3. Fahren mit Zügen, Zusammenstellen von Zügen

Wissen Klasse T

3.1 Ladungssicherung


1) Wichtige Bauteile & Begriffe

2) Schritt‑für‑Schritt: So sicherst du Ladung richtig

  1. Planen: Art, Gewicht, Abmessungen, Schwerpunkt klären. Hilfsmittel bereitlegen (RHM, Gurte/Ketten, Kantenschoner, Keile, Netze).
  2. Fahrzeug checken: Ladefläche sauber/trocken, Zurrpunkte intakt, Bordwände/Steckrungen/Prallwand funktionsfähig.
  3. Positionieren: Schweres nach unten und möglichst an die Prallwand; Gewicht zwischen die Achsen, Stütz‑/Achslasten beachten.
  4. Formschluss herstellen: Lücken vermeiden oder füllen (Zwischenlagen, Leisten, Paletten). Rundes Ladegut gegen Rollen sichern.
  5. Rutschhemmung legen: Unter jede Einheit passende RHM, sauber auf sauber – keine Erde/Öl darunter.
  6. Methode wählen:
    • Leichte/voluminöse Ladung: Niederzurren + Formschluss.
    • Schwere/kompakte Ladung: Direktzurren (Diagonal/Schräg) zu tragfähigen Zurrpunkten.
    • Schüttgut: Bordwände zu, ggf. Plane/Netz, keine Überhöhung.
  7. Zurrwinkel beachten: Möglichst flach über die Ladung (Niederzurren) oder 30–60° zum Boden beim Direktzurren; Gurte nicht verdrehen, scharfe Kanten mit Kantenschonern schützen.
  8. Spannen & sichern: Gurte gleichmäßig anziehen, Ratschen sichern, lose Gurtenden verstauen. Bei Ketten: Spanner sichern.
  9. Kontrolle: Sicht‑/Fühlkontrolle jedes Zurrpunktes, Etikett/LC prüfen, Beleuchtung/Nummernschild frei?
  10. Nachspannen: Nach wenigen Kilometern anhalten, Vorspannung prüfen/nachziehen; danach regelmäßig kontrollieren (bes. bei langen Fahrten/Schlechtweg).

3) Masse, Lasten, Werte – einfach erklärt

4) Bremsen, Lenkstabilität, Fahreindruck

5) Abmessungen, Sicht, Kennzeichnung

6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest


Prüfungskern (Merksatz)

„Erst Formschluss schaffen, dann mit Rutschhemmung und passenden Zurrmitteln sichern – so, dass 0,8 g nach vorn und 0,5 g zur Seite/hinten gehalten werden. Nach wenigen Kilometern nachspannen.“

Praxis‑Drill „Ladung in 5 Minuten sicher“
  1. Ladeplan: Gewicht/Schwerpunkt, Hilfsmittel (RHM, Gurte, Kantenschoner, Keile, Netz).
  2. Formschluss + RHM: Lücken schließen, Matten legen.
  3. Zurren: Methode wählen (Nieder/Diagonal), Etikett/LC/STF checken, Kanten schützen, gleichmäßig spannen.
  4. Gesamtcheck: Zurrpunkte, Beleuchtung/Nummernschild frei, Überstand markiert?
  5. Nach 5–10 Min. Fahrt: Halt – Nachspannen/Kontrolle.
  • [ ] Formschluss hergestellt
  • [ ] RHM sauber, korrekt platziert
  • [ ] Genügend Gurte/Ketten, Etikett ok
  • [ ] Zurrwinkel/Lage geprüft
  • [ ] Nachspann‑Stopp durchgeführt

Sinnvolle Medien zum Einbau

Kleine Übungsfragen

 

3.2 Besonderheiten der Fahrbahnbenutzung



1) Grundprinzip: Fahrbahn ja, Randbereiche nein

2) Ein- und mehrspurige Straßen

3) Schmale Landstraßen, Kuppen, Kurven

4) Radverkehr, Schutzstreifen & Abbiegen

5) Überholen und Überholtwerden

6) Abbiegen, Wenden, Einfahren

7) Kreisverkehr (ein- und zweispurig)

