Traktor
Abfahrtkontrollkarten (1-10)

Abfahrtkontrollkarten (1-10)
Hinweis: Durchgestrichene Punkte sind für den Traktor nicht relevant, bleiben zur Vollständigkeit sichtbar. 

 

 Karte 1 

 

 1.1 Aufgaben vor Fahrtantritt am EG-Kontrollgerät 

 2.1 Kontrolle des Standes der Bremsflüssigkeit 

 3.1 Prüfen der Reifengröße anhand des Fahrzeugscheins 

 4.2 Bremsleuchten, Kennzeichenbeleuchtung, Rückstrahler prüfen 

 5.1 Sichtprüfung von Kühler und Kühlleitung, Kontrolle des Kühlflüssigkeitsstandes 

 6.1 Warnleuchte (Funktion), Warndreieck, Warnweste (Vorhandensein) 

 7.4 Funktionsprüfung der Verständigungsanlage (Lautstärke, Umschalten) 

 

 

 Karte 2 

 

 1.2 Bedienung der Schalter am EG-Kontrollgerät 

 2.2 Prüfen der Druckwarneinrichtung 

 3.2 Prüfen der Tragfähigkeit und der Höchstgeschwindigkeit der Reifen (Fahrzeugschein) 

 4.3 Hupe, Lichthupe, Warnblinklicht, Seitenmarkierungsleuchten, Funktion prüfen 

 5.1 Sichtprüfung von Kühler und Kühlleitungen, Kontrolle des Kühlflüssigkeitsstandes 

 6.2 Unterlegkeile (Anzahl, Unterbringung) 

 7.1 Überprüfung der Notausstiege und Nothämmer 

 

 

 Karte 3 

 

 1.3 Bedeutung der Kontrolllampen am EG-Kontrollgerät; Ausfall des Geräts 

 2.5 Sichtprüfung der Betriebs- und Feststellbremse 

 3.4 Sichtprüfung des Sitzes der Radmuttern 

 4.1 Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Umrissleuchten vorne, Funktion prüfen 

 5.2 Kontrolle des Motorölstandes 

 6.3 Verbandkasten 

 7.2 Erläutern/Demonstrieren: Glühlampe im Scheinwerfer wechseln 

 

 

 Karte 4 

 

 1.4 Benennen der Symbole auf dem EG-Kontrollgerät 

 2.4 Prüfen, ob Pedalwege frei sind 

 3.3 Prüfen des Reifenzustandes / Reifendruckes (Profil, Beschädigung, Fremdkörper) 

 4.3 Hupe, Lichthupe, Warnblinklicht, Seitenmarkierungsleuchten, Funktion prüfen 

 5.3 Dichtheit der Kraftstoffanlage, Kraftstoffleitung, Kraftstoffvorrat prüfen 

 6.1 Warnleuchte (Funktion), Warndreieck, Warnweste (Vorhandensein) 

 7.5 Funktionsprüfung der Türbetätigungsanlage (auch von außen) 

 

 

 Karte 5 

 

 1.5 Schaublatt/Ausdruck EG-Kontrollgerät überprüfen 

 2.3 Vorratsdruck aufbauen, Fahrbereitschaft feststellen 

 3.5 Prüfen der Felgen auf Beschädigung 

 4.1 Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Umrissleuchten vorne, Funktion prüfen 

 5.4 Sichtprüfung des Antriebs von Nebenaggregaten (z. B. Lichtmaschine, Servo- und Wasserpumpe) 

 6.6 Zustand der Scheiben und Spiegel (Sauberkeit, Beschädigung) 

 7.3 Glühlampe in Brems-, Blink- oder Schlussleuchte wechseln (Demo) 

 

 

 Karte 6 

 

 1.6 Schaublatt ausfüllen / Abmelden am EG-Kontrollgerät (Fahrtende) 

 2.3 Vorratsdruck aufbauen, Fahrbereitschaft feststellen 

 3.6 Prüfung der Reserveradsicherung 

 4.5 Kontrolllampen benennen oder Kontrollsystem aktivieren und an zwei Beispielen erläutern 

 5.2 Kontrolle des Motorölstandes 

 6.5 Sichtprüfung der Anhängekupplung 

 7.6 Absichern eines liegengebliebenen Fahrzeugs (Demonstration) 

 

 

 Karte 7 

 

 1.1 Aufgaben vor Fahrtantritt am EG-Kontrollgerät 

 2.2 Prüfen der Druckwarneinrichtung 

 3.8 Funktion der Lenkhilfe 

 4.2 Bremsleuchten, Kennzeichenbeleuchtung, Rückstrahler prüfen 

 5.4 Sichtprüfung des Antriebs von Nebenaggregaten (z. B. Lichtmaschine, Servo- und Wasserpumpe) 

 6.4 Bordwände, Verschlüsse, Gepäckklappen, Ladeeinrichtung, Ladungssicherung (Zustandskontrolle) 

 7.7 Notbetätigung der Türen (Demonstration) 

 

 

 Karte 8 

 

 1.2 Bedienung der Schalter am EG-Kontrollgerät 

 2.6 Wirkung des Lufttrockners bzw. Vorrat des Frostschutzmittels prüfen 

 3.9 Lenkungsspiel prüfen 

 4.4 Batterie (Anschlüsse, Befestigung) prüfen 

 5.5 Flüssigkeitsvorrat in Scheiben- und Scheinwerferwaschanlage kontrollieren 

 6.7 Plane / Spriegel (Zustand und Befestigung, frei von Wasser/Schnee/Eis) 

 7.8 Beschreibung der Handhabung des Feuerlöschers 

 

 

 Karte 9 

 

 1.4 Benennen der Symbole auf dem EG-Kontrollgerät 

 2.5 Sichtprüfung der Betriebs- und Feststellbremse 

 3.10 Ölstand der Servolenkung prüfen 

 4.6 Schlussleuchten, Umrissleuchten hinten, Funktion prüfen 

 5.6 Überprüfung der Scheibenwaschanlage und der Einstellung der Spritzdüsen 

 6.6 Zustand der Scheiben und Spiegel (Sauberkeit, Beschädigung) 

 7.9 Kontrolle einer Sicherung bzw. Handhabung des Sicherungsautomaten 

 

 

 Karte 10 

 

 1.5 Schaublatt/Ausdruck EG-Kontrollgerät – Auswertung 

 2.4 Prüfen, ob Pedalwege frei sind 

 3.7 Sichtprüfung der Federung 

 4.5 Kontrolllampen benennen oder Kontrollsysteme aktivieren und an zwei Beispielen erläutern 

 5.7 Überprüfung der Zustandsanzeige für die Luftfilteranlage 

 6.2 Unterlegkeile (Anzahl, Unterbringung) 

 7.10 Bedienung der Heizung und Lüftungsanlage 

 

 

  

Erklärungen zu den Abfahrtkontrollen (beta)
Die Abfahrtkontrollen erklärt

2.1 - Kontrolle des Standes der Bremsflüssigkeit
1) Wo zu finden? 

 

 Kleiner durchsichtiger Behälter mit Schraub- oder Bajonettdeckel , oft mit Aufdruck „Brake Fluid“ oder Symbol " ( ! )" . 

 Typische Einbauorte: 

 

 Motorraum   

 Bereich Fahrerplatz (nahe Pedalerie). 

 

 

 Variantenhinweis: Manche Traktoren haben (zusätzlich) pneumatische Bremsanlagen mit Luftkesseln. Die hier beschriebene Bremsflüssigkeit betrifft die hydraulische Anlage. 

 Platzhalter für dein Modell: [Exakte Position im Modell/Handbuch ergänzen] 

 

 2) Wie kontrollieren? (Kurzablauf) 

 

 Fahrzeug sichern: Motor aus, Zündung aus, Feststellbremse, ebenen Stand. 

 Behälter ansehen: Füllstand muss zwischen „MIN“ und „MAX“ liegen (Markierung am transparenten Gehäuse). 

 Farbe prüfen: klar bis leicht gelblich ist normal. Dunkelbraun, trüb = überaltert/feucht. 

 Deckel bleibt zu. Nur öffnen, wenn Anzeige fehlt/nicht ablesbar und Anleitung dies erlaubt. Sauberkeit beachten (keinen Schmutz eintragen!). 

 

 3) Typische Fehler, Defekte oder Mängel 

 

 Unter „MIN“: mögliches Leck/Belagverschleiß → Bremswirkung gefährdet . 

 Flüssigkeit dunkel/trüb: Wasseraufnahme/Alterung → Siedepunkt zu niedrig . 

 Feuchte Stellen am Behälter/Leitungen: undichte Dichtungen/Anschlüsse. 

 „Schwammiges“ Pedalgefühl oder längerer Pedalweg: Luft/Feuchtigkeit im System. 

 

 4) Wartung oder Reparatur (korrekt reagieren) 

 

 Nicht „irgendeine“ Flüssigkeit nachfüllen! Nur die im Handbuch angegebene Spezifikation. 

 Bei Unterstand , Verfärbung oder Undichtigkeiten → Werkstatt/Fachpersonal . Leitungen/Dichtungen prüfen, ggf. entlüften/Flüssigkeit wechseln. 

 Wechselintervall: i. d. R. alle 2 Jahre (Herstellerangaben beachten) 

 

 5) Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: sichere Bremswirkung, kürzere Bremswege, Schutz vor Ausfällen & teuren Folgeschäden. 

 Empfehlung: Sichtprüfung monatlich oder vor größeren Fahrten ; bei intensiver Nutzung/Erntebetrieb häufiger. 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich finde den transparenten Bremsflüssigkeitsbehälter, prüfe, dass der Pegel  zwischen MIN und MAX liegt und die Flüssigkeit klar ist; bei Unterstand, Verfärbung oder Leck: nicht selbst mischen , Spezifikation prüfen und Werkstatt beauftragen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fahrzeug gesichert (Motor/Zündung aus, Bremse, eben) 

 [ ] Behälter identifiziert (transparenter Cup, „Brake Fluid“) 

 [ ] Pegel zwischen MIN/MAX 

 [ ] Farbe ok (klar/hellgelb) 

 [ ] Keine Feuchtigkeit/Lecks sichtbar 

 [ ] Abweichung → Spezifikation prüfen / Fachbetrieb 

 

 

 Hinweis: Positionen und Spezifikationen sind fahrzeugabhängig.

2.2 - Prüfen der Druckwarneinrichtung
1) Wo zu finden? 

 

 Druckmanometer (Anzeige für den Luftdruck) im Armaturenbrett. 

 Warnleuchte oder Warnton bei Druckabfall. 

 Druckluftanlage selbst: Luftkessel und Leitungen am Fahrzeug. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern (Feststellbremse, eben abstellen). 

 Zündung einschalten, Motor starten → Luftkompressor füllt den Kessel. 

 Am Manometer ablesen : Druck steigt nach kurzer Zeit auf den Betriebsbereich (meist 6–8 bar) 

 Motor abschalten, Zündung einschalten  → Bremspedal mehrfach kräftig treten. 

 Beim Abfallen des Drucks unter die Mindestgrenze (meist ca. 5 bar) muss die Warnleuchte/Warnton sicher anspringen. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Warnleuchte/Warnton bleibt aus, obwohl der Druck unter Mindestwert fällt. 

 Druck baut sich nicht auf → Kompressor/Leitung undicht oder defekt. 

 Manometer zeigt keinen oder falschen Wert. 

 Undichtigkeiten hör- oder sichtbar (Luft entweicht, Zischen). 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Bei fehlender Warnung oder zu langsamem Druckaufbau → Fachwerkstatt aufsuchen. 

 Regelmäßig Leitungen und Anschlüsse auf Dichtheit prüfen. 

 Herstellerangaben für Prüfdruck/Mindestdruck beachten 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe am Manometer, dass der Druck in der Anlage den vorgeschriebenen Betriebsdruck erreicht und dass bei Druckabfall unter den Mindestwert die Warnleuchte oder der Warnton zuverlässig anspricht.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fahrzeug gesichert, Motor gestartet 

 [ ] Druck steigt auf Sollwert (ca. 6–8 bar) 

 [ ] Bei Druckabfall → Warnleuchte/Warnton aktiv 

 [ ] Keine Undichtigkeiten hör-/sichtbar 

 [ ] Abweichung → Werkstatt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Die Druckwarneinrichtung schützt vor Ausfall der Bremswirkung durch zu geringen Luftdruck. So wird Fahrsicherheit gewährleistet. 

 Empfehlung: Funktionstest täglich vor Fahrtantritt , besonders bei Fahrzeugen mit Druckluftbremse und im Anhängerbetrieb. 

 Hinweis: Mindestdruck und Betriebsdruck sind modellabhängig.

2.3 - Vorratsdruck aufbauen, Fahrbereitschaft feststellen
1) Wo zu finden? 

 

 Druckluftmanometer im Armaturenbrett: zeigt den aktuellen Vorratsdruck in bar. 

 Warnleuchte/Warnton für zu niedrigen Druck (oft rot oder akustisches Signal). 

 Luftkessel am Fahrzeugrahmen, die den Vorrat speichern. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Motor starten → der Kompressor füllt die Luftkessel. 

 Am Manometer beobachten: Druck steigt kontinuierlich an. 

 Wenn der Betriebsdruck erreicht ist (meist 6–8 bar , abhängig vom Fahrzeug):

 

 Warnleuchte erlischt bzw. Warnton verstummt. 

 Bremsanlage ist einsatzbereit. 

 

 

 Platzhalter: [genaue Druckwerte laut Hersteller ergänzen]. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Druck steigt nicht oder nur sehr langsam → Kompressor oder Leitungen defekt, Undichtigkeit. 

 Warnleuchte bleibt trotz erreichtem Druck an → Defekt in Elektrik oder Druckschalter. 

 Manometer zeigt falsche Werte an oder bewegt sich nicht. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Undichtigkeiten oder defekten Kompressor in der Werkstatt prüfen lassen. 

 Manometer und Warnsystem regelmäßig auf Funktion prüfen. 

 Bei Problemen Anlage nicht benutzen – Unfallgefahr durch fehlende Bremskraft! 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich starte den Motor, beobachte das Manometer und warte, bis der Vorratsdruck im grünen Bereich ist und die Warnleuchte erlischt – erst dann ist das Fahrzeug fahrbereit.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Motor gestartet, Kompressor arbeitet 

 [ ] Druck steigt am Manometer 

 [ ] Betriebsdruck erreicht (z. B. 6–8 bar) 

 [ ] Warnleuchte/Warnton erlischt 

 [ ] Fahrbereitschaft festgestellt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ausreichender Vorratsdruck sichert die volle Bremswirkung und verhindert Ausfälle bei der Fahrt. 

 Empfehlung: Kontrolle vor jeder Fahrt , insbesondere nach längerem Stillstand oder bei Anhängerbetrieb.

2.4 - Prüfen, ob Pedalwege frei sind
1) Wo zu finden? 

 

 Pedale: im Fahrerfußraum – Kupplung links, Bremse in der Mitte, Gaspedal rechts (modellabhängig). 

 Bei Traktoren oft zwei getrennte Bremspedale (links/rechts), die gekoppelt werden können/ müssen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern (Motor aus, Feststellbremse). 

 Fußraum ansehen: keine losen Gegenstände, Schmutz oder Werkzeuge dürfen im Bereich der Pedale liegen. 

 Jedes Pedal einmal durchtreten:

 

 Bewegung muss leichtgängig sein. 

 Kein Klemmen, kein Blockieren. 

 

 

 Kontrollieren, ob Pedale nach dem Treten selbstständig zurückkehren. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Lose Gegenstände im Fußraum (z. B. Flaschen, Werkzeug, Schmutzklumpen). 

 Pedale klemmen, bewegen sich schwer oder blockieren. 

 Pedale kehren nicht vollständig in Ausgangsstellung zurück. 

 Pedalgummis abgenutzt oder rutschig. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Fußraum regelmäßig reinigen, lose Gegenstände entfernen. 

 Defekte oder schwergängige Pedale in der Werkstatt prüfen lassen. 

 Abgenutzte Pedalgummis erneuern. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, dass im Fußraum keine Gegenstände liegen und die Pedale frei, leichtgängig und vollständig bis zum Anschlag bewegt werden können und selbstständig zurückkommen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fußraum frei von Gegenständen 

 [ ] Pedale leichtgängig und ohne Blockieren 

 [ ] Pedale kehren selbstständig zurück 

 [ ] Pedalgummis vorhanden und rutschfest 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Verhindert das Blockieren von Kupplung, Bremse oder Gas durch lose Gegenstände, sorgt für sichere Bedienung. 

 Empfehlung: Kontrolle täglich vor Fahrtantritt , besonders bei wechselnden Fahrern oder nach Arbeiten im Feld.

2.5 - Sichtprüfung der Betriebs- und Feststellbremse
1) Betriebsbremse (Fußbremse) 

 Wo zu finden? 

 

 Bremspedal(e) im Fahrerfußraum, oft getrennte Pedale für linkes/rechtes Rad (können/ müssen gekoppelt werden). 

 Bremseinrichtung: hydraulisch oder druckluftunterstützt. 

 

 Wie kontrollieren (Sichtprüfung)? 

 Kontolle in der Prüfung, siehe unten  ! 

 

 Eine Sichtprüfung ist bei bei hydraulische Bremse an der Zugmaschine nicht möglich  

 Pedale ansehen: rutschfeste Gummiauflagen vorhanden? 

 Pedalspiel prüfen: leichtes Antippen – kein ungewöhnlich langer Leerweg. 

 Mechanik sichtbar? Leitungen und Anschlüsse auf Undichtigkeit oder Beschädigung prüfen. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Abgenutzte oder fehlende Gummiauflagen. 

 Pedale klemmen oder haben zu viel Leerweg. 

 Flüssigkeitsspuren an Leitungen (Leck). 

 

 

 2) Feststellbremse (Handbremse) 

 Wo zu finden? 

 

 Handhebel rechts neben dem Fahrersitz oder separates Pedal (modellabhängig). 

 

 Wie kontrollieren (Sichtprüfung)? 

 Kontolle in der Prüfung, siehe unten  ! 

 

 Eine Sichtprüfung ist bei bei hydraulische Bremse an der Zugmaschine nicht möglich  

 Hebel oder Pedal ansehen: unbeschädigt, leichtgängig beweglich. 

 Rastung prüfen: Hebel muss einrasten und in Position bleiben. 

 Bei gezogener Bremse: Fahrzeug darf nicht ungewollt rollen (Funktionstest im Stand). 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Hebel/Pedal locker, ausgeleiert oder beschädigt. 

 Keine feste Rastung, Hebel springt zurück. 

 Bremswirkung im Stand unzureichend (Fahrzeug rollt trotz angezogener Bremse). 

 

 

 3) Warten oder reparieren 

 

 Defekte Pedalgummis ersetzen. 

 Undichte Leitungen oder schwammiges Pedalgefühl → Fachwerkstatt . 

 Feststellbremse einstellen lassen, wenn Haltekraft nachlässt. 

 

 

 | Ablauf in der Prüfung  

 

 

 Fahrlehrer bitten, in die Zugmaschine zu gehen. 

 

 

 Auf das Bremsgestänge des Anhängers achten 

 

 

 Feststellbremse lassen - Bremsgestänge geht in Lösestellung 

 

 

 Betriebsbremse treten lassen - Bremsgestänge geht in Bremsstellung 

 

 

 Betriebsbremse lösen lassen - Bremsgestänge geht in Lösestellung 

 

 

 Feststellbremse einlegen lassen - Bremsgestänge geht in Bremsstellung 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe die Betriebsbremse durch Sichtkontrolle von Pedalen und Leitungen auf Dichtheit und sicheren Zustand, sowie die Feststellbremse auf festen Sitz, Rastung und Haltewirkung.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Pedale mit Gummiauflagen vorhanden 

 [ ] Kein übermäßiger Leerweg 

 [ ] Leitungen dicht und unbeschädigt 

 [ ] Feststellbremse rastet ein und hält das Fahrzeug 

 [ ] Hebel/Pedal unbeschädigt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Sichere Bremswirkung im Fahrbetrieb, Schutz vor Wegrollen im Stand, frühzeitiges Erkennen von Defekten. 

 Empfehlung: Sichtprüfung täglich vor Fahrtantritt , insbesondere bei intensiver landwirtschaftlicher Nutzung.

2.6 - Wirkung des Lufttrockners bzw. Vorrat des Frostschutzmittels prüfen
1) Wo zu finden? 

 

 Lufttrockner: Teil der Druckluftbremsanlage, meist am Rahmen in der Nähe der Luftbehälter. 

 Frostschutzmittel (bei älteren Anlagen): separater Behälter am Druckluftsystem, verhindert Einfrieren der Leitungen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 Lufttrockner 

 

 Bei laufendem Motor füllt der Kompressor die Anlage. 

 Funktion prüfen: Beim Erreichen des Betriebsdrucks entlüftet der Lufttrockner kurz hörbar (Regenerationsstoß). 

 Sichtprüfung: keine Öl- oder Wasseransammlungen an den Leitungen. 

 

 Frostschutzmittel 

 

 Behälter am Druckluftsystem suchen. 

 Füllstand kontrollieren: ausreichend Frostschutzmittel vorhanden, Anzeige oder Sichtfenster nutzen. 

 Der Hebel am Behälter muss per Hand auf Sommer- oder Winterbetrieb eingestellt werden. 

 Bei Bedarf rechtzeitig Frostschutz nachfüllen. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Lufttrockner: 

 

 Keine Entlüftung beim Druckaufbau → Lufttrockner defekt. 

 Wasser im Luftkessel → Trocknerkartusche gesättigt. 

 

 

 Frostschutzmittel: 

 

 Behälter leer oder zu wenig Füllstand. 

 Leckagen am System. 

 

 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Lufttrocknerkartusche regelmäßig nach Herstellervorgaben wechseln. 

 Undichte Leitungen oder defekte Trockner in der Werkstatt instandsetzen. 

 Frostschutzmittel regelmäßig auffüllen, vor allem in der kalten Jahreszeit. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, ob der Lufttrockner beim Druckaufbau hörbar entlüftet und kontrolliere, ob im Vorratsbehälter genügend Frostschutzmittel vorhanden ist.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Lufttrockner vorhanden, hörbarer Entlüftungsstoß 

 [ ] Keine Wasser-/Ölspuren in Leitungen 

 [ ] Frostschutzbehälter mit ausreichend Vorrat 

 [ ] Keine Leckagen am System 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Der Lufttrockner verhindert Wasseransammlungen und Korrosion im Druckluftsystem, Frostschutzmittel schützt vor Einfrieren im Winter. Beides sichert die volle Bremsfunktion. 

 Empfehlung: Funktionsprüfung des Lufttrockners täglich vor Fahrtantritt , Kontrolle des Frostschutzmittels regelmäßig in der kalten Jahreszeit .

3.1 - Prüfen der Reifengröße anhand der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
1) Wo zu finden? 

 

 Im Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung Teil I . 

 Die Angabe steht unter Zeile 15.1 bis 15.3 :

 

 15.1: Vorderachse 

 15.2: Hinterachse 

 15.3: (falls weitere Varianten eingetragen sind) 

 

 

 Beispiel: 420/85 R 28 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Reifen am Fahrzeug ansehen: Auf der Reifenflanke steht die Größe (z. B. 420/85 R 28 ). 

 Vergleichen: Eintrag im Fahrzeugschein = Aufdruck am Reifen. 

 Beide Achsen prüfen (vorne und hinten, falls unterschiedlich). 

 

 3) Typische Fehler oder Mängel 

 

 Abweichende Größe (z. B. andere Breite oder Felgendurchmesser) → nicht erlaubt, wenn nicht eingetragen. 

 Fehlender oder unlesbarer Aufdruck → Reifen verschlissen/alt. 

 Unzulässige Kombination (vorne/hinten nicht passend, Gefahr für Fahrstabilität). 

 

 4) Warten oder reparieren (korrekt reagieren) 

 

 Nur Reifen fahren, die eingetragen oder durch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung / ABE zugelassen sind. 

 Abweichungen → nicht zulässig im Straßenverkehr , Nachprüfung durch Werkstatt oder Eintragung erforderlich. 

 Defekte, fehlende Kennzeichnung oder falsche Größe → Reifen ersetzen. 

 

 5) Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Richtige Reifengröße = Fahrstabilität, Sicherheit, Zulassung . Falsche Größe = Gefahr im Straßenverkehr + erloschene Betriebserlaubnis . 

 Empfehlung: Kontrolle bei jedem Reifenwechsel oder wenn Unsicherheit besteht (z. B. neuer Traktorreifen montiert). 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich finde die zulässige Reifengröße im Fahrzeugschein unter 15.1 bis 15.3 und vergleiche sie mit dem Aufdruck auf den Reifenflanken. Nur übereinstimmende oder eingetragene Größen sind erlaubt.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fahrzeugschein geöffnet (Zeile 15.1–15.3) 

 [ ] Reifenflanke abgelesen 

 [ ] Größen identisch / zulässig 

 [ ] Keine Abweichung oder fehlender Aufdruck 

 [ ] Bei Abweichung → Werkstatt / Eintragung klären 

 

 

 Hinweis: Bei landwirtschaftlichen Zugmaschinen sind oft mehrere Größen eingetragen. Immer nur die zugelassenen Kombinationen verwenden.

3.2 - Prüfen der Tragfähigkeit und der Höchstgeschwindigkeit der Reifen anhand der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
1) Wo zu finden? 

 

 Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): 

 

 Zeilen 15.1–15.3: Reifendimensionen inkl. Last- und Geschwindigkeitsindex. 

 Beispiel: 420/85 R 28 143 A8 

 

 

 Reifenflanke am Fahrzeug: Aufdruck mit identischen Angaben, z. B. 420/85 R 28 143 A8 . 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Reifengröße im Fahrzeugschein ablesen (inkl. Ziffern/Buchstaben hinter der Größe). 

 Reifenflanke am Fahrzeug prüfen und mit dem Schein vergleichen. 

 Lastindex (z. B. 143): Zahl = Tragfähigkeit in kg pro Reifen 

 Geschwindigkeitsindex (z. B. A8): Buchstabe/Ziffer = maximale zulässige Geschwindigkeit (z. B. A8 = 40 km/h) 

 Beide Angaben müssen mindestens den im Fahrzeugschein geforderten Werten entsprechen oder höher liegen. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Abweichender Lastindex: Reifen trägt weniger Gewicht → Gefahr von Reifenschäden oder Platzen. 

 Falscher Geschwindigkeitsindex: Reifen nicht für die Fahrzeughöchstgeschwindigkeit geeignet. 

 Aufdruck fehlt oder unlesbar: Reifen zu alt oder nicht zulässig. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Nur Reifen verwenden, die den eingetragenen Index erfüllen oder übertreffen . 

 Bei Abweichungen oder fehlender Kennzeichnung → Reifen ersetzen, ggf. neue Eintragung erforderlich. 

 Platzhalter: [zulässige Kombinationen laut Hersteller ergänzen] 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich vergleiche die Angaben auf der Reifenflanke mit dem Fahrzeugschein – Lastindex (Tragfähigkeit) und Geschwindigkeitsindex (zulässige Höchstgeschwindigkeit) müssen mindestens den eingetragenen Werten entsprechen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fahrzeugschein 15.1–15.3 geprüft 

 [ ] Reifenflanke abgelesen 

 [ ] Lastindex ≥ Eintrag im Fahrzeugschein 

 [ ] Geschwindigkeitsindex ≥ Eintrag im Fahrzeugschein 

 [ ] Keine fehlenden/unlesbaren Angaben 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Richtige Tragfähigkeit verhindert Reifenschäden unter Last; korrekter Geschwindigkeitsindex stellt sicher, dass der Reifen die Fahrzeuggeschwindigkeit aushält. Damit bleibt die Betriebserlaubnis gültig und die Fahrsicherheit erhalten. 

 Empfehlung: Kontrolle bei jedem Reifenwechsel oder wenn neue Reifen montiert werden. Sichtprüfung der Aufdrucke mindestens einmal pro Saison . 

 Hinweis: Tabellen für Last- und Geschwindigkeitsindex sind genormt. 

3.3 - Prüfen des Reifenzustandes / Reifendruckes (Profil, Beschädigung, Fremdkörper)
1) Wo zu finden? 

 

 Reifen: an allen Rädern des Traktors und ggf. am Anhänger. 

 Ventile: außen am Felgenrand, zum Anschluss des Luftdruckprüfers. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Profil prüfen: Mindestprofiltiefe bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist vorgeschrieben - mindestens 1,6 mm bei Straßenfahrt 

 Flächen kontrollieren: Lauffläche und Seitenwände auf Risse, Schnitte, Beulen oder Ausbrüche prüfen. 

 Fremdkörper: Steine, Nägel oder Draht in Profilrillen entfernen. 

 Reifendruck messen: Ventilkappe abschrauben, Manometer aufsetzen, Sollwert mit Herstellerangabe vergleichen 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Zu geringe Profiltiefe → verringerte Bodenhaftung, Aquaplaninggefahr. 

 Risse, Beulen, sichtbare Gewebe- oder Drahtlagen → Unfallgefahr. 

 Fremdkörper → Luftverlust oder Reifenplatzer möglich. 

 Falscher Luftdruck:

 

 Zu niedrig: hoher Verschleiß, erhöhter Kraftstoffverbrauch, Gefahr von Reifenschäden. 

 Zu hoch: schlechtere Bodenhaftung, ungleichmäßige Abnutzung. 

 

 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Reifen regelmäßig auf den vorgeschriebenen Druck einstellen. 

 Beschädigte Reifen sofort durch Fachpersonal ersetzen. 

 Ventilkappen aufschrauben, damit kein Schmutz eindringt. 

 Fremdkörper vorsichtig entfernen oder Reifen in der Werkstatt prüfen lassen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe Profil, Seitenwände und Lauffläche auf Schäden und Fremdkörper und messe den Reifendruck am Ventil – Abweichungen werden nach Herstellerangabe korrigiert oder der Reifen ersetzt.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Profiltiefe ausreichend 

 [ ] Keine Risse, Beulen oder Beschädigungen 

 [ ] Keine Fremdkörper in der Lauffläche 

 [ ] Reifendruck mit Manometer geprüft 

 [ ] Sollwert erreicht (Herstellerangabe) 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Richtiger Reifendruck und intakte Reifen sichern Fahrsicherheit, kürzere Bremswege, weniger Verschleiß und Kraftstoffverbrauch. 

 Empfehlung: Sichtprüfung vor jeder Fahrt , Reifendruck mindestens monatlich oder nach starken Belastungen (z. B. Feldarbeit, Transportfahrten).

3.4 - Sichtprüfung des Sitzes der Radmuttern
1) Wo zu finden? 

 

 Die Radmuttern befinden sich am Radflansch, wo Felge und Nabe verbunden sind. 

 Bei Zwillingsbereifung → Muttern an beiden Felgen prüfen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren (Sichtprüfung)? 

 

 Fahrzeug gesichert abstellen. 

 Alle Radmuttern ansehen: 

 

 Sitzen die Muttern plan an der Felge? 

 Sind alle vollständig vorhanden? 

 Keine sichtbaren Lücken zwischen Mutter und Felge. 

 

 

 Kennzeichnungen prüfen: Bei manchen Fahrzeugen sind Kontrollplättchen oder Markierungen vorhanden – stehen sie alle in gleicher Position? 

 Auf Rostspuren oder Abrieb rund um die Muttern achten → Hinweis auf Lockerung. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Lose, fehlende oder beschädigte Muttern. 

 Rostspuren, Schmutzaustritt oder glänzende Abriebstellen. 

 Unterschiedliche Stellung der Kontrollplättchen. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Lose Radmuttern niemals selbst nachziehen, wenn Drehmoment unbekannt ist → Fachwerkstatt . 

 Fehlende oder defekte Muttern sofort ersetzen. 

 Regelmäßig Anzugsmoment nach Herstellerangaben kontrollieren lassen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, ob alle Radmuttern vollständig, fest anliegend, ohne Rostspuren oder Verschiebung sitzen – bei Auffälligkeiten sofort Werkstatt informieren.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Alle Radmuttern vorhanden 

 [ ] Keine Lücken zwischen Mutter und Felge 

 [ ] Keine Rost- oder Abriebspuren sichtbar 

 [ ] Markierungen/Plättchen in gleicher Stellung 

 [ ] Auffälligkeit → Werkstatt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Verhindert Radverlust während der Fahrt und erhöht die Betriebssicherheit. 

 Empfehlung: Sichtprüfung vor Fahrtantritt und besonders nach Reifenwechsel oder bei Fahrten im Gelände.

3.5 - Prüfen der Felgen auf Beschädigung
1) Wo zu finden? 

 

 Felgen sitzen zwischen Reifen und Radnabe. 

 Bei Traktoren oft große Scheiben- oder Sternfelgen, bei Anhängern je nach Bauart ebenfalls Stahl- oder Sonderfelgen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern (Feststellbremse, Motor aus). 

 Felgen rundum ansehen:

 

 Felgenhorn (Rand, wo der Reifen aufliegt) auf Risse oder Verformungen prüfen. 

 Felgenscheibe und Befestigungslöcher auf Ausbrüche oder Verformungen prüfen. 

 Rundlauf beachten: keine sichtbaren Dellen oder Schlagstellen. 

 

 

 Auf Rost, tiefe Kratzer oder Schweißstellen achten. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Risse oder Brüche in der Felge. 

 Deformierte oder verbogene Felgenhörner. 

 Ausgeschlagene oder beschädigte Befestigungslöcher (Radmuttern sitzen nicht mehr sicher). 

 Starke Rostbildung oder unzulässige Schweiß-/Bohrstellen. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Beschädigte Felgen dürfen nicht weiterverwendet werden. 

 Nur durch passende Ersatzfelgen vom Hersteller oder Fachbetrieb ersetzen. 

 Felgen niemals eigenmächtig schweißen oder verändern. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe die Felgen auf Risse, Verformungen, Rost oder Ausbrüche – bei Beschädigungen dürfen sie nicht weiter genutzt, sondern müssen ersetzt werden.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Felgenhorn ohne Risse oder Verformung 

 [ ] Befestigungslöcher unbeschädigt 

 [ ] Keine Roststellen oder unzulässige Schweißnähte 

 [ ] Felge sauber und frei von Dreck/Steinen 

 [ ] Auffälligkeiten → Ersatzfelge / Werkstatt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Intakte Felgen gewährleisten sicheren Sitz der Reifen, stabile Radbefestigung und verhindern Radschäden oder Unfälle. 

 Empfehlung: Sichtprüfung vor jeder Fahrt , besonders nach Geländeeinsatz oder Schlaglöchern.

3.6 - Prüfung der Reserveradsicherung
Eher am LKW zu finden, evtl. ist ein Reserverad am Anhänger zu finden. 

 

 1) Wo zu finden? 

 

 Reserverad je nach Fahrzeug:

 

 Unter dem Fahrzeugheck (an Halterung oder Kette befestigt). 

 Am Fahrzeugrahmen oder Kabinenheck mit Halterung und Muttern. 

 Im Staufach oder an der Seite (bei einigen Anhängern/Arbeitsmaschinen). 

 

 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Reserverad lokalisieren und Befestigung ansehen. 

 Halterung prüfen: Schrauben, Muttern, Bolzen oder Ketten müssen fest sitzen. 

 Sicherungseinrichtung prüfen: keine Risse, kein Rost, keine Beschädigung. 

 Reserverad darf sich nicht bewegen oder klappern. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Lose oder fehlende Befestigungsteile. 

 Starke Korrosion an Halterungen oder Schrauben. 

 Reserverad sitzt locker, kann sich während der Fahrt lösen. 

 Reserverad unzugänglich durch blockierte Halterung. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Lose Schrauben oder Muttern nachziehen. 

 Rostige oder defekte Halterungen ersetzen. 

 Regelmäßig bewegliche Teile (z. B. Kettenzüge) gängig halten. 

 Bei fehlender Sicherung → sofort nachrüsten. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich kontrolliere, dass das Reserverad vorhanden, fest in seiner Halterung gesichert und die Befestigungsteile unbeschädigt sind.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Reserverad lokalisiert 

 [ ] Befestigungsschrauben/-muttern fest 

 [ ] Keine Rost- oder Bruchstellen an Halterung 

 [ ] Reserverad sitzt fest, ohne Bewegung 

 [ ] Sicherungseinrichtung intakt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ein sicheres Reserverad steht im Pannenfall sofort zur Verfügung und kann sich nicht während der Fahrt lösen. 

 Empfehlung: Kontrolle der Sicherung monatlich und zusätzlich nach Fahrten auf unebenem Gelände.

3.7 - Sichtprüfung der Federung
1) Wo zu finden? 

 

 Traktor: in der Regel keine sichtbare Blattfederung, Federung erfolgt über Achsen/Reifen oder Kabinenfederung. 

 Anhänger: Blattfedern oberhalb oder neben der Achse, als Federpakete sichtbar. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern (Feststellbremse, Motor aus, ggf. Unterlegkeile). 

 Blattfedern prüfen: 

 

 Alle Federblätter vollständig vorhanden. 

 Keine Risse, Brüche oder herausgerutschte Blätter. 

 

 

 Federpaket-Aufhängung: Haltebänder, Bügel und Aufnahmepunkte fest und unbeschädigt. 

 Federlagerung: keine übermäßige Rostbildung oder Verformung. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Gebrochene oder fehlende Federblätter. 

 Federpaket verrutscht oder nicht mehr vollständig eingespannt. 

 Lose oder fehlende Befestigungsbügel. 

 Rostschäden, die die Stabilität beeinträchtigen. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Gebrochene oder fehlende Federn sofort austauschen. 

 Lose Halterungen oder Bügel festziehen bzw. ersetzen. 

 Roststellen behandeln, bei starker Korrosion Teile ersetzen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe die Blattfedern am Anhänger auf Vollständigkeit, Risse, Brüche und festen Sitz der Halterungen – beschädigte oder gebrochene Federn müssen ersetzt werden.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Alle Federblätter vorhanden 

 [ ] Keine Risse oder Brüche sichtbar 

 [ ] Haltebänder und Bügel fest 

 [ ] Keine Rostschäden oder Verformungen 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Intakte Blattfedern sichern die Stabilität des Anhängers, sorgen für gleichmäßige Lastverteilung und verhindern Schäden an Rahmen und Achsen. 

 Empfehlung: Sichtprüfung vor jeder Fahrt , besonders bei Anhängern mit hoher Last oder unebenem Gelände.

3.8 - Funktion der Lenkhilfe
1) Wo zu finden? 

 

 Lenkrad im Fahrerhaus. 

 Hydrauliksystem mit Pumpe, Leitungen und Lenkzylinder (im Motorraum oder an der Vorderachse sichtbar). 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug starten (Motor muss laufen, damit die Lenkhilfe aktiv ist). 

 Lenkrad im Stand leicht bewegen:

 

 Lenkung muss ohne große Kraftaufwendung funktionieren. 

 Kein Ruckeln oder ungewöhnlicher Widerstand. 

 

 

 Bei eingeschlagenem Lenkrad kurz halten → kein lautes Pfeifen oder Quietschen der Pumpe. 

 Sichtprüfung von Hydraulikleitungen: keine Ölspuren oder Undichtigkeiten. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Lenkung schwergängig → Pumpe defekt, Öl fehlt oder Keilriemen locker. 

 Lenkrad hat zu viel Spiel → Defekt im Lenkgetriebe oder in Gelenken. 

 Ölverlust an Leitungen oder Zylindern. 

 Ungewöhnliche Geräusche (Pfeifen, Knacken) beim Lenken. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Hydraulikölstand regelmäßig prüfen und bei Bedarf nachfüllen. 

 Undichte Leitungen oder beschädigte Riemen in der Werkstatt reparieren lassen. 

 Defekte Servopumpe oder Lenkzylinder austauschen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich starte den Motor, bewege das Lenkrad leicht und prüfe, ob die Lenkung mit Unterstützung leichtgängig, ohne ungewöhnliche Geräusche und ohne Ölverlust funktioniert.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Motor läuft, Lenkung leichtgängig 

 [ ] Kein ungewöhnlicher Widerstand 

 [ ] Keine auffälligen Geräusche beim Lenken 

 [ ] Hydraulikleitungen dicht, kein Ölverlust 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Eine funktionierende Lenkhilfe sorgt für präzises, leichtes Lenken und erhöht die Sicherheit im Straßen- und Feldeinsatz. 

 Empfehlung: Funktionsprüfung vor jeder Fahrt , Ölstandskontrolle mindestens monatlich oder nach Herstellerangaben.

3.9 - Lenkungsspiel prüfen
1) Wo zu finden? 

 

 Lenkrad: im Fahrerhaus. 

 Vorderräder: sichtbar von außen, um die Reaktion auf Lenkradbewegung zu prüfen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern (Motor aus, Feststellbremse). 

 Von außen oder mit Helfer: Lenkrad leicht hin- und herdrehen. 

 Lenkungsspiel prüfen: 

 

 Lenkrad darf sich nur wenige Zentimeter bewegen ( ca. 2–3 cm am Lenkradumfang), bevor die Vorderräder sichtbar reagieren. 

 Mehr Spiel = Hinweis auf Verschleiß oder Defekt. 

 

 

 Alternativ: Helfer beobachtet Vorderräder → reagieren sie sofort, ist das Spiel in Ordnung. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Übermäßiges Lenkungsspiel (mehr als 2–3 cm am Lenkradumfang). 

 Knacken oder ungewöhnliche Geräusche bei Bewegung. 

 Verzögerte Reaktion der Vorderräder. 

 Lose oder ausgeschlagene Lenkgestänge/Gelenke. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Lenkgestänge, Gelenke oder Lenkgetriebe in der Werkstatt überprüfen lassen. 

 Defekte Teile sofort ersetzen. 

 Lenkanlage regelmäßig schmieren, falls vom Hersteller vorgesehen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich drehe das Lenkrad leicht hin und her und prüfe, ob die Vorderräder ohne spürbare Verzögerung reagieren – das Lenkungsspiel darf höchstens etwa 2–3 cm betragen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Lenkrad leicht bewegt 

 [ ] Spiel max. 2–3 cm am Lenkradumfang 

 [ ] Vorderräder reagieren sofort 

 [ ] Keine Knackgeräusche oder Verzögerungen 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Geringes Lenkungsspiel ermöglicht präzises Fahren und verhindert Kontrollverlust. Übermäßiges Spiel weist frühzeitig auf Defekte hin. 

 Empfehlung: Kontrolle täglich vor Fahrtantritt oder mindestens wöchentlich , insbesondere vor Prüfungsfahrten und bei älteren Fahrzeugen.

3.10 - Ölstand der Servolenkung prüfen
1) Wo zu finden? 

 

 Ausgleichsbehälter für Servolenkungsöl: meist im Motorraum, erkennbar an rundem oder eckigem Kunststoffbehälter mit Schraubdeckel. 

 Deckel häufig mit Lenkradsymbol gekennzeichnet. 

 Je nach Bauart durchsichtig mit Min-/Max-Markierung oder mit integriertem Peilstab im Deckel. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug auf ebene Fläche stellen, Motor abstellen. 

 Behälter außen ablesen (bei durchsichtigem Behälter mit Markierung) oder Deckel abschrauben und Peilstab herausziehen. 

 Füllstand prüfen: Öl muss zwischen Min- und Max-Markierung liegen. 

 Öl optisch kontrollieren: darf nicht stark verschmutzt oder schaumig sein. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Ölstand unter Min → Gefahr von Ausfall der Lenkhilfe. 

 Öl über Max → Schaumbildung, Druckprobleme. 

 Öl schaumig oder milchig → Hinweis auf Luft oder Wasser im System. 

 Öl stark verschmutzt oder verbrannt riechend → Ölwechsel erforderlich. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Bei niedrigem Ölstand mit zugelassenem Servo-/Hydrauliköl auffüllen. 

 Ursachen für Ölverlust (z. B. undichte Leitungen) in der Werkstatt beheben lassen. 

 Regelmäßig Ölwechsel nach Wartungsplan durchführen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich kontrolliere am Ausgleichsbehälter der Servolenkung, ob der Ölstand zwischen Min und Max liegt und das Öl sauber ist – bei Abweichungen wird geeignetes Öl nachgefüllt oder eine Werkstatt aufgesucht.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Motor aus, Fahrzeug eben abgestellt 

 [ ] Füllstand zwischen Min- und Max-Markierung 

 [ ] Öl sauber, nicht schaumig oder milchig 

 [ ] Bei Bedarf Öl nachgefüllt (Herstellerangabe) 

 [ ] Keine Undichtigkeiten sichtbar 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ausreichender und sauberer Servolenkungsölstand sichert eine leichtgängige Lenkung und verhindert Schäden an Pumpe und Lenkzylindern. 

 Empfehlung: Kontrolle monatlich oder bei Auffälligkeiten in der Lenkung (z. B. Schwergängigkeit, Geräusche).

4.1 - Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Umrissleuchten vorne, Funktion prüfen
1) Standlicht 

 Wo zu finden? 

 

 Vorne in den Scheinwerfern, kleine Positionsleuchten. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Zündung einschalten. 

 Lichtschalter auf Standlicht stellen. 

 Beide Standlichter vorne müssen leuchten. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Eine oder beide Lampen ohne Funktion. 

 Stark unterschiedliche Helligkeit. 

 

 

 2) Abblendlicht 

 Wo zu finden? 

 

 Hauptscheinwerfer vorne, weißes Licht nach vorne mit klarer Hell-Dunkel-Grenze. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Lichtschalter auf Abblendlicht stellen. 

 Beide Scheinwerfer leuchten gleichmäßig, korrekt eingestellt. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Licht nur auf einer Seite. 

 Streuung oder falsche Einstellung (Blendgefahr). 

 

 

 3) Fernlicht 

 Wo zu finden? 

 

 Im Hauptscheinwerfer integriert oder eigener Scheinwerfer, strahlt weißes Licht weit nach vorne. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Mit Lichtschalter oder Lenkstockhebel Fernlicht einschalten. 

 Kontrolllampe blau im Armaturenbrett muss aufleuchten. 

 Beide Scheinwerfer müssen gleichmäßig leuchten. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Fernlicht auf einer Seite ausgefallen. 

 Keine blaue Kontrollanzeige. 

 

 

 4) Umrissleuchten vorne 

 Wo zu finden? 

 

 Seitlich oder oben an der Fahrzeugfront, weiße Positionsleuchten . 

 Vor allem bei breiten oder hohen Fahrzeugen vorgeschrieben. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Lichtschalter auf Stand- oder Abblendlicht stellen. 

 Beide Umrissleuchten müssen weiß leuchten. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Eine oder beide Leuchten ausgefallen. 

 Falsche Farbe (nicht weiß). 

 Beschädigte oder verschmutzte Abdeckung. 

 

 

 5) Warten oder reparieren 

 

 Defekte Leuchtmittel/LED-Module austauschen. 

 Verschmutzte Abdeckungen reinigen. 

 Falsch eingestellte Scheinwerfer in der Werkstatt einstellen lassen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich schalte Standlicht, Abblendlicht und Fernlicht nacheinander ein, kontrolliere, ob alle Scheinwerfer gleichmäßig leuchten, die blaue Kontrollanzeige beim Fernlicht erscheint und die vorderen Umrissleuchten weiß und unbeschädigt funktionieren.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Standlicht links und rechts leuchtet 

 [ ] Abblendlicht links und rechts leuchtet gleichmäßig 

 [ ] Fernlicht leuchtet, blaue Kontrolllampe aktiv 

 [ ] Umrissleuchten vorne weiß, unbeschädigt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Gute Sicht für dich, rechtzeitige Erkennbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer, Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. 

 Empfehlung: Funktionsprüfung täglich vor Fahrtbeginn , besonders bei Fahrten in Dämmerung oder Dunkelheit.

4.2 - Bremsleuchten, Kennzeichenbeleuchtung, Rückstrahler prüfen
1) Bremsleuchten 

 Wo zu finden? 

 

 Hinten links/rechts am Fahrzeug, rot. Bei manchen Traktoren zusätzlich höher angebracht (Kabinenhöhe). 

 Am Anhänger: hinten links/rechts, rot. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern: eben abstellen, Feststellbremse. 

 Zündung EIN (Motor muss nicht laufen). 

 Hilfsperson (Fahrlehrer) drückt das Bremspedal oder nutze Reflexion an Wand/Fenster/Kamera-Rückblick. 

 Erwartung: beide Bremsleuchten leuchten hell, gleichmäßig, rot. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Eine oder beide Lampen ohne Funktion / flackern. 

 Falsche Farbe (rosa/weißlich) durch defekte Streuscheibe. 

 Risse, Wasser im Gehäuse, Korrosion an Steckern. 

 Die Lampen sind stark verschmutzt. 

 Wichtig: Warnblinker ersetzt nicht die Bremsleuchte. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Defekte Lampe/LED-Modul ersetzen, Stecker/Kabel prüfen, ggf. Sicherung kontrollieren. 

 Feuchte Gehäuse abdichten/tauschen. 

 Lampen reinigen 

 

 

 2) Kennzeichenbeleuchtung 

 Wo zu finden? 

 

 Direkt über/neben dem hinteren Kennzeichen; strahlt weiß auf die Kennzeichentafel. 

 Am Anhänger: separat über dessen Kennzeichen. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Stand-/Abblendlicht einschalten (Lichtschalter). 

 Von hinten prüfen: Kennzeichen muss gleichmäßig und gut lesbar beleuchtet sein, ohne Blendung nach hinten. 

 Bei zwei Leuchten: beide aktiv und ähnlich hell. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Leuchte ohne Funktion / deutlich zu dunkel. 

 Gehäuse blind, verrußt, Wasser im Lampentopf. 

 Kennzeichen stark verschmutzt → trotz Leuchte schlecht lesbar. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Leuchtmittel/LED-Einsatz tauschen, Streuscheibe reinigen/ersetzen. 

 Kennzeichen reinigen (Lesbarkeit sicherstellen). 

 

 

 3) Rückstrahler (Reflektoren) 

 Wo zu finden? 

 

 Hinten am Traktor: rote nicht dreieckige Rückstrahler. 

 Am Anhänger: rote dreieckige Rückstrahler, Spitze nach oben. 

 Zusätzlich häufig: seitliche gelbe Rückstrahler am Anhänger; vorne am Zugfahrzeug weiße (modellabhängig). 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Optische Sichtprüfung bei Tageslicht: sauber, fest, unbeschädigt? 

 Reflexionscheck bei Dämmerung/mit Taschenlampe: Leuchten im flachen Winkel anstrahlen – Rückstrahler reflektieren deutlich. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Risse, Blindstellen, fehlende Rückstrahler. 

 Falsche Bauform/Farbe (z. B. am Anhänger keine Dreiecke). 

 Verschmutzung → Reflexion stark reduziert. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Reinigen, festziehen, defekte Rückstrahler ersetzen (richtige Farbe/Bauform beachten). 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Mit Zündung/Licht an prüfe ich hinten Bremsleuchten (beide rot, hell), die Kennzeichenbeleuchtung (weiß, Kennzeichen klar lesbar) und die Rückstrahler (rot/dreieckig am Anhänger, sauber, unbeschädigt) – Mängel werden gereinigt, Leuchtmittel/Module ersetzt oder in der Werkstatt behoben.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fahrzeug gesichert 

 [ ] Zündung EIN, Licht AN 

 [ ] Bremsleuchten: links/rechts leuchten rot, gleich hell 

 [ ] Kennzeichenbeleuchtung: Kennzeichen weiß beleuchtet, gut lesbar 

 [ ] Rückstrahler: vollständig, richtige Form/Farbe, sauber 

 [ ] Keine Risse/Feuchtigkeit/lose Stecker sichtbar 

 [ ] Abweichung → reinigen/ersetzen/Werkstatt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Du wirst frühzeitig gesehen, reduzierst Auffahrunfälle und erfüllst die Zulassungsvorschriften – besonders wichtig bei Erntefahrten, Staub und Schmutz. 

 Empfehlung: Sichtprüfung täglich vor Fahrtbeginn in der Saison, sonst mindestens wöchentlich und zusätzlich vor Dämmerungs-/Nachtfahrten; nach Feldarbeit Reinigung einplanen. 

 Hinweis: Ausführung und Sicherungsbelegung sind fahrzeug- und baujahrabhängig.

4.3 - Hupe, Lichthupe, Warnblinklicht, Seitenmarkierungsleuchten, Funktion prüfen
1) Hupe 

 Wo zu finden? 

 

 Betätigung meist mittig im Lenkrad,  am Blinkenhebel oder als separater Schalter am Armaturenbrett. 

 Signalgeber vorne im Motorraum oder an der Fahrzeugfront. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Zündung einschalten. 

 Hupe betätigen. 

 Erwartung: klarer, lauter Ton , von außen deutlich hörbar. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Kein Ton, nur leises Summen. 

 Signal verzögert oder unterbrochen. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Sicherung, Schalter, Verkabelung prüfen. 

 Defekte Hupe ersetzen. 

 

 

 2) Lichthupe 

 Wo zu finden? 

 

 Hebel am Lenkrad (meist links, kombinierter Blinker-/Lichtschalter). 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Zündung einschalten. 

 Hebel zur Lichthupe ziehen/drücken. 

 Erwartung: Fernlicht blinkt kurz auf (blaues Symbol im Display sichtbar). 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Lichthupe ohne Funktion. 

 Kontrollleuchte defekt/ fehlt. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Defekte Birnen oder Schalter ersetzen. 

 

 

 3) Warnblinklicht 

 Wo zu finden? 

 

 Schalter mit rotem Dreieck-Symbol am Armaturenbrett. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Schalter drücken. 

 Alle Blinkleuchten außen müssen gleichzeitig im Takt blinken. 

 Im Armaturenbrett blinkt das Kontrollsymbol mit. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Eine oder mehrere Lampen bleiben dunkel. 

 Kein Blinksignal oder falscher Takt. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Defekte Leuchtmittel austauschen. 

 Sicherung oder Schalter prüfen. 

 

 

 4) Seitenmarkierungsleuchten 

 Wo zu finden? 

 

 Seitlich am Fahrzeug oder Anhänger, gelbe Leuchten , gleichmäßig verteilt. Bei LoF-Fahrzeugen nicht immer vorgeschrieben. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Lichtschalter auf Stand- oder Abblendlicht stellen. 

 Fahrzeug umrunden → alle Seitenmarkierungsleuchten müssen gleichmäßig leuchten . 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Leuchte dunkel oder deutlich schwächer. 

 Abdeckung beschädigt oder verschmutzt. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Defektes Leuchtmittel oder LED-Modul ersetzen. 

 Streuscheiben reinigen oder tauschen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich betätige Hupe und Lichthupe zur Funktionskontrolle, schalte das Warnblinklicht ein (alle Blinker im Takt), und prüfe, ob die seitlichen Markierungsleuchten bei Licht eingeschaltet und intakt sind.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Hupe betätigt – klarer Ton 

 [ ] Lichthupe betätigt – Fernlicht blinkt 

 [ ] Warnblinker an – alle Blinker im Takt 

 [ ] Seitenmarkierungsleuchten leuchten bei Licht 

 [ ] Keine defekten oder verschmutzten Leuchten 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Hupe und Lichthupe sichern die Kommunikation im Straßenverkehr, Warnblinker schützt in Gefahrensituationen, Seitenmarkierungsleuchten erhöhen Sichtbarkeit bei Dunkelheit und in Kurven. 

 Empfehlung: Funktionsprüfung täglich vor Fahrtantritt oder mindestens wöchentlich , besonders bei Fahrten im Dunkeln und mit Anhänger.

4.4 - Batterie (Anschlüsse, Befestigung) prüfen
1) Wo zu finden? 

 

 Batterie: je nach Traktor unter der Motorhaube, seitlich am Rahmen oder in einem separaten Batteriefach. 

 Anschlüsse: Plus- und Minuspol mit Kabelklemmen. 

 Befestigung: Haltebügel, Kasten oder Rahmen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Batteriefach oder Motorhaube öffnen. 

 Anschlüsse ansehen: 

 

 Kabelklemmen fest, ohne Korrosion (kein weißer/grünlicher Belag). 

 Kabel isoliert und unbeschädigt. 

 

 

 Befestigung prüfen: 

 

 Batterie sitzt fest in der Halterung. 

 Keine Bewegungen beim Rütteln. 

 

 

 Optional: Batterieoberfläche auf Risse oder Auslaufen von Flüssigkeit prüfen. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Lose oder korrodierte Anschlüsse → Gefahr von Startproblemen oder Kurzschluss. 

 Beschädigte Kabel oder fehlende Isolierung. 

 Batterie nicht fest fixiert → kann sich beim Fahren bewegen und beschädigt werden. 

 Auslaufende Flüssigkeit oder Risse im Gehäuse. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Klemmen regelmäßig reinigen und mit Polfett schützen. 

 Lose Verbindungen festziehen. 

 Defekte Kabel oder Halterungen ersetzen. 

 Bei Rissen oder Flüssigkeitsverlust Batterie austauschen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, dass die Batterieklemmen fest und sauber sitzen, die Kabel unbeschädigt sind und die Batterie sicher befestigt ist.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Klemmen fest und ohne Korrosion 

 [ ] Kabel unbeschädigt und isoliert 

 [ ] Batterie sicher befestigt, kein Wackeln 

 [ ] Gehäuse ohne Risse oder Flüssigkeitsaustritt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Sichere Batterie sorgt für zuverlässigen Motorstart, stabile Stromversorgung und vermeidet Kurzschlüsse oder Ausfälle. 

 Empfehlung: Sichtprüfung monatlich oder vor längeren Einsätzen, insbesondere bei älteren Fahrzeugen oder schwachem Startverhalten.

4.5 - Kontrolllampen benennen oder Kontrollsystem aktivieren und an zwei Beispielen erläutern
1) Wo zu finden? 

 

 Kombiinstrument / Armaturenbrett im Fahrerhaus. 

 Beim Einschalten der Zündung leuchten alle wichtigen Kontrolllampen kurz auf (Funktionstest). 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Zündung einschalten, Motor noch nicht starten. 

 Alle relevanten Kontrolllampen müssen kurz aufleuchten → zeigt Funktionsfähigkeit an. 

 Nach Motorstart erlöschen die Lampen, außer es liegt ein Defekt vor. 

 

 

 3) Beispiele für Kontrolllampen 

 

 Öldruck-Kontrolllampe (rot, Ölkannensymbol): 

 

 Leuchtet beim Einschalten der Zündung kurz auf. 

 Muss nach dem Starten erlöschen. 

 Leuchtet während der Fahrt → zu geringer Öldruck → sofort Motor abstellen, Schaden droht. 

 

 

 Ladekontrolllampe (rot, Batteriesymbol): 

 

 Leuchtet beim Einschalten der Zündung kurz auf. 

 Muss nach dem Motorstart erlöschen. 

 Leuchtet während der Fahrt → Lichtmaschine lädt nicht → Batterie entlädt sich, Werkstatt aufsuchen. 

 

 

 

 

 4) Typische Fehler/Mängel 

 

 Kontrolllampe leuchtet beim Einschalten der Zündung nicht → Lampe defekt. 

 Kontrolllampe erlischt nach dem Start nicht → Störung im System. 

 

 

 5) Warten oder reparieren 

 

 Defekte Kontrolllampen oder Anzeigen in der Werkstatt prüfen lassen. 

 Störungen sofort beheben, nicht weiterfahren wenn rote Warnlampe leuchtet. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich aktiviere das Kontrollsystem, indem ich die Zündung einschalte. Dabei leuchten alle Kontrolllampen kurz auf. Am Beispiel Öldruck und Ladekontrolle erkläre ich: Nach dem Start müssen diese Lampen erlöschen, sonst liegt ein Defekt vor.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Zündung eingeschaltet → Kontrolllampen leuchten kurz 

 [ ] Nach Motorstart erlöschen die Lampen 

 [ ] Öldrucklampe rot = Gefahr, Motor sofort aus 

 [ ] Batterielampe rot = Ladung gestört, Werkstatt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Kontrolllampen warnen frühzeitig vor Defekten und verhindern teure Schäden oder Ausfälle. 

 Empfehlung: Funktionstest erfolgt automatisch bei jedem Einschalten der Zündung → Schüler sollten lernen, bewusst auf das Aufleuchten und Erlöschen zu achten.

4.6 - Schlussleuchten, Umrissleuchten hinten, Funktion prüfen
1) Wo zu finden? 

 

 Schlussleuchten: links und rechts hinten am Fahrzeug/Anhänger, rot leuchtend. 

 Umrissleuchten hinten: an den oberen Ecken oder seitlich hinten angebracht, ebenfalls rot leuchtend, zur besseren Erkennbarkeit des Fahrzeugumrisses. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Zündung einschalten. 

 Lichtschalter auf Begrenzungs- oder Abblendlicht stellen. 

 Fahrzeugheck abgehen und prüfen:

 

 Beide Schlussleuchten leuchten gleichmäßig rot. 

 Umrissleuchten (falls vorhanden) leuchten ebenfalls rot und gleichmäßig. 

 

 

 Helfer oder Spiegel verwenden, wenn Sicht eingeschränkt. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Eine oder beide Schlussleuchten ohne Funktion → defekte Glühlampe oder LED. 

 Umrissleuchten ausgefallen oder beschädigt. 

 Schmutz oder Schlamm verdeckt die Leuchten. 

 Unterschiedliche Helligkeit → Wackelkontakt oder Korrosion an Steckern. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Defekte Leuchtmittel oder LED-Einsätze austauschen. 

 Steckverbindungen reinigen und gegen Feuchtigkeit schützen. 

 Leuchten regelmäßig reinigen, besonders nach Feldarbeit oder Regenfahrten. 

 Beschädigte Leuchtengehäuse ersetzen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich schalte das Licht ein und kontrolliere, dass beide Schlussleuchten sowie die hinteren Umrissleuchten rot und gleichmäßig leuchten.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Zündung an, Licht eingeschaltet 

 [ ] Beide Schlussleuchten leuchten rot 

 [ ] Umrissleuchten hinten leuchten rot (falls vorhanden) 

 [ ] Keine Schmutz- oder Defekterscheinungen 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Schluss- und Umrissleuchten machen das Fahrzeug von hinten sichtbar und verhindern Auffahrunfälle. 

 Empfehlung: Funktionsprüfung täglich vor Fahrtantritt , besonders bei Dämmerung, Nachtfahrten und Anhängerbetrieb.

5.1 - Sichtprüfung von Kühler und Kühlleitung, Kontrolle des Kühlflüssigkeitsstandes
1) Sichtprüfung Kühler und Kühlleitungen 

 Wo zu finden? 

 

 Kühler: vorne im Motorraum, direkt hinter der Kühlergrill- oder Lüftereinheit. 

 Kühlleitungen/Schläuche: schwarze oder farbige Gummischläuche vom Kühler zum Motorblock und zurück. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Motor aus, Fahrzeug gesichert. 

 Kühlerlamellen von vorne prüfen: frei von Schmutz, Stroh, Laub, Insekten. 

 Leitungen und Schlauchverbindungen abtasten und ansehen: keine Risse, Scheuerstellen oder Undichtigkeiten. 

 Auf Feuchtigkeit, Tropfen oder Ablagerungen (grün/rosa/weißlich) achten – Hinweis auf Kühlmittelaustritt. 

 Auf Flüssigkeit unter dem Fahrzeug achten. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Undichte Stellen an Schläuchen, Schellen oder Kühlernetz. 

 Verstopfte oder verbogene Kühlerlamellen → verringerte Kühlleistung. 

 Öl- oder Kühlmittelspuren → Hinweis auf Defekte. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Kühler regelmäßig reinigen (Druckluft, Bürste – keine Beschädigung!). 

 Defekte Schläuche/Dichtungen ersetzen lassen. 

 

 

 2) Kontrolle Kühlflüssigkeitsstand 

 Wo zu finden? 

 

 Ausgleichsbehälter für Kühlflüssigkeit im Motorraum; meist durchsichtiger Kunststoff mit Markierungen „MIN“ und „MAX“. 

 Bei älteren Traktoren: Kontrolle direkt am Kühlerdeckel (unter der Haube). Achtung: nur bei kaltem Motor öffnen! 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Motor abgestellt und abgekühlt . 

 Behälter von außen prüfen: Flüssigkeit muss zwischen „MIN“ und „MAX“ stehen. 

 Farbe: meist grün, rosa oder blau , je nach Kühlmitteltyp – klar und sauber. 

 Bei älteren Modellen (ohne Behälter): Kühlerdeckel öffnen (nur kalt!) → Flüssigkeit sichtbar am Rand/gefüllt. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Unter „MIN“: möglicher Kühlmittelverlust → Gefahr von Überhitzung/Motorschaden. 

 Trübe, rostige oder ölhaltige Flüssigkeit: Hinweis auf Defekte (z. B. Zylinderkopfdichtung). 

 Fehlender Frostschutz (Messgerät) → Gefahr im Winter. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Nur freigegebenes Kühlmittel (Herstellerangabe, Farbe beachten) nachfüllen. 

 Keine Mischung verschiedener Kühlmitteltypen. 

 Bei starker Abweichung → Werkstatt , Anlage abdichten oder Flüssigkeit komplett erneuern. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe Kühler und Schläuche auf Dichtheit und Verschmutzung, kontrolliere am Ausgleichsbehälter den Kühlflüssigkeitsstand zwischen MIN und MAX (Motor kalt) – bei Verlust oder Verfärbung muss Fachpersonal nachfüllen oder reparieren.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Motor aus, Fahrzeug gesichert 

 [ ] Kühlerlamellen frei, keine Verstopfung 

 [ ] Schläuche dicht, ohne Risse 

 [ ] Kühlflüssigkeit zwischen MIN und MAX 

 [ ] Flüssigkeit sauber, richtige Farbe 

 [ ] Bei Abweichung → Fachbetrieb, kein Mischen 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Vermeidung von Überhitzung und Motorschäden, sichere Dauerleistung auch unter hoher Belastung. 

 Empfehlung: Sichtprüfung wöchentlich oder vor langen/heißen Einsätzen, nach Arbeiten im Feld (Staub/Schmutz) öfter. 

 Hinweis: Kühlmitteltypen und Intervalle sind modellabhängig.

5.2 - Kontrolle des Motorölstandes
1) Wo zu finden? 

 

 Ölmessstab (Peilstab) im Motorraum, meist mit gelbem oder rotem Griff gekennzeichnet. 

 Öleinfülldeckel in der Nähe des Zylinderkopfes, gekennzeichnet mit Ölkannensymbol. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug eben abstellen, Motor abstellen und kurz warten (damit Öl zurückläuft). 

 Ölmessstab herausziehen, mit sauberem Tuch abwischen. 

 Peilstab erneut vollständig einstecken und wieder herausziehen. 

 Ölstand ablesen: Muss sich zwischen MIN - und MAX -Markierung befinden. 

 Ölfarbe kontrollieren: normal ist hell- bis dunkelbraun ; grau oder milchig = möglicher Defekt (z. B. Wasser im Öl). 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Ölstand unter „MIN“ → Schmiermangel, Gefahr von Motorschäden. 

 Öl über „MAX“ → Gefahr von Schaum, Undichtigkeiten, Motorschäden. 

 Falsche Farbe (milchig, schwarz mit Spänen) → Hinweis auf Defekt. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Nur zugelassenes Motoröl nachfüllen (Herstellerangaben beachten) 

 Bei zu hohem Ölstand: Öl ablassen oder in der Werkstatt korrigieren lassen. 

 Bei auffälliger Ölverfärbung oder Ölverlust → Werkstatt. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich ziehe den Peilstab, reinige ihn, stecke ihn erneut ein und prüfe, dass der Ölstand zwischen MIN und MAX liegt – bei Abweichung mit dem richtigen Öl auffüllen oder Werkstatt informieren.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Fahrzeug eben abgestellt, Motor aus 

 [ ] Peilstab abgewischt und erneut eingesteckt 

 [ ] Ölstand zwischen MIN und MAX 

 [ ] Öl sauber, richtige Farbe 

 [ ] Abweichung → Öl nachfüllen oder Werkstatt 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ausreichender Ölstand schützt vor Motorschäden, sichert lange Lebensdauer des Motors und zuverlässigen Betrieb. 

 Empfehlung: Kontrolle wöchentlich oder vor längeren Fahrten; bei älteren Fahrzeugen oder erkennbaren Ölverlusten häufiger.

5.3 - Dichtheit der Kraftstoffanlage, Kraftstoffleitung, Kraftstoffvorrat prüfen
1) Wo zu finden? 

 

 Kraftstofftank: seitlich oder hinten am Fahrzeugrahmen, mit Tankdeckel. 

 Kraftstoffleitungen: Schläuche und Rohre vom Tank zum Motor. 

 Kraftstoffanzeige: im Armaturenbrett, zeigt Vorrat an. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Dichtheit prüfen: Tank, Leitungen, Anschlüsse und auch unter dem Fahrzeug auf Feuchtigkeit, Tropfen oder Diesel-/Benzingeruch kontrollieren. 

 Leitungen ansehen: keine Risse, Quetschungen oder lockeren Verbindungen. 

 Kraftstoffvorrat prüfen: Anzeige im Cockpit ablesen, ausreichend Kraftstoff für den geplanten Einsatz vorhanden. 

 Bei Unsicherheit: Tankdeckel öffnen, Sichtkontrolle (nur bei ausgeschaltetem Motor!). 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Undichte Stellen (Tropfen, Flecken, Geruch von Kraftstoff). 

 Risse, Scheuerstellen oder beschädigte Leitungen. 

 Tankdeckel fehlt oder schließt nicht dicht. 

 Kraftstoffanzeige defekt oder unplausibel. 

 Zu wenig Kraftstoff → Gefahr von Luft im System oder Liegenbleiben. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Undichtigkeiten sofort beheben lassen (Brand- und Unfallgefahr!). 

 Defekte Leitungen oder Dichtungen austauschen. 

 Tankdeckel bei Beschädigung erneuern. 

 Kraftstoff rechtzeitig nachfüllen – nie mit fast leerem Tank in die Prüfung oder auf die Straße. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe Tank und Leitungen auf Dichtheit, kontrolliere den festen Sitz des Tankdeckels und lese an der Anzeige ab, ob ausreichend Kraftstoff vorhanden ist.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Tank auf Feuchtigkeit oder Tropfen geprüft 

 [ ] Leitungen dicht, ohne Risse oder Scheuerstellen 

 [ ] Tankdeckel fest und dicht 

 [ ] Kraftstoffanzeige kontrolliert 

 [ ] Vorrat ausreichend für den Einsatz 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Dichte Kraftstoffanlage verhindert Brandgefahr, Umweltverschmutzung und Motorstörungen. Ausreichender Kraftstoffvorrat sichert den Betrieb ohne Ausfälle. 

 Empfehlung: Sichtprüfung täglich vor Fahrtantritt , Vorratskontrolle bei jedem Start und Nachfüllen rechtzeitig einplanen.

5.4 - Sichtprüfung des Antriebs von Nebenaggregaten (z.B. Lichtmaschine, Servo- und Wasserpumpe)
1) Wo zu finden? 

 

 Antriebsriemen (Keilriemen oder Keilrippenriemen) vorne am Motor, hinter der Kühlerabdeckung sichtbar. 

 Nebenaggregate: Lichtmaschine, Servopumpe, Wasserpumpe – meist seitlich oder vorne am Motorblock montiert. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Motor abstellen, Zündung aus, Motorhaube öffnen. 

 Riemen prüfen: 

 

 Keine Risse, Ausfransungen oder fehlende Zähne. 

 Riemen darf nicht übermäßig locker hängen. 

 Bei leichtem Druck mit dem Finger: Riemen gibt nur wenige Millimeter nach. 

 

 

 Riemenscheiben ansehen: fest montiert, nicht beschädigt, kein Öl oder Schmutz. 

 Gesamte Anlage prüfen: keine ungewöhnlichen Geräusche, keine Schleif- oder Scheuerspuren. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Riemen gerissen, ausgefranst oder stark verschlissen. 

 Riemenspannung zu gering (Riemen rutscht, Pfeifgeräusche). 

 Riemenspannung zu hoch (übermäßiger Verschleiß, Lagerschäden möglich). 

 Öl- oder Schmutzspuren auf Riemen und Scheiben. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Defekte oder verschlissene Riemen rechtzeitig ersetzen. 

 Riemenspannung nach Herstellervorgaben einstellen lassen. 

 Öl- oder Kühlmittelleckagen, die den Riemen verschmutzen, beseitigen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe den Antriebsriemen der Nebenaggregate auf festen Sitz, richtige Spannung und Beschädigungen – ein intakter, sauberer Riemen ist Voraussetzung für die Funktion von Lichtmaschine, Servopumpe und Wasserpumpe.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Motor aus, Motorhaube geöffnet 

 [ ] Riemen ohne Risse oder Ausfransungen 

 [ ] Riemenspannung korrekt (wenige mm nachgebbar) 

 [ ] Riemenscheiben sauber, unbeschädigt 

 [ ] Keine Öl- oder Schmutzspuren 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ein intakter Riemenantrieb stellt die Stromversorgung, Lenkhilfe und Motorkühlung sicher – Ausfälle können zu Pannen oder Motorschäden führen. 

 Empfehlung: Sichtprüfung wöchentlich oder vor längeren Einsätzen, nach Geländefahrten oder bei auffälligen Geräuschen.

5.5 - Flüssigkeitsvorrat in Scheiben- und Scheinwerferwaschanlage kontrollieren
1) Wo zu finden? 

 

 Waschwasserbehälter: im Motorraum oder hinter der Fahrerkabine, meist durchsichtiger Kunststoffbehälter mit blauem oder schwarzem Deckel. 

 Symbol auf dem Deckel: Windschutzscheibe mit Wasserstrahl . 

 Scheinwerferwaschanlage (falls vorhanden): nutzt denselben oder einen separaten Behälter. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Motorhaube öffnen. 

 Füllstand am durchsichtigen Behälter ablesen oder Deckel öffnen. 

 Flüssigkeit muss mindestens bis zur MIN-Markierung reichen, besser darüber. 

 Bei Bedarf Scheibenwaschflüssigkeit nachfüllen:

 

 Im Sommer: klares Wasser oder Waschwasser mit Reinigungszusatz. 

 Im Winter: spezielles Frostschutzmittel für Waschanlagen verwenden. 

 

 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Behälter leer → Wischer arbeiten ohne Flüssigkeit, Sicht wird gefährlich eingeschränkt. 

 Falsches Füllmittel (nur Wasser im Winter) → Anlage kann einfrieren. 

 Undichtigkeiten im Behälter oder in den Schläuchen → Flüssigkeit läuft aus. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Regelmäßig mit geeignetem Reinigungsmittel auffüllen. 

 Im Winter passenden Frostschutz in die Flüssigkeit geben. 

 Undichte Schläuche oder defekte Pumpen in der Werkstatt reparieren. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich öffne den Waschwasserbehälter, prüfe den Füllstand und fülle bei Bedarf geeignete Scheibenwaschflüssigkeit mit Frostschutz nach.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Behälter im Motorraum gefunden 

 [ ] Füllstand mindestens bei MIN-Markierung 

 [ ] Geeignete Flüssigkeit (Sommer/Winter) nachgefüllt 

 [ ] Keine Undichtigkeiten sichtbar 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ausreichend Waschwasser sichert klare Sicht und verhindert Blendung durch verschmutzte Scheiben oder Scheinwerfer. 

 Empfehlung: Kontrolle wöchentlich und vor längeren Fahrten, im Winter häufiger.

5.6. - Überprüfung der Scheibenwaschanlage und der Einstellung der Spritzdüsen
1) Wo zu finden? 

 

 Waschdüsen: meist auf der Motorhaube, am oberen Rand der Windschutzscheibe oder an den Scheibenwischergestängen angebracht. 

 Waschwasserpumpe: oft im Vorratsbehälter integriert. 

 Betätigung: Hebel oder Knopf am Lenkradhebel (gleichzeitig mit Scheibenwischer). 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Zündung einschalten. 

 Waschhebel betätigen → Pumpe muss hörbar arbeiten, Wasser tritt an den Düsen aus. 

 Spritzbild prüfen: 

 

 Wasserstrahl erreicht die Scheibe in ausreichender Höhe. 

 Strahl gleichmäßig und nicht verstopft. 

 

 

 Düsen einstellen: Mit Nadel oder speziellem Werkzeug Strahl so ausrichten, dass er die Wischfläche trifft. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Pumpe läuft nicht → elektrische Störung oder defekte Pumpe. 

 Düsen verstopft → kein oder schwacher Strahl. 

 Strahl zu hoch oder zu niedrig eingestellt → Scheibe wird nicht richtig benetzt. 

 Schläuche undicht oder abgeknickt. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Verstopfte Düsen vorsichtig mit Nadel reinigen. 

 Schläuche prüfen und ggf. ersetzen. 

 Pumpe bei Defekt erneuern lassen. 

 Düsen regelmäßig nachjustieren, besonders nach Arbeiten im Motorraum. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich betätige die Scheibenwaschanlage, prüfe, ob Wasser gleichmäßig auf die Scheibe gelangt, und stelle die Düsen so ein, dass sie die Wischfläche treffen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Zündung an, Pumpe arbeitet 

 [ ] Wasserstrahl erreicht die Scheibe 

 [ ] Strahl gleichmäßig, keine Verstopfung 

 [ ] Düsen auf Wischfeld ausgerichtet 

 [ ] Schläuche dicht 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Saubere Frontscheibe sichert klare Sicht und verhindert Blendung, besonders bei Regen oder Schmutzfahrten. 

 Empfehlung: Kontrolle wöchentlich oder bei jeder Wartung, bei schlechter Sicht sofort reagieren.

5.7 - Überprüfung der Zustandsanzeige für die Luftfilteranlage
1) Wo zu finden? 

 

 Luftfiltergehäuse: meist seitlich im Motorraum oder direkt am Ansaugtrakt. 

 Zustandsanzeige: kleiner transparenter Anzeiger oder mechanische Anzeige (häufig mit rotem Kolben/Signal), teilweise im Fahrerhaus elektronisch angezeigt. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Motor starten, kurze Standgasphase laufen lassen. 

 Zustandsanzeige ablesen: 

 

 Grün → Filter sauber, Durchlass ausreichend. 

 Rot / Markierung sichtbar → Filter verschmutzt, Reinigung oder Wechsel erforderlich. 

 

 

 Bei elektronischer Anzeige → Kontrollleuchte im Armaturenbrett beachten. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Zustandsanzeige dauerhaft auf „verschmutzt“ → Filter blockiert oder Anzeige klemmt. 

 Luftfilter verschmutzt → Motorleistung sinkt, Kraftstoffverbrauch steigt. 

 Defekte oder fehlende Anzeige → keine Kontrolle möglich. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Bei roter Anzeige → Luftfilter reinigen (falls vom Hersteller vorgesehen) oder ersetzen. 

 Defekte Anzeige instandsetzen oder austauschen. 

 Luftfilter regelmäßig nach Wartungsplan wechseln. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich lese an der Zustandsanzeige ab, ob der Luftfilter frei ist – zeigt sie Rot oder ‚verschmutzt‘ an, muss der Filter gereinigt oder ersetzt werden.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Luftfiltergehäuse lokalisiert 

 [ ] Zustandsanzeige abgelesen 

 [ ] Anzeige grün = in Ordnung 

 [ ] Anzeige rot = Filter reinigen/wechseln 

 [ ] Keine sichtbaren Schäden an der Anzeige 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Ein sauberer Luftfilter sichert die Motorleistung, reduziert den Verbrauch und verhindert Motorschäden durch Schmutzeintrag. 

 Empfehlung: Kontrolle täglich vor Fahrtantritt oder spätestens nach Einsätzen in staubiger Umgebung.

6.1 - Warnleuchte (Funktion), Warndreieck, Warnweste (Vorhandensein)
1) Warnleuchte (Funktion) 

 Wo zu finden? 

 

 Die Warnleuchte befindet sich bei dern Sicherungsmitteln oder der persönlichen Schutzausrüstung. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Die Leuchte einschalten und auf  die Test-Einstellung schalten. 

 Einige Sekunden warten. 

 Hinweise zum Funktionstest beachten 

 Prüfzeichen überprüfen 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Warnleuchte bleibt dunkel → Lampe defekt/ Batterien leer. 

 Warnleuchte ohne Prüfzeichen → darf nicht genutzt werden. 

 

 Warten oder reparieren 

 

 Defekte Leuchte → reparieren 

 Batterien tauschen 

 

 

 2) Warndreieck (Vorhandensein) 

 Wo zu finden? 

 

 Muss mitgeführt werden, meist im Staufach , hinter dem Sitz oder in der Kabine. 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Staufach öffnen und prüfen, ob ein vollständiges, klappbares Warndreieck vorhanden ist. 

 Zustand kontrollieren: keine fehlenden Teile, Ständer intakt. 

 Das Warndreieck muss ein Prüfzeichen haben. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Fehlt → nicht zulässig im Straßenverkehr. 

 Defekt, unvollständig oder unlesbar → austauschen. 

 

 

 3) Warnweste (Vorhandensein) 

 Wo zu finden? 

 

 Muss griffbereit im Fahrzeug liegen, z. B. im Fahrerhaus oder Türfach. 

 Farbe: gelb, orange oder rot fluoreszierend mit Reflektorstreifen (DIN EN 471 / ISO 20471). 

 

 Wie kontrollieren? 

 

 Weste sichtbar herausnehmen. 

 Prüfzeichen kontrollieren 

 Sauber, unbeschädigt, reflektierende Streifen intakt. 

 

 Typische Fehler/Mängel 

 

 Weste fehlt oder ist nicht griffbereit. 

 Stark verschmutzt oder beschädigt → Reflektorwirkung vermindert. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, ob die Warnleuchte beim Einschalten aufleuchtet , ob ein vollständiges Warndreieck und eine intakte Warnweste griffbereit im Fahrzeug vorhanden sind.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Warnleuchte an → Warnleuchte leuchtet auf 

 [ ] Warndreieck vorhanden, vollständig, intakt 

 [ ] Warnweste vorhanden, griffbereit, DIN-konform 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Warnleuchte kann zum Absichern genutzt werden, Warndreieck und Weste schützen im Notfall und sind gesetzlich vorgeschrieben. 

 Empfehlung: Funktionsprüfung der Warnleuchte monatlich , Kontrolle von Warndreieck und Weste monatlich bzw. vor jeder längeren Fahrt. 

 Hinweis: Anzahl der mitzuführenden Westen kann je nach Betrieb variieren.

6.2 - Unterlegkeile (Anzahl, Unterbringung)
1) Anzahl der Unterlegkeile 

 

 Zugmaschinen (Traktor) allein: mindestens ein Unterlegkeil . 

 Zwei Unterlegkeile  für Drei- und mehrachsigen Anhängern / Fahrzeugen, Starrdeichselanhängern (einschließlich Zentralachsanhängern) mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 750 kg und Sattelanhängern . 

 

 

 2) Unterbringung 

 

 Unterlegkeile müssen am Fahrzeug mitgeführt und leicht zugänglich sein. 

 Typische Aufbewahrung: Halterungen am Fahrzeugrahmen , in einem Fach an der Seite oder am Anhänger. 

 Sie dürfen nicht lose im Fahrerhaus liegen, sondern müssen fest verstaut sein. 

 

 

 3) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug umrunden, vorgesehene Halterungen/Fächer öffnen. 

 Prüfen, ob die vorgeschriebene Anzahl von Unterlegkeilen vorhanden ist. 

 Kontrollieren, ob sie unbeschädig und einsatzbereit sind. 

 Passende Größe beachten. 

 

 

 4) Typische Fehler/Mängel 

 

 Unterlegkeile fehlen teilweise oder vollständig. 

 Beschädigt (gebrochen, deformiert) → nicht einsatzfähig. 

 Nicht griffbereit oder locker verstaut. 

 

 

 5) Warten oder reparieren 

 

 Fehlende oder defekte Keile sofort ersetzen. 

 Halterungen regelmäßig prüfen, damit die Keile fest sitzen . 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich kontrolliere, ob die vorgeschriebene Anzahl Unterlegkeile vorhanden, unbeschädigt und in den vorgesehenen Halterungen griffbereit untergebracht ist.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Unterlegkeile am Traktor vorhanden 

 [ ] Unterlegkeile je Anhänger vorhanden 

 [ ] Fester Sitz in Halterungen / Fächern 

 [ ] Keile unbeschädigt und einsatzbereit 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Unterlegkeile sichern das Fahrzeug gegen unbeabsichtigtes Wegrollen, besonders beim Abstellen mit Anhänger oder auf Gefälle. 

 Empfehlung: Kontrolle der Anzahl und Unterbringung täglich vor Fahrtantritt oder spätestens wöchentlich . 

 Hinweis: Anzahl und Unterbringung sind gesetzlich vorgeschrieben (§ 41 StVZO). 

6.3 - Verbandkasten (nicht für Klasse T)
Auch wenn diese Aufgabe nicht bei klasse T geprüft wird, ist es trotzdem sinnvoll einen Verbandkasten mitzuführen. 

 

 1) Wo zu finden? 

 

 Verbandkasten muss im Fahrzeug mitgeführt werden. 

 Typische Aufbewahrungsorte: Fahrerhaus (unter oder hinter dem Sitz, in Seitenfächern). 

 Bei Anhängern ohne Fahrerplatz → Mitführung im Zugfahrzeug. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Verbandkasten entnehmen und Sichtprüfung durchführen. 

 Aufdruck prüfen: DIN-Norm (aktuell DIN 13164 für Pkw/Traktor, DIN 13157 oder 13169 für Betriebe/Baustellenfahrzeuge). 

 Haltbarkeitsdatum der steril verpackten Materialien kontrollieren. 

 Prüfen, ob der Kasten vollständig und unbeschädigt ist. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Fehlender oder unvollständiger Verbandkasten. 

 Abgelaufene sterile Materialien (z. B. Kompressen, Verbandpäckchen). 

 Beschädigter oder verschmutzter Kasten. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Abgelaufene Materialien ersetzen oder kompletten Verbandkasten austauschen. 

 Defekte oder unvollständige Kästen durch neue ersetzen. 

 Darauf achten, dass immer ein aktueller DIN-konformer Verbandkasten vorhanden ist. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, ob ein DIN-gerechter Verbandkasten vollständig, unbeschädigt und mit gültigem Haltbarkeitsdatum im Fahrerhaus vorhanden ist.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Verbandkasten im Fahrzeug griffbereit 

 [ ] DIN-Norm geprüft (13164 / 13157 / 13169) 

 [ ] Haltbarkeitsdatum in Ordnung 

 [ ] Vollständig und unbeschädigt 

 [ ] Abweichung → ersetzen oder auffüllen 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Sicherstellung der Ersten Hilfe bei Unfällen, gesetzlich vorgeschrieben, Schutz von Fahrer und Mitfahrern. 

 Empfehlung: Kontrolle halbjährlich oder bei jeder Hauptuntersuchung; Haltbarkeitsdatum regelmäßig im Auge behalten. 

 Hinweis: Verbandkasten nach DIN 13164 ist Pflichtausstattung in Deutschland; für Betriebe gelten ggf. strengere Vorschriften.

6.4 - Bordwände, Verschlüsse, Gepäckklappen, Ladeeinrichtung, Ladungssicherung (Zustandskontrolle)
1) Wo zu finden? 

 

 Bordwände: seitlich und hinten an der Ladefläche oder am Anhänger. 

 Verschlüsse und Klappen: an Bordwänden, Gepäck- oder Staufächern. 

 Ladeeinrichtung: z. B. Kipper, Stapleraufnahmen, Aufbauten. 

 Ladungssicherung: Zurrpunkte, Ösen, Gurte, Netze, Planen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Bordwände ansehen: fest montiert, keine Risse oder Brüche. 

 Verschlüsse und Scharniere: beweglich, schließen fest, kein Rost oder Bruch. 

 Gepäck- und Stauklappen: müssen sich vollständig öffnen und schließen lassen, Verriegelung prüfen. 

 Ladeeinrichtung: Kippvorrichtung oder andere Aufbauten ohne Leckagen und mit fest sitzenden Bolzen. 

 Ladungssicherung: Zurrgurte, Ketten und Netze ohne Risse, Haken und Ösen unbeschädigt; Ladung gegen Verrutschen, Umfallen oder Herabfallen gesichert. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Bordwände beschädigt, lose oder nicht vollständig geschlossen. 

 Defekte oder blockierte Verschlüsse. 

 Rost, verbogene Scharniere oder ausgerissene Halterungen. 

 Beschädigte oder fehlende Zurrmittel (Gurte, Netze). 

 Ladung unzureichend gesichert → Gefahr beim Bremsen oder in Kurven. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Defekte Bordwände, Scharniere oder Verschlüsse sofort reparieren oder ersetzen. 

 Beschädigte Zurrmittel austauschen. 

 Roststellen beseitigen, bewegliche Teile schmieren. 

 Ladung immer nach Vorschrift sichern (Zurrgurte straff anlegen, Netze/Planen fixieren). 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, dass Bordwände, Klappen und Verschlüsse fest, unbeschädigt und verriegelt sind und dass die Ladung mit intakten Sicherungsmitteln so befestigt ist, dass sie nicht verrutschen oder herunterfallen kann.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Bordwände fest, keine Risse oder Brüche 

 [ ] Verschlüsse und Scharniere schließen sicher 

 [ ] Gepäckklappen leichtgängig, verriegelbar 

 [ ] Ladeeinrichtung ohne Defekte oder Leckagen 

 [ ] Zurrpunkte, Gurte, Netze, Ketten intakt 

 [ ] Ladung gesichert gegen Verrutschen und Herabfallen 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Sichere Bordwände, funktionierende Verschlüsse und intakte Sicherungsmittel verhindern Ladungsverlust und erhöhen die Verkehrssicherheit. 

 Empfehlung: Kontrolle vor jeder Beladung und vor Fahrtantritt , besonders bei wechselnder Ladung oder Gelände-/Straßeneinsatz.

6.5 - Sichtprüfung der Anhängekupplung
1) Wo zu finden? 

 

 Bolzenkupplung hinten am Traktor, unterhalb des Kennzeichens oder am Heckrahmen. 

 Besteht aus Maulöffnung , Kupplungsbolzen , Verriegelung und ggf. einem Handhebel zum Öffnen. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? (Sichtprüfung vor Ankuppeln) 

 

 Maulöffnung ansehen: frei von Schmutz, Erde oder Steinen. 

 Bolzen prüfen: darf nicht verbogen, lose oder stark verschlissen sein. 

 Verriegelung ansehen: Mechanik muss leichtgängig und vollständig schließen. 

 Federmechanik bzw. Sicherung kontrollieren → kein Rost, kein Bruch. 

 Halterung/Tragrahmen: darf keine Risse oder lockeren Schrauben haben. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Verschlissener oder verbogener Kupplungsbolzen. 

 Risse oder Ausbrüche an der Kupplungsaufnahme. 

 Verriegelung klemmt oder schließt nicht vollständig. 

 Schmutz oder Fremdkörper verhindern den sicheren Sitz. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Kupplung regelmäßig reinigen und leicht einfetten (nur an dafür vorgesehenen Stellen). 

 Defekte Verriegelung oder Bolzen sofort austauschen lassen. 

 Befestigungsschrauben auf festen Sitz kontrollieren, ggf. nachziehen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe die Bolzenkupplung auf Sauberkeit, festen Sitz des Bolzens und sichere Verriegelung – nur wenn alles unbeschädigt und leichtgängig ist, darf angekuppelt werden.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Kupplungsmaul sauber und frei von Fremdkörpern 

 [ ] Bolzen unbeschädigt, nicht verbogen 

 [ ] Verriegelung funktioniert und schließt vollständig 

 [ ] Federmechanik intakt 

 [ ] Befestigungsschrauben/Rahmen ohne Risse 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Eine intakte Bolzenkupplung verhindert, dass sich der Anhänger während der Fahrt löst. Sie sichert den Betrieb im Straßen- und Feldeinsatz. 

 Empfehlung: Sichtprüfung vor jedem An- und Abkuppeln , gründliche Kontrolle regelmäßig im Rahmen der Wartung.

6.6 - Zustand der Scheiben und Spiegel (Sauberkeit, Beschädigung)
1) Wo zu finden? 

 

 Frontscheibe, Seitenscheiben, Heckscheibe: rund um die Fahrerkabine. 

 Spiegel: Außenspiegel links und rechts, ggf. zusätzliche Weitwinkel- oder Arbeitsspiegel; Innenspiegel (bei Kabinen mit Heckscheibe). 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Fahrzeug sichern (Motor aus, Feststellbremse). 

 Scheiben ansehen: 

 

 Müssen sauber und frei von Schmutz, Staub, Folien oder Aufklebern im Sichtbereich sein. 

 Keine Risse, Sprünge oder große Steinschläge. 

 

 

 Spiegel prüfen: 

 

 Gläser sauber, ohne Risse oder Blindstellen. 

 Spiegelhalterungen fest montiert und richtig eingestellt. 

 

 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Verschmutzte Scheiben oder Spiegel → Sicht stark eingeschränkt. 

 Risse oder Sprünge in Scheiben → Unfallgefahr, Prüfungsmangel. 

 Lose oder falsch eingestellte Spiegel. 

 Beschlagene oder blinde Spiegel → fehlende Sicht nach hinten. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Scheiben und Spiegel regelmäßig reinigen. 

 Kleine Steinschläge sofort sichern oder reparieren lassen. 

 Defekte Spiegel oder Halterungen austauschen. 

 Bei Beschädigungen im Sichtfeld → Austausch der Frontscheibe. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, ob alle Scheiben und Spiegel sauber, frei von Rissen und unbeschädigt sind und die Spiegel fest und richtig eingestellt sitzen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Front-, Seiten- und Heckscheibe sauber, ohne Risse 

 [ ] Außenspiegel links/rechts sauber, unbeschädigt 

 [ ] Spiegel fest montiert und richtig eingestellt 

 [ ] Keine Aufkleber/Folien im Sichtfeld 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Klare Sicht nach vorne, hinten und zur Seite verhindert Unfälle und erhöht die Verkehrssicherheit. 

 Empfehlung: Kontrolle täglich vor Fahrtbeginn und bei Verschmutzung sofort reinigen (z. B. nach Feldarbeiten oder Regenfahrten).

6.7 - Plane / Spriegel (Zustand und Befestigung kontrollieren, prüfen ob frei von Wasser, Schnee und Eis
1) Wo zu finden? 

 

 Plane: Abdeckung der Ladefläche oder des Anhängers, meist aus festem Kunststoff- oder Gewebe-Material. 

 Spriegel: Traggerüst aus Metall oder Holz, das die Plane stützt und in Form hält. 

 

 

 2) Wie kontrollieren? 

 

 Plane ansehen: keine Risse, Löcher oder lose Nähte. 

 Befestigung prüfen: Haken, Ösen, Spanngurte oder Seile fest, nicht beschädigt. 

 Spriegel kontrollieren: keine verbogenen, gebrochenen oder losen Teile. 

 Belastung prüfen: Plane darf nicht durchhängen oder Falten werfen, in denen sich Wasser sammeln kann. 

 Vor Fahrtbeginn: prüfen, dass Plane und Spriegel frei von Wasser, Schnee oder Eis sind – Gefahr durch herabfallende Last vermeiden. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Risse oder Löcher in der Plane → Ladung nicht geschützt. 

 Lose oder defekte Haken, Gurte oder Ösen → Plane flattert oder löst sich. 

 Spriegel verbogen oder gebrochen → Plane hängt durch. 

 Ansammlungen von Wasser, Schnee oder Eis → Gefahr durch plötzliches Abrutschen während der Fahrt. 

 

 

 4) Warten oder reparieren 

 

 Defekte Planen oder Spriegel austauschen oder reparieren. 

 Befestigungen regelmäßig kontrollieren und ggf. nachspannen. 

 Plane regelmäßig reinigen und auf Schäden prüfen. 

 Vor Fahrtantritt stets Wasser, Schnee und Eis entfernen. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich prüfe, ob Plane und Spriegel unbeschädigt, fest gespannt und frei von Wasser, Schnee oder Eis sind und alle Befestigungen sicher sitzen.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Plane ohne Risse oder Löcher 

 [ ] Befestigungen (Haken, Gurte, Ösen) fest 

 [ ] Spriegel unbeschädigt, nicht verbogen 

 [ ] Plane straff, hängt nicht durch 

 [ ] Keine Ansammlungen von Wasser, Schnee oder Eis 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Intakte Plane und Spriegel schützen die Ladung, verhindern Gefahr durch herabfallende Gegenstände oder Wasser-/Eisansammlungen und sichern die Verkehrssicherheit. 

 Empfehlung: Kontrolle vor jeder Fahrt , insbesondere nach Regen, Schneefall oder längeren Standzeiten.

Anlage 2.7 (zu § 4)
Anlage 2.7 (zu § 4) 

 Rahmenplan für den klassenspezifischen Zusatzstoff in der Klasse T (6 Doppelstunden) (Fundstelle: BGBl. I 2012, 1332) 

 1. Verkehrsbeobachtungen und Verkehrsverhalten, Zusammenstellen von Zügen 

 

 Einfahren in Straßen 

 Überqueren von Straßen 

 Abbiegen (auch unter Berücksichtigung ausschwenkender Teile) 

 Beobachtung nach hinten (Spiegel, Teleskopspiegel, toter Winkel) 

 Fahrbahnbenutzung 

 Sonstige Pflichten von Führern langsamer Fahrzeuge bei Kolonnenbildung 

 Zusammenstellen von Zügen 

 Zusammenstellen von Zügen mit unterschiedlichen Bremsanlagen 

 Achsenabhängig (ein- oder mehrachsig) 

 Selbstfahrende Arbeitsmaschine (auch mit Anhänger, Zuggabel, Anhängerkupplung, Stützrad bei Einachsanhängern) 

 Beachtung der fahrzeugbezogenen Vorschriften 

 Zulassungsfreiheit und Zulassungspflicht (auch bei Anhängern); Geschwindigkeitsschilder, Fabrikschild, vorgezogene Untersuchungen 

 Kennzeichnungspflichten 

 Kenntlichmachung von verkehrsgefährdenden Fahrzeug- oder Anbauteilen 

 Überbreite, Überlänge, Zwillingsräder 

 

 2. Technik und Sicherungseinrichtungen 

 

 Bremsen

 

 Betriebsbremse, hydraulische Bremse 

 Druckluftbremse 

 Auflaufbremse und Feststellbremse 

 Einzelradbremsen 

 Unterlegkeile 

 

 

 Lenkung 

 Räder/Bereifung 

 Anbaugeräte und Ladung 

 Be- und Entlastung der Achsen 

 Betriebsgeschwindigkeit 

 Ladung 

 

 3. Fahren mit Zügen, Zusammenstellen von Zügen 

 

 a) Ladungssicherung 

 b) Besonderheiten der Fahrbahnbenutzung

 

 mit bis zu zwei Anhängern 

 bis zu 60 km/h 

 mit Ladung land- und forstwirtschaftlicher Güter 

 

 

 c) Besonderheiten bei der Zusammenstellung von Zügen; Fahren mit Allradantrieb 

 d) Verhalten an Bahnübergängen 

 

 4. Wirkung von Kräften beim Fahren 

 

 a) Kraftschluss, Reibung, Rollwiderstand 

 b) Auswirkungen unterschiedlicher Ladungen 

 c) in Steigungen und Gefällen 

 d) Luftwiderstand, Seitenführungskraft, Fliehkraft 

 e) Kippmomente 

 

 5. Bremsanlagen 

 

 a) Druckluftbeschaffungsanlage 

 b) Kombinierte Druckluft-hydraulische Bremsanlage

 

 Zugfahrzeug hydraulisch 

 Anhänger Druckluft 

 

 

 c) Druckluftbremse, Zweileitungsbremse 

 

 6. Bremsanlagen des Anhängers 

 

 a) Manueller Bremskraftregler 

 b) Automatisch-lastabhängige Bremskraftregelung 

 c) Hilfs- und Feststellbremsanlage 

 d) Beleuchtungseinrichtungen an Anhängern

1. Verkehrsbeobachtungen und Verkehrsverhalten, Zusammenstellen von Zügen
1.

1.1 Einfahren in Straßen
1) Was bedeutet „Einfahren“ nach StVO § 10? 

 

 Du kommst aus einem nicht bevorrechtigten Bereich (z. B. Feld-/Waldweg, Grundstück, Einfahrt, Seitenstreifen, verkehrsberuhigter Bereich) auf eine öffentliche Straße . 

 Wartepflicht gegenüber allen Verkehrsteilnehmenden auf der Straße (auch Radfahrenden, Fußgängern auf Überwegen, E‑Scootern). 

 Besondere Vorsichtspflicht: Einfahren nur so, dass jede Gefährdung ausgeschlossen ist; notfalls Einweiser einsetzen. 

 

 

 2) Schritt-für-Schritt: Sicher einfahren mit Traktor 

 

 Vorbereiten: Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit , passenden Gang wählen; Anbaugeräte in Transportstellung , nichts darf die Sicht verdecken. 

 Sicht herstellen: ggf. bis zur Haltlinie/​Sichtlinie vorrollen und anhalten ; Kabinenpfosten/Frontlader beachten; Scheiben/Spiegel/​Kameras sauber. 

 Rückschaufolge: Innen- und Außenspiegel → Schulterblick links/rechts → Blick auf querende Rad-/Fußwege. 

 Blinken rechtzeitig setzen; Einordnen an die Fahrbahnkante der Zielrichtung. 

 Lücke abwarten: Erst einfahren, wenn du ohne Bremsen anderer sicher beschleunigen kannst. 

 Einrollen: ruhig, mit geringem Lenkwinkel einfahren; bei Gespann Ausscheren/​Nachlauf beachten, ausreichend weit ausholen. 

 Abbruch bei Unsicherheit: lieber anhalten/neu ansetzen; unübersichtlich? Einweisen lassen . 

 Nach dem Einfahren: Blinker prüfen, Fahrt aufnehmen, Verkehr nochmals checken. 

 

 

 3) Typische Fehler/Mängel 

 

 Wartepflicht missachtet („ich habe doch geblinkt“ → trotzdem wartepflichtig!). 

 Schulterblick vergessen → Radfahrende/E‑Scooter auf Schutz-/Radfahrstreifen übersehen. 

 Zu hohe Einfahrgeschwindigkeit oder zu spätes Blinken. 

 Frontlader/Anbaugerät verdeckt Sicht → Transportstellung falsch. 

 Zu enges Einschlagen → Anhänger schneidet, Hinterrad fährt über Bordstein/​Gehweg. 

 Straßenverschmutzung vom Feld nicht beachtet → Rutschgefahr, ggf. Sicherungs- und Reinigungspflicht. 

 

 

 4) Vorbereitung/Check vor dem Manöver 

 

 Spiegel/​Sitz/​Lenkrad korrekt eingestellt; Sicht nach vorn/​seitlich frei. 

 Beleuchtung/​Blinker funktionstüchtig (besonders bei breiten Anbaugeräten). 

 Anbaugeräte/​Ladung gesichert; Fahrzeugbreite/Länge kennen. 

 Kommunikation klären: Einweiser mit eindeutigen Zeichen/​Funk, wenn unübersichtlich. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich rolle in Schrittgeschwindigkeit an die Sichtlinie, sichere Spiegel–Schulterblick–Blinken, warte eine sichere Lücke ab und fahre so in die Straße ein, dass niemand bremsen oder ausweichen muss.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Schrittgeschwindigkeit, Gang gewählt 

 [ ] Sicht frei (Scheiben/Spiegel/Kameras), Frontlader in Transportstellung 

 [ ] Spiegel → Schulterblick → Blinken 

 [ ] Lücke groß genug, niemand gefährdet 

 [ ] Gespannlauf beachten (Ausscheren/Nachlauf) 

 [ ] Einweiser bei Bedarf eingesetzt 

 

 

 Medienideen für den Unterricht 

 

 Dashcam-/Drohnenclip : Einfahren aus Feldweg auf Landstraße – Perspektive Kabine und Vogelperspektive im Split‑Screen. 

 360°‑Foto/Video aus der Traktorkabine: Blickfeld, Kabinenpfosten, Frontlader – interaktiv die „toten Winkel“ markieren. 

 Animierte Skizze (PowerPoint/Keynote): Laufwege von Traktor + Anhänger (Ausscheren/​Nachlauf) beim Einfahren. 

 Simulator (falls vorhanden) oder Mini‑Modelle auf Magnettafel: Lückenwahl üben. 

 Arbeitsblatt/QR : StVO‑Merker „§ 10 Einfahren/Anfahren“ + Checkliste als PDF in BookStack. 

 

 Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz) 

 

 Standbildanalyse mit 360°‑Foto: „Freeze – darf ich jetzt einfahren? Warum/warum nicht?“ → Think‑Pair‑Share , dann Plenum. 

 Kartenabfrage (Grün/Rot): „Gefährdung ausgeschlossen?“ – schnelle Entscheidungstraining. 

 Parcours mit Pylonen: Schrittgeschwindigkeit + Anfahrpunkt + Ausscheren mit Anhänger; Beobachtungsbogen für Mitschüler. 

 Einweiser‑Rollenwechsel : klare Handzeichen/​Funk protokollieren, Feedbackrunde. 

 Fehlerdiagnose‑Clips : kurze Videos mit 1–2 eingebauten Fehlern → Lernteams markieren Fehler und Korrektur. 

 

 Nutzen & Prüfungsbezug 

 Nutzen: Sicheres Einfahren verhindert Unfälle an unübersichtlichen Hof‑ und Feldzufahrten; schützt besonders schwächere Verkehrsteilnehmende. 

 Prüfungsbezug: In der praktischen Prüfung (Klasse T/L) wird korrektes Einfahren inkl. Blicktechnik, Blinken, Lückenwahl und Fahrzeugbeherrschung (Gespann!) beobachtet. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Wann hast du beim Einfahren Vorfahrt – und wann nie ? 

 Warum ist beim Gespann das Ausscheren/Nachlaufen so wichtig? 

 Welche Zeichen sprichst du mit einem Einweiser ab?

1.2 Überqueren von Straßen
1) Was heißt „Überqueren“ in diesem Kontext? 

 

 Du kommst z. B. vom Feld-/Waldweg oder Hofeinfahrt, querst die Fahrbahn und fährst gegenüber wieder in einen Weg/auf ein Grundstück ein. 

 Beim Einfahren auf die Straße gilt: Wartepflicht gegenüber allen auf der Straße (auch Rad-/E‑Scooter-/Fußverkehr auf begleitenden Wegen). 

 Überqueren ist oft ein durchgehender Zug : Einfahren → Queren → Verlassen der Straße; nur beginnen, wenn du den gesamten Vorgang ohne Zwangsbremsungen anderer abschließen kannst. 

 

 

 2) Schritt-für-Schritt: Sicher queren 

 

 Vorbereiten: Schrittgeschwindigkeit; passenden Gang wählen; Frontlader/Anbaugeräte in Transportstellung ; Breite/Länge kennen. 

 Sichtlinie anfahren: Bis an die Halt-/Sichtlinie vorrollen, ggf. anhalten ; Scheiben/Spiegel/Kameras sauber. 

 Rundumblick: Spiegel → Schulterblick links/rechts; gesondert auf Rad-/Gehweg achten; Querung erst planen, wenn beide Richtungen frei sind. 

 Blinken/Zeichen: Wenn du auf der Straße noch abbiegen musst (z. B. leichtes Links/​Rechts zum gegenüberliegenden Tor), rechtzeitig blinken ; sonst kein irreführendes Signal geben. 

 Lücke berechnen: Abstand so wählen, dass du komplett queren kannst (Traktor + evtl. Anhänger). Merksatz: „ Lücke reicht, wenn niemand hinter mir bremsen muss. “ 

 Zügig und gerade queren: In einem Zug, möglichst senkrecht (≈90°) ; Bordsteinkanten/Bankette mit geringem Lenkwinkel und konstanter, ruhiger Gasannahme überfahren. 

 Abbruchregel: Wenn unsicher → anhalten , zurück an die Sichtlinie, neu ansetzen; bei sehr schlechter Sicht Einweiser einsetzen. 

 Nach dem Queren: Blinker aus, Umgebung checken; prüfen, ob Reifen/Mudguards keine Verschmutzung auf die Fahrbahn eintragen. 

 

 

 3) Besondere Gefahrenpunkte 

 

 Mehrspurige oder breite Straßen: Querung nur, wenn alle Spuren frei sind; in der Mitte nicht stehen bleiben, wenn dort kein Sicherungsraum vorhanden ist. 

 Rad-/Gehwege parallel zur Fahrbahn: Erst diese Wege freigeben, dann Fahrbahn; Blickfolge: rechts → links → rechts → nochmals rechts . 

 Kuppen/Kurven/Schatten: Anfahrtsweg so wählen, dass dich der Querverkehr früh erkennt; ggf. Licht einschalten (auch am Tag). 

 Gespannlauf: Ausscheren/Nachlauf beachten, Toreinfahrten nicht „schneiden“ → ausreichend ausholen. 

 Schlechte Haftung/Bankett: Keine Gewalt am Lenkrad; gleichmäßig ziehen, kein Durchdrehen . 

 

 

 4) Typische Fehler/Mängel 

 

 Zu frühes Losfahren – Lücke reicht nicht für die gesamte Fahrzeuglänge/-kombination. 

 Schulterblick vergessen → Radverkehr übersehen. 

 Frontlader verdeckt Sichtlinie; Anbaugerät nicht in Transportstellung. 

 Schräges Queren → Anhänger schneidet Bordstein/Gehweg. 

 Fahrbahn verschmutzt (Erde/Lehm) und nicht gesichert/gesäubert → Rutschgefahr. 

 

 

 5) Technik-/Vorbereitungscheck 

 

 Spiegel/Kameras justiert, Scheiben sauber; Sitz/Lenkrad passend. 

 Beleuchtung/Blinker funktionieren; Breite/Markierungen (z. B. Warntafeln) korrekt. 

 Anbaugeräte gesichert, keine überstehenden Teile; Länge/Gespannwinkel klar. 

 Einweiser/Kommunikation geklärt (Handzeichen oder Funk). 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich fahre an die Sichtlinie vor, sichere Spiegel–Schulterblick–Umfeld, warte eine Lücke, die fürs komplette Queren reicht, und quere die Straße zügig im 90°‑Winkel ohne andere zu behindern oder zu gefährden.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Schrittgeschwindigkeit, Gang gewählt 

 [ ] Sicht frei: Fahrbahn + Rad-/Gehwege 

 [ ] Blinken nur, wenn Richtungsänderung nötig 

 [ ] Lücke groß genug für Traktor (+ Anhänger) 

 [ ] Gerade, zügig queren; kein Stopp auf der Fahrbahn 

 [ ] Fahrbahnverschmutzung vermieden/gesichert 

 

 

 Merker & Eselsbrücken 

 

 „Vier‑Blick‑Check“: rechts – links – vorne – rechts. 

 „3×F“: Frei sehen – Freigeben – Fix rüber. 

 „Lang planen, kurz handeln“: Lücke großzügig, Querweg kurz. 

 

 Medienideen für den Unterricht 

 

 360°‑Standbild an typischer Feldzufahrt: Toter‑Winkel‑Markierung per Beamer. 

 Split‑Screen‑Video (Kabine + Drohne): korrektes vs. fehlerhaftes Queren, Zeitlücke in Sekunden einblenden. 

 Animierte Folie : Querverkehr, Radwegführung, Ausscheren/Nachlauf eines Anhängers. 

 Modell-Parcours auf Magnettafel oder Mini‑Kegel: Lückenwahl und 90°‑Querung üben. 

 Arbeitsblatt/QR : Checkliste + StVO‑Kurzmerker (§10/§9/§8) als PDF in BookStack. 

 

 Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz) 

 

 Think–Pair–Share mit Timer: „Reicht diese Lücke?“ Clip stoppen, erst schätzen, dann diskutieren, dann Auflösung. 

 Einweiser‑Drill : Lernende geben/empfangen Handzeichen, kurze Rotationsrollen, Feedback nach Schema „WWW/EBI“. 

 Fehlerdetektiv : Video mit 2 eingebauten Fehlern (z. B. falscher Winkel + vergessener Schulterblick) → Teams markieren, begründen, korrigieren. 

 Parcours Live (Hof): 90°‑Querung zwischen zwei „Fahrbahn“-Bändern, Beobachtungsbogen (Blickfolge, Lücke, Linie). 

 

 Nutzen & Prüfungsbezug 

 Nutzen: Sicheres Queren schützt besonders gefährdete Verkehrsteilnehmende und verhindert Kollisionen in unübersichtlichen Bereichen. 

 Prüfungsbezug: In der Klasse T/L wird Blicktechnik, Lückenwahl, Fahrzeugführung (insb. mit Anhänger) und die Beachtung von § 10 überprüft. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Lücke brauchst du, wenn du mit Traktor und Anhänger querst? Erkläre deine Rechnung. 

 Wann setzt du den Blinker beim Queren – und wann lässt du ihn weg? 

 Wie sicherst du Rad- und Gehwege vor dem Einfahren?

1.3 Abbiegen (auch unter Berücksichtigung ausschwenkender Teile)
1) Was ist beim Abbiegen besonders? 

 

 Ausschwenkende Teile : Frontlader, Mähwerk, Spritzgestänge, Ballenpresse, Überstände. Beim Lenken schwenken sie nach außen/innen – Gefahr für Fuß- und Radverkehr, parkende Fahrzeuge, Pfosten. 

 Schleppkurve/Nachlauf : Anhänger/Anbaugerät schneiden die Kurve innen ; Heck des Traktors/Anbaugerät kann beim Gegenschwenk außen ausscheren. 

 Vorrang beachten: Beim Abbiegen haben querende Fußgänger und Radfahrende Vorrang (§ 9 Abs. 3). Rechtsabbieger mit Kfz > 3,5 t innerorts: Schrittgeschwindigkeit und besondere Vorsicht. 

 

 

 2) Schritt-für-Schritt: Richtig abbiegen 

 

 Vorbereiten : Geschwindigkeit früh reduzieren, passenden Gang wählen; Anbaugeräte in Transportstellung und verriegelt; Spiegel/Kameras einstellen. 

 Einordnen :

 

 Rechtsabbiegen: so weit rechts wie sicher möglich einordnen, Radfahrende neben dir im Blick behalten (kein „Einscheren“ vor sie). 

 Linksabbiegen: zur Fahrbahnmitte, ggf. Linksabbiegestreifen nutzen; Gegenverkehr beachten. 

 

 

 Blinken : rechtzeitig und deutlich (Faustregel: mind. 3 Sekunden vorher; innerorts ≈ 30 m, außerorts früher). Bremslicht frühzeitig. 

 Blickfolge : Spiegel innen → außen → Schulterblick in Abbiegerichtung; bei Rechtsabbiegen zusätzlich Blick auf Rad-/Gehweg direkt neben dem Fahrzeug. 

 Abbiegen :

 

 Rechts : Innerorts mit Kfz > 3,5 t in Schrittgeschwindigkeit . So weit wie nötig ausholen , aber im eigenen Fahrstreifen bleiben; keine Gefährdung des Gegen-/Nachfolgenden Verkehrs. 

 Links : Gegenverkehr durchlassen; große Kurve fahren, damit Anhänger/Anbaugerät nicht den Bordstein/gegenüberliegenden Fahrstreifen schneidet. 

 

 

 Ausschwenken sichern : Seitenabstand zu stehenden Fahrzeugen, Pfosten, Mauern einplanen; bei Zweifel anhalten und ggf. Einweiser einsetzen. 

 Abschluss : Blinker selbsttätig aus? – prüfen. Spiegelkontrolle, Fahrtfluss aufnehmen. 

 

 

 3) Besondere Gefahrenpunkte 

 

 Radfahrstreifen/Schutzstreifen/Seitenraum rechts neben dir: Vor dem Abbiegen stehen bleiben , wenn dort Verkehr ist; Vorrang gewähren. 

 Engstellen/Bordsteine/Poller : Außen ausschwenkende Teile können streifen; Innen schneidet der Anhänger → Kurvenradius größer wählen . 

 Sichtbehinderungen durch Frontlader/Kabinenpfosten: bei Bedarf vorziehen, neu ansetzen, Einweiser nutzen. 

 Nasse/lose Fahrbahn : gleichmäßig lenken, kein hektisches Gas/Bremse – sonst schiebt das Gespann über die Vorderräder. 

 

 

 4) Typische Fehler/Mängel 

 

 Schulterblick vergessen → Radfahrende/zu Fuß Gehende übersehen. 

 Zu eng abgebogen → Anhänger schneidet Gehweg/Gegenfahrbahn. 

 Ausschwenkende Teile nicht bedacht → Kontakt mit Pfosten/parkenden Autos. 

 Falsches Einordnen (zu mittig/zu weit links beim Rechtsabbiegen) → Radfahrende ziehen rechts vorbei. 

 Blinken zu spät/gar nicht → Missverständnisse. 

 Keine Schrittgeschwindigkeit beim innerörtlichen Rechtsabbiegen mit > 3,5 t. 

 

 

 5) Technik-/Vorbereitungscheck 

 

 Breite/Länge/Überstand bekannt; Anbaugeräte verriegelt , Schwenkbereich frei. 

 Spiegel/Kameras/Abbiegeassistent (falls vorhanden) funktionsfähig und sauber. 

 Beleuchtung/Blinker ok; ggf. Warntafeln/Begrenzungsleuchten sichtbar. 

 Kommunikation mit Einweiser geklärt (Handzeichen/Funk). 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich ordne mich korrekt ein, blinke rechtzeitig, sichere Spiegel–Schulterblick, fahre die Kurve groß genug für Nachlauf und Ausschwenken und biege – innerorts mit > 3,5 t rechts in Schrittgeschwindigkeit – ab, ohne jemanden zu gefährden.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Anbaugerät verriegelt, Schwenkbereich frei 

 [ ] Einordnen richtig (rechts/links), Blinker rechtzeitig 

 [ ] Spiegelfolge + Schulterblick 

 [ ] Schrittgeschwindigkeit beim innerörtlichen Rechtsabbiegen (> 3,5 t) 

 [ ] Genügend Kurvenradius (Nachlauf/Ausschwenken) 

 [ ] Blinker aus, Fahrt aufnehmen 

 

 

 Merker & Eselsbrücken 

 

 „B-B-B-S“: Blinken – Bremsen – Blick – Biegen – Schulterblick direkt vor dem Einlenken. 

 „Groß rein, sauber raus“: Vorne weit ausholen, damit hinten nichts schneidet. 

 „Schwenk denkt“: Alles, was übersteht, schwenkt – Platz lassen! 

 

 Medienideen für den Unterricht 

 

 Split‑Screen‑Video (Kabine + Außenkamera/Drohne): Ausschwenken/Nachlauf sichtbar machen, Maßbänder/Abstände einblenden. 

 360°‑Foto an einer Kreuzung: Toter‑Winkel‑Zonen markieren, Radwegführung einzeichnen. 

 Animierte Folie (PowerPoint/Keynote): Schleppkurve von Traktor + Anhänger, Vergleich enger vs. großer Radius. 

 Magnettafel/Modellparcours : Kegel als Laternen/Poller – „ohne Berührung abbiegen“ üben. 

 Kurz‑Merkblatt/QR : § 9 Kernpunkte + Schrittgeschwindigkeit‑Hinweis für > 3,5 t. 

 

 Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz) 

 

 Fehlerdetektiv : Video mit 2–3 eingebauten Fehlern (zu eng, fehlender Schulterblick, kein Schritt‑Tempo) → Teams markieren und korrigieren. 

 Einweiser‑Rollenübung : Abbiegen in enger Hofeinfahrt mit Einweiser; klare Handzeichen trainieren. 

 Parcours „Schwenk‑Check“ : Stäbe/Pylonen auf Außen- und Innenseite – Lernende wählen passenden Radius und dokumentieren Abstände. 

 Think–Pair–Share : „Darf ich beim Rechtsabbiegen leicht ausholen?“ – Bedingungen sammeln, Regel ableiten. 

 

 Nutzen & Prüfungsbezug 

 Nutzen: Richtiges Abbiegen verhindert Unfälle mit schwächeren Verkehrsteilnehmenden und Sachschäden durch ausschwenkende Teile. 

 Prüfungsbezug: Geprüft werden u. a. Einordnen, Zeichengebung, Blicktechnik, Geschwindigkeit (rechts innerorts ggf. Schrittgeschwindigkeit), Kurvenradius und Fahrzeugbeherrschung mit Anbaugerät/Gespann. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum brauchst du beim Gespann einen größeren Kurvenradius ? 

 Wann ist beim innerörtlichen Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben? 

 Wie gehst du vor, wenn ein Anbaugerät beim Abbiegen den Gehweg gefährlich nahe kommt? 

 

  

1.4 Beobachtung nach hinten (Spiegel, Teleskopspiegel, toter Winkel)
1) Warum ist die Rückraumbeobachtung so wichtig? 

 

 Gefährdete rechts neben dir (Rad-/E‑Scooter-/Fußverkehr) sind leicht im toten Winkel. 

 Gespanne erzeugen zusätzliche tote Bereiche hinter/innen. 

 StVO: Vor jedem Richtungswechsel/Abbiegen musst du dich so verhalten, dass keine Gefährdung entsteht; bei Kfz > 3,5 t innerorts beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit und besondere Vorsicht. 

 

 

 2) Spiegelarten am Traktor (Beispiele) 

 

 Hauptspiegel (plan/leicht gewölbt): weiter Blick nach hinten, Abstand gut einschätzbar. 

 Weitwinkel-/Rampenspiegel (stärker gewölbt): große Fläche, aber verzerrt; ideal für den Nahbereich neben/hinter dem Fahrzeug. 

 Teleskopspiegel (ausziehbare Spiegelarme): für breite Anbaugeräte /Ballentransport – Spiegel nach außen ziehen, um die gesamte Fahrzeugbreite abzudecken. 

 Kamera-/Monitor‑Systeme (falls vorhanden): zusätzliche Sichtfelder; nur als Unterstützung , niemals Ersatz für Blick und Spiegel. 

 

 

 3) Spiegel richtig einstellen – in 90 Sekunden 

 

 Sitz & Haltung fixieren: Rücken am Sitz, beide Hände an einstellbarer Position, Gurte ggf. angelegt. 

 Hauptspiegel links/rechts:

 

 Eigene Fahrzeugkante/Heck schmal im inneren Spiegelrand sichtbar (ca. 1–2 cm). 

 Horizont etwa Mitte des Spiegels. 

 Rechter Fahrbahnrand im äußeren Drittel des rechten Spiegels. 

 

 

 Weitwinkel-/Rampenspiegel :

 

 So einstellen, dass du den Nahbereich neben Hinterrad/Anbaugerät siehst. 

 Überlappung mit Hauptspiegel – keine Lücke dazwischen. 

 

 

 Teleskopspiegel ausziehen :

 

 Spiegelarme so weit herausziehen , dass die äußerste Breite (z. B. Spritzgestänge/Frontlader) im Spiegel erfasst wird. 

 Arretierung verriegelt ? – prüfen (Vibration!). 

 

 

 Kontrollblick : kurze Probefahrt, Spiegelbild prüfen – sind Radweg, Hinterrad, Anhänger‑Ecken und Außenkante der Anbaugeräte sichtbar? 

 

 

 4) Blickfolge & Häufigkeit 

 

 Grundtakt : alle 5–10 Sekunden Spiegelcheck (Innen → rechts → links), plus Schulterblick vor jedem Seitenwechsel/Abbiegen. 

 Vor Abbiegen rechts : Innen → rechts (Haupt + Weitwinkel) → Monitor (falls da) → Schulterblick → ggf. anhalten und Rad-/Gehweg freigeben. 

 Mit Anhänger : zusätzlich die innen schneidende Anhängerseite beobachten; bei langen Zügen frühzeitig vor dem Einlenken schauen. 

 

 

 5) Typische tote Winkel am Traktor 

 

 Rechts neben der Kabine im Bereich Trittstufen/Hinterrad (kritisch für Radfahrende!). 

 Direkt hinter dem Anbaugerät/Anhänger – besonders hoch aufragende Geräte verdecken die Sicht. 

 Nahe Frontbereich bei Frontlader/A‑Säule: Querblick eingeschränkt. 

 Innenseite in Kurven : Anhänger schneidet – Personen/Gegenstände innen können verdeckt sein. 

 

 

 6) Praxis: Sicher fahren mit breiten/auskragenden Teilen 

 

 Vor Fahrtbeginn : Spiegel sauber? Heizung/Entfrostung ok? Kameralinsen sauber? 

 Breite prüfen : Wenn Anbaugerät breiter als der Traktor ist → Teleskopspiegel raus, beide Außenkanten müssen im Spiegel abgedeckt sein. 

 Abbiegen/Einordnen : Schrittgeschwindigkeit rechts innerorts bei >3,5 t; Blickfolge strikt, ggf. Einweiser nutzen. 

 Rückwärts/Rangieren : Wenn unsicher → anhalten , absteigen, Absichern , Einweiser/Kamera einsetzen. 

 

 

 7) Häufige Fehler 

 

 Spiegel zu weit nach innen → Lücke zum Weitwinkel, toter Streifen rechts. 

 Teleskopspiegel nicht ausgezogen/verriegelt → Außenkante der Geräte nicht sichtbar. 

 Nur auf Monitor schauen → reale Schulterblicke fehlen. 

 Keine Schrittgeschwindigkeit beim innerörtlichen Rechtsabbiegen mit >3,5 t. 

 

 

 Prüfungskern – in einem Satz 

 „Ich stelle Haupt‑, Weitwinkel‑ und Teleskopspiegel so ein, dass es keine Lücken gibt, kontrolliere den Rückraum alle 5–10 Sekunden , sichere vor jedem Abbiegen mit Spiegeln, ggf. Monitor und Schulterblick – bei Unsicherheit halte ich an und nutze einen Einweiser.“ 

 

 Optional: Kurz-Checkliste zum Abhaken 

 

 [ ] Sitz passt, Spiegel sauber/Heizung ok 

 [ ] Hauptspiegel: Fahrzeugkante schmal sichtbar, Horizont mittig 

 [ ] Weitwinkel: Nahbereich ohne Lücke 

 [ ] Teleskopspiegel: auf Gerätebreite ausgezogen und verriegelt 

 [ ] Blickfolge geübt: Innen → rechts → links → Schulterblick 

 [ ] Anhalten/Einweiser bei Unsicherheit 

 

 

 Medienideen für den Unterricht 

 

 360°‑Foto/VR aus der Kabine: tote Winkel markieren, „sichtbar/unsichtbar“-Zonen farbig einblenden. 

 Laser/Chalk‑Demo auf dem Hof: Traktor abstellen, mit Kegeln den toten Winkel rechts/ hinten abstecken, Foto für Handout. 

 Split‑Screen‑Video (Kabine + Außenkamera): Blickfolge beim Rechtsabbiegen, Anzeige „Blickzeitpunkte“ in Sekunden. 

 Poster „Spiegeleinstellung in 4 Schritten“ + QR‑Link zu kurzem Reel. 

 

 Aktivierende Unterrichtsmethoden (Notiz) 

 

 „Blind‑Spot‑Walk“ : Lernende platzieren Pylonen dort, wo sie im Spiegel nicht sichtbar sind; danach Spiegel nachjustieren – Vorher/Nachher vergleichen. 

 Teleskop‑Quick‑Drill : Zeitgestoppte Übung „Spiegel ausziehen, einstellen, verriegeln“; Partner prüft Sicht auf Außenkante. 

 Think–Pair–Share : „Wann verlasse ich mich auf den Monitor – und wann steige ich ab?“ 

 Einweiser‑Rollenwechsel : Standard‑Handzeichen üben, kurze Parcoursfahrt mit Feedbackbogen (Sicht, Tempo, Kommunikation). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Bereiche siehst du trotz Spiegeln nicht – und wie sicherst du sie ab? 

 Wie stellst du die Spiegel ein, wenn dein Anbaugerät breiter ist als der Traktor? 

 Wie oft schaust du wohin, bevor du rechts abbiegst ? 

 

  

1.5 Fahrbahnbenutzung
1) Grundregeln auf einen Blick 

 

 Rechtsfahrgebot: Möglichst weit rechts fahren, aber mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu Rand, parkenden Fahrzeugen und Gräben. 

 Fahrbahn statt Randbereiche: Du fährst auf der Fahrbahn , nicht auf Geh- oder Radwegen, Seiten- oder Standstreifen. 

 Spur halten: Mittig in deiner Spur fahren. Ausschwenkende Teile und Schleppkurve dürfen keine Nebenstreifen/Spuren gefährden. 

 Geschwindigkeit anpassen: So langsam, dass du Engstellen, Kuppen und Kurven sicher beherrschst. 

 

 2) Mehrspurige Straßen – welche Spur? 

 

 Rechte Spur nutzen: Linke(n) Spur(en) nur zum Überholen oder wenn die rechte blockiert ist. 

 Spurwechsel: Nur mit Rückraum–Blickfolge (Innen → rechts → links → Schulterblick), Blinken und ausreichender Lücke. 

 Reißverschluss: Bis zur Verengung vorfahren und wechselseitig einfädeln. 

 Sonderfahrstreifen (Bus/Taxi/Rad): Tabu, außer Zusatzzeichen erlaubt land-/forstwirtschaftlichen Verkehr ausdrücklich. 

 

 3) Radwege, Schutzstreifen, Seitenstreifen, Bankett 

 

 Radfahrstreifen (durchgezogene Linie, Fahrradsymbol): Nicht befahren. 

 Schutzstreifen (gestrichelte Linie, Fahrradsymbol): Nur kurzzeitig und nur ohne Gefährdung/Behinderung befahren; mit breiten Geräten möglichst vermeiden. 

 Seitenstreifen/Bankett: Nicht zum Fahren bestimmt; nur im Notfall/Halt oder wenn ausdrücklich freigegeben. 

 Gehwege: Nicht befahren (außer freigegeben – dann Schrittgeschwindigkeit). 

 

 4) Enge Landstraßen und Begegnung 

 

 Früh planen: Engstellen, Brückenbreiten, parkende Fahrzeuge, Gegenverkehr einschätzen. 

 Begegnung: Tempo reduzieren, weit rechts fahren, ggf. vor Engstelle warten/ausweichen – nicht „halb aufs Bankett“ drücken. 

 Ausladung beachten: Seitliche Sicherheitsräume für Anbaugeräte einkalkulieren; bei Unsicherheit anhalten, Einweiser nutzen. 

 

 5) Autobahn/Kraftfahrstraße (StVO § 18) 

 

 Zulässig nur, wenn deine bbH ≥ 60 km/h ist; sonst verboten . 

 Standstreifen: Kein Fahrstreifen; nur bei Panne/Notfall oder wenn per Zeichen freigegeben. 

 Rettungsgasse: Bei Stau sofort bilden (linke Spur ganz links, alle anderen nach rechts). 

 

 6) Besondere Situationen mit Anbaugeräten/Gespann 

 

 Breite prüfen: Teleskopspiegel herausziehen und verriegeln; gesamte Fahrzeug-/Gerätebreite muss abgedeckt sein. 

 Spurtreue: Schleppkurve schneidet innen, Ausschwenken außen – Radien bewusst wählen. 

 Bauliche Trennungen/Sperrflächen: Nicht überfahren. Wenn’s nicht passt: stoppen, sichern, ggf. andere Route. 

 

 7) Typische Fehler (und Vermeidung) 

 

 Zu weit links fahren → Rechtsfahrgebot konsequent beachten, Abstände sauber wählen. 

 Schutzstreifen dauerhaft mitnutzen → nur kurzzeitig und nur ohne Gefährdung. 

 Seiten-/Standstreifen als „Ausweichspur“ → verboten; nur freigegeben/Notfall. 

 Linke Spur „mitrollen“ ohne zu überholen → zurück auf die rechte Spur. 

 

 

 Prüfungskern 

 

 Einordnen: Rechte Spur, Fahrbahnmitte der eigenen Spur halten; Sonderstreifen meiden. 

 Spurwechsel: Rückraumkontrolle komplett + Blinken + Lücke; Reißverschluss korrekt. 

 Randbereiche: Geh-/Radwege, Seiten-/Standstreifen nicht befahren. 

 § 18: Autobahn/Kraftfahrstraße nur mit bbH mehr als 60 km/h. 

 

 

 Praxis-Drill „Fahrbahnbenutzung“ in 90–120 s 

 

 Streckenabschnitt mit Schutzstreifen/Engstelle wählen, Tempo anpassen. 

 Rückraum prüfen, Spiegelbild stabil, Teleskopspiegel auf Breite verriegelt. 

 Fahrlinie so legen, dass Schutzstreifen frei bleibt; bei Begegnung ggf. vor der Engstelle warten. 

 Bei Spurwechsel: Blickfolge komplett → Blinken → Wechsel → Blinken aus. 

 

 

 [ ] Rechte Spur genutzt, Randbereiche frei 

 [ ] Schutzstreifen nicht dauerhaft befahren 

 [ ] Reißverschluss korrekt 

 [ ] § 18-Regel sicher abrufbar (> 60 km/h bbH) 

 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 Nutzen: Sichere und regelkonforme Fahrlinie, Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmender, weniger Sachschäden durch Ausschwenken/Schleppkurve. 

 Kontrollintervall: Vor jeder Fahrt Spiegel-/Breitencheck; bei Routen mit Engstellen wöchentlich Streckenplanung prüfen (Baustellen/Sperrungen); Autobahn/Kraftfahrstraße nur nach bbH‑Check. 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Darfst du mit dem Traktor den Schutzstreifen längere Zeit mitbenutzen? Begründe. 

 Wann darfst du die linke Spur benutzen?

1.6 Sonstige Pflichten von Führern langsamer Fahrzeuge bei Kolonnenbildung
1) Was bedeutet Kolonnenbildung? 

 Mehrere Fahrzeuge reihen sich hinter dir ein, weil du deutlich langsamer fährst (z. B. Traktor mit Anbaugerät, Erntezug). Der nachfolgende Verkehr möchte überholen, findet aber nicht genug sichere Gelegenheiten. 

 2) Deine Pflichten im Überblick (Muss) 

 

 Rücksichtspflicht (§ 1): Du darfst andere nicht unnötig behindern. Fahre so zügig, wie es sicher und mit deinem Fahrzeug/Anbaugerät zulässig ist. 

 Konstantes Tempo: Halte eine gleichmäßige Geschwindigkeit; kein „Stop‑and‑Go“. Das erleichtert saubere Überholvorgänge. 

 Weit rechts fahren: Fahre möglichst rechts in deiner Spur – ohne auf Schutzstreifen, Radwege oder das Bankett auszuweichen. 

 Beim Überholtwerden: Nicht beschleunigen (§ 5 Abs. 6). Bei Bedarf leicht vom Gas gehen, um das Überholen zu erleichtern . 

 Abstände in der Kolonne: Außerorts so viel Abstand zum Vordermann lassen, dass ein Überholer dazwischen einscheren kann (§ 4 Abs. 2). 

 Früh und klar anzeigen: Abbiegen, Anhalten oder Ausweichen frühzeitig blinken, Rückraum mehrfach kontrollieren (Spiegel‑Blickfolge). 

 

 3) „Gute Praxis“: Kolonne kontrolliert auflösen (Soll) 

 Wenn die Schlange lang wird, nutze geeignete Stellen , um den Verkehr vorbeizulassen: 

 

 Wo? Ausweichbuchten, Park-/Haltebuchten, Feld-/Wirtschaftswege, breite Einfahrten, Hofzufahrten – mit guter Sicht und fester Oberfläche. 

 Wo nicht ? Busbuchten, Rad-/Schutzstreifen, Seiten-/Standstreifen, unübersichtliche Kurven/Kuppen, schmale Brücken. 

 Wie? Rückraum prüfen → rechts blinken → Geschwindigkeit sanft reduzieren → weit rechts anhalten → Kolonne passieren lassen → Rückraum prüfen → blinken → sauber wieder einfädeln. 

 Warnblinker: Nur nutzen, wenn du unerwartet stark verzögern musst oder ein Stauende entsteht (Gefahrzeichenfunktion). 

 

 4) Planung hilft Kolonnen vermeiden 

 

 Route/Zeit wählen: Wenn möglich, Nebenstrecken und verkehrsarme Zeiten (z. B. außerhalb des Berufsverkehrs) nutzen. 

 Fahrzeugcheck: Spiegel/Teleskopspiegel so einstellen, dass die gesamte Breite abgedeckt ist; Ladung/Anbaugerät sichern. 

 Kommunikation: Keine „Winkzeichen“ zum Überholen geben – das kann missverstanden werden. Du zeigst nur deine Absicht an (Blinker). 

 Rundumkennleuchte (gelb): Nur einsetzen, wenn dafür ausgerüstet und eine besondere Gefährdung (z. B. außergewöhnliche Breite/Arbeitsfahrt) vorliegt – nicht als „Bitte überholen“. 

 

 5) Typische Fehler – und die Lösung 

 

 Zu langsames Rollen ohne Grund: § 3 Abs. 2 beachten – zügig, aber sicher fahren. 

 Auf den Seitenstreifen/Radweg ausweichen: verboten bzw. gefährlich → auf der Fahrbahn bleiben, nur an geeigneten Stellen kurz zum Vorbeilassen anhalten. 

 Beschleunigen beim Überholtwerden: Verboten → Geschwindigkeit halten oder leicht reduzieren. 

 In unübersichtlicher Stelle anhalten: Gefahr von Auffahrern → nur an übersichtlichen, sicheren Stellen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich halte ein gleichmäßiges, angemessenes Tempo, fahre rechts, beschleunige beim Überholtwerden nicht und lasse die Kolonne an geeigneter Stelle kontrolliert vorbeiziehen – ohne verbotene Randflächen zu benutzen.“ 

 

 Praxis‑Drill „Kolonne lösen“ (60–90 s) 

 

 Gerade mit guter Sicht wählen, Ausweichmöglichkeit erkennen. 

 Rückraum: Innen-/Außenspiegel → Schulterblick; rechts blinken. 

 Sanft abbremsen, weit rechts anhalten, Räder gerade, ggf. Warnblinker bei starker Verzögerung. 

 Kolonne passieren lassen; danach Rückraum prüfen, links blinken, sicher einfädeln. 

 

 

 [ ] Kein Rad-/Schutzstreifen/Seitenstreifen genutzt 

 [ ] Nicht beschleunigt beim Überholtwerden 

 [ ] Stelle war übersichtlich und tragfähig 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche gesetzlichen Pflichten gelten für dich, wenn sich eine Kolonne hinter dir bildet? 

 Wo darfst du Kolonnen nicht vorbeilassen – und warum? 

 Wie gehst du Schritt für Schritt vor, um eine Kolonne sicher aufzulösen? 

 

  

1.7 Zusammenstellen von Zügen
1) Wichtige Bauteile & Begriffe 

 

 Kupplungssysteme: Maulkupplung/Zugmaul (z. B. K50), Kugelkupplung (z. B. K80), Bolzen/Fangmaul – Typ muss zur Zugöse passen . 

 Zugöse/Deichsel: Höhenverstellbar oder starr; Typenschild beachten (zul. Stützlast S , zul. Gesamtmasse). 

 Bremsanlage Anhänger: Auflaufbremse, hydraulische Bremse oder druckluftgebremst (2‑Leitungen) . 

 Abreißsicherung: Abreißseil/ -kabel korrekt am Traktor fest einhängen (nicht nur um die Kugel legen). 

 Elektrik/Beleuchtung: Stecker verbinden; Blinker, Brems‑/Schlusslicht, Kennzeichen‑/Umrissleuchten prüfen, ggf. Rückfahrscheinwerfer/Arbeitslicht. 

 Stützrad/Unterlegkeile: Tragfähig, gesichert und für die Anhängermasse geeignet. 

 

 2) Schritt‑für‑Schritt: Zug korrekt zusammenstellen 

 

 Papiere checken: Zulassungsbescheinigung Teil I (Traktor/Anhänger) → zul. Anhängelast , Stützlast , Gesamtmasse , bbH (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit) vergleichen. 

 Kupplungs‑Kompatibilität: Kupplungstyp (K50/K80 etc.) und Höhe zur Zugöse passend; Verschleißmaß am Fangmaul/Öse ok; Bolzen und Sicherung einwandfrei. 

 Kuppeln: Gerade anfahren → Fangmaul öffnen → langsam einrücken → Einrast‑Kontrolle (optisch + hörbar) → Sicherung einlegen/ kontrollieren → Stützrad ganz hoch. 

 Abreißsicherung: Richtig einhängen/fixieren (eigenständiger Punkt, nicht um den Kupplungsbolzen). 

 Bremse/E‑Anschluss: Leitungen drucklos kuppeln (Hydraulik/Air); E‑Stecker verbinden; Leitungen spannungsfrei verlegen, keine Scheuerstellen/Knicks. 

 Bremsprobe: Standprobe (Halten am Hang/Handbremse) → Rollprobe 10–15 km/h: kräftig bremsen, Zug bleibt spurtreu , keine Blockier‑/Schlingerneigung. 

 Ladung/Anbaugerät: Sicherung nach VDI 2700 (z. B. Zurrgurte, Rutschhemmung), Abdeckungen; Arbeitsgeräte in Transportstellung verriegeln. 

 Beleuchtung/Kennzeichnung: Funktionstest; ggf. Geschwindigkeitsschild (z. B. 25/40/60) entsprechend der langsamsten Komponente; Warntafeln/Umrissleuchten/Reflektoren sauber. 

 

 3) Masse, Lasten, Werte – einfach erklärt 

 

 Anhängelast: Die vom Traktor zulässige Anhängelast nicht überschreiten (gebremst/ungebremst unterscheiden). 

 Stützlast (S): Darf weder die max. Stützlast von Kupplung noch von Zugöse überschreiten. Für Stabilität braucht es eine ausreichende S‑Last (Herstellerangaben beachten). 

 Gesamtzuggewicht/Achslasten: Zulässige Achslasten und das Gesamtzuggewicht dürfen nicht überschritten werden; Achslastverteilung prüfen (z. B. Deichselhöhe anpassen). 

 Kupplungs‑D/Dc‑Wert: Erforderlicher Wert ergibt sich aus Zug‑ und Anhängermasse; der an der Kupplung angegebene D/Dc‑Wert muss ≥ erforderlich sein (Typenschild). 

 Tempo: Erlaubte Geschwindigkeit wird durch die bbH der langsamsten Einheit , die Bremsart und ggf. Eintragungen/Schilder bestimmt. 

 

 4) Bremsen, Lenkstabilität, Fahreindruck 

 

 Bremsarten passend zum Tempo: Höhere Geschwindigkeiten erfordern in der Regel betriebsfähige Druckluftbremsen ; Auflauf-/hydraulische Bremsen haben Grenzen – Herstellerangaben beachten. 

 Geradeauslauf: Nachlauf der Achsen/Deichselspiel prüfen; bei „Schieben“ des Anhängers Tempo reduzieren, Zug neu beladen oder Stützlast erhöhen (im zulässigen Bereich). 

 Schlingern vermeiden: Gleichmäßige Lenk-/Gaspedal‑Bewegungen; bei Schwingungen nicht hektisch gegenlenken → sanft Tempo reduzieren. 

 

 5) Abmessungen, Sicht, Kennzeichnung 

 

 Breite/Höhe/Länge: Zulässige Abmessungen aus Papieren/ABE einhalten; bei Überbreite/Überlänge ggf. Ausnahmegenehmigung und Zusatzkennzeichnung mitführen. 

 Sicht: Spiegel/Kameras so einstellen, dass die gesamte Breite abgedeckt ist; ggf. Zusatzspiegel/Umrissleuchten nutzen. 

 Rundumkennleuchte (gelb): Nur bei besonderer Gefährdung/ wenn vorgeschrieben; nicht als „Überholaufforderung“ verwenden. 

 

 6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 Kupplung/Öse nicht passend (K50 an K80 etc.) → passende Kombination wählen, Verschleißmaß prüfen. 

 Abreißseil falsch geführt → separat an einem festen Punkt einhängen. 

 Stützlast zu gering/zu hoch → Ladung verschieben, Deichselhöhe anpassen, Waage nutzen. 

 Leitungen unter Spannung → Schlaufen/ Scheuerschutz verlegen. 

 Keine Bremsprobe → immer Stand‑ und Fahrprobe durchführen. 

 Falsches Tempo (nach langsamem Anhänger) → am Geschwindigkeitsschild/Eintrag orientieren; es gilt die langsamste Komponente. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich kupple passende Systeme, sichere Bolzen/Abreißseil, halte Anhänge‑ und Stützlasten ein, mache Brems‑ und Lichtprobe und richte das Tempo nach der langsamsten Komponente – erst dann fahre ich los.“ 

 

 Praxis‑Drill „Zug startklar“ (3–5 Min.) 

 

 Papiere querchecken (Anhänge‑/Stützlast, bbH, Bremsart). 

 Kuppeln → Sicherung → Abreißseil → Leitungen anstecken/legen. 

 Standbremsprobe, Lichtprobe, Rollprobe 10–15 km/h. 

 Ladung/Transportstellung kontrollieren → Spiegel/Kameras justieren → Tempo festlegen. 

 

 

 [ ] Kupplung/Öse passend und gesichert 

 [ ] S‑Last im Soll, Leitungen frei 

 [ ] Brems-/Lichtprobe ok 

 [ ] Tempo nach langsamster Komponente 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Fotokarten/Poster: Kupplungstypen (K50/K80), richtige Abreißseil‑Führung, Typenschilder (D/Dc‑Wert, S‑Last) mit Markierungen. 

 Kurzvideos (30–60 s): Richtiger Kupplungsvorgang, Stand‑/Roll‑Bremsprobe, Lichtprobe. 

 Hof‑Demo: „Fehlerbild‑Parcours“: zu niedrige S‑Last vs. korrekte S‑Last (Fahreindruck vergleichen). 

 Checklisten‑Kärtchen/QR: „Zug startklar“ zum Abhaken vor jeder Fahrt (Fahrschule Eling). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Woran erkennst du, dass Kupplung und Zugöse zusammenpassen und sicher verriegelt sind? 

 Welche Punkte prüfst du bei der Bremsprobe im Stand und bei 10–15 km/h? 

 Was begrenzt dein zulässiges Tempo mit Zug – nenne mindestens zwei Faktoren. 

 Wie stellst du eine ausreichende Stützlast her, ohne Grenzwerte zu überschreiten? 

 

  

1.8 Zusammenstellen von Zügen mit unterschiedlichen Bremsanlagen
1) Bremsarten kurz erklärt 

 

 Ungebremst: Anhänger ohne eigene Betriebsbremse (nur Feststellbremse). Nur bei sehr geringer Masse zulässig. 

 Auflaufbremse (mechanisch): Beim Bremsen drückt die Deichsel zusammen und betätigt die Trommel-/Scheibenbremsen. Abreißseil zwingend. 

 Hydraulische Anhängerbremse: Einleiter-System; Pedaldruck am Traktor erzeugt Bremsdruck im Anhänger. 

 Druckluftbremse (pneumatisch): 

 

 Einleiter (älter, Bestandsfahrzeuge) – eingeschränkt zulässig. 

 Zweileiter (Versorgungs- und Steuerleitung) – heutiger Standard für höhere Geschwindigkeiten. 

 

 

 Zusatzfunktionen: ALB (Lastabhängige Bremskraft), automatische Bremsung bei Leitungsabriss, Feststellbremse. 

 

 2) Welche Kombinationen sind grundsätzlich möglich? 

 Faustregel: Traktor‑Bremssystem und Anhänger‑Bremssystem müssen zueinander passen – Adapter/Umsetzer nur mit zugelassener Ausrüstung und Eintragung verwenden. 

 

 

 

 Traktor 

 Anhänger 

 Praxis‑Einschätzung (immer Papiere prüfen!) 

 

 

 

 

 ohne Anhängerbremsanlage 

 ungebremst 

 Nur sehr leichte Anhänger innerhalb der ungebremsten Anhängelast → niedrige V‑Begrenzung. 

 

 

 hydraulisch (Einleiter) 

 hydraulisch 

 Gängig im landwirtschaftlichen Bereich → Vmax gem. Eintragung (oft 25–40 km/h). 

 

 

 hydraulisch 

 Auflaufbremse 

 Möglich, aber Anhänger bremst nur auflaufend → Masse/Tempo eng begrenzt, Papiere beachten. 

 

 

 hydraulisch 

 pneumatisch (2‑Leiter) 

 Nur mit zugelassenem Hydraulik‑/Luft‑Umsetzer (Systemwandler) und Eintragung. 

 

 

 pneumatisch (2‑Leiter) 

 pneumatisch (2‑Leiter) 

 Standard für höhere Vmax (z. B. 40/60 km/h) → modern, stabil, mit ALB. 

 

 

 pneumatisch (2‑Leiter) 

 Auflaufbremse 

 Möglich, aber der Anhänger nutzt die Druckluft nicht → Tempo/Masse begrenzt. 

 

 

 pneumatisch (Einleiter) 

 pneumatisch (Einleiter) 

 Bestand möglich, oft mit niedriger Vmax; Neuzusammenstellungen kritisch prüfen. 

 

 

 

 Nicht zulässig: Improvisierte Adapter (z. B. „Bastel‑Kupplungen“), gemischte Leitungen ohne Freigabe, blockierte/außer Funktion gesetzte Sicherheitsventile. 

 3) Schritt‑für‑Schritt: Gemischte Züge korrekt zusammenstellen 

 

 Papiere prüfen: bbH, zul. Anhängelast(en), Bremsart am Traktor, Bremsart/zul. Geschwindigkeit am Anhänger, Eintragungen für Umsetzer/Adapter. 

 Kompatibilität sicherstellen: 

 

 Kupplung passt (Typ, Höhe, Tragfähigkeit). 

 Bremsanschlüsse passen (hydraulisch/pneumatisch; bei 2‑Leiter: richtige Leitungen gemäß Herstellerkennzeichnung). 

 Kein Mischbetrieb ohne zugelassenes System (Hydraulik ↔ Druckluft). 

 

 

 Kuppeln & Sichern: Fangmaul/Öse verriegeln; Auflaufbremse : Abreißseil fest am Traktor einhängen; Leitungen spannungsfrei verlegen. 

 Leitungen verbinden: 

 

 Hydraulik: Kupplungen drucklos stecken, Dichtflächen sauber; dann Dichtheit prüfen. 

 Druckluft: Leitungen kuppeln, Vorratsdruck aufbauen (Kompressor/Behälter), Knicke vermeiden. 

 

 

 Funktions-/Sicherheitscheck: 

 

 Auflauf : Freigängigkeit der Mechanik, Rückfahrautomatik, Abreißseil, Bremsprobe in der Rollprüfung. 

 Hydraulik : Bremsdruck baut sich sauber auf, hält den Zug; kein Volumenverlust, keine Leckage. 

 Pneumatik 2‑Leiter : Druck erreicht Sollwert; Dichtheit ok; Anhänger bremst bei Pedaldruck spürbar mit; automatische Vollbremsung bei Versorgungsdruckverlust funktionsbereit. 

 ALB : Gestänge/ Sensorik frei beweglich, nicht „festgebunden“; Stellwert zur Beladung passend. 

 

 

 Bremsprobe: 

 

 Stand : Feststellbremse hält, Betriebsbremse baut Druck auf. 

 Fahrt : 10–15 km/h auf freier, gerader Strecke → kräftig bremsen: Zug bleibt spurtreu, kein Schlingern oder Aufschaukeln. 

 

 

 Tempo festlegen: Es gilt die langsamste Komponente (Papiere/Schilder 25/40/60) und die Bremsart. Geschwindigkeitsschild am Heck passend anbringen. 

 

 4) Typische Grenzen (ohne Gewähr – immer Eintragung prüfen) 

 

 Auflaufbremse: Häufig auf geringe Gesamtmassen und niedrigere Vmax begrenzt (oft bis 25 km/h). 

 Hydraulik (Einleiter): In der Landwirtschaft verbreitet; je nach Typgenehmigung oft bis 25/40 km/h. 

 Druckluft 2‑Leiter: Standard für 40/60 km/h‑Züge (mit passenden Anhängern, ALB etc.). 

 

 5) Sicherheit + Fehler vermeiden 

 

 Keine „Misch‑Kupplungen“ ohne Freigabe: Hydraulik ↔ Luft nur mit genehmigtem Umsetzer. 

 Leitungsführung: Keine Zugspannung/Knicks; genug Spiel für Kurven/Verschränkung. 

 ALB korrekt: Nie überbrücken oder „festzurren“; sonst Blockier-/Schlinger­gefahr. 

 Feststellbremse Anhänger: Vor Abstellen anziehen; beim Kuppeln/Lösen gegen Wegrollen sichern (Keile). 

 Bremsprobe nie auslassen: Besonders bei Gerätewechsel, Witterung, Beladung. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich kombiniere nur passende Bremsanlagen, nutze zugelassene Umsetzer, prüfe Dichtheit und Funktion, stelle ALB passend ein und richte mein Tempo nach der langsamsten Komponente – erst dann fahre ich los.“ 

 

 Praxis‑Drill „Bremsmix sicher fahren“ (3–5 Min.) 

 

 Papiere checken (Bremsart, Vmax, Anhängelast, Umsetzer‑Eintrag). 

 Kuppeln: Verriegelung, Abreißsicherung (bei Auflauf), Leitungen sauber verlegt. 

 Systemtest:

 

 Hydraulik: Pedaldruck halten → prüfe, ob Zug „steht“. 

 Pneumatik: Vorratsdruck erreichen → Bremsen ansprechen, Dichtheit. 

 Auflauf: Rollprobe, Rückfahrautomatik frei. 

 

 

 ALB Sicht-/Funktionscheck bei beladen/leer. 

 Roll‑Bremsprobe 10–15 km/h, dann Geschwindigkeitsschild/Tempo bestätigen. 

 

 

 [ ] Bremsarten passend/zugelassen 

 [ ] Leitungen dicht, spannungsfrei 

 [ ] ALB funktionsfähig 

 [ ] Bremsprobe i. O., Tempo festgelegt 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum darfst du Hydraulik‑ und Luftbremse nicht einfach mit Adaptern mischen? 

 Woran erkennst du, dass eine 2‑Leiter‑Druckluft korrekt funktioniert? 

 Welche Auswirkungen hat eine falsch eingestellte ALB beim leeren vs. beladenen Anhänger? 

 Welche Schrittfolge nutzt du für die Bremsprobe vor der Abfahrt? 

 

  

1.9 Achsenabhängig (ein- oder mehrachsig)
1) Einachsig vs. mehrachsig – was ist was? 

 

 Einachser: 1 Achse/2 Räder (z. B. Kipper, Einachs-Fass). Hohe Stützlast möglich, sehr wendig, beim Rangieren „nervös“. 

 Mehrachser: 2+ Achsen (Tandem/Tridem, oft mit Ausgleichs- oder Lenkachse). Höhere Nutzlast, stabilerer Geradeauslauf, größerer Kurvenradius. 

 

 2) Auswirkungen auf Fahrdynamik und Kurvenfahrt 

 

 Schleppkurve: 

 

 Einachser folgt eng, kippt bei falscher Lastverteilung schneller ein. 

 Mehrachser schneidet innen stärker → Kurven weiter ausholen , innen Hindernisse freihalten. 

 Lenkachse reduziert Schleppkurve/Reifenrubbeln; rückwärts ggf. Sperre nutzen. 

 

 

 Spurtreue/Schlingern: 

 

 Einachser: empfindlich bei zu geringer/zu hoher Stützlast (S). 

 Mehrachser: spurtreuer, aber Gefahr der Achslastüberlastung bei falscher Verteilung. 

 

 

 Rangieren: 

 

 Einachser reagiert sehr schnell auf Lenkeinschläge. 

 Tandem/Tridem „träge“, dafür leichter kontrollierbar rückwärts; braucht mehr Platz. 

 

 

 

 3) Beladung und Stützlast (S) 

 

 Grundsatz: Stützlast nie „nach Gefühl“, sondern nach Typenschildern: Traktor‑Kupplung (S), Zugöse/Deichsel (S), Anhänger (zul. S). Gültig ist der kleinste Wert. 

 Einachser: Last etwa über der Achse platzieren, um Ziel‑S zu treffen. Zu geringe S → Schlingern; zu hohe S → Traktor‑Vorderachse entlastet (Lenkung schlecht). 

 Mehrachser: Last gleichmäßig verteilen (Ausgleichsaggregate beachten). Schwerpunkt zu weit hinten → S zu klein; zu weit vorn → S/Achslast überschritten. 

 

 4) Bremsen je nach Achskonzept 

 

 Einachser: eine Bremsachse – einwandfreie Wirkung besonders wichtig. 

 Mehrachser: mehrere Bremsachsen – ALB (lastabhängige Bremse) und Bremskraftverteilung beachten; nichts „überbrücken“. 

 Auflaufbremse: bei Mehrachsern in engen Kurven eher Rubbel‑Tendenz → vorausschauend, langsam fahren. 

 Hydraulik/Pneumatik: Dichtheit, Leitungsführung und Vorratsdruck (Luft) prüfen; Lenkachse für Rückwärtsfahrt ggf. sperren. 

 

 5) Reifen, Bodenschonung, Baugruppen 

 

 Einachser: kleinere Aufstandsfläche → höhere Punktbelastung, weniger Querschlupf. 

 Mehrachser: mehr Reifen → bessere Lastverteilung, aber in engen Kurven mehr Schlupf/Verschleiß; Reifendruck nach Herstellerangabe. 

 Technik: Federung, Ausgleichsachsen, Lenkachssperre, Stützrad/Unterlegkeile regelmäßig prüfen. 

 

 6) Fahrstrategie und Tempo 

 

 Tempo richtet sich nach der strengsten Komponente: Eintragungen Traktor/Anhänger/Kupplung und Bremsart (25/40/60‑Schilder). 

 Einachser: defensiv fahren, früher bremsen, Seitenwind beachten; ruhig und spurtreu, wenn andere überholen. 

 Mehrachser: Kurven früher und stärker verzögern, weiter ausholen; Hofeinfahrten sehr langsam, Lenkachse ggf. entsperren. 

 

 7) Kuppeln, Prüfen, Losfahren – achsbezogene Checkliste 

 

 Papiere: Achszahl, zul. Achslasten/Gesamtmasse, S‑Last, Bremsart, Geschwindigkeitsschild prüfen. 

 Kuppeln: Kupplung/Öse passend (z. B. K50/K80), Verriegelung sichtbar geschlossen; Abreißseil (bei Auflauf) korrekt am Fahrzeugrahmen einhängen. 

 Technik: ALB beweglich; Lenkachse‑Arretierung verstanden; Leitungen spannungsfrei mit Reserve für Volleinschlag/Verschränkung. 

 Beladung: Einachser S‑Last mit Deichselwaage prüfen; Mehrachser Last gleichmäßig, Achslasten einhalten. 

 Probe: Lichtprobe; Standbremsprobe; Rollbremsprobe bei 10–15 km/h; Lenkachse‑Verhalten testen. 

 

 Prüfungskern (30–180 s) 

 

 Benennen: Einachser vs. Mehrachser, Besonderheiten (Schleppkurve, Stützlast, Lenkachse/ALB). 

 Erklären: Wie stellst du die korrekte Stützlast her und warum ist sie sicherheitsrelevant? 

 Zeigen: Kuppelkontrolle inkl. Abreißsicherung, Leitungsführung, Sicht‑/Rollbremsprobe. 

 Begründen: Warum fährst du mit dem Tandem die Kurve weiter aus als mit dem Einachser? 

 

 

 Praxis‑Drill (3–5 Min.) 

 

 Zwei Anhänger wählen: Einachser und Tandem. 

 Papierscan: Achsen, S‑Last, Vmax, Bremsart notieren. 

 Beladung simulieren: Palette versetzen → S‑Last/Verhalten vergleichen. 

 90°‑Hofkurve fahren: Reifen‑/Leitungsverhalten beobachten; Lenkachse ggf. sperren. 

 Rollbremsprobe je Anhänger bei 10–15 km/h. 

 

 

 [ ] S‑Last im Soll 

 [ ] ALB/Lenkachse funktionsfähig 

 [ ] Leitungen frei bei Volleinschlag 

 [ ] Tempo nach strengster Komponente festgelegt 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum musst du mit einem Tandem‑Anhänger Kurven größer anlegen als mit einem Einachser? 

 Wie stellst du beim Einachser eine passende Stützlast her – und was passiert, wenn sie zu gering ist? 

 Welche Bauteile sind beim Mehrachser zusätzlich relevant (ALB, Lenkachse, Ausgleichsaggregate) und was musst du dazu wissen? 

 Welche Schritte gehören zu deiner Brems‑ und Funktionsprobe vor der Abfahrt? 

 

 Nutzen & Kontrollintervall 

 

 Nutzen: Stabiler Geradeauslauf, weniger Reifenverschleiß, sichere Kurvenfahrt, kurze Bremswege. 

 Vor jeder Fahrt: S‑Last, Kuppelverbindung, Abreißsicherung (falls Auflauf), Leitungen, Licht, Bremsprobe. 

 Wöchentlich/bei Beladungswechsel: Reifendruck/‑zustand, ALB‑Gestänge/Lenkachssperre prüfen. 

 

  

1.10 Selbstfahrende Arbeitsmaschine (auch mit Anhänger, Zuggabel, Anhängerkupplung, Stützrad bei Einachsanhängern)
1) Was ist eine SAM? Typische Beispiele 

 

 Land-/Forstwirtschaft: Mähdrescher, Feldhäcksler, selbstfahrende Spritze, Teleskoplader, Radlader mit Straßenzulassung. 

 Kommunal/Bau: Kehrmaschine, Schneeräumfahrzeug, Fräse, Straßenbaumaschine, Hebebühne. 

 Zweck: Arbeit verrichten, nicht primär Güter transportieren – Anhängerbetrieb nur, wenn Hersteller und Papiere es erlauben. 

 

 2) Darf deine SAM einen Anhänger ziehen? 

 

 Herstellerfreigabe: Ist Anhängerbetrieb erlaubt? Welche max. Anhängelast , Stützlast (S) , D‑/Dc‑Wert , Vmax sind eingetragen? 

 Bremsanlage vorhanden? Keine, Auflauf-, hydraulische oder pneumatische (Zwei‑Leiter) Anhängerbremse – nur passende Systeme kombinieren. 

 Kupplungstyp passend? Zugmaul/Pendel, K80‑Kugel , K50‑Kugel , Piton‑Fix, Bolzenkupplung – Ring/Öse am Anhänger muss dazu passen. 

 Tempo: Geschwindigkeit ergibt sich aus der strengsten Komponente (SAM, Kupplung, Anhänger, Bereifung, Bremsen) → Geschwindigkeitsschild (z. B. 25/40/60) beachten. 

 

 3) Anhängerkupplung an der SAM – das musst du prüfen 

 

 Allgemeinzustand: Keine Risse/Verbiegungen, keine unzulässigen Schweißungen, alle Schrauben fest. 

 Verriegelung sichtbar geschlossen: Riegel/Bolzen vollständig vor – Sichtkontrolle (Markierung/Anzeige nutzen). 

 Höhe/Spiel: Kupplungshöhe zur Zuggabel passend (annähernd waagrechte Deichsel, wichtig für Auflaufbremsen). Kein übermäßiges Spiel. 

 Typenschild: D‑/Dc‑Wert, zul. S‑Last, zul. Anhängelast – kleinster Wert ist maßgeblich. 

 

 4) Zuggabel/Zugöse am Anhänger – sicher kuppeln 

 

 Zugöse: Richtige Größe (z. B. 40 mm für Zugmaul, 80 mm für K80). Verschleißgrenze/Abnutzung prüfen (Ovalität!). 

 Zuggabel/Deichsel: Gerade, rissfrei, Lager/Buchsen spielfrei. Auflaufgerät (falls vorhanden) leichtgängig, Faltenbalg dicht. 

 Höhenanpassung: Stützrad nutzen, bis die Deichsel beim Kuppeln waagrecht steht. Nach dem Kuppeln Stützrad ganz hoch und sichern . 

 Abreißsicherung: Bei Auflaufbremsen das Abreißseil fest am SAM‑Rahmen einhängen (nicht um die Kugel legen!). 

 

 5) Stützrad am Einachsanhänger – richtig einsetzen 

 

 Funktion: Dient zum Abstützen im Stand und zum Höhenstellen beim Kuppeln – nicht zum Fahren! 

 Vorgehen: Vor dem Kuppeln Last mit Stützrad aufnehmen → Deichsel waagrecht. Nach dem Verriegeln: Stützrad komplett eindrehen / hochklappen und arretieren . 

 Belastbarkeit: Tragfähigkeit und Klemme prüfen; Rad/Felge frei drehbar; keine Risse im Rohr. 

 Stützlast (S): Ziel‑S nach Typenschild einhalten (kleinster Wert aus SAM‑Kupplung/Deichsel/Anhänger). Zu geringe S → Schlingern; zu hohe S → Lenkung der SAM wird leicht. 

 

 6) Bremsanlagen – was passt zu was? 

 

 Ungebremster Anhänger: Nur im zulässigen Massen-/Tempo‑Bereich und wenn in der SAM‑Doku erlaubt. 

 Auflaufbremse: Deichsel muss nahezu waagrecht geführt werden, sonst falsche Bremswirkung. Abreißseil korrekt befestigen. 

 Hydraulische Anhängerbremse: Dichtflächen/Kupplungen sauber; Pedaldruck der SAM muss Bremsdruck im Anhänger aufbauen. 

 Pneumatik (Zwei‑Leiter): Rot/gelb richtig anschließen, Vorratsdruck abwarten; Dichtheit und automatische Notbremsfunktion bei Abriss prüfen. 

 ALB (Lastabhängige Bremse): Gestänge frei beweglich, Einstellung passend zur Beladung – sonst blockiert der leere Anhänger früh. 

 

 7) Elektrik, Beleuchtung, Abmessungen 

 

 Steckverbindung: 7‑/13‑polig sauber gesteckt, Kabel spannungsfrei verlegt (Volleinschlag!). 

 Lichtprobe: Blinker, Brems‑/Schluss‑, Kennzeichen‑ und ggf. Umrissleuchten. Bei breiten SAM: Zusatzspiegel/‑kameras sauber. 

 Abmessungen: Vorsatzgeräte (z. B. Schneidwerk) nicht als Überbreite mitführen – dafür Schneidwerkswagen verwenden, wenn vorgeschrieben. 

 

 8) Kuppeln – Schritt für Schritt 

 

 Stand sichern: SAM gegen Wegrollen, Anhänger mit Unterlegkeil sichern. 

 Höhe stellen: Deichsel mit Stützrad auf Kupplungshöhe bringen (waagrecht). 

 Kuppeln: Langsam anfahren, einrasten lassen, Verriegelung sichtbar prüfen. 

 Abstützung: Stützrad ganz hoch, fest arretieren; Unterlegkeil entnehmen (oder mitführen). 

 Sicherung/Bremsen: Abreißseil (bei Auflauf) richtig einhängen; Bremsleitungen (Hydraulik/Luft) anschließen und Dichtheit prüfen. 

 Elektrik: Stecker verbinden; Kabelweg und Freigang checken. 

 Funktionsprobe: Lichtprobe; Standbremsprobe; Rollbremsprobe bei 10–15 km/h auf freier Fläche. 

 

 9) Fahren mit SAM‑Zug – besondere Hinweise 

 

 Lenkung/Geometrie: Knicklenker/Allradlenker (z. B. Radlader, Teleskoplader) lenken „ums Gelenk“ → Anhänger schwenkt anders aus. Langsamer und weiter ausholen. 

 Sicht: Vorsatzgeräte/Kabinenpfosten beachten; bei Bedarf bis zur Sichtlinie vorziehen und anhalten. 

 Bremsen: Früher verzögern, besonders mit Auflaufbremse oder leerem mehrachsigen Anhänger (Rubbeln/Blockieren). 

 Boden/Engstellen: Leitungen/Reifen bei Volleinschlag beobachten; keine Bordsteine/Sperrflächen überfahren. 

 Tempo: Nach strengster Komponente; bei Anhängerbetrieb oft niedriger als solo. 

 

 10) Kurz‑Check vor Abfahrt (90 Sekunden) 

 

 [ ] Papiere geprüft: Anhängelast, S‑Last, Vmax, Kupplungstyp passend 

 [ ] Kupplung verriegelt, Zuggabel/Ring i. O., Deichsel waagrecht 

 [ ] Stützrad eingefahren und gesichert 

 [ ] Abreißseil korrekt am Rahmen eingehängt (bei Auflauf) 

 [ ] Leitungen (Hydraulik/Luft/Elektrik) dicht, spannungsfrei verlegt 

 [ ] Licht‑ und Bremsprobe bestanden; Unterlegkeile an Bord 

 [ ] Geschwindigkeitsschild und Warneinrichtungen vorhanden 

 

 11) Praxis‑Drill (3–5 Min.) 

 

 SAM + Einachsanhänger: Kuppeln nach Schrittfolge, Stützrad richtig einsetzen. 

 Bremsen: Dichtheitscheck (Hydraulik/Luft) und Rollbremsprobe 10–15 km/h. 

 Kurvenfahrt: 90°‑Hofkurve im Schritttempo – auf Leitungen/Reifenschlupf achten. 

 Reflexion: Wo ist der Unterschied zur Kopplung an einen Traktor? 

 

 12) Kleine Übungsfragen 

 

 Warum muss die Deichsel bei Auflaufbremsen möglichst waagrecht stehen? 

 Woran erkennst du, dass die Anhängerkupplung wirklich verriegelt ist? 

 Wie stellst du die richtige Stützlast (S) her – und was passiert bei zu geringer/zu hoher S? 

 Welche Besonderheiten hat das Fahren mit einer Knicklenker‑SAM im Vergleich zum Traktor? 

 

  

1.11 Beachtung der fahrzeugbezogenen Vorschriften
1) Unterlagen und Zulassung 

 

 Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) dabei: Daten zu bbH, Achslasten, Anhängelast, Reifen. 

 Betriebserlaubnis/ABE/COC für Fahrzeug, Anhänger und Anbaugeräte (wenn erforderlich). 

 Kennzeichen/Versicherung/Steuer geklärt; Ausnahmegenehmigungen (z. B. für Abmessungen) mitführen. 

 Prüffristen (HU/UVV/Arbeitsmittel) im Blick; Prüfplaketten/Protokolle aktuell. 

 

 2) Technische Mindestanforderungen (Straßenbetrieb) 

 

 Bremsen: Betriebs- und Feststellbremse wirksam; bei Anhängern passende Bremsart (ungebremst/ Auflauf/ hydraulisch/ pneumatisch). Dichtheit prüfen, Rollbremsprobe durchführen. ALB (Lastabhängige Bremse) leichtgängig. 

 Lenkung/Fahrwerk: Kein übermäßiges Spiel; Achsen, Federn, Lager, Deichsel/Zuggabel riss- und spielfrei. 

 Reifen/Räder: Profil, Zustand, Last-/Geschwindigkeitsindex passend; Reifendruck nach Vorgabe; Radmuttern gesichert. 

 Kupplungen: Typ passend (Zugmaul/K80/Bolzen/Piton), Verriegelung sichtbar geschlossen ; D-/Dc‑Wert und zul. Stützlast eingehalten; Verschleiß an Ring/Öse im Rahmen. 

 Beleuchtung/Elektrik: Alle Leuchten/Reflektoren funktionsfähig; Stecker (7/13‑polig) fest; Kabel mit Freigang bei Volleinschlag. Bei breiten Fahrzeugen Umriss-/Begrenzungsleuchten beachten. 

 Sicht: Spiegel/Kameras so einstellen, dass die Fahrzeug- und Anbaugerätebreite abgedeckt ist. 

 

 3) Abmessungen, Massen, Ladung 

 

 Abmessungen/Massen: Werte aus Papieren und ggf. Genehmigungen einhalten (Breite, Höhe, Länge, Achs-/Stützlasten). 

 Ladungssicherung: § 22 StVO: form-/kraftschlüssig sichern (Zurrpunkte, Gurte, Netze, Ketten); Ladung darf niemanden gefährden oder herunterfallen. 

 Überstände/Fahrzeugteile: Vorne/seitlich/hinten korrekt kennzeichnen; bei Nacht/Dämmerung zusätzlich beleuchten/kennzeichnen – Herstellervorgaben und StVO beachten. 

 Anbaugeräte: Ragen Geräte (Frontlader, Mähwerk, Schneidwerk) in Verkehrsraum, sind Schutz, Sicherung und Kennzeichnung gemäß Vorschrift nötig; Transportwagen nutzen, wenn vorgeschrieben. 

 

 4) Kennzeichnung und Geschwindigkeit 

 

 Geschwindigkeitsschild (z. B. 25/40/60) hinten gut sichtbar anbringen – maßgeblich ist die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit bzw. der kleinste zulässige Wert im Zug. 

 Rundumkennleuchte (gelb): Nur bei besonderer Gefährdung oder wenn vorgeschrieben einsetzen – nicht als „Überholfreigabe“. 

 Reflektoren/Warneinrichtungen: rot hinten, weiß vorne, orange seitlich; bei breiten/langen Zügen zusätzliche Markierungen beachten. 

 

 5) Besonderheiten je Fahrzeugart 

 

 Traktor + Anhänger: Kuppeln nur mit passendem System; Stützlast (S) einhalten; Leitungen (Hydraulik/Luft/Elektrik) spannungsfrei verlegt; Unterlegkeile am Anhänger vorhanden. 

 Selbstfahrende Arbeitsmaschine (SAM): Anhängerbetrieb nur, wenn Herstellerfreigabe vorhanden; Kupplungshöhe/Deichsel nahezu waagrecht (wichtig bei Auflaufbremsen); Sicht durch Vorsatzgeräte beachten. 

 Arbeits- vs. Transportfahrt: Auf der Straße gelten immer die Verkehrsvorschriften ; Arbeitsfunktionen (z. B. Schaufel hoch, Messer abgesenkt) sind so zu sichern, dass keine Gefahr entsteht. 

 

 6) Mitzuführen (Ausrüstung) 

 

 Warnweste, Warndreieck, Verbandkasten (entsprechende Norm), ggf. Feuerlöscher je Einsatzzweck. 

 Unterlegkeile (bei Anhängern), Radkeile im Betrieb griffbereit. 

 Bedien- und Prüfanweisungen (Hersteller), nötige Ausnahmegenehmigungen. 

 

 7) 90‑Sekunden‑Check vor der Abfahrt 

 

 [ ] Papiere/Schilder: ZB I, Geschwindigkeitsschild, Kennzeichen sauber/beleuchtet. 

 [ ] Rundgang: Reifen i. O., Radmuttern, keine Leckagen, keine Risse an Deichsel/Kupplung. 

 [ ] Beleuchtung: Blinker, Brems‑/Schluss‑, Kennzeichen‑ und ggf. Umrissleuchten funktionieren. 

 [ ] Kupplung/Leitungen: Verriegelt, Abreißsicherung (falls Auflauf) korrekt; Hydraulik/Luft/Elektrik dicht und mit Freigang. 

 [ ] Ladung/Anbaugerät: Sicher verzurrt, Überstände gekennzeichnet; Stützlast im Soll. 

 [ ] Bremsprobe: Stand- und Rollbremsprobe (10–15 km/h) auf freier Fläche. 

 

 8) Praxis‑Drill (3–5 Min.) 

 

 Papierscan: bbH, Achs-/Stützlast, zul. Anhängelast, Kupplungstyp notieren. 

 Rundgang nach Checkliste durchführen (Zeit stoppen). 

 Rollbremsprobe mit leerem und beladenem Anhänger vergleichen (ALB‑Wirkung beobachten). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche drei Dokumente musst du vor Fahrtantritt prüfen und warum? 

 Was bedeutet „strengste Komponente“ beim Geschwindigkeitsschild in einem Zug? 

 Wie kennzeichnest du einen hinten überstehenden Anbau/Last korrekt bei Dunkelheit? 

 Woran erkennst du eine verschlissene Zugöse oder ein beschädigtes Zugmaul? 

 

  

1.12 Zulassungsfreiheit und Zulassungspflicht (auch bei Anhängern); Geschwindigkeitsschilder, Fabrikschild, vorgezogene Untersuchungen
1) Begriffe kurz erklärt 

 

 Zulassungspflichtig: Fahrzeug/Anhänger bekommt Zulassungsbescheinigung Teil I und ein amtliches Kennzeichen (schwarz oder grün). HU-/Prüffristen gelten laut StVZO. 

 Zulassungsfrei: Keine amtliche Zulassung nötig, aber Betriebserlaubnis/ABE/COC und technische Vorschriften müssen erfüllt sein. Kennzeichnungs-/Versicherungspflichten können trotzdem bestehen. 

 Steuerbefreit (grünes Kennzeichen): Sagt etwas über Steuer , nicht direkt über Zulassungspflicht. Ein grünes Kennzeichen kann auf einem zugelassenen Fahrzeug sein. 

 bbH: Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (aus Papieren/Fabrikschild). 

 

 2) Entscheidungslogik: Zulassung ja oder nein? 

 

 Unterlagen checken: Gibt es eine Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)? → Dann ist das Fahrzeug/der Anhänger zugelassen . 

 Wenn keine ZB I: Liegen ABE/COC vor und ist ein 25/40/60‑Geschwindigkeitsschild vorhanden? → Hinweis auf zulassungsfrei (je nach Fahrzeugart/Einsatz). 

 Einsatzzweck prüfen: Ausschließlich land‑/forstwirtschaftlicher (LoF) Einsatz oder Arbeitsmaschine? → Häufig Sonderregeln (teils zulassungsfrei). Anderer Einsatz kann Zulassungspflicht auslösen. 

 bbH/Technik: Höhere bbH, Druckluftbremsen, hoher zGG → oft zulassungspflichtig (v. a. bei Transportanhängern). 

 Im Zweifel: In die Papiere /Herstellerunterlagen schauen oder bei Zulassungsstelle/Fachbetrieb nachfragen. 

 

 3) Anhänger – typische Fälle 

 

 LoF‑Arbeitsgeräte/‑Anhänger bis 25 km/h für ausschließlich LoF‑Zwecke: häufig zulassungsfrei (25‑Schild, ABE/COC, Kennzeichnung beachten). 

 Transportanhänger 40/60 km/h (z. B. Tandem‑Kipper, Güllefass) mit Straßenbetrieb: in der Regel zulassungspflichtig (eigene ZB I/Kennzeichen), auch wenn steuerbefreit (grün) möglich. 

 Wechsel der Nutzung (z. B. außerhalb LoF): kann Zulassungspflicht und andere Prüffristen auslösen. 

 

 4) Geschwindigkeitsschilder (25/40/60) 

 

 Wozu? Zeigen die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs/Anhänger an (bauart‑/genehmigungsbedingt). 

 Welcher Wert? Der kleinste zulässige Wert aus: Fahrzeug, Kupplung, Anhänger, Bereifung, Bremsanlage. 

 Anbringung: Hinten gut sichtbar , senkrecht, nicht verdeckt/verschmutzt; bei Zügen i. d. R. am hintersten Fahrzeug zusätzlich sinnvoll. 

 Änderungen: Wenn z. B. ein anderer Anhänger die Zuggeschwindigkeit reduziert, muss das sichtbare Schild den reduzierten Wert zeigen. 

 

 5) Fabrikschild/Typenschild finden und lesen 

 

 Wo sitzt es? Häufig am Rahmen (Deichsel/Zuggabel), am Aufbau oder in der Nähe der Kupplung; bei Kupplungen zusätzlich eigenes Typenschild (D-/Dc‑Wert). 

 Was steht drauf? Hersteller, Typ, Fahrgestell‑Nr., Baujahr/EG‑Typgenehmigung, zGG , Achslasten, ggf. bbH . 

 Wichtig: Schild muss lesbar sein (nicht überlackieren). Daten daraus brauchst du für Beladung, Geschwindigkeit und Prüfungen. 

 

 6) Vorgezogene Untersuchungen (HU/SP/UVV) – Praxisregel 

 

 HU frühzeitig machen: Lässt du die HU bis zu 3 Monate vor dem Fälligkeitstermin durchführen, bleibt der nächste HU‑Termin unverändert (kein „Zeitverlust“). 

 Mehr als 3 Monate früher: Der nächste Termin läuft ab Prüfmonat (Fälligkeit wandert vor). 

 Fristen unterscheiden: HU (StVZO), ggf. Sicherheitsprüfung (SP) für bestimmte Fahrzeugarten, UVV/DGUV für Arbeitsmittel. Immer Papiere/Plaketten/Prüfberichte prüfen. 

 

 7) 90‑Sekunden‑Check: Zulassung & Kennzeichnung 

 

 [ ] Papiere: ZB I vorhanden? Wenn nein: ABE/COC/Herstellerfreigaben dabei? 

 [ ] Fabrikschild/Typenschild: Lesbar, Daten notiert (zGG, Achslasten, bbH). 

 [ ] Geschwindigkeitsschild: Richtiger Wert (strengste Komponente), hinten sichtbar angebracht. 

 [ ] Kennzeichen: Vorhanden/beleuchtet (falls zugelassen); ggf. grünes Kennzeichen = steuerbefreit. 

 [ ] Prüfungen: HU‑Plakette/Prüfberichte aktuell; nächste Fälligkeit bekannt. 

 

 8) Praxis‑Drill (3–5 Min.) 

 

 Finde am Anhänger das Fabrikschild und lies zGG, Achslasten, ggf. bbH ab. 

 Entscheide: zulassungspflichtig oder zulassungsfrei ? Begründe mit Unterlagen. 

 Bestimme die Zuggeschwindigkeit (schwächstes Glied) und bringe das passende Schild an. 

 HU‑Termin prüfen: Lohnt sich eine vorgezogene HU jetzt schon? 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Woran erkennst du schnell, ob ein Anhänger zugelassen ist? 

 Welcher Wert gehört aufs Geschwindigkeitsschild, wenn Traktor 40, Anhänger 60, Kupplung 40 und Reifen 50 freigegeben sind? 

 Was spricht dafür, eine HU 2 Monate vor Fälligkeit zu machen? 

 Welche Informationen auf dem Fabrikschild brauchst du für Beladung und Achslasten? 

 

  

1.13 Kennzeichnungspflichten
1) Standard‑Kennzeichnung am Fahrzeug/Anhänger 

 

 Rückseite (immer): Schlussleuchten, Bremsleuchten und rote Rückstrahler (Anhänger: zwei dreieckige rote Rückstrahler). An LoF‑Zugmaschinen dürfen die größten Anbauhöhen etwas höher liegen als bei Pkw. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53?utm_source=openai)) 

 Seite: Gelbe, nicht-dreieckige Seiten‑Rückstrahler (Positionierung entlang der Längsseiten; Abstände und Höhen beachten). ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-zulassungs-ordnung-51a-seitliche-kenntlichmachung-HI2973566_p51a.html?utm_source=openai)) 

 Vorne: Weiße vordere Rückstrahler/Begrenzungsleuchten je nach Fahrzeugbreite; Umrissleuchten sind ab > 2,10 m Breite grundsätzlich vorgesehen, jedoch für LoF‑Zug-/Arbeitsmaschinen und deren Anhänger nicht erforderlich . ([stvzo.de](https://www.stvzo.de/stvzo/b5/?utm_source=openai)) 

 Seitenmarkierungsleuchten: Pflicht ab > 6,0 m Fahrzeuglänge; LoF‑Zug-/Arbeitsmaschinen und deren Anhänger sind ausgenommen (zulässig ist es trotzdem). ([buzer.de](https://www.buzer.de/51a_StVZO.htm?utm_source=openai)) 

 Konturmarkierung (reflektierende Bänder): Für bestimmte Klassen (z. B. N2/N3/O3/O4) teils pflichtig , sonst zulässig ; LoF‑Fahrzeuge fallen in der Regel nicht darunter. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53?utm_source=openai)) 

 

 2) Geschwindigkeitsschilder nach § 58 StVZO 

 

 Wer? Mehrspurige Kfz mit bbH ≤ 60 km/h sowie viele Anhänger benötigen ein Geschwindigkeitsschild (z. B. 25/40/50/60). ([brewes.de](https://www.brewes.de/geschwindigkeitsschild-nach-58-stvzo-15-kmh-folie-200-mm-e2062f15?utm_source=openai)) 

 Wo? Grundsätzlich an beiden Längsseiten und hinten ; bei LoF‑Zugmaschinen und deren Anhängern genügt in der Praxis das Schild hinten (ist es zeitweise verdeckt, zusätzlich rechtsseitig). ([buzer.de](https://www.buzer.de/gesetz/10146/al40365-40344.htm?utm_source=openai)) 

 Hinweis: Form und Ausführung richten sich nach § 58 StVZO; nutze geprüfte Schilder. ([brewes.de](https://www.brewes.de/kennzeichnung/fahrzeugmarkierung/geschwindigkeitsschilder-kfz?utm_source=openai)) 

 

 3) Anbau‑/Arbeitsgeräte (Front/Heck) 

 

 Seitlicher Überstand über die äußeren Leuchtenlinien (> 400 mm): Am Anbaugerät müssen zusätzliche Begrenzungsleuchten (weiß), Schlussleuchten (rot) und Rückstrahler (rot) sitzen; außerhalb der Beleuchtungszeit dürfen sie abgenommen werden, sind aber mitzuführen. ([buzer.de](https://www.buzer.de/53b_StVZO.htm?utm_source=openai)) 

 Heck‑Überstand (> 1,0 m hinter den Schlussleuchten): Am Anbaugerät müssen zusätzliche Schlussleuchte und Rückstrahler angebracht sein (möglichst ganz hinten/zentral). ([buzer.de](https://www.buzer.de/53b_StVZO.htm?utm_source=openai)) 

 Rückstrahler an Bodenbearbeitungsgeräten dürfen abnehmbar sein. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53?utm_source=openai)) 

 Warntafeln (rot‑weiß) an Arbeits-/Anbaugeräten: In der Praxis nach DIN 11030 üblich zur Kenntlichmachung von Überbreite/Überstand an LoF‑Geräten. ([jahrbuch-agrartechnik.de](https://www.jahrbuch-agrartechnik.de/artikelansicht/der-weg-zur-harmonisierung-der-vorschriften-uber-die-beleuchtung-und-kenntlichmachung-von-landwirtschaftlichen-fahrzeugen.html?year=2022&utm_source=openai)) 

 

 4) Ladungs‑Überstand nach StVO § 22 

 

 Nach hinten: Überstand bis 1,5 m; bis 3,0 m erlaubt, wenn die Wegstrecke ≤ 100 km. Ragt das Ende der Ladung > 1,0 m über die Rückstrahler hinaus, muss es gekennzeichnet sein (am Tag z. B. rote Fahne/Schilder; bei Dunkelheit zusätzlich rote Leuchte + roter Rückstrahler ). ([fahrtipps.de](https://www.fahrtipps.de/stvo/stvo_22.php?utm_source=openai)) 

 Seitlich: Seitlicher Überstand > 40 cm über die Lichtaustrittsflächen hinaus ist – falls nötig – vorn weiß , hinten rot zu beleuchten; bestimmte Ladungen (z. B. Stangen/Platten) dürfen seitlich nicht hinausragen. ([fahrtipps.de](https://www.fahrtipps.de/stvo/stvo_22.php?utm_source=openai)) 

 

 5) Umriss‑, Park‑ und Warnleuchten 

 

 Umrissleuchten: Bei > 2,10 m Fahrzeugbreite grundsätzlich vorgesehen, für LoF‑Zug-/Arbeitsmaschinen und deren Anhänger nicht erforderlich (dürfen aber angebracht werden). ([bgbau-medien.de](https://www.bgbau-medien.de/handlungshilfen_gb/daten/gv/stvzo/51b.htm?utm_source=openai)) 

 Gelbe Rundumkennleuchte: Nur für bestimmte Zwecke/Fahrzeugarten oder bei behördlicher Genehmigung zulässig (z. B. ungewöhnliche Breite/Länge; Ausnahme nach § 70 StVZO). Keine „Dauer‑Warnleuchte“ für normale Fahrten. ([lu-web.de](https://lu-web.de/redaktion/news/rundumleuchte-was-ist-erlaubt/?utm_source=openai)) 

 SMV‑Dreieck (≤ 30 km/h): Das dreieckige Warnzeichen ist in Deutschland zulässig , aber nicht verpflichtend ; zentrale Kennzeichnung bleibt die runden Geschwindigkeitsschilder nach § 58 StVZO. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53?utm_source=openai)) 

 

 6) 90‑Sekunden‑Check vor Fahrtbeginn 

 

 [ ] Geschwindigkeitsschild vorhanden und sichtbar (hinten; ggf. zusätzlich rechts, wenn verdeckt). 

 [ ] Seiten‑Rückstrahler gelb vorhanden; hinten zwei rote Dreieck‑Rückstrahler am Anhänger. 

 [ ] Anbaugerät seitlich/heckseitig korrekt kenntlich (Zusatzleuchten/Rückstrahler). 

 [ ] Überstand der Ladung korrekt gekennzeichnet (Tag/Nacht‑Regeln beachten). 

 [ ] Kennzeichen bleibt sichtbar/beleuchtet, nichts verdeckt. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Du fährst mit Frontmähwerk, das seitlich 45 cm über die Scheinwerferlinie ragt. Welche Zusatz‑Kennzeichnungen sind nötig? Begründe. 

 Der Einachs‑Anhänger ist 7,2 m lang. Welche seitlichen Kennzeichnungen sind Pflicht bzw. entfallen bei LoF‑Anhänger? 

 Dein Ballen übersteht hinten 1,2 m. Wie kennzeichnest du das bei Tageslicht, wie bei Dunkelheit? 

 Wann darf ein Traktor eine gelbe Rundumleuchte führen? 

 

  

1.14 Kenntlichmachung von verkehrsgefährdenden Fahrzeug- oder Anbauteilen
1) Was heißt „verkehrsgefährdend“? 

 

 Grundsatz: Am Fahrzeug dürfen keine Teile so hervorragen, dass sie den Verkehr mehr als unvermeidbar gefährden (z. B. spitze Zinken, scharfe Kanten, weit herausragende Anbaugeräte). → Abdecken , einziehen , Transportstellung , oder kenntlich machen . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 

 2) Anbaugeräte: Wann sind Zusatz‑Leuchten/Warntafeln Pflicht? 

 

 Seitlicher Überstand > 400 mm über die äußersten Lichtkanten von Begrenzungs‑/Schlussleuchten: Am Anbaugerät müssen Begrenzungsleuchten (vorn, weiß) , Schlussleuchten (hinten, rot) und Rückstrahler (hinten, rot) angebracht sein. Höhen-/Abstandsgrenzen beachten; außerhalb der Beleuchtungszeit dürfen sie abgenommen, aber mitgeführt werden. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Heck‑Überstand > 1,0 m über die Schlussleuchten des Fahrzeugs: Am äußersten Ende des Anbaugeräts zusätzlich Schlussleuchte und Rückstrahler (Höhenbegrenzungen), außerhalb der Beleuchtungszeit abnehmbar. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Warntafeln/Folien :

 

 Anbaugeräte mit seitlichem Überstand (oben) → ständig vorn und hinten mit Park‑Warntafeln oder DIN‑11030‑Tafeln/-Folien kenntlich. 

 Anbaugeräte mit Heck‑Überstand (oben) → ständig hinten kenntlich. 

 Streifen verlaufen nach außen und unten . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 

 

 Park‑Warntafeln (Details): Rot‑weiß schraffiert, 100‑mm‑Streifen im 45°‑Winkel; möglichst niedrig, max. 1 000 mm hoch; müssen mit dem Umriss abschließen (Kennzeichen/Rückstrahler nicht verdecken). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Praxis LoF: Warntafeln/‑folien an Arbeitsgeräten sind etabliert und in DIN 11030 beschrieben (historisch durch Verkehrsblatt und Branchenleitfäden unterstützt). ([jahrbuch-agrartechnik.de](https://www.jahrbuch-agrartechnik.de/artikelansicht/der-weg-zur-harmonisierung-der-vorschriften-uber-die-beleuchtung-und-kenntlichmachung-von-landwirtschaftlichen-fahrzeugen.html?year=2022&utm_source=openai)) 

 

 3) Ladung vs. Anbaugerät – nicht verwechseln! 

 

 Ladung (z. B. Rohr, Balken, Ballen): 

 

 Nach hinten: bis 1,5 m; bis 3,0 m bei ≤ 100 km Weg. Mehr als 1,0 m über die Rückstrahler → am Tag rote Fahne/rotes Schild, bei Dunkelheit zusätzlich rote Leuchte + roter Rückstrahler (Höhenlimits). 

 Seitlich: ragt Ladung > 40 cm über die Lichtaustrittsflächen hinaus, ggf. seitliche Zusatzleuchten ( vorn weiß , hinten rot ). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/BJNR036710013.html?utm_source=openai)) 

 

 

 Anbaugerät (z. B. Frontmähwerk, Schneeschild, Ballenspieß ohne Ballen): Kennzeichnung nach § 53b StVZO wie oben. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 

 4) So bringst du Warntafeln korrekt an 

 

 Links/Rechts beachten: Streifen zeigen nach außen/unten (vorn und hinten symmetrisch). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Höhe: so tief wie möglich, max. 1 000 mm . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Umriss: mit der äußeren Kontur abschließen; nichts Wichtiges verdecken (Kennzeichen, Rückstrahler). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Leuchten: Bei seitlichem Überstand: vorn weiß, hinten rot; Leitungen und Stecker gegen Abreißen sichern. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 

 5) Typische Beispiele (LoF‑Praxis) 

 

 Frontmähwerk ragt seitlich 45 cm heraus: Zusatz‑Begrenzungsleuchten (weiß) vorn, Schlussleuchten + Rückstrahler (rot) am Mähwerk; vorn und hinten Warntafeln. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Ballen‑Spiess hinten ragt 1,2 m über Schlussleuchten: Zusatz‑Schlussleuchte und Rückstrahler am Spießende, hinten Warntafel; spitze Zinken abdecken . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 Schneeschild (Überbreite): Warntafeln vorn und hinten; seitliche Zusatz‑Leuchten; Umrissleuchten bei LoF nicht erforderlich, aber zulässig. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 

 6) 60‑Sekunden‑Check vor Fahrtbeginn 

 

 [ ] Gefährliche Spitzen/Kanten abgedeckt oder eingefahren (Transportstellung verriegelt). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 [ ] Seitlicher Überstand? → Zusatz‑Leuchten/Reflektoren am Anbaugerät montiert (Kabel gesichert). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 [ ] Heck‑Überstand > 1,0 m? → Schlussleuchte + Rückstrahler am äußersten Ende. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 [ ] Warntafeln korrekt: Richtung, Höhe ≤ 1 000 mm, nichts verdeckt. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/BJNR067910012.html?utm_source=openai)) 

 [ ] Ladung statt Anbaugerät? → Regeln StVO § 22 (Fahne/Leuchte) anwenden. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/BJNR036710013.html?utm_source=openai)) 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Dein Frontlader mit Palettengabel ragt seitlich 50 cm heraus. Welche Leuchten und Warntafeln brauchst du? Begründe mit den Grenzwerten. 

 Ein Heckgerät ragt 1,3 m über die Schlussleuchten hinaus. Welche Beleuchtung/Reflektoren sind wo anzubringen? 

 Du transportierst ein 6‑m‑Rohr, das 1,2 m nach hinten übersteht. Wie kennzeichnest du das am Tag, wie bei Dunkelheit? 

 

  

1.15 Überbreite, Überlänge, Zwillingsräder
1) Kerngrenzwerte nach StVZO 

 

 Breite 

 

 Allgemein: bis 2,55 m . 

 LoF‑Arbeitsgeräte bzw. LoF‑Zug-/Arbeitsmaschinen bei tatsächlichem LoF‑Einsatz : bis 3,00 m . 

 

 

 Höhe : bis 4,00 m . Landwirtschaftliche Produkte dürfen höher sein. 

 Länge 

 

 Einzelfahrzeug (z. B. Traktor, selbstfahrende Maschine): bis 12,00 m . 

 Fahrzeugzug (Zugmaschine + Anhänger): bis 18,75 m . 

 Durch überstehende Ladung ist eine Gesamtlänge vom bis zu 20,75m möglich. 

 

 

 Wichtig: Auf diese Maße werden keine Toleranzen gewährt. 

 

 2) So wird gemessen – was zählt mit? 

 

 Breite: „über alles“, Räder geradeaus, Anbauteile in Transportstellung. Nicht mitgezählt werden z. B. Spiegel, rückwärtige Arbeitsscheinwerfer, seitliche Blinker. Zwillingsräder zählen mit, ebenso fest angebaute Distanz-/Adaptersysteme. 

 Länge: inklusive aller im Straßenbetrieb mitgeführten Teile (z. B. Kupplungen, Arbeits-/Stützvorrichtungen in Transportstellung, Anbauwände). 

 Höhe: höchster fester Punkt in Straßenstellung. 

 Praxis: Kenne die tatsächliche Breite/Länge deines aktuellen Aufbaus (z. B. mit Zwillingsrädern oder angebautem Front-/Heckgerät). 

 

 3) „Überbreite“/„Überlänge“ – was ist ohne/mit Genehmigung erlaubt? 

 

 Ohne Sondergenehmigung 

 

 LoF‑Einsatz bis 3,00 m Breite (siehe oben). 

 Fahrzeugzug bis 18,75 m . 

 

 

 Mit Genehmigung (wenn ein Grenzwert überschritten wird, z. B. Breite > 3,00 m oder Zuglänge > 18,75 m):

 

 Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO (fahrzeug-/bauartbezogen), und 

 Erlaubnis nach § 29 Abs. 3 StVO (streckenbezogen, ggf. Auflagen; Großraum-/Schwertransport). 

 

 Mögliche Auflagen: festgelegte Route/Zeiten, Geschwindigkeitsbegrenzung, Begleitfahrzeug, zusätzliche Kennzeichnung/Beleuchtung, Dokumentenmitführung. 

 

 

 4) Zwillingsräder (Zwillingsbereifung) 

 

 Zulässig , aber sie fließen in die Gesamtbreite ein. Überschreitet die Breite dadurch 3,00 m (LoF), ist das genehmigungspflichtig (siehe Punkt 3). 

 Technik/Unterlagen: Distanzringe, Adaptersysteme und Spurverbreiterungen benötigen ABE/Teilegutachten bzw. Eintragung. Nachweise mitführen. 

 Montage/Sicherheit: Freigängigkeit (Kotflügel/Leitungen) prüfen, Anzugsmomente einhalten, Reifenlast/Luftdruck passend zur Achslast und Geschwindigkeit wählen, Sicht nach hinten (Spiegel) sicherstellen. 

 Messhinweis: Gemessen wird die größte feste Breite – der „Reifenbauch“ an der Bodenauflage wird nicht separat berücksichtigt. 

 

 5) Fahr‑ und Sicherheitsregeln bei großen Abmessungen 

 

 Fahrtechnik: Kurven großzügiger anfahren (Innen­schlepp/außen Ausschwenken beachten), ausreichende Seitenabstände lassen, Überholen besonders vorsichtig. 

 Sichtbarkeit: Ragen Anbaugeräte über die Lichtkanten hinaus, sind zusätzliche Leuchten/Reflektoren am Gerät nötig (vgl. Kapitel 1.14). 

 Routenplanung: Engstellen, Brücken und enge Kreisverkehre meiden; ggf. Tagesrandzeiten fahren und behördliche Auflagen beachten. 

 Geschwindigkeit: an Breite/Länge, Sicht und Fahrbahn anpassen; ausreichender Sicherheitsabstand. 

 

 6) 60‑Sekunden‑Check vor Fahrtbeginn 

 

 [ ] Gesamtbreite/Länge/Höhe gemessen und innerhalb 3,00 m / 18,75 m / 4,00 m? 

 [ ] Zwillingssystem mit ABE/Eintragung? Nachweise an Bord? 

 [ ] Anbaugerät in Transportstellung? Ragt es über Lichtkanten hinaus? → Zusatzleuchten/Reflektoren montiert (vgl. 1.14). 

 [ ] Grenzen überschritten? → § 70 StVZO + § 29(3) StVO + Auflagen vorhanden (Bescheid/Route/Zeitfenster/Begleitung). 

 [ ] Spiegel/Sicht geprüft; Reifendruck und Anzugsmomente kontrolliert. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Dein Traktor mit Zwillingsrädern misst 3,05 m Breite. Darfst du ohne Sondergenehmigung fahren? Begründe. 

 Ein Gespann (Traktor + Anhänger) misst 18,90 m . Was ist vor Fahrtantritt zu veranlassen? 

 Du rüstest von Einzel‑ auf Zwillingsbereifung mit Distanzringen um. Welche Unterlagen musst du mitführen? 

 

  

2. Technik und Sicherungseinrichtungen
Wissen Klasse T

2.1 Bremsen
1) Wichtige Begriffe & Systemübersicht 

 

 Betriebsbremse (Fußbremse): Wirkt auf alle/mehrere Räder; dosierbar; Hauptbremse im Fahrbetrieb. 

 Feststellbremse (Parkbremse): Mechanisch/hydraulisch gesichert; Fahrzeug im Stand gegen Wegrollen sichern. Nicht zum Verzögern während der Fahrt. 

 Zusatzbremsen: Motorbremse/Getriebebremse/Retarder. Entlasten die Betriebsbremse, vor allem bergab. 

 Anhängerbremse (Übersicht): Auflauf-, hydraulische oder druckluftbetätigte Bremse; Details in späteren Kapiteln . Abreißsicherung prüfen. 

 ABS/ASR/ESC/EBS: Fahrerassistenz für Stabilität. ABS verhindert Blockieren – Pedal bei Vollbremsung fest halten und lenken. 

 Rechtsgrundlagen (Hinweis): StVZO § 41 (Bremsanlagen), StVO § 3 (Geschwindigkeit), § 4 (Abstand) – vorausschauend, situationsangepasst fahren. 

 

 2) Schritt‑für‑Schritt: Sicher bremsen 

 

 Blick & Vorbereitung: Weit voraus schauen, früh Gas weg. Beide Hände ans Lenkrad. 

 Normale Bremsung: Druck stetig steigern. Kupplung erst spät treten, damit die Motorbremse mitwirkt. 

 Gefahrbremsung: Bremse voll durchtreten, Kupplung zügig dazu , damit der Motor nicht abwürgt. Mit ABS: Pedal halten und dorthin lenken, wo du hinwillst. Ohne ABS: Treten und festhalten, lenken ist nur möglich wenn die Bremse gelöst wird! 

 Mit Anhänger/Zug: Gerade halten, keine ruckartigen Lenkbewegungen. Tempo früh reduzieren, Abstand vergrößern. 

 Bergab: Rechtzeitig einen kleinen Gang wählen, Zusatz-/Motorbremse nutzen, keine Dauer‑Schleichbremsung (Überhitzungsgefahr). 

 

 3) Physik und Faustformeln – einfach erklärt 

 

 Reaktionszeit: ca. 1 s (Ablenkung, Müdigkeit = länger). Faustformel Reaktionsweg: v/10 * 3 (m), v in km/h. 

 Bremsweg (trocken, gut Reifen): (v/10) * (v/10) (m). Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg. 

 Beispiele: 

 

 50 km/h: Reaktion ≈ 15 m + Bremsweg ≈ 25 m →  ≈ 40 m Anhalteweg. 

 80 km/h: Reaktion ≈ 24 m + Bremsweg ≈ 64 m → ≈ 88 m Anhalteweg. 

 

 

 Wichtig: Mit Anhänger, Nässe/Schnee, Gefälle oder Beladung wird der Weg deutlich länger. 

 

 4) Einflussfaktoren auf den Bremsweg 

 

 Geschwindigkeit: Verdoppelt sich v, vervierfacht sich (näherungsweise) der Bremsweg. 

 Reifen: Profil, Gummi, Luftdruck, Temperatur. 

 Fahrbahn: Nässe, Schmutz, Schotter, Eis → weniger Grip. 

 Beladung/Anhänger: Höheres Gewicht, ungünstige Achs‑/Stützlasten verlängern den Weg und verschlechtern die Spurtreue. 

 Gefälle: Hangabtriebskraft addiert sich → niedriger Gang, Motorbremse. 

 Bremsanlage: Zustand/Temperatur (Fading), gleichmäßige Wirkung links/rechts. 

 Assistenzsysteme: ABS hält lenkbar, ersetzt aber keinen Abstand. 

 

 5) Prüfungen/Checks und Bremsprobe 

 

 Sicht‑/Funktionscheck vor Fahrt: Pedalweg und ‑gefühl (nicht schwammig), Warnlampen (ABS) aus, Bremsflüssigkeits‑/Druckanzeige i. O., Leitungen dicht (Hydraulik/Luft), Feststellbremse löst vollständig. 

 Bremsprobe: 

 

 Standprobe: Hält das Fahrzeug am leichten Hang? Zieht die Feststellbremse sicher? 

 Rollprobe (10–15 km/h): Kräftig bremsen → der Zug bleibt spurtreu , keine einseitige Blockier‑/Schlingerneigung. 

 

 

 Mit Anhänger: Leitungen spannungsfrei verlegt, Kupplung gesichert, Abreißsicherung korrekt, keine Lecks; Bremswirkung passt zum Zug (kein „Schieben“). 

 

 6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 Zu spätes/zu zaghaftes Bremsen → vorausschauend fahren, früh Druck aufbauen. 

 Kupplung zu früh gedrückt → Normalbremsung: Kupplung erst kurz vor Stillstand (mehr Verzögerung, bessere Stabilität). 

 Bei ABS Pedal lösen → falsch; halten und lenken. 

 Bergab im Leerlauf → verboten/gefährlich; kleiner Gang + Zusatzbremsen. 

 Abstand zu gering → mindestens 2‑Sekunden‑Regel; mit Anhänger/Nässe eher 3 s. 

 Dauerbremsen → Fading → Bremsphasen mit Motorbremse kombinieren, Abkühlpausen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich bremse vorausschauend und dosiert, halte Abstand , nutze bergab die Motorbremse und mache vor der Fahrt eine Bremsprobe . In Gefahr: voll bremsen , Kupplung zügig , blickführen und lenken .“ 

 

 Praxis‑Drill „Brems‑Check & Bremsprobe“ (3–5 Min.) 

 

 Kontrollleuchten prüfen (ABS aus, keine Warnung), Pedalgefühl testen. 

 Hydraulik/Luft: Füllstand/Druck i. O.; Leitungen dicht und spannungsfrei. 

 Feststellbremse: Hält sicher am leichten Hang. 

 Rollprobe 10–15 km/h: Kräftig bremsen → Spurtreue prüfen; mit ABS Pedal halten. 

 Bergab‑Strategie festlegen: passender Gang + Motorbremse. 

 

 

 [ ] Pedal fest, Weg normal 

 [ ] Warnlampen aus, Druck/Füllstand i. O. 

 [ ] Leitungen dicht/korrekt verlegt 

 [ ] Rollprobe spurtreu bestanden 

 [ ] Bergab‑Plan steht 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Poster/Fotokarten: Anhalteweg vs. Geschwindigkeit (Faustformeln), Reifen‑Einfluss. 

 Kurzvideos (30–60 s): Gefahrbremsung mit/ohne ABS, richtige Pedaltechnik. 

 Hof‑Demo: Markierte Bremswege (30/50/80 km/h) zum Einschätzen; „Fading‑Versuch“ im sicheren Rahmen erklären. 

 Checklisten‑Kärtchen/QR: „Brems‑Check & Bremsprobe“ (Fahrschule Eling) fürs Handschuhfach. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Wie lautet die Faustformel für Reaktions‑ und Bremsweg? Rechne für 80 km/h. 

 Warum trittst du bei der Normalbremsung die Kupplung erst kurz vor dem Stillstand? 

 Was machst du bei einer Gefahrbremsung mit ABS – und was ohne ABS? 

 Nenne drei Einflussfaktoren , die deinen Bremsweg deutlich verlängern. 

 Wie gehst du eine lange Bergabfahrt mit Zug an? 

 

 Hinweis: Spezielle Bremsanlagen (Auflauf-, hydraulische, Druckluft‑, elektrische Systeme, ALB/EBS) und deren Besonderheiten folgen in den nächsten Abschnitten zu 2.x.

2.1.1 Betriebsbremse, hydraulische Bremse
1) Aufbau & Begriffe 

 

 Pedal (Betriebsbremse): Beim Traktor oft geteilt (linkes/rechtes Pedal) für enge Wendungen auf dem Feld. Auf der Straße: Pedale koppeln! 

 Hauptbremszylinder (HBZ): Wandelt Pedaldruck in hydraulischen Druck um. 

 Bremskraftverstärker: Unterdruck-/Hydraulik‑Verstärkung → weniger Pedalkraft nötig. 

 Zweikreis‑System: Zwei unabhängige Kreise (z. B. diagonal oder achsweise) für Sicherheit bei Ausfall eines Kreises. 

 Leitungen/Schläuche: Stahlleitungen und flexible Bremsschläuche leiten den Druck zu den Rädern. 

 Radbremsen: Scheibenbremsen, Trommelbremsen oder bei Traktoren häufig Nasslamellenbremsen in den Achsen. 

 Ausgleichsbehälter: Enthält Bremsflüssigkeit (hygroskopisch – zieht Wasser), Füllstand MIN/MAX. 

 ABS (falls vorhanden): Verhindert Blockieren, Fahrzeug bleibt lenkbar. 

 Abgrenzung: Feststellbremse = Fahrzeug im Stand sichern (separates System). Hydraulische Anhängerbremse kommt in 2.1.3 gesondert. 

 

 2) Bedienung & Fahrtechnik 

 

 Vor Fahrtbeginn: Pedalweg prüfen (fest, nicht schwammig), Warnlampen aus, Bremsflüssigkeitsstand zwischen MIN/MAX. 

 Normale Bremsung: Druck gleichmäßig aufbauen; Kupplung erst kurz vor Stillstand , damit die Motorbremse mithilft. 

 Gefahrbremsung: Bremse voll , Kupplung zügig dazu; mit ABS: Pedal halten und lenken. 

 Bergab: Früher, kleiner Gang + Motor-/Getriebebremse einsetzen; keine Dauer‑Schleichbremsung (Fading‑Gefahr). 

 Mit Anhänger/Zug: Gerade halten, Abstand vergrößern, Tempo früh senken. Bremsprobe durchführen (s. u.). 

 Traktor‑Spezial: Straßenfahrt nur mit gekoppelten Pedalen; getrennt nur für langsame Feldmanöver auf abgesperrtem Gelände. 

 

 3) Typische Störungen – erkennen & reagieren 

 

 Schwammiges Pedal / langer Weg: Luft im System oder Flüssigkeit überhitzt → anhalten , abkühlen lassen; Werkstatt/Entlüften. 

 Pedal sinkt langsam durch: Dichtungs-/Leckproblem → sofort stoppen , Pannenhilfe. 

 Schiefziehen beim Bremsen: Ungleiche Bremswirkung (Beläge, Leitungen, Luftdruck) → vorsichtig, prüfen lassen. 

 Fading (nach langer Bergabfahrt): Wirkung lässt nach, Geruch → Pause, kleinerer Gang, Zusatzbremsen nutzen. 

 Warnleuchte (BRAKE/ABS): Funktion eingeschränkt → defensiv fahren, prüfen lassen; ABS‑Störung: Bremsen möglich, aber ohne ABS‑Hilfe. 

 

 4) Pflege/Wartung – was du prüfen solltest 

 

 Bremsflüssigkeit: Richtige Sorte nach Hersteller (z. B. DOT‑Klasse) verwenden, nicht mischen ; regelmäßig wechseln (Herstellerintervall), da hygroskopisch → Siedepunkt sinkt. 

 Dichtheit: Keine feuchten Stellen an HBZ, Radbremsen, Leitungen/Anschlüssen. 

 Schläuche/Leitungen: Risse, Aufquellen, Scheuerstellen → tauschen; Korrosion an Leitungen im Blick behalten. 

 Pedalspiel/Kopplung: Freigängigkeit, Rückstellung, Straßenfahrt nur mit gekoppelten Pedalen. 

 Nach Arbeiten am System: Immer fachgerecht entlüften und Bremsprobe machen. 

 

 5) Bremsprobe mit Zugfahrzeug (hydraulische Betriebsbremse) 

 

 Standprobe: Auf leichtem Gefälle halten; Pedal fest? Fahrzeug rollt nicht? 

 Rollprobe (10–15 km/h): Kräftig bremsen → Fahrzeug/Zug bleibt spurtreu , kein Ausbrechen/Schlingern. 

 Nach kurzer Bergabfahrt: Erneut prüfen (Wirkung/Fading), ggf. Abkühlpause. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich fahre mit gekoppelten Pedalen auf der Straße, prüfe Pedal , Bremsflüssigkeit und Warnlampen , bremse früh und dosiert und nutze bergab die Motorbremse . In Gefahr: voll bremsen , Kupplung zügig , lenken .“ 

 

 Praxis‑Drill „Hydraulik‑Betriebsbremse“ (3–5 Min.) 

 

 Flüssigkeitsstand checken, Pedalgefühl testen, Straßenfahrt: Pedale koppeln . 

 Standprobe am leichten Hang; anschließend Rollprobe 10–15 km/h. 

 Bergab‑Plan: kleiner Gang, Motor-/Getriebebremse; keine Dauerbremsung. 

 Nach Probe: Sichtkontrolle auf Leckspuren/Überhitzungsgeruch. 

 

 

 [ ] Pedal fest, Weg normal 

 [ ] Bremsflüssigkeit i. O. 

 [ ] Pedale gekoppelt (Straße) 

 [ ] Stand‑/Rollprobe bestanden 

 [ ] Bergab‑Strategie festgelegt 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Poster/Fotokarten: Schema Hydraulikbremse (HBZ, Leitungen, Radbremsen), Pedal‑Kopplung Traktor. 

 Kurzvideos (30–60 s): Gefahrbremsung mit ABS, richtige Kupplungsbetätigung bei Normalbremsung. 

 Hof‑Demo: Bremsflüssigkeit alt vs. neu (Siedepunkt), Pedal getrennt/gekoppelt vergleichen (nur Gelände!). 

 Checkliste/QR: „Brems‑Check Hydraulik“ fürs Handschuhfach (Fahrschule Eling). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum müssen beim Traktor die getrennten Bremspedale auf der Straße gekoppelt sein? 

 Woran merkst du, dass sich Luft im System befindet – und wie reagierst du? 

 Warum wird alte Bremsflüssigkeit gefährlich, besonders bei Bergabfahrten? 

 Wie erkennst du Fading und was ist deine sichere Reaktion? 

 Welche Schritte gehören zur Rollprobe (10–15 km/h) mit dem Zugfahrzeug? 

 

 Hinweis: Rechtsgrundlagen u. a. StVZO § 41 (Bremsanlagen). Die hydraulische Anhängerbremse (Einleiter) und andere Bremssysteme behandeln wir in den nächsten Unterkapiteln 2.1.x.

2.1.2 Druckluftbremse
1) Aufbau & Begriffe 

 

 Zweileiter‑System (Standard): Rot = Vorratsleitung (Versorgung), Gelb = Steuerleitung (Bremssignal). Alternativ: Duomatic (Kombi‑Kupplung). 

 Kompressor mit Lufttrockner/Wasserabscheider → trockene, saubere Druckluft. 

 Frostschutzpumpe: Noch weit verbreitet, Sommer/ Winterbetrieb einstellen, Frostschutzmittel regelmäßig prüfen 

 Mehrkreisschutzventil und Vorratsbehälter → getrennte Kreise, Ausfallsicherheit. 

 Fußbremsventil am Schlepper und Anhänger‑Bremsventil/Relaisventil im Anhänger. 

 Bremszylinder am Anhänger (Trommel/Scheibe), ggf. Federspeicher für Feststell-/Notbremse. 

 ALB (Automatische lastabhängige Bremskraftregelung) am Anhänger → passt Bremskraft an die Beladung an. 

 Altbestand: Einleiter (eine Leitung) kommt noch vor, aber ist technisch überholt. Nicht mit Zweileiter mischen. 

 

 2) Richtig kuppeln & in Betrieb nehmen 

 

 Papiere/Kompatibilität: Traktor/Anhänger beide Zweileiter ? Kupplungen/Schlauchlängen passend? Abreißsicherung vorhanden? 

 Drucklos kuppeln: Schmutz von den Köpfen wischen. Leitungen spannungsfrei führen (keine Knicke/Scheuerstellen). 

 Reihenfolge: Erst gelb (Steuer) , dann rot (Vorrat) kuppeln. Rot ist nie allein! Bei Duomatic: sauber mittig einrasten lassen. 

 Druck aufbauen: Warten, bis Betriebsdruck erreicht ist (Anzeige im grünen Bereich, Warnlampe aus). 

 Dichtheit prüfen: Horchen, Sichtkontrolle; Pedal drücken und halten → Druck bleibt stabil, kein deutliches Nachpumpen. 

 Leitungen sichern: So verlegen, dass auch bei Volleinschlag/Ein- und Ausfederung nichts spannt. 

 

 3) Fahrtechnik & Sicherheit 

 

 Bremsprobe vor Abfahrt: Standprobe am leichten Hang, anschließend Rollprobe bei 10–15 km/h → Zug bleibt spurtreu . 

 Gerade halten: Beim kräftigen Bremsen keine ruckartigen Lenkbewegungen; Abstand größer wählen. 

 Bergab: Früher kleiner Gang + Motor-/Getriebebremse; keine Dauer‑Schleichbremsung (Fading‑Gefahr). 

 ALB im Blick: Leer → geringere Bremskraft, beladen → höhere. Falsch eingestellte/defekte ALB = instabiles Bremsen. 

 ABS/EBS (falls vorhanden): Bei Vollbremsung Pedal halten und lenken; keine „Pumpbremsung“ mit ABS. 

 

 4) Typische Fehlerbilder & wie du reagierst 

 

 Druck baut nicht auf/zu langsam: Leck, Kompressor/Trockner Problem → anhalten, prüfen lassen. 

 Ständiges Zischen/Druckabfall: Undichtheiten an Kupplungen/Schläuchen → nicht weiterfahren, Dichtungen/Schläuche prüfen. 

 Schiefziehen beim Bremsen: Ungleiche Bremswirkung/ALB‑Problem → defensiv, Werkstatt. 

 Kondenswasser/Eis im System: Trockner warten; bei Anlagen mit Hand‑Ablass regelmäßig entleeren (Herstellerangaben). 

 Frostschutzpumpe: regelmäßig   Anlagen mit Hand‑Ablass regelmäßig entleeren. 

 Abriss/Leitungsbruch (Notbremsfunktion): Fällt der Vorratsdruck aus, bremst der Anhänger automatisch (Zug bleibt möglichst gerade halten). Abreißsicherung korrekt befestigen! 

 

 5) Pflege & Wartung 

 

 Kupplungsköpfe/Dichtungen: Sauber halten, Dichtungen unbeschädigt; nur geeignete Pflegemittel nach Hersteller. 

 Schläuche/Leitungen: Auf Risse, Quetschungen, Scheuerstellen prüfen; Halterungen/Nippel fest. 

 Lufttrockner: Kartusche/Service nach Intervall; so verhinderst du Korrosion/Vereisung. 

 Druckanzeige/Warnsysteme: Funktion der Manometer/Warnlampen regelmäßig checken. 

 

 6) Bremsprobe mit Zweileiter‑Anlage (kurz & praxisnah) 

 

 Vorbereitung: Kuppeln (rot → gelb), Abreißsicherung, Leitungen frei verlegt. 

 Druck: Motor laufen lassen bis Betriebsdruck erreicht; Warnlampe aus. 

 Dichtheit: Bremse treten/halten → kein deutlicher Druckabfall, kein Zischen. 

 Standprobe: Leichtes Gefälle: Zug hält sicher. 

 Rollprobe 10–15 km/h: Kräftig bremsen → Zug bleibt spurtreu, kein Schlingern/Blockieren. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich kupple rot vor gelb , warte den Betriebsdruck ab, prüfe Dichtheit und mache eine Stand‑ und Rollprobe . Bergab nutze ich die Motorbremse – Vollbremsung: Pedal halten und lenken .“ 

 

 Praxis‑Drill „Druckluft – Startklar in 3–5 Min.“ 

 

 Köpfe reinigen, rot → gelb kuppeln (oder Duomatic sauber einrasten), Abreißsicherung an festem Punkt. 

 Betriebsdruck abwarten, Warnlampe aus; Leitungen spannungsfrei prüfen. 

 Standprobe + Rollprobe (10–15 km/h) durchführen. 

 Sicht-/Horchkontrolle: keine Lecks, keine Scheuerstellen. 

 

 

 [ ] Rot/Gelb korrekt gekuppelt 

 [ ] Betriebsdruck i. O., Warnung aus 

 [ ] Dichtheit gegeben 

 [ ] Stand‑/Rollprobe ok 

 [ ] Leitungen frei verlegt 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Poster/Fotokarten: Schema Zweileiter (rot/gelb), ALB‑Wirkprinzip, Duomatic‑Kopf. 

 Kurzvideos (30–60 s): Kuppeln rot/gelb, Dichtheitscheck, Rollprobe. 

 Hof‑Demo: „Fehlerbild‑Parcours“: geknickter Schlauch vs. korrekt verlegt; ALB leer/beladen vergleichen. 

 Checkliste/QR: „Druckluft‑Startcheck“ (Fahrschule Eling) fürs Handschuhfach. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Aufgabe haben rot e und gelbe Leitung im Zweileiter‑System? 

 Warum wartest du vor der Abfahrt den Betriebsdruck ab – und wie erkennst du ihn? 

 Was macht die ALB und was passiert, wenn sie falsch eingestellt/defekt ist? 

 Nenne drei Anzeichen für Undichtheit an der Druckluftanlage. 

 Wie gehst du eine lange Bergabfahrt mit Zug an, um Fading zu vermeiden? 

 

 Hinweis: Rechtsgrundlagen u. a. StVZO § 41 (Bremsanlagen), technische Auslegung meist nach ECE‑R13. Details zu Einleiter/ALB‑Einstellung kommen in den folgenden 2.1.x‑Abschnitten.

2.1.3 Auflaufbremse und Feststellbremse
1) Auflaufbremse – Prinzip & Aufbau 

 

 Funktionsprinzip: Beim Bremsen läuft der Anhänger auf das Zugfahrzeug auf. Die Deichsel (Auflaufeinrichtung) wird zusammengeschoben, ein Bremshebel betätigt über Gestänge/Bowdenzüge (oder Hydraulik) die Radbremsen. 

 Bauteile: Auflaufeinrichtung mit Dämpfer , Zugkugelkupplung (ggf. mit Stabilisator ), Gestänge/Bowdenzüge, Radbremsen (meist Trommel), Automatik fürs Rückwärtsfahren (Rückfahrautomatik). 

 Rückwärtsfahren: Moderne Anlagen haben eine Rückfahrautomatik, die die Bremswirkung beim Rückwärtsrollen reduziert. Ältere Systeme besitzen ggf. einen manuellen Rückfahrhebel (nur kurzzeitig nutzen, danach wieder lösen!). 

 Abreißsicherung (Abreißseil): Zwingend bei gebremsten Anhängern mit Auflaufbremse. Seil an einem festen Punkt des Zugfahrzeugs oder einer dafür vorgesehenen Öse sichern – nicht nur um die Kugel legen . 

 

 2) Feststellbremse – Zweck & Handhabung 

 

 Zweck: Sichert Fahrzeug/Anhänger im Stand gegen Wegrollen. Nicht zum Verzögern während der Fahrt. 

 Trailer‑Feststellbremse: Handhebel am Anhänger wirkt mechanisch auf die Radbremsen. Hebel ganz durchziehen, Rastung prüfen . 

 Zugfahrzeug‑Feststellbremse: Handbremse oder elektrische Parkbremse (EPB). Beim An‑/Abkuppeln immer zuerst das Zugfahrzeug sichern. 

 Zusatzsicherung: Unterlegkeile an Steigungen/bei Arbeiten am angekuppelten Anhänger verwenden. 

 

 3) Praxis: Kuppeln, Check & Bremsprobe 

 

 Vorbereitung: Anhänger gegen Wegrollen sichern (Feststellbremse + Keile). Kugelkopf/ Kupplung sauber, Stützlast im Blick. 

 Ankuppeln: Kupplung ganz aufsetzen, Verriegelung einrasten , optische/ mechanische Anzeige kontrollieren. Stützrad hochkurbeln und sichern. 

 Wenn Abreißseil: An fester Öse/Adapter am Zugfahrzeug befestigen; Leitung spannungsfrei verlegen. 

 Lösen der Trailer‑Feststellbremse: Erst wenn alles korrekt verriegelt ist und das Zugfahrzeug gesichert steht. 

 Funktionscheck: Rollprobe 10–15 km/h auf freier Fläche: kräftig bremsen → Zug bleibt spurtreu, kein Schlingern, keine ungewöhnlichen Geräusche. 

 

 4) Fahrtechnik mit Auflaufbremse 

 

 Vorausschauend fahren: Früh Gas wegnehmen, sanft bremsen → die Auflaufbremse arbeitet dann gleichmäßig, weniger Hitze, weniger Verschleiß. 

 Abstände vergrößern: Der Bremsweg des Zugs ist länger als solo. 

 Bergab: Passender kleiner Gang + Motorbremse. Keine Dauer‑Schleichbremsung (Fading‑Gefahr). 

 Enge Kurven/Unebenheiten: Bei Mehrachsern kann die Mechanik kurz ansprechen („Rubbeln“) – Tempo anpassen, sauber lenken. 

 

 5) Typische Fehlerbilder & Reaktion 

 

 Ruckartiges Bremsen/Nicken: Dämpfer in der Auflaufeinrichtung verschlissen → Werkstatt prüfen lassen. 

 Schiefziehen beim Bremsen: Ungleich eingestellte/verschlissene Radbremsen oder Züge → defensiv fahren, Werkstatt. 

 Bremswirkung schwach/langes Pedalgefühl: Gestänge/Zug nachstellen lassen; Beläge evtl. verölt/verschlissen. 

 Rückwärts blockiert: Rückfahrautomatik defekt/verklemmt oder manueller Rückfahrhebel noch eingelegt → anhalten, Ursache beheben. 

 Abreißseil falsch befestigt/verdreht: Korrekt an Öse montieren, Seil frei führen. Bei Abriss bremst der Anhänger selbsttätig stark ab – Zug gerade halten , kontrolliert anhalten. 

 

 6) Wartung & Pflege (kurz) 

 

 Auflaufeinrichtung/Dämpfer regelmäßig prüfen (Spiel, Leichtgängigkeit, Dichtheit). 

 Bowdenzüge/Gestänge leichtgängig, korrekt eingestellt, kein Rost/Quetschungen. 

 Bremsbeläge/Trommeln: Verschleißgrenze beachten; Radlager spielfrei. 

 Kupplung und Stützrad: Verriegelungen funktionieren, kein übermäßiges Spiel. 

 Abreißseil/D‑Ring/Öse: unbeschädigt, ausreichend dimensioniert. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Auflaufbremse: sanft vorausschauend bremsen, bergab Motorbremse . Abreißseil an fester Öse sichern. Feststellbremse nur im Stand – beim Kuppeln immer zuerst das Zugfahrzeug sichern.“ 

 

 Praxis‑Drill „Auflauf + Feststellbremse“ (3–5 Min.) 

 

 Zugfahrzeug fest (Parkbremse), Trailer gesichert (Feststellbremse + Keil). 

 Ankuppeln, Verriegelung prüfen, Stützrad hoch; Abreißseil korrekt einhängen. 

 Trailer‑Feststellbremse lösen, kurze Rollprobe 10–15 km/h, kräftig bremsen. 

 Nachprobe: Sicht/Horch – keine Klapper‑ oder Schleifgeräusche, Deichsel bewegt sich gedämpft. 

 

 

 [ ] Kupplung verriegelt 

 [ ] Abreißseil fest am Fahrzeugpunkt 

 [ ] Stützrad gesichert 

 [ ] Rollprobe spurtreu 

 [ ] Keine ungewöhnlichen Geräusche/Vibrationen 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Wie funktioniert die Auflaufbremse in einem Satz? 

 Wozu dient der Dämpfer in der Auflaufeinrichtung – was merkst du, wenn er defekt ist? 

 Wie und wo befestigst du das Abreißseil richtig? 

 Welche Reihenfolge ist beim Ankuppeln wichtig (Sichern – Kuppeln – Abreißseil – Feststellbremse)? 

 Warum ist bergab die Motorbremse so wichtig – was passiert bei Dauerbremsen? 

 

 Hinweis: Rechtsgrundlagen u. a. StVZO § 41 (Bremsanlagen). Details zu besonderen Varianten (z. B. hydraulisch betätigte Auflaufbremsen, Sonderkupplungen) behandeln wir in späteren Unterkapiteln.

2.1.4 Einzelradbremsen
1) Begriff & Abgrenzung 

 Einzelradbremsen sind Bremsen, die an jedem Rad wirken. Heute Standard bei Pkw, Lkw, Anhängern und modernen Traktoren. Sie ersetzen bzw. ergänzen ältere Zentral‑/Getriebebremsen , die nur auf eine Welle wirkten. 

 

 Vorteile: stabile Spurtreue, kürzere Bremswege, Regelbarkeit durch ABS/ESC, weniger Überlastung einzelner Bauteile. 

 Hinweis Traktor: Geteilte Pedale betätigen die Hinterrad‑Einzelbremsen links/rechts. Auf der Straße: Pedale koppeln! 

 

 2) Bauarten der Radbremsen 

 

 

 

 Bauart 

 Wirkprinzip 

 Stärken 

 Typische Fahrzeuge 

 

 

 

 

 Scheibenbremse (Festsattel/Schwimmsattel) 

 Beläge pressen auf Bremsscheibe → Reibung 

 gute Kühlung, standfest, leicht dosierbar 

 vorn bei Pkw/Lkw fast immer; hinten oft auch 

 

 

 Trommelbremse (Simplex/Duplex) 

 Bremsbacken drücken nach außen in Trommel 

 selbstverstärkend, geschützt gegen Schmutz 

 häufig an Hinterachsen, leichtere Anhänger 

 

 

 Nasslamellenbremse (Ölbad) 

 Mehrere Lamellenpakete im Achs‑/Nabenöl 

 sehr haltbar, unempfindlich, hohe Dauerlast 

 Traktoren, Baumaschinen, schwere Achsen 

 

 

 

 

 Aktuatoren: Hydraulikzylinder (Pkw/Traktor) oder Druckluft‑Bremszylinder/Federspeicher (Lkw/Anhänger) betätigen die Radbremsen. 

 Regelsysteme: ABS (blockierfrei), EBV/EBD (elektronische Bremskraftverteilung), ESC (Stabilitätsregelung) wirken radselektiv . 

 

 3) Bedienung & Fahrtechnik (Praxis) 

 

 Vor Fahrt: Sichtprüfung auf Leckspuren, beschädigte Schläuche/Leitungen, ungewöhnlichen Belaggeruch. Pedalweg/Vorratsdruck i. O. 

 Bremsprobe: Rollprobe 10–15 km/h → kräftig bremsen. Der Zug bleibt spurtreu , zieht nicht zur Seite. 

 Bergab: geeigneter kleiner Gang , Motorbremse nutzen; keine Dauer‑Schleichbremsung (Fading‑Gefahr). 

 Nass/Schmutz: Nach Wasser-/Matschdurchfahrt kurz trockenbremsen (vorsichtig, ohne Hintermann zu gefährden) – Trommeln/Scheiben trocknen. 

 Traktor (Offroad): Einzelpedale nur auf Feld/Wiese für enge Wendungen oder zum Geradeziehen bei Traktionsverlust einsetzen; Straße = Pedale gekoppelt. 

 

 4) Typische Fehlerbilder & was du merkst 

 

 Fahrzeug zieht beim Bremsen zur Seite: ein Rad bremst stärker/schwächer (Belag verölt/verglast, Zylinder schwergängig, ALB/Verteilung falsch) → defensiv weiter, Werkstatt. 

 Rubbeln/Vibrationen im Pedal: verzogene Bremsscheibe, ungleichmäßige Trommel, Beläge verschlissen. 

 Langer, weicher Pedalweg: Luft im System, Leck, überhitzte Beläge → anhalten, Ursache prüfen lassen. 

 Heißes Rad/Brandgeruch: Schleifen/festgehender Sattel oder Nachsteller defekt → Stopp, abkühlen lassen, prüfen. 

 Blockierende Räder ohne ABS‑Eingriff: Raddrehzahlsensor/ABS‑Ring verschmutzt/defekt → Warnlampe beachten. 

 

 5) Wartung & Einstellung (Kurzüberblick) 

 

 Beläge/Backen: Mindestdicke einhalten, keine Öl-/Fettspuren, gleichmäßiger Abrieb. 

 Scheiben/Trommeln: Verschleißmaß, Riefen, Schlag prüfen; Radlager spielfrei. 

 Nachsteller: Trommelbremsen meist automatisch, Funktion prüfen; manuell nur nach Herstellervorgabe. 

 Hydraulik/Druckluft: Dichtheit, Leitungsführung, Manschetten; bei Druckluft: Entwässerung/Lufttrockner warten. 

 Nasslamellen: Ölqualität/Stand nach Herstellervorgabe; keine Metallspäne/Verfärbungen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Einzelradbremsen arbeiten an jedem Rad – für Spurtreue und kurze Bremswege. Probe bremsen , auf gleichmäßige Wirkung achten; bergab Motorbremse . Traktor‑Pedale auf der Straße koppeln .“ 

 

 Praxis‑Drill „Radbremsen checken“ (2–3 Min.) 

 

 [ ] Sichtcheck: Leitungen/Schläuche, keine Lecks 

 [ ] Pedalweg/Druck i. O., Warnlampen aus 

 [ ] Rollprobe 10–15 km/h: spurtreu, kein Ziehen 

 [ ] Nach Bremsung: kein Geruch/Qualm, keine ungewöhnlichen Geräusche 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Was ist der Hauptunterschied zwischen Einzelradbremse und Zentral-/Getriebebremse? 

 Nenne je einen Vorteil von Scheiben‑, Trommel‑ und Nasslamellenbremse. 

 Woran erkennst du, dass ein Rad stärker bremst als die anderen? 

 Warum sind ABS/ESC mit Einzelradbremsen besonders wirkungsvoll? 

 Welche Schritte gehören zur kurzen Bremsprobe vor der Abfahrt? 

 

 Hinweis: Rechtsgrundlagen u. a. StVZO § 41 (Bremsanlagen); technische Anforderungen z. T. nach ECE‑R13. Details zur Einstellung von Verteilsystemen/ALB kommen in späteren Abschnitten.

2.1.5 Unterlegkeile
1) Zweck & Rechtsgrundlage 

 

 Zweck: Unterlegkeile sichern Anhänger beim Abstellen, An-/Abkuppeln und (Be-)Laden gegen Wegrollen. 

 Mitführen & Halterung: Keile müssen leicht zugänglich im oder am Fahrzeug in Halterungen mitgeführt werden; die Halterung muss Verlieren/Klappern verhindern. Haken oder Ketten sind als Halterungen unzulässig . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Vorzeigen: Keile gehören zu den mitzuführenden Gegenständen und sind auf Verlangen vorzuzeigen. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__31b.html?utm_source=openai)) 

 

 2) Anzahl – so viele Keile sind vorgeschrieben 

 Rechtsgrundlage: § 41 Abs. 14 StVZO. Entscheidend sind Bauart und Achszahl. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 

 Sattelanhänger: 2 Keile . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Starrdeichselanhänger (inkl. Zentralachsanhänger) > 750 kg zGG: 2 Keile . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Zweiachsige Anhänger > 750 kg zGG (ausgenommen Sattel- und Starrdeichselanhänger; z. B. Drehschemel-/Lenkdeichselanhänger ): 1 Keil . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Drei- und mehrachsige Fahrzeuge/Anhänger: 2 Keile . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Leichte Anhänger ≤ 750 kg zGG: keine Pflicht aus § 41 Abs. 14; in der Praxis dennoch sinnvoll, mind. 1 Keil mitzuführen (Sicherheit/Beladen). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Zusatzhinweis Zugfahrzeug: Kraftfahrzeuge (ausg. Gleiskettenfahrzeuge) mit zGG > 4 t: 1 Keil ; bei drei+ Achsen: 2 Keile . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 

 Merke zur Einordnung: Trifft mehr als eine Regel zu (z. B. dreiachsiger Anhänger und Starrdeichsel), gilt die höhere Keilzahl (= 2). 

 3) Typfälle – schneller Überblick 

 

 

 

 Fall 

 Beispiel 

 Pflicht 

 

 

 

 

 1‑achsiger Zentralachsanhänger, 1 300 kg 

 Pkw‑Kastenanhänger mit Kugelkupplung 

 2 Keile 

 

 

 2‑achsiger Drehschemelanhänger, 4 000 kg 

 Traktoranhänger mit Lenkdeichsel 

 1 Keil 

 

 

 3‑achsiger Tieflader 

 Baumaschinentransporter 

 2 Keile 

 

 

 Sattelanhänger 

 Sattelauflieger 

 2 Keile 

 

 

 Pkw‑Anhänger ≤ 750 kg 

 Leichter Freizeitanhänger 

 keine Pflicht (Empfehlung: 1 Keil) 

 

 

 

 4) Richtige Anwendung (Praxis) 

 

 Abrollrichtung sichern: Keil immer an die talwärts stehende Reifenseite legen. 

 Steile Neigung/Abkuppeln: Zwei Keile einsetzen (z. B. ein Rad vorne/hinten oder je ein Rad). 

 Reihenfolge Abkuppeln: 1) Zugfahrzeug+Anhänger mit Feststellbremsen sichern → 2) Keil(e) anlegen → 3) Stützrad setzen → 4) Kupplung lösen → 5) Keile vor Abfahrt wieder verstauen. 

 Untergrund: Keil vollflächig auflegen; bei weichem Boden ggf. Brett/Platte unterlegen. 

 Halterung: Keile fest in passenden Haltern, klapperfrei; keine Haken/Ketten als Halter . ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Sattel immer 2 Keile . Starr-/Zentralachse > 750 kg: 2 Keile . Zweiachsiger Drehschemel > 750 kg: 1 Keil . Drei+ Achsen: 2 Keile . Keil talwärts anlegen – Halter ohne Haken/Ketten.“ 

 

 Praxis‑Drill „Keile richtig einsetzen“ (2–3 Min.) 

 

 Standplatz prüfen (Neigung/Untergrund). Feststellbremsen setzen. 

 Erforderliche Keilanzahl bestimmen (Bauart/Achszahl). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 Keil(e) talwärts anlegen; bei starkem Gefälle doppelt sichern. 

 Nach Abkuppeln: Standsicherheit prüfen; Keile vor dem Wegfahren aufnehmen und im Halter verstauen. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai)) 

 

 

 [ ] Richtige Anzahl an Bord 

 [ ] Halterung i. O., kein Klappern 

 [ ] Keil(e) richtig positioniert 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 A4‑Schaubild „Unterlegkeile: Bauarten → Keilanzahl → Position“ (Grafik von Joachim Eling, mit Piktogrammen für Deichselarten). 

 Kurzvideo (30 s): Keil richtig anlegen an Steigung vs. Gefälle. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Ein 1‑achsiger Zentralachsanhänger (1 300 kg) hinter dem Pkw: Wie viele Keile sind mitzuführen? 

 Ein 2‑achsiger Drehschemelanhänger (4 000 kg) hinter dem Traktor: Wie viele Keile? 

 Ein 3‑achsiger Tieflader: Keilanzahl? 

 Wo legst du den Keil an, wenn der Anhänger bergab zeigt? 

 

 Lösungen (kurz): 1) 2 Keile. 2) 1 Keil. 3) 2 Keile. 4) An die talwärts stehende Reifenseite. 

 Rechtsverweise: § 41 Abs. 14 StVZO (Unterlegkeile – Anzahl, Halterung); § 31b StVZO (Vorzeigen mitzuführender Gegenstände). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__41.html?utm_source=openai))

2.2 Lenkung
1) Aufgabe & Aufbau (kurz erklärt) 

 

 Aufgabe: Sichere Richtungsänderung, Spurtreue und Rückmeldung (Straßenkontakt) an den Fahrer. 

 Hauptbauteile: Lenkrad → Lenksäule (kollabierbar) → Lenkgetriebe (Zahnstange/Rollenkugel) → Spurstangen → Achsschenkel/Lenkhebel → Räder. 

 Lenkhilfen: Hydraulisch (Servo), elektro‑hydraulisch (EHPS) oder elektrisch (EPS). Moderne Fahrzeuge meist elektrisch . 

 Sicherheit/Assistenz: Lenkungswinkel‑Sensor, ESC/ESP, Spurhalteassistent, teils aktive Lenkung. Bei Lkw/Traktor: oft hydrostatische Lenkung mit Notlenkeinrichtung. 

 

 2) Typische Lenkungsarten (Fahrzeugklassen) 

 

 Pkw/Transporter: Zahnstangenlenkung, meist EPS. Sehr geringer Lenkspiel‑Sollwert. 

 Lkw/Bus: Rollenkugel-/Zahnstange mit Servounterstützung; größere Bauteile, dennoch spielfrei gefordert. 

 Traktor/Baumaschine: Hydrostatlenkung (Ölkreislauf). Achtung: Motor aus = ggf. stark erhöhter Lenkaufwand! 

 Anhänger mit gelenkter Achse: Nachlauf‑Selbstlenkachse oder Zwangslenkung über Deichsel – Funktion/Arretierung fürs Rückwärtsfahren prüfen. 

 

 3) Funktionsprüfung vor der Fahrt (2–3 Minuten) 

 

 Standcheck (Motor aus): 

 

 Lenkrad spielfrei? Keine „toten“ Bereiche spürbar. 

 Geräusche? Kein Knacken, Schleifen in der Lenksäule. 

 Faltenbälge an Spurstangen/Lenkgetriebe dicht und unbeschädigt. 

 

 

 Servocheck (Motor an, im Stand): 

 

 Lenken geht leicht und gleichmäßig nach links/rechts. 

 Lenkrad kurzfristig bis Anschlag drehen, aber nicht lange halten (Öl/Antrieb nicht überlasten). 

 Warnlampen ( Lenksymbol/ESP ) aus; EPS‑Störung? → Werkstatt. 

 

 

 Lenkspiel: 

 

 Im Stand leicht hin und her Lenken - bewegt sich der Lenker, aber der Reifen nicht, gibt es Lenkspiel 

 Festen Punkt, z.B. Blinkerhebel zum abschätzen nutzen - maximal 3cm Lenkspiel ist erlaubt (2-3 Finger breit) 

 

 

 Rollprobe (5–15 km/h, gerade Strecke): 

 

 Fahrzeug hält Spur, zieht nicht einseitig. 

 Lenkrad zentriert selbstständig nach Geradeausfahrt. 

 Keine Vibrationen/„Flattern“ im Lenkrad. 

 

 

 Wenn hydraulisch: Servoflüssigkeit zwischen MIN–MAX (bei EPS: kein Vorratsbehälter vorhanden – normal!). 

 

 4) Häufige Mängel – Symptome & Folgen 

 

 Zu großes Lenkspiel: Träge Reaktion, Schlangenliniengefahr → Ursache z. B. ausgeschlagene Spurstangenköpfe/Lenkgetriebe. 

 Schwergängigkeit/„Ruckeln“: Servoausfall, Keilriemen (ältere Systeme), niedriger Ölstand, EPS‑Störung. 

 Ziehen zur Seite: Spur verstellt, ungleicher Reifendruck/Profil, Bremse fest → erst Reifen/Bremsen prüfen, dann Achsvermessung. 

 Undichtigkeiten: Ölspuren am Lenkgetriebe/Schläuchen (hydraulisch) → Werkstatt; Brandgefahr auf heißen Teilen. 

 Beschädigte Faltenbälge: Wasser/Schmutz dringt ein → schnelles Ausschlagen von Gelenken. 

 

 5) Bedienungstechnik – so lenkst du sicher 

 

 Handposition: „9‑und‑3‑Uhr“; Daumen außen am Kranz (nicht in Speichen einhaken). 

 Kleine Lenkwinkel: Hand‑zu‑Hand (ohne Umgreifen). 

 Große Lenkwinkel (Abbiegen, Parken): Übergreifen mit flüssigen Handwechseln. Kein „Palmieren“ (mit Handfläche rutschen). 

 Rückstellung: Lenkrad kontrolliert zurückführen, nicht „durchrutschen“ lassen. 

 Mit Assistenten: Spurhalte-/Parkassistent unterstützt nur; du bleibst verantwortlich und bereit zu übernehmen. 

 

 6) Besonderheiten Lkw/Traktor/Anhänger 

 

 Lkw: Größere Lenkübersetzung → mehr Lenkradweg. Vor Abfahrt: Spiel an der Felge prüfen, Lenkhilfepumpe/Keilriemen (falls vorhanden) beachten. 

 Traktor (Hydrostat): Bei Motor aus sehr schwer zu lenken. Notlenkeinrichtung beachten (Herstellerangaben). Keine langen Volleinschläge im Stand. 

 Gelenkte Anhängerachsen: 

 

 Nachlaufachsen: Arretierung fürs Rückwärtsfahren kontrollieren (löst/sperrt korrekt?). 

 Zwangslenkung: Gestänge/Leitungen frei bei Volleinschlag; kein Klemmen, ausreichendes Spiel der Kupplung/Deichsel. 

 

 

 

 7) Mini‑Checkliste „Lenkung i. O.“ 

 

 [ ] Lenkrad spielfrei, ruhiger Geradeauslauf 

 [ ] Keine ungewöhnlichen Geräusche/Vibrationen 

 [ ] Servounterstützung funktioniert, Warnlampen aus 

 [ ] Faltenbälge/Gelenke dicht und unbeschädigt 

 [ ] Bei Hydrostat: Ölstand i. O., keine Leckage 

 

 8) Prüfungskern (Merksatz) 

 „Lenkung muss spielfrei , leichtgängig und selbstzentrierend sein – keine Geräusche, keine Lecks. Bei großen Lenkwinkeln übergreifend lenken, Daumen außen.“ 

 9) Kleine Übungsfragen 

 

 Woran erkennst du in der Rollprobe, dass die Lenkung technisch in Ordnung ist? 

 Warum solltest du am Anschlag nicht lange „gegenhalten“? 

 Welche Symptome deuten auf zu großes Lenkspiel hin? 

 Was unterscheidet EPS von hydraulischer Servolenkung – und was bedeutet das für die Sichtprüfung? 

 Wie prüfst du bei einem Anhänger mit Nachlaufachse die Funktion vor dem Rückwärtsfahren? 

 

 Rechtsbezug: Lenkanlagen müssen betriebssicher und nahezu spielfrei sein (StVZO, anerkannte Regeln der Technik; Bau- und Funktionsanforderungen u. a. nach ECE‑R 79). Im Zweifel: Werkstattprüfung/Achsvermessung veranlassen.

2.3 Räder/Bereifung
1) Aufgabe & Grundbegriffe 

 

 Räder/Bereifung sorgen für sicheren Bodenkontakt, Traktion, Lenk- und Bremskräfte. 

 Wichtige Begriffe: Profiltiefe (TWI-Markierung), Tragfähigkeitsindex (LI) , Geschwindigkeitskategorie (z. B. V, H, T) , DOT (Herstellungswoche/-jahr), RDKS/TPMS (Reifendruckkontrollsystem). 

 

 2) Rechtliche Basics (Deutschland) 

 

 Mindestprofiltiefe: im Hauptprofil mindestens 1,6 mm; bei Kleinkrafträdern/Leichtkrafträdern 1,0 mm. Empfehlung aus der Praxis: Sommer ≥ 3 mm, Winter ≥ 4 mm. Rechtsgrundlage: § 36 StVZO. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 Winterreifenpflicht (situativ): Bei Glatteis, Schnee‑/Eis‑/Reifglätte dürfen Kfz nur mit wintertauglichen Reifen fahren ( Alpine‑Symbol/3PMSF ). Seit 01.10.2024 sind M+S‑Reifen ohne Alpine‑Symbol im Winterbetrieb nicht mehr zulässig. Grundlage: § 2 Abs. 3a StVO i. V. m. § 36 Abs. 4 StVZO; Info des BMDV. ([bmv.de](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/winterreifen.html?utm_source=openai)) 

 Ausnahmen schwere Nutzfahrzeuge: M2/M3/N2/N3 dürfen bei winterlichen Bedingungen fahren, wenn mindestens die permanent angetriebenen Achsen und die vorderen Lenkachsen mit Winterreifen ausgerüstet sind. ([bmv.de](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/winterreifen.html?utm_source=openai)) 

 Mischbereifung (Bauart): Radial‑ und Diagonalreifen nicht mischen (je Fahrzeug/je Achse gleicher Bauart). § 36 StVZO. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 Geschwindigkeitsaufkleber Winterreifen: Hat der Winter-/Allwetterreifen eine niedrigere Geschwindigkeitskategorie als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, muss die zulässige Reifen‑Vmax im Sichtfeld des Fahrers gekennzeichnet sein (Sticker). § 36 StVZO. ([reifensuchmaschine.de](https://www.reifensuchmaschine.de/ganzjahresreifen/36_stvzo.htm?utm_source=openai)) 

 

 3) Reifen richtig lesen (Beispiel) 

 205/55 R16 91V M+S 3PMSF 

 

 205/55 R16: Breite 205 mm / Querschnitt 55 % / Bauart Radial / Felge 16″ 

 91V: LI 91 (Tragfähigkeit), Speed‑Index V 

 M+S 3PMSF: wintertauglich – maßgeblich ist das Alpine‑Symbol (3PMSF). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 

 4) Praxis: Kontrolle vor der Fahrt (2–3 Min.) 

 

 Rundum‑Sichtprüfung: keine Schnitte/Beulen/Fremdkörper; gleichmäßiger Abrieb; TWI‑Stege noch unter Profil. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 Profiltiefe messen: mind. 1,6 mm (Winter besser ≥ 4 mm). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 Luftdruck kalt nach Tür‑B‑Säule/Betriebsanleitung; bei Beladung anpassen (auch Anhänger‑Reifen!). 

 Radbefestigung: alle Muttern/Schrauben vorhanden, korrekter Sitz; nach Radwechsel Drehmoment nach 50–100 km prüfen. 

 RDKS: Warnlampe aus; bei Fahrzeugen M1/M1G ab 11/2014 Pflicht (Neu‑Zulassung). ([bundesverband-reifenhandel.de](https://bundesverband-reifenhandel.de/infopool/rdks-allgemeine-infos?utm_source=openai)) 

 

 5) Winterreifen – was gilt konkret? 

 

 Erkennbar an 3PMSF/Alpine‑Symbol. M+S alleine reicht seit 10/2024 nicht mehr. ([bmv.de](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/winterreifen.html?utm_source=openai)) 

 Schwere Kfz (M2/M3/N2/N3): Winterreifen mind. auf permanent angetriebenen Achsen + vorderen Lenkachsen . ([bmv.de](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/winterreifen.html?utm_source=openai)) 

 Stickerpflicht bei niedrigerem Speed‑Index (siehe oben). ([reifensuchmaschine.de](https://www.reifensuchmaschine.de/ganzjahresreifen/36_stvzo.htm?utm_source=openai)) 

 

 6) Anhänger & Tempo‑100‑Regel (Kurzüberblick) 

 Zusatzwissen für Klasse B/BE – nützlich in der Praxis. 

 

 Tempo‑100 auf AB/Kraftfahrstraßen nur mit Genehmigung nach 9. Ausnahmeverordnung zur StVO (Prüfung + Plakette). ([kues.de](https://kues.de/ratgeber/was-bei-tempo-100-km-h-zu-beachten-ist/?utm_source=openai)) 

 Reifenanforderungen Anhänger: jünger als 6 Jahre und Speed‑Index ≥ L (120 km/h) . ([hochsauerlandkreis.de](https://www.hochsauerlandkreis.de/hochsauerlandkreis/buergerservice/auto/verkehr/zulassung/tempo-100-bei-fahrzeugkombinationen?utm_source=openai)) 

 Hinweis: Die 6‑Jahres‑Grenze gilt nur für Tempo‑100‑Zulassung, nicht generell. ([kues.de](https://kues.de/ratgeber/was-bei-tempo-100-km-h-zu-beachten-ist/?utm_source=openai)) 

 

 7) Erlaubt & nicht erlaubt (häufige Fragen) 

 

 Darf ich Sommer und Winter auf einer Achse mischen? Rechtlich ist die Profilmischung nicht explizit verboten, aber sicherheitskritisch; bauartverschiedene Reifen (Radial/Diagonal) verboten . Empfehlung: achsweise gleiche Marke/Profil. § 36 StVZO. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 DOT‑Alter: Es gibt keine generelle Altersgrenze; Zustand zählt. Für Tempo‑100‑Anhänger jedoch ≤ 6 Jahre. ([kues.de](https://kues.de/ratgeber/was-bei-tempo-100-km-h-zu-beachten-ist/?utm_source=openai)) 

 RDKS „ignorieren“? Bei M1/M1G seit 11/2014 Pflicht bei Neuzulassung; defektes RDKS kann HU‑relevant sein. ([bundesverband-reifenhandel.de](https://bundesverband-reifenhandel.de/infopool/rdks-allgemeine-infos?utm_source=openai)) 

 

 8) Merksätze (Prüfungskern) 

 „1,6 mm ist Pflicht – 3/4 mm sind sicherer. Winter = 3PMSF. Radial/Diagonal nie mischen. Bei niedrigem Winterreifen‑Speedindex: Sticker ins Sichtfeld. RDKS‑Lampe darf nicht leuchten.“ ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai)) 

 9) Mini‑Checkliste „Räder/Bereifung i. O.“ 

 

 [ ] Profiltiefe i. O. (Sommer ≥ 3 mm empfohlen; Winter ≥ 4 mm empfohlen) 

 [ ] Keine Schäden/Beulen/Fremdkörper 

 [ ] Luftdruck kalt nach Hersteller; Ventilkappen drauf 

 [ ] RDKS ok (keine Warnmeldung) 

 [ ] Reifendimension/LI/Speedindex passend zu Fahrzeugpapieren 

 [ ] Bei Winterbetrieb: 3PMSF vorhanden; ggf. Geschwindigkeits‑Sticker 

 [ ] Anhänger (Tempo 100): Reifen ≤ 6 Jahre, Index ≥ L (falls zutreffend) 

 

 10) Kleine Übungsfragen 

 

 Woran erkennst du, dass dein Winterreifen „rechtlich“ wintertauglich ist? 

 Dein Auto fährt 210 km/h, der Winterreifen ist bis 190 km/h zugelassen. Was musst du tun? 

 Warum ist ein Mix aus Radial‑ und Diagonalreifen unzulässig? 

 Welche zwei Reifenanforderungen gelten für Anhänger mit Tempo‑100‑Zulassung? 

 Wie viel Profiltiefe ist gesetzlich mindestens vorgeschrieben – und was empfiehlt Joachim für Winterreifen? 

 

 Lösungen (kurz): 1) Alpine‑Symbol/3PMSF. 2) Geschwindigkeits‑Sticker ins Sichtfeld und Vmax einhalten. 3) § 36 StVZO verbietet Bauart‑Mix. 4) ≤ 6 Jahre alt und Speed‑Index ≥ L. 5) min. 1,6 mm; empfohlen ≥ 4 mm. ([bmv.de](https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/winterreifen.html?utm_source=openai)) 

 Medien für den Unterricht (Fahrschule Eling) 

 

 A4‑Poster „Reifen lesen“ (205/55 R16 91V – mit Pfeilen für Laufrichtung/Outside/Rotation). 

 Kurzvideo (30 s): Profiltiefe messen am TWI – Sommer vs. Winter. 

 

 Rechtsquellen/Infos: § 36 StVZO; § 2 Abs. 3a StVO (BMDV‑Infoseite); 9. Ausnahmeverordnung (Tempo 100 – KÜS/Behördeninfos); RDKS‑Pflicht (EU‑VO 661/2009 – BRV/Medien). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html?utm_source=openai))

2.4 Anbaugeräte und Ladung
1) Anbaugerät vs. Ladung – kurz & praxisnah 

 

 Anbaugeräte (z. B. Frontlader, Mähwerk, Schneidwerk, Frontgewicht) sind Fahrzeugteile . Sie zählen zu den Abmessungen des Fahrzeugs und müssen so angebaut sein, dass Sicht, Beleuchtung und Verkehrs­sicherheit erhalten bleiben. 

 Ladung (z. B. Paletten, Rohre, Balken, Ballen) wird auf oder am Fahrzeug befördert und muss nach StVO gesichert und ggf. gekennzeichnet werden (§ 22 StVO). ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 

 2) Abmessungen, Überstände und Kennzeichnung – was gilt? 

 2.1 Grundmaße (Fahrzeug + Ladung) 

 

 Breite/Höhe: max. 2,55 m breit und 4,00 m hoch. Ausnahmen für land-/forst­wirtschaftliche Fahrzeuge: mit Erzeugnissen/Arbeitsgeräten bis 3,00 m breit; mit landw. Erzeugnissen darf die Höhe 4,00 m überschreiten. Kühlfahrzeuge: 2,60 m. ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 

 2.2 Überstand nach vorn 

 

 Bis 2,50 m Höhe darf Ladung nicht vor das Fahrzeug ragen (bei Zügen: nicht vor das Zugfahrzeug). Darüber hinaus sind max. 50 cm nach vorn zulässig. ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 

 2.3 Überstand nach hinten 

 

 Grundsätzlich bis 1,50 m erlaubt, auf kurzer Strecke ≤ 100 km bis 3,00 m . Fahrzeug/Zug inkl. Ladung max. 20,75 m lang. ([landkreis-regen.de](https://www.landkreis-regen.de/strasse-und-verkehr/strassenverkehrsbehoerde/grossraum-und-schwerverkehr/ladungssicherung-%C2%A7-22-stvo/?utm_source=openai)) 

 Ragt das Ende der Ladung mehr als 1,00 m über die Rückstrahler hinaus, muss es gekennzeichnet werden:

 

 am Tag: hellrote Fahne/Schild (≥ 30 × 30 cm) oder roter Zylinder (H ≥ 30 cm, Ø ≥ 35 cm), max. 1,5 m über Fahrbahn angebracht, 

 bei Dämmerung/Dunkelheit/Sicht­behinderung zusätzlich: rote Leuchte an gleicher Stelle und roter Rückstrahler ≤ 0,90 m Höhe. ([landkreis-regen.de](https://www.landkreis-regen.de/strasse-und-verkehr/strassenverkehrsbehoerde/grossraum-und-schwerverkehr/ladungssicherung-%C2%A7-22-stvo/?utm_source=openai)) 

 

 

 

 2.4 Seitlicher Überstand 

 

 Ragt die Ladung seitlich mehr als 40 cm über die äußeren Kanten der Begrenzungs-/Schlussleuchten hinaus, ist sie – falls nötig – kenntlich zu machen: vorn weißes , hinten rotes Licht, je ≤ 40 cm vom Rand und ≤ 1,5 m hoch. Einzelne Stangen/Pfähle, waagerecht liegende Platten u. ä. dürfen seitlich nicht hinausragen. ([landkreis-regen.de](https://www.landkreis-regen.de/strasse-und-verkehr/strassenverkehrsbehoerde/grossraum-und-schwerverkehr/ladungssicherung-%C2%A7-22-stvo/?utm_source=openai)) 

 

 3) Ladungssicherung – so machst du’s richtig 

 

 Grundsatz: Ladung so verstauen und sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung/Ausweichmanöver nicht verrutscht, umkippt oder herabfällt; anerkannte Regeln der Technik beachten. ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 Praxis‑Tipps: 

 

 Rutschhemmende Matten unterlegen, Ladungsschwerpunkt tief und formschlüssig anlegen (Bordwand/Prallwand). 

 Zurrgurte mit ausreichender LC (daN) verwenden; geeignete Zurrpunkte nutzen; Zurrwinkel ca. 30–60° anstreben. 

 Scharfe Kanten mit Kantenschonern schützen; Gurte vor Beschädigung/Überdehnung prüfen. 

 Plane/Netz bei Schüttgut; keine Personen auf der Ladung mitnehmen. 

 

 

 

 4) Besonderheiten bei Anbaugeräten (Traktor/SAM/Lkw) 

 

 Mechanische Sicherung: Verriegelungen und Sicherungsbolzen schließen; hydraulische Transportsicherung (Schwingungsdämpfung/Schließhähne) aktivieren. 

 Spitzen/Schneiden sichern: Ballenspieße, Zinken, Schneidkanten abdecken oder so transportieren, dass niemand gefährdet wird (möglichst bodennah, aber mit Bodenfreiheit). 

 Sicht & Beleuchtung: Alle vorgeschriebenen Leuchten/Reflektoren müssen frei sichtbar sein; falls verdeckt, Zusatz‑Begrenzungs‑/Umrissleuchten/Blinker montieren. Gesamtbreite/-höhe beachten (siehe 2.1). ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 Breite über 2,55 m: Nur im Rahmen der land‑/forst­wirtschaftlichen Ausnahmen bzw. mit Genehmigung fahren; Fahrschüler: immer vorher mit Joachim klären! ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 Transportwagen nutzen: Große Vorsatzgeräte (z. B. Mäh‑/Schneidwerke) nach Hersteller­vorgaben auf Transportwagen umsetzen; Kupplungshöhe/Deichsel waagrecht, Beleuchtung am Wagen komplett. 

 

 5) Mini‑Checklisten 

 5.1 „Ladung i. O.“ vor Fahrtbeginn 

 

 [ ] Gewicht/Verteilung passt, nichts ragt unzulässig vor/seitlich/hinten 

 [ ] Zurrmittel/Netz/Plane intakt und richtig gespannt 

 [ ] Kennzeichnung vorhanden (falls > 1 m hinten bzw. seitlich > 40 cm), Leuchte/Reflektor bei Dunkelheit 

 [ ] Papiere/evtl. Genehmigung dabei (Überbreite/Sondertransport) 

 

 5.2 „Anbaugerät i. O.“ 

 

 [ ] Verriegelt, gesichert, keine Leckagen/lose Schläuche 

 [ ] Keine scharfen Kanten/Spitzen ungeschützt 

 [ ] Beleuchtung/Reflektoren nicht verdeckt (ggf. Zusatzleuchten) 

 [ ] Gesamtbreite/-höhe geprüft; bei Straßenfahrt Transportstellung gewählt 

 

 6) Praxisbeispiele (merke!) 

 

 Pkw + Dachlast (Ladder/Kajak): Mehr als 1,0 m Überstand hinten? → rote Fahne; bei Dunkelheit zusätzlich rotes Licht + roter Rückstrahler (≤ 0,9 m hoch). Max. 1,5 m (bzw. ≤ 3,0 m bei ≤ 100 km). ([landkreis-regen.de](https://www.landkreis-regen.de/strasse-und-verkehr/strassenverkehrsbehoerde/grossraum-und-schwerverkehr/ladungssicherung-%C2%A7-22-stvo/?utm_source=openai)) 

 Traktor + Frontlader mit Ballenspieß: Spieße abdecken oder bodennah führen; Breite/Höhe prüfen; Begrenzungsleuchten frei. ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 Holztransport auf Anhänger: Seitlicher Überstand > 40 cm? → seitliche Kennzeichnung (weiß vorn/rot hinten, ≤ 1,5 m hoch). ([landkreis-regen.de](https://www.landkreis-regen.de/strasse-und-verkehr/strassenverkehrsbehoerde/grossraum-und-schwerverkehr/ladungssicherung-%C2%A7-22-stvo/?utm_source=openai)) 

 

 7) Prüfungskern (Merksätze) 

 „Ladung sichern – nichts darf rutschen, kippen oder fallen. Vorne erst über 2,5 m Höhe bis 50 cm erlaubt. Hinten 1,5 m , bei ≤ 100 km 3,0 m – ab > 1,0 m: rote Kennzeichnung, nachts mit Licht/Reflektor. Gesamt: max. 2,55 m breit, 4,0 m hoch (Lw‑Ausnahmen beachten).“ ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 8) Kleine Übungsfragen 

 

 Ab welcher Höhe darf Ladung nach vorn überstehen – und wie weit maximal? 

 Dein Surfbrett ragt 1,20 m über die Rückstrahler hinaus. Was ist zu tun – tagsüber und nachts? 

 Wie weit darf Ladung auf kurzer Strecke (≤ 100 km) nach hinten überstehen? 

 Nenne die zulässigen Grundmaße (Breite/Höhe) für Fahrzeug + Ladung – und eine wichtige Lw‑Ausnahme. 

 Was ist bei seitlichem Überstand > 40 cm zu beachten? 

 

 Antworten (kurz): 1) Über 2,5 m Ladungshöhe bis 50 cm; darunter 0 cm. 2) Tag: rote Fahne/Schild/Zylinder (≤ 1,5 m hoch); Nacht: zusätzlich rotes Licht + roter Rückstrahler (≤ 0,9 m). 3) Bis 3,0 m. 4) 2,55 m/4,0 m; Lw‑Fahrzeuge z. B. bis 3,0 m breit (mit Erzeugnissen/Arbeitsgeräten). 5) Kennzeichnung mit weißem Licht vorn/rotem hinten, ≤ 1,5 m hoch. ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai)) 

 Rechtsbezug: § 22 StVO (Ladung – Maße, Überstände, Kennzeichnung); ergänzend Abmessungen lt. StVO/StVZO; Ausnahmen Lw/Fo. Für Sondertransporte sind ggf. Genehmigungen nötig. ([justiz-nrw.wolterskluwer-online.de](https://justiz-nrw.wolterskluwer-online.de/browse/document/4e6af5bb-41c1-3cf6-a3b5-a06ac83f29dc?utm_source=openai))

2.5 Be- und Entlastung der Achsen
1) Worum geht’s? 

 

 Achslasten geben an, wie stark Vorder‑ und Hinterachse belastet sind – im Stand (statisch) und während der Fahrt (dynamisch). 

 Dynamische Lastverlagerung entsteht beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven. Sie beeinflusst Bremsweg, Traktion, Lenkbarkeit, Stabilität und Verschleiß. 

 

 2) Längsdynamik: Bremsen & Beschleunigen 

 

 Bremsen: Das Fahrzeug „taucht“ vorn ein → Vorderachse wird stärker belastet, Hinterachse entlastet. Folge: hinten früherer Haftungsverlust möglich. 

 Beschleunigen: Last wandert nach hinten → Hinterachse stärker belastet, Vorderachse entlastet. Folge: vorne weniger Lenkpräzision möglich. 

 Praxisfolgen: 

 

 Fronttriebler: Beim kräftigen Anfahren evtl. Schlupf vorn → sanft dosieren. 

 Hecktriebler: Beim kräftigen Bremsen wird hinten leicht → Fahrzeug kann instabil werden. 

 Allrad: verteilt Kräfte besser, aber die Physik bleibt. 

 

 

 

 3) Querdynamik: Kurvenfahrt 

 

 In der Kurve verlagert sich Last auf die kurvenäußeren Räder → außen mehr Grip, innen weniger. 

 Zu frühes/scharfes Einlenken oder abrupte Gaswechsel können Unter‑ bzw. Übersteuern auslösen. 

 Faustregel: Erst bremsen, dann lenken, dann wieder sanft beschleunigen. 

 

 4) Beladen in der Praxis (Pkw/Transporter) 

 

 Schweres nach unten und möglichst zwischen die Achsen . 

 Keine Hecklastigkeit: Zu viel Gewicht hinten → Hinterachse überlastet, Vorderachse leicht → Lenkung unpräzise, Scheinwerfer blenden. 

 Keine Kopflastigkeit: Zu viel Gewicht vorn → Vorderachse/Reifen/Bremsen überlastet. 

 Seitenverteilung: Links/rechts ausgewogen; Ladung form‑ und kraftschlüssig sichern. 

 

 5) Anhänger: Stützlast und Stabilität 

 

 Stützlast (S) = vertikale Kraft auf der Kupplung; zählt zur Hinterachslast des Zugfahrzeugs. 

 Zu kleine S: Gespann schlingert leichter (Seitenwind, Überholen). 

 Zu große S: Hinterachse überlastet, Vorderachse entlastet → schlechtere Lenk‑/Bremswirkung. 

 Wichtig: Immer die kleinste zulässige Stützlast aus Fahrzeugpapieren, Kupplung und Anhänger einhalten. 

 Belade‑Tipp: Schweres leicht vor der/den Achse(n) platzieren, S mit Waage prüfen; Achslasten beachten. 

 

 6) Lkw/Bus/Traktor – Besonderheiten 

 

 Lkw mit Luftfederung: Hält die Fahrzeughöhe, aber nicht automatisch die korrekte Achslastverteilung → Achslasten wiegen. 

 Sattelzug: Position der Last/Kingpin bestimmt die Verteilung zwischen Zugmaschine und Auflieger (Radsatzschieber richtig einstellen). 

 Traktor/Arbeitsmaschinen: Frontlader/Anbaugerät erhöht die Vorderachslast; für sichere Lenkbarkeit ggf. Gegenballast einsetzen und Transportstellung nutzen. 

 

 7) Was merkst du am Fahrzeug? 

 

 Starkes „Eintauchen“ vorn und frühes Eingreifen der Regelsysteme → Hinterachse deutlich entlastet. 

 Traktionsprobleme beim Anfahren bergauf (Fronttriebler leer) → Lastverteilung anpassen, sanft dosieren. 

 Nervöses Heck bei Lastwechseln in Kurven → ruhiger lenken, gleichmäßig Gas, Tempo anpassen. 

 

 8) Mini‑Checklisten 

 Vor der Fahrt 

 

 [ ] Schweres tief und zwischen die Achsen 

 [ ] Links/rechts ausgewogen 

 [ ] Stützlast S im zulässigen Bereich (kleinster Wert maßgeblich) 

 [ ] Achslasten/ZGG laut Papieren nicht überschritten (bei Bedarf Waage) 

 [ ] Ladung gesichert (kein Rutschen/Kippen/Fallen) 

 

 Während der Fahrt 

 

 [ ] Vorausschauend, geradeaus abbremsen 

 [ ] In Kurven keine abrupten Lastwechsel 

 [ ] Mit Anhänger: Tempo reduzieren, Seitenwind/Überholen beachten 

 

 9) Praxisbeispiele (kurz) 

 

 Kombi + Urlaubsgepäck: Schwere Koffer unten hinter der Rückbank, leichte Sachen nach oben; Dachbox nur moderat beladen (erhöht Schwerpunkt). 

 Kastenwagen leer im Regen: Vorsichtig bremsen – Hinterachse blockiert schneller, ESP arbeitet häufiger. 

 Einachs‑Anhänger mit Brettern: Bündel leicht vor der Achse, Stützlast mit Waage einstellen; Zurrgurte diagonal, Kantenschoner benutzen. 

 

 10) Prüfungskern (Merksätze) 

 „Bremsen lädt vorn – Gas lädt hinten.“ „Schweres tief und zwischen die Achsen; Stützlast im zulässigen Bereich.“ „Erst bremsen, dann lenken, dann sanft beschleunigen – keine abrupten Lastwechsel.“ 

 11) Kleine Übungsfragen 

 

 Was passiert mit Vorder‑ und Hinterachse bei einer Vollbremsung – und welche Folgen hat das fürs Heck? 

 Dein Fronttriebler kommt leer eine nasse Rampe kaum hoch. Was kannst du ändern? 

 Wo platzierst du schweres Ladegut im Einachs‑Anhänger , um eine stabile Stützlast zu erreichen? 

 Warum verschlechtert eine hohe Dachlast das Fahrverhalten deutlich? 

 Wenn sich zulässige Stützlasten von Zugfahrzeug, Kupplung und Anhänger unterscheiden: Welcher Wert gilt? 

 

 12) Nutzen & Kontrollintervall 

 

 Nutzen: Kürzere Bremswege, bessere Lenkbarkeit, weniger Verschleiß, sichere Gespannfahrten. 

 Kontrollintervall: Immer nach dem Beladen/Umräumen; vor längeren Fahrten; bei Anhängerbetrieb vor jeder Fahrt; zusätzlich saisonal (Urlaub/Umzug/Erntezeit).

2.6 Betriebsgeschwindigkeit
1) Wichtige Bauteile & Begriffe 

 

 bbH (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit): Maximalgeschwindigkeit, die dein Traktor konstruktiv erreichen darf. Steht in den Papieren/Typenschild. 

 Betriebsgeschwindigkeit: Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit – richtet sich nach bbH, Technik (Bremsen/Reifen), Zugbildung (Anhänger), Strecke, Sicht und Verkehr. 

 Geschwindigkeitsschild: Hinweis am Heck (z. B. 25/40/60). Daran orientierst du dich, wenn vorhanden – es zeigt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Zug an. 

 Bremsanlage: Traktorbremsen + Anhängerbremsen (Auflauf, Hydraulik, Druckluft). Die Bremsart begrenzt oft das zulässige Tempo mit Anhänger. 

 Reifen/Speed‑Index: Reifen müssen für das Tempo freigegeben sein (Last‑ und Geschwindigkeitsindex beachten). 

 Getriebe/Lastschaltstufen: Fahrbereich und Stufe so wählen, dass du mit Reserven fahren kannst (bergauf/bergab ohne Hektik). 

 Motorbremse/Lastabtrieb: Bergab Tempo über Gangwahl/Motorbremse halten, nicht „rollen lassen“. 

 Anbaugeräte/Transportstellung: Erhöhen Luft‑/Rollwiderstand und Schwerpunkt – Tempo ggf. reduzieren. 

 

 2) Schritt‑für‑Schritt: Betriebsgeschwindigkeit festlegen und fahren 

 

 Papiere & Schilder checken: bbH Traktor, evtl. Geschwindigkeitsschild am Zug (25/40/60), Eintragungen zu Bremsart/Reifen. 

 Zug bewerten: Mit/ohne Anhänger? Bremsart und Zustand des Anhängers? Ladung/Verteilung/ Stützlast im Soll? 

 Strecke & Bedingungen: Sicht, Witterung, Fahrbahn (nass, lose Erde, Spurrillen), Gefälle/Steigung, Ortslage. 

 Technik passend wählen: Fahrbereich/Gang so, dass bei Zieltempo ~1.500–2.000 U/min anliegt (Reserve zum Beschleunigen/Bremsen). 

 Losfahren: Sanft anfahren, Spur halten, Verkehr beobachten; Tacho mit Soll‑Tempo abgleichen. 

 Bergauf/Bergab: Frühzeitig runterschalten; bergab Motorbremse nutzen, nicht im Leerlauf rollen. 

 Mit Anhänger: Vorausschauend, längere Bremswege einkalkulieren; Seitenwind/Überholen lassen – Tempo stabil halten, nicht „mitschaukeln“. 

 Bei Unsicherheit: Tempo reduzieren , Sicherheitsabstand vergrößern , notfalls Haltebucht nutzen und Kolonne vorbeilassen. 

 

 3) Masse, Lasten, Werte – einfach erklärt 

 

 Langsamste Komponente bestimmt das Tempo: bbH Traktor, Geschwindigkeitsschild, Bremsart/Zugfreigabe, Reifenfreigaben – der niedrigste Wert gilt. 

 Gewicht wirkt auf Bremsweg: Mehr Masse = längerer Bremsweg. Mit Anhänger immer mit größerem Sicherheitsabstand fahren. 

 Schwerpunkt & Aufbau: Hohe/weite Lasten (z. B. Ballen, Frontlader oben) erhöhen Kippgefahr → Tempo senken, Kurven weiter und ruhiger fahren. 

 Reifen & Luftdruck: Falscher Druck = schlechter Grip/lenk‑ und bremsinstabil → vor Fahrt prüfen, gerade bei Transporttempo. 

 Arbeits- vs. Transportfahrt: Beim Wechsel Feld → Straße Geräte in Transportstellung, Verriegelungen prüfen, Tempo neu festlegen. 

 

 4) Bremsen, Lenkstabilität, Fahreindruck 

 

 Bremsen: Bei höherem Tempo verlängert sich der Bremsweg stark. Mit Gespann: erst gerade bremsen, dann lenken. 

 Stabilität: Hohe Geschwindigkeit + unruhige Lenk- oder Gasbewegungen → Schlingern möglich. Ruhe bewahren, sanft Tempo reduzieren, nicht hektisch gegenlenken. 

 Kurven: Vor der Kurve Tempo fertig reduzieren; in der Kurve keine starken Lastwechsel (bremsen/ruckartig Gas). 

 Fahreindruck: Wenn sich der Zug „leicht“ anfühlt (schwammig, schaukelt): Tempo runter, Stützlast/Ladung prüfen. 

 

 5) Abmessungen, Sicht, Kennzeichnung 

 

 Heckkennzeichnung/Tempo: Geschwindigkeitsschild am Zug (falls vorhanden) sauber und sichtbar; Umrissleuchten/Reflektoren helfen, früh erkannt zu werden. 

 Sicht herstellen: Spiegel/Kameras so einstellen, dass du die gesamte Breite und den nachfolgenden Verkehr im Blick hast – besonders wichtig bei geringerer Geschwindigkeit als der übrige Verkehr. 

 Überbreite/Überlänge: Tempo zusätzlich reduzieren; ausreichend Seitenabstand einplanen. 

 

 6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 Zu schnell für den Zug: Geschwindigkeitsschild/Eintrag ignoriert → immer am niedrigsten zulässigen Wert orientieren. 

 Bergab rollen lassen: Gang raus/Segeln → Bremsen überhitzen, Schlingergefahr. → Gang drin , Motorbremse nutzen. 

 Frontlader oben: Hoher Schwerpunkt, Nick-/Wankbewegungen. → Lader absenken, Tempo reduzieren. 

 Falscher Reifendruck: Mindert Spurtreue/Bremsleistung. → Druck prüfen/anpassen. 

 Hektische Korrekturen: Lenken/Bremsen/Gas ruckartig. → Sanfte Eingaben, vorausschauend fahren. 

 Kolonnenstau verursachen: Langer Tross hinter dir. → Geeignete Stelle nutzen, kurz rausfahren und vorbeilassen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich richte mein Tempo nach der langsamsten Komponente, den aktuellen Bedingungen und einem großen Sicherheitsabstand aus – erst bremsen, dann lenken, dann sanft beschleunigen.“ 

 

 Praxis‑Drill „Tempo im Griff“ (3–5 Min.) 

 

 Papiere/Schilder checken: bbH, Geschwindigkeitsschild, Bremsart, Reifenfreigabe. 

 Strecke bewerten: Sicht/Wetter/Gefälle, Ortslage, Verkehrsdichte. 

 Fahrbereich/Gang wählen: Zieltempo mit Reserve (keine Dauervollgas‑Fahrt). 

 Rollprobe 10–15 km/h: Bremsen kräftig testen – Zug bleibt spurtreu? 

 Transportfahrt: Frontlader/Anbaugeräte in Transportstellung, Spiegel feinjustieren. 

 

 

 [ ] Langsamste Komponente geklärt (bbH/Schilder/Reifen/Bremsen) 

 [ ] Sicht & Strecke beurteilt 

 [ ] Gangwahl mit Reserven 

 [ ] Bremsprobe ok 

 [ ] Anbaugeräte gesichert 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Fotokarten/Poster: Beispiele für 25/40/60‑Kennzeichnung am Heck; Reifen‑Speed‑Index; Typenschilder (bbH). 

 Kurzvideos (30–60 s): „Bergab mit Motorbremse“, „Bremsprobe mit Anhänger“, „Tempo festlegen nach langsamster Komponente“. 

 Hof‑Demo: Gleiche Strecke einmal mit zu hohem Tempo vs. korrekt (Kontrast im Bremsweg/Fahreindruck fühlbar machen). 

 Checkkarten/QR: „Tempo‑Check vor Fahrtantritt“ als kleine Karte für die Kabine (Fahrschule Eling). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Punkte legst du zugrunde, um die zulässige Betriebsgeschwindigkeit deines Zuges festzulegen? 

 Warum ist bergab die Motorbremse so wichtig – und wie bereitest du sie vor der Abfahrt vor? 

 Woran merkst du, dass dein Gespann zu schnell ist (Fahreindruck) – was tust du dann? 

 Welche Rolle spielen Reifenfreigabe und Reifendruck für das Tempo auf der Straße? 

 Wie verhältst du dich, wenn sich hinter dir eine Kolonne bildet? 

 

  

2.7 Ladung
1) Wichtige Bauteile & Begriffe 

 

 Ladung: Alles, was auf oder am Fahrzeug/Gespann mitgeführt wird (z. B. Paletten, Ballen, Kisten, Rohre) und gesichert werden muss. 

 Anbaugerät: Gerät, das fest zum Fahrzeug gehört (z. B. Frontlader, Mähwerk, Frontgewicht). Kein Ladegut – Abmessungen/Beleuchtung gelten trotzdem. 

 Ladungssicherung: Maßnahmen, die ein Verrutschen, Umkippen, Rollen oder Herabfallen verhindern (Zurrgurte, Ketten, Netze, rutschhemmende Matten, Bordwände). 

 Zurrmittel & Zurrpunkte: Gurte/Ketten mit Prüfkennzeichnung; feste Anschlagpunkte am Fahrzeug/Anhänger. 

 Formschluss vs. Kraftschluss: Formschluss = Ladung liegt dicht an Wänden/Prallwänden an; Kraftschluss = Niederzurren mit Vorspannkraft und rutschhemmender Unterlage. 

 Verantwortung: Fahrer/in trägt die Verantwortung für sichere und vorschriftsmäßige Ladung (StVO). Halter/Verlader wirken mit. 

 

 2) Schritt‑für‑Schritt: Ladung richtig sichern 

 

 Planen: Was wird transportiert? Form, Gewicht, Schwerpunkt, Anzahl. Passende Hilfsmittel bereitlegen (Matten, Kantenschoner, Gurte/Ketten, Netze). 

 Fahrzeug prüfen: Zurrpunkte unbeschädigt, Bordwände/Prallwand funktionsfähig, Ladefläche sauber/trocken. 

 Schweres nach unten & nah an die Prallwand: Schwerpunkt tief und zwischen die Achsen. Hohlräume vermeiden/ausfüllen. 

 Formschluss herstellen: Paletten/Ballen dicht aneinander und an Bordwände; ggf. Steckrungen nutzen. 

 Rutschhemmung: Unter jede Ladeeinheit rutschhemmende Matten; Kanten mit Kantenschonern schützen. 

 Zurren: Je nach Ladung Niederzurren, Direktzurren (Diagonal-/Schrägzurren) oder Umspannungen einsetzen; Gurte sauber führen, nicht über scharfe Kanten ohne Schutz. 

 Spezialfälle: Rundhölzer/Rohre gegen Rollen sichern (Keile/Unterlagen); Schüttgut abdecken (Netz/Plane); lose Geräte anbinden. 

 Kontrolle: Sicht-/Fühlkontrolle aller Zurrpunkte und Sicherungen; nach wenigen Kilometern nachspannen, danach regelmäßig prüfen. 

 Beleuchtung/Sicht: Ladung darf Licht, Blinker, Kennzeichen und Sicht nicht verdecken. Falls verdeckt → Zusatzleuchten/-kennzeichen anbringen. 

 

 3) Masse, Lasten, Werte – einfach erklärt 

 

 Zulässige Abmessungen (Straße): In der Regel max. 2,55 m Breite und 4,00 m Höhe (land‑/forstwirtschaftliche Ausnahmen können gelten, ggf. Genehmigung). 

 Überstand vorn: Grundsätzlich nicht; erst über 2,5 m Höhe bis 50 cm nach vorn erlaubt. 

 Überstand hinten: Bis 1,5 m zulässig; bis 3,0 m , wenn die Transportstrecke ≤ 100 km ist. Ragt die Ladung mehr als 1,0 m über die Rückstrahler hinaus, muss sie gekennzeichnet werden. 

 Kennzeichnung überstehender Ladung: Am Tag rote Fahne/rotes Schild; bei Dunkelheit/ schlechter Sicht zusätzlich rote Leuchte und roter Rückstrahler am äußersten Ende der Ladung. 

 Achslasten & Gesamtmassen: Zulässige Werte in den Papieren beachten; Ladung so verteilen, dass Achsen nicht überlastet werden. 

 Reifen & Luftdruck: Müssen zur Last passen; korrekter Druck verbessert Fahrstabilität und Bremsleistung. 

 

 4) Bremsen, Lenkstabilität, Fahreindruck 

 

 Bremsweg: Mit hoher Masse und ungesicherter/hoch gestapelter Ladung wird der Zug instabil – zuerst sichern , dann losfahren. 

 Lenk-/Fahrstabilität: Hoher Schwerpunkt (z. B. Ballen oben) → stärkere Wankbewegungen, Kippgefahr in Kurven. Kurven weit und mit reduziertem Tempo fahren. 

 Gespannverhalten: Zu geringe Stützlast/lose Ladung → Schlingern. Gegenmaßnahme: Tempo senken, Ladung nachjustieren, Stützlast prüfen. 

 Bergab: Motorbremse nutzen; keine abrupten Brems‑/Lenkmanöver mit hoher Ladung. 

 

 5) Abmessungen, Sicht, Kennzeichnung 

 

 Sicht & Spiegel/Kameras: Vor Abfahrt so einstellen, dass die volle Breite und das Zugende sichtbar sind; ggf. Zusatzspiegel. 

 Beleuchtung/Reflexion: Wenn Ladung Heckleuchten/Nummernschild verdeckt → Zusatzleuchten/ Zusatzkennzeichen montieren. 

 Überbreite/Überlänge: Tempo anpassen, passende Strecken wählen; ggf. Genehmigung/ Begleitung erforderlich (Betrieb vorher planen). 

 Arbeits‑ zu Transportstellung: Anbaugeräte verriegeln/absenken; Ladungslage für Straße sichern. 

 

 6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 Nur „ein bisschen“ Gurten: Einzelne Gurte ohne Rutschhemmung bringen wenig → immer Matten, Kantenschoner und ausreichend Zurrpunkte nutzen. 

 Lücken lassen: Hohlräume begünstigen Rutschen/Kippen → ausfüllen oder Formschluss herstellen. 

 Überstand falsch markiert: Ragt die Ladung hinten > 1,0 m über die Rückstrahler hinaus → am Tag rot markieren, nachts/bei schlechter Sicht zusätzlich rotes Licht & Reflektor. 

 Beleuchtung verdeckt: Ohne Zusatzleuchten/‑schild fahren → unzulässig und gefährlich. 

 Frontlader hoch mit Last: Sehr hoher Schwerpunkt → Kipp‑/Nickgefahr → Lader absenken, langsam fahren. 

 Kontrolle vergessen: Gurte setzen und nie nachspannen → nach kurzer Strecke prüfen und ggf. nachziehen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ladung sichern – nichts darf rutschen, kippen oder fallen. Vorne erst über 2,5 m Höhe bis 50 cm erlaubt. Hinten 1,5 m , bei ≤ 100 km 3,0 m – ab > 1,0 m: rote Kennzeichnung, nachts mit Licht/Reflektor. Gesamt: max. 2,55 m breit, 4,0 m hoch (Lw‑Ausnahmen beachten).“ 

 

 Praxis‑Drill „Ladung fix & richtig“ (3–5 Min.) 

 

 Ladegut und Hilfsmittel planen (Form, Gewicht, Schwerpunkt, Matten/Kantenschoner/Zurrmittel). 

 Formschluss herstellen, Hohlräume schließen, schweres nach unten/ nach vorn zur Prallwand. 

 Zurren passend wählen (Nieder‑/Direktzurren), Gurte schützen und sauber führen. 

 Kennzeichnung prüfen: Überstand? Beleuchtung/Nummernschild frei? Zusatzleuchten nötig? 

 Nach 5–10 Min. Fahrt anhalten: Kontrolle und Nachspannen. 

 

 

 [ ] Zurrpunkte intakt, Hilfsmittel vollständig 

 [ ] Formschluss/Rutschhemmung hergestellt 

 [ ] Ausreichend und korrekt gezurrt 

 [ ] Kennzeichnung/Beleuchtung gemäß Überstand 

 [ ] Nachspann‑Check erledigt 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Fotokarten/Poster: Richtige/fehlerhafte Ladungssicherung; Kennzeichnung von Überstand; Beispiele Ballentransport, Paletten, Rohre. 

 Kurzvideos (30–60 s): Niederzurren richtig, Direktzurren diagonal, Nachspann‑Check nach wenigen km. 

 Hof‑Demo: Bremsprobe mit schlecht vs. korrekt gesicherter Ladung (Kontrast im Fahreindruck/ Bremsweg). 

 Checkkarten/QR: „Ladung in 5 Schritten sichern“ für die Kabine (Fahrschule Eling). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Wie stellst du Formschluss her – und warum ist er so wichtig? 

 Ab wann und wie musst du eine nach hinten überstehende Ladung kennzeichnen? 

 Welche Unterschiede gibt es zwischen Niederzurren und Direktzurren – wann setzt du was ein? 

 Welche Punkte prüfst du nach den ersten gefahrenen Kilometern? 

 Was unterscheidet Ladung von Anbaugeräten – nenne je zwei Beispiele. 

 

  

3. Fahren mit Zügen, Zusammenstellen von Zügen
Wissen Klasse T

3.1 Ladungssicherung
1) Wichtige Bauteile & Begriffe 

 

 StVO‑Grundsatz (§ 22): Ladung muss so gesichert sein, dass sie selbst bei Vollbremsung/Ausweichen nicht verrutscht, kippt oder herabfällt ; anerkannte Regeln der Technik anwenden (z. B. VDI 2700, EN 12195‑1). 

 Formschluss: Ladeeinheiten liegen dicht an Bord‑/Prallwand oder zwischen Steckrungen – Lücken vermeiden/füllen. 

 Kraftschluss (Niederzurren): Zurrgurte/Ketten drücken die Ladung mit Vorspannkraft auf die Ladefläche; rutschhemmende Matten erhöhen die Reibung. 

 Direktzurren: Zurrmittel verlaufen direkt von der Ladung zu Zurrpunkten (Diagonal‑/Schrägzurren, Schlingzurren) – ideal bei schweren/kompakten Gütern. 

 Zurrmittel: Gurte (LC/STF/SHF am Etikett), Ketten mit Spannern; Etikett lesbar , keine Beschädigungen, keine Knoten. 

 Zurrpunkte/Ladebordwand/Prallwand: Nur geprüfte Zurrpunkte nutzen; Bordwände/Prallwand müssen die Kräfte aufnehmen können. 

 Rutschhemmende Matten (RHM): Erhöhen die Reibung deutlich (typisch µ ≈ 0,6 bei sauber/trocken). Nur unbeschädigt und sauber verwenden. 

 Kantenschoner/Schutzwinkel: Schützen Gurt und Ladung an scharfen Kanten und verbessern den Zurrwinkel. 

 Spezialfälle: Rundholz/Rohre gegen Rollen sichern (Keile); Schüttgut mit Netzen/Planen abdecken; Ballen und BigBags form‑ und kraftschlüssig sichern. 

 

 2) Schritt‑für‑Schritt: So sicherst du Ladung richtig 

 

 Planen: Art, Gewicht, Abmessungen, Schwerpunkt klären. Hilfsmittel bereitlegen (RHM, Gurte/Ketten, Kantenschoner, Keile, Netze). 

 Fahrzeug checken: Ladefläche sauber/trocken, Zurrpunkte intakt, Bordwände/Steckrungen/Prallwand funktionsfähig. 

 Positionieren: Schweres nach unten und möglichst an die Prallwand; Gewicht zwischen die Achsen, Stütz‑/Achslasten beachten. 

 Formschluss herstellen: Lücken vermeiden oder füllen (Zwischenlagen, Leisten, Paletten). Rundes Ladegut gegen Rollen sichern. 

 Rutschhemmung legen: Unter jede Einheit passende RHM, sauber auf sauber – keine Erde/Öl darunter. 

 Methode wählen: 

 

 Leichte/voluminöse Ladung: Niederzurren + Formschluss. 

 Schwere/kompakte Ladung: Direktzurren (Diagonal/Schräg) zu tragfähigen Zurrpunkten. 

 Schüttgut: Bordwände zu, ggf. Plane/Netz, keine Überhöhung. 

 

 

 Zurrwinkel beachten: Möglichst flach über die Ladung (Niederzurren) oder 30–60° zum Boden beim Direktzurren; Gurte nicht verdrehen, scharfe Kanten mit Kantenschonern schützen. 

 Spannen & sichern: Gurte gleichmäßig anziehen, Ratschen sichern, lose Gurtenden verstauen. Bei Ketten: Spanner sichern. 

 Kontrolle: Sicht‑/Fühlkontrolle jedes Zurrpunktes, Etikett/LC prüfen, Beleuchtung/Nummernschild frei? 

 Nachspannen: Nach wenigen Kilometern anhalten, Vorspannung prüfen/nachziehen; danach regelmäßig kontrollieren (bes. bei langen Fahrten/Schlechtweg). 

 

 3) Masse, Lasten, Werte – einfach erklärt 

 

 Richtwerte für Sicherungskräfte (Praxis): 

 

 Fahrtrichtung: bis 0,8 g (Vollbremsung) 

 Seitlich: bis 0,5 g 

 Rückwärts: bis 0,5 g 

 

Heißt: Die Sicherung muss diese Anteile des Gewichts aufnehmen können. 

 Reibwerte (typisch): Holz auf Holz trocken ≈ 0,2; mit RHM ≈ 0,6; feucht/schmutzig deutlich weniger. → Sauberkeit entscheidet! 

 Zurrgurt‑Etikett lesen: 

 

 LC (Lashing Capacity) in daN: zulässige Zugkraft im Geradzug (wichtig fürs Direktzurren). 

 STF (Standard Tension Force) in daN: typische Vorspannkraft einer Ratsche (wichtig fürs Niederzurren). 

 SHF (Standard Hand Force): Handkraft, mit der die STF erreicht wird (meist 50 daN). 

 

 

 Daumenregeln (vereinfachte Praxis): 

 

 Mit RHM (µ≈0,6) und gut gespannten Gurten reichen bei kompakten Lasten bis ca. 800–1000 kg oft 2–4 Niederzurrungen – je nach Zurrwinkeln/Zustand. Prüfe im Zweifel mehr Gurte. 

 Sehr schwere/hohe Lasten: Direktzurren (Diagonal) bevorzugen, Bord‑/Prallwand mitnutzen. 

 Etikett fehlt/beschädigt? → Nicht verwenden. 

 

 

 

 4) Bremsen, Lenkstabilität, Fahreindruck 

 

 Warnzeichen unterwegs: Poltern/„Nachsetzen“ der Ladung, nachlassende Vorspannung, Schlingern des Gespanns, längerer Bremsweg. 

 Sofortmaßnahmen: Tempo reduzieren, sicher anhalten , Zurrungen prüfen/nachspannen, Ladungslage korrigieren, ggf. neu sichern. 

 Vorausschauend fahren: Großzügige Abstände, sanft bremsen/lenken, in Kurven früher Tempo reduzieren; bergab Motorbremse. 

 

 5) Abmessungen, Sicht, Kennzeichnung 

 

 Sicht & Beleuchtung: Ladung darf Leuchten/Nummernschild nicht verdecken. Wenn doch → Zusatzleuchten/‑schild montieren. 

 Überstände: Regeln aus Kap. 2.7 beachten (hinten > 1,0 m → Kennzeichnung; nachts zusätzlich rotes Licht/Reflektor). Strecke/Tempo anpassen. 

 Anbaugeräte in Transportstellung: Verriegeln/absenken, damit sie nicht als „bewegte Ladung“ wirken. 

 

 6) Typische Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 „Ein Gurt reicht schon“: Nein – ohne RHM und ausreichende Vorspannung rutscht vieles bei 0,8 g. → Immer RHM + genug Gurte. 

 Ladelücken: Lücken lassen die Ladung „anlaufen“. → Lücken schließen oder Direktzurren einsetzen. 

 Falsche Zurrwinkel: Zu steil/zu flach mindert die Wirkung. → 30–60° beim Direktzurren anstreben, Gurte gleichmäßig führen. 

 Beschädigte Gurte/fehlendes Etikett: Ablegen! → Nur geprüfte, unbeschädigte Zurrmittel nutzen. 

 Kein Nachspann‑Stopp: Vorspannung lässt nach. → Nach wenigen km anhalten und nachziehen. 

 Schmutz/Feuchtigkeit unter RHM: Reibung bricht ein. → Fläche vorher reinigen/trocknen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Erst Formschluss schaffen, dann mit Rutschhemmung und passenden Zurrmitteln sichern – so, dass 0,8 g nach vorn und 0,5 g zur Seite/hinten gehalten werden. Nach wenigen Kilometern nachspannen.“ 

 

 Praxis‑Drill „Ladung in 5 Minuten sicher“ 

 

 Ladeplan: Gewicht/Schwerpunkt, Hilfsmittel (RHM, Gurte, Kantenschoner, Keile, Netz). 

 Formschluss + RHM: Lücken schließen, Matten legen. 

 Zurren: Methode wählen (Nieder/Diagonal), Etikett/LC/STF checken, Kanten schützen, gleichmäßig spannen. 

 Gesamtcheck: Zurrpunkte, Beleuchtung/Nummernschild frei, Überstