrzeug/der Anhänger zugelassen.
  2. Wenn keine ZB I: Liegen ABE/COC vor und ist ein 25/40/60‑Geschwindigkeitsschild vorhanden? → Hinweis auf zulassungsfrei (je nach Fahrzeugart/Einsatz).
  3. Einsatzzweck prüfen: Ausschließlich land‑/forstwirtschaftlicher (LoF) Einsatz oder Arbeitsmaschine? → Häufig Sonderregeln (teils zulassungsfrei). Anderer Einsatz kann Zulassungspflicht auslösen.
  4. bbH/Technik: Höhere bbH, Druckluftbremsen, hoher zGG → oft zulassungspflichtig (v. a. bei Transportanhängern).
  5. Im Zweifel: In die Papiere/Herstellerunterlagen schauen oder bei Zulassungsstelle/Fachbetrieb nachfragen.

3) Anhänger – typische Fälle

4) Geschwindigkeitsschilder (25/40/60)

5) Fabrikschild/Typenschild finden und lesen

6) Vorgezogene Untersuchungen (HU/SP/UVV) – Praxisregel

7) 90‑Sekunden‑Check: Zulassung & Kennzeichnung

8) Praxis‑Drill (3–5 Min.)

  1. Finde am Anhänger das Fabrikschild und lies zGG, Achslasten, ggf. bbH ab.
  2. Entscheide: zulassungspflichtig oder zulassungsfrei? Begründe mit Unterlagen.
  3. Bestimme die Zuggeschwindigkeit (schwächstes Glied) und bringe das passende Schild an.
  4. HU‑Termin prüfen: Lohnt sich eine vorgezogene HU jetzt schon?

Kleine Übungsfragen

 

1.13 Kennzeichnungspflichten

1) Standard‑Kennzeichnung am Fahrzeug/Anhänger

2) Geschwindigkeitsschilder nach § 58 StVZO

3) Anbau‑/Arbeitsgeräte (Front/Heck)

4) Ladungs‑Überstand nach StVO § 22

5) Umriss‑, Park‑ und Warnleuchten

6) 90‑Sekunden‑Check vor Fahrtbeginn

Kleine Übungsfragen

 

1.14 Kenntlichmachung von verkehrsgefährdenden Fahrzeug- oder Anbauteilen


1) Was heißt „verkehrsgefährdend“?

2) Anbaugeräte: Wann sind Zusatz‑Leuchten/Warntafeln Pflicht?

3) Ladung vs. Anbaugerät – nicht verwechseln!

4) So bringst du Warntafeln korrekt an

  1. Links/Rechts beachten: Streifen zeigen nach außen/unten (vorn und hinten symmetrisch). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai))
  2. Höhe: so tief wie möglich, max. 1 000 mm. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai))
  3. Umriss: mit der äußeren Kontur abschließen; nichts Wichtiges verdecken (Kennzeichen, Rückstrahler). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai))
  4. Leuchten: Bei seitlichem Überstand: vorn weiß, hinten rot; Leitungen und Stecker gegen Abreißen sichern. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai))

5) Typische Beispiele (LoF‑Praxis)

6) 60‑Sekunden‑Check vor Fahrtbeginn

Kleine Übungsfragen

 

1.15 Überbreite, Überlänge, Zwillingsräder


1) Kerngrenzwerte nach StVZO

2) So wird gemessen – was zählt mit?

3) „Überbreite“/„Überlänge“ – was ist ohne/mit Genehmigung erlaubt?

4) Zwillingsräder (Zwillingsbereifung)

5) Fahr‑ und Sicherheitsregeln bei großen Abmessungen

6) 60‑Sekunden‑Check vor Fahrtbeginn

Kleine Übungsfragen