8) Bahnübergänge

9) Kraftfahrstraßen/Autobahnen (selten)

10) Besondere Bereiche & Beschilderung

11) Verschmutzung, Erntezeit, Sonderfälle


Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

Merksätze (Prüfungskern)

„Fahrbahn ja – Randbereiche nein. Rechts fahren, Sicht/Platz geht vor Tempo. Radwege kreuzen heißt: halten und Vorrang gewähren. Auf schmalen Straßen rechtzeitig Vorbeilass‑Pausen einplanen.“

Praxis‑Drill: „Schmale Straße mit Gegenverkehr“ (2 Minuten)
  1. Tempo 25–30 km/h, rechts Abstand zum Rand (Anbaugeräte prüfen).
  2. Gegenverkehr? → Blinker rechts, früh Anhaltepunkt/Einbuchtung nutzen.
  3. Standgas, ggf. Stopp. Blickführung: Spiegel, Front, Anhängerinnenradius.
  4. Nach der Begegnung ruhig anfahren, Spiegelcheck.

Kleine Übungsfragen

Erstellt für den Unterricht von Joachim Eling – Fahrschule Eling.

3.2.1 mit bis zu zwei Anhängern


 


1) Was ist speziell bei zwei Anhängern zu beachten?

2) Fahrbahnbenutzung – so fährst du „spurtreu“

3) Abstände, Sicht und Overtaking

4) Kuppeln & Technik – Praxisregeln

5) Tempo – einfache Faustregeln

6) Rangieren & Wenden


Checkliste „Startklar mit zwei Anhängern“

Häufige Fehler – so vermeidest du sie

Praxis‑Drill (2 min): „Rechtskurve mit zwei Anhängern“
  1. Vor der Kurve auf 20–25 km/h abbremsen (je nach Sicht/Beladung).
  2. Weit ausholen, Innenradius des zweiten Anhängers im rechten Spiegel beobachten.
  3. Lenkwinkel konstant, kein Nachlenken im Scheitel; Blickführung: vorn – rechts – links – hinten.
  4. Nach der Kurve sanft beschleunigen, Spiegelkontrolle, Zug bleibt in Spur? Wenn nein: Tempo reduzieren.

Kleine Übungsfragen

Erstellt für den Unterricht von Joachim Eling – Fahrschule Eling.

3.2.2 bis zu 60km/h


 


1) „Bis zu 60 km/h“ – was bedeutet das in der Praxis?

2) Fahrbahnbenutzung & Spurwahl

3) Innerorts abbiegen, Kreuzungen, querender Radverkehr

4) Geschwindigkeit, Abstände, Sicht

5) Kurven, Kuppen, Gefälle

6) Überholen – und überholt werden

7) Technik-Check für 60 km/h

8) Anhalteweg bei 60 km/h – Faustformeln


Checkliste „Tour bis 60 km/h“

Häufige Fehler – so vermeidest du sie

Praxis‑Drill (2 Min): „Landstraße 60 mit Querwind“
  1. Tempo auf 55–60 km/h steigern, Blick weit voraus, 3–4 Sek. Abstand auf Vordermann.
  2. Vor Brücken/Waldkanten Tempo auf 45–50 km/h senken, Spur mittig halten.
  3. Lenken ruhig, nicht gegenlenken „auf Schlag“; bei stärkerem Seitenwind weiter reduzieren.
  4. Nach dem Abschnitt langsam wieder beschleunigen, Spiegelkontrolle.

Kleine Übungsfragen

 

3.2.3 mit Ladung land- und forstwirtschaftlicher Güter



1) Typische Ladungen & besondere Risiken

2) Fahrbahnbenutzung – Schritt für Schritt

  1. Spurwahl: Rechts fahren, aber mit Sicherheitsabstand zum unbefestigten Rand (Bankett) wegen Kippgefahr. Keine Geh-/Radwege benutzen.
  2. Breite realistisch einschätzen: Bei breiter Ladung mittig in deiner Spur bleiben, nicht „Schlangenlinien“, lieber langsamer und vorbeilassen, wenn sich Kolonnen bilden.
  3. Begegnungen/Engstellen: Frühzeitig Tempo reduzieren, ggf. anhalten und in Buchten/Hofeinfahrten warten. Spiegelarbeit: außen ausschwenkende Ladungsteile im Blick.
  4. Kurven/Kreisverkehr: Vor der Kurve stark Tempo raus, gleichmäßig lenken. Bei Ballen/Schüttgut weiter ausholen (Innenradius/Schleppkurve beachten).
  5. Querwind/Brücken/Waldkanten: Geschwindigkeit deutlich senken, Lenken ruhig, nicht ruckartig korrigieren.
  6. Innerorts rechts abbiegen (zGM > 3,5 t): Schrittgeschwindigkeit, bremsbereit, querenden Rad‑/Fußverkehr durchlassen.

3) Maße, Überstand, Kennzeichnung – kurz & klar

4) Geschwindigkeit, Abstand, Bremsen

5) Saubere Fahrbahn – deine Pflicht

6) Praxis‑Check vor jeder Fahrt

7) Häufige Fehler – so vermeidest du sie


Prüfungskern (Merksatz)

„Ladung fällt nicht, verrutscht nicht, verdeckt nichts – Breite/Überstand korrekt gekennzeichnet, Beleuchtung sichtbar, Tempo vorsichtig. Saubere Fahrbahn, Rücksicht vor Geschwindigkeit.“

Praxis‑Drill „Ballen‑Zug durch Dorf & Kreisverkehr“ (3–4 Min.)
  1. Vor der Ortsdurchfahrt Tempo auf 25–30 km/h, Spiegelcheck, Kolonne hinter dir? → ggf. vorher vorbeilassen.
  2. Kreisverkehr: weit außen, Schritt‑ bis 20 km/h, gleichmäßig lenken, Ballen in den Spiegeln beobachten.
  3. Nach dem Ausfahren ruhig beschleunigen, Spiegel/Ladung kontrollieren, Netze/Gurte sitzen?
  4. Bei Seitenwindabschnitt Tempo weiter reduzieren (−10 km/h), Spur mittig halten.

Kleine Übungsfragen

 

3.3 Besonderheiten bei der Zusammenstellung von Zügen; Fahren mit Allradantrieb


1) Wichtige Bauteile & Begriffe

2) Zug richtig zusammenstellen – mit Blick auf 4WD

  1. Papiere checken: zGM, Anhängelast, Stützlast, bbH, Bremsart (hydraulisch/Druckluft), D/Dc‑Wert. Langsamste Komponente bestimmt Tempo.
  2. Kupplung & Öse passend: K50/K80 etc., Verschleißmaß i. O., Bolzen gesichert; Leitungen (Brake/E‑Stecker) spannungsfrei verlegt.
  3. Vorderachslast sicherstellen: Mit Anhänger/Frontlader so beladen, dass die Lenkachse spürbar Druck hat (Faustwert: mind. ca. 20 % des Traktorleergewichts auf der Vorderachse). Bei leichtem Lenkradgefühl: Stützlast erhöhen oder anders beladen.
  4. Bremskompatibilität: ABS/EBS nur mit korrektem Stromanschluss aktiv; ALB‑Gestänge frei beweglich. Mischzüge (z. B. 1× hydraulisch, 1× Auflauf) nur, wenn zulässig und fahrdynamisch unkritisch.
  5. Reifen & Druck: Achsweise gleiche Dimension/Profil, Straßendruck einstellen; ungleiche Radumfänge → 4WD‑Stress, unruhiges Lenkverhalten.
  6. Brems-/Lenkprobe: Standprobe + Rollprobe (10–15 km/h). Bei 4WD‑Einsatz prüfen: kein Hüpfen/Schieben in engen Kurven auf Asphalt.

3) Allrad richtig einsetzen – wann EIN, wann AUS?

4) Fahrdynamik mit Zug (mit/ohne 4WD)

5) Rangieren & Praxis

6) Checkliste „Zug & 4WD startklar“

7) Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest


Prüfungskern (Merksatz)

„Ich stelle den Zug passend zusammen, sorge für tragfähige Vorderachse und funktionierende Bremsen. 4WD nutze ich situativ: EIN für Traktion/Sicherheit, AUS auf griffigem Asphalt und in engen Kurven.“

Praxis‑Drill „Gefällestrecke mit Anhänger“ (3–4 Min.)
  1. Vor dem Gefälle: Gang wählen, 4WD EIN, Diff‑Sperren AUS, Tempo auf 25–30 km/h.
  2. Im Gefälle: Motorbremse wirken lassen, nur dosiert bremsen, Spur mittig halten, Spiegel checken.
  3. Nach dem Gefälle: Auf Gerade 4WD AUS, normal beschleunigen, Funktionskontrollleuchten prüfen.

Kleine Übungsfragen

 

3.4 Verhalten an Bahnübergängen


1) Erkennen & Signale

2) Heranfahren – Schritt für Schritt

  1. Früh abbremsen, mäßige Geschwindigkeit wählen, Blick weit, Spiegelcheck. Ab der ersten Bake: kein Überholen bis hinter den Übergang. ([haufe.de](https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/strassenverkehrs-ordnung-19-bahnuebergaenge_idesk_PI11525_HI3648793.html?utm_source=openai))
  2. Gangwahl: Vor dem Andreaskreuz herunterschalten, sodass du ohne Kuppeln/Schalten zügig durchfahren kannst.
  3. Freie Räumfläche prüfen: Nur einfahren, wenn du den Übergang komplett räumen kannst (genügend Platz hinter den Gleisen!). ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvo/19?utm_source=openai))
  4. Spur & Fahrstreifen: Mittig und ruhig ansteuern; keine engen Rangiermanöver im Gleisbereich.
  5. Scheinwerfer: Beim Warten niemanden blenden (StVO § 19 Abs. 6). ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvo/19?utm_source=openai))

3) Sicheres Queren mit Traktor/Zug

4) LOF‑Spezial: lange, schwere, breite Züge

5) Unbeschrankte Übergänge – Zusatzregeln

6) Störung & Notfall – so handelst du richtig

7) Häufige Fehler – so vermeidest du sie


Prüfungskern (Merksatz)

„BÜ erkenne ich an Baken und Andreaskreuz. Ich fahre mäßig heran, überhole nicht, wähle vorher den passenden Gang und räume den Übergang zügig ohne Halt. Bei Störung: weiterfahren/Schranke notfalls brechen – dann Notruf.“ ([haufe.de](https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/strassenverkehrs-ordnung-19-bahnuebergaenge_idesk_PI11525_HI3648793.html?utm_source=openai))

Praxis‑Drill „Mit Zweiachs‑Anhänger über unbeschrankten BÜ“ (2–3 Min.)
  1. Ab drei‑streifiger Bake Tempo reduzieren, Spiegel/Bremsbereitschaft, Überholverbot beachten. ([strassenausstatter.de](https://www.strassenausstatter.de/produkt/verkehrsschilder/gefahrenzeichen/bahnuebergaenge/verkehrszeichen-159-10-zweistreifige-bake-aufstellung-rechts/?utm_source=openai))
  2. Vor dem Andreaskreuz: Gang wählen (ohne Schalten durchfahren), Blick links/rechts, Kolonne hinter dir? → Ignorieren, Sicherheit zuerst. ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-ordnung-anlage-2-zu-41-absatz-1-vorschriftzeichen-HI3648832.html?utm_source=openai))
  3. Querung: Geradeaus, ruhig lenken, kein Halt/Schalten, komplette Räumung kontrollieren (Spiegel).
  4. Danach normal beschleunigen, 4WD bei Bedarf auf Asphalt wieder aus.

Kleine Übungsfragen

Erstellt für den Unterricht von Joachim Eling – Fahrschule Eling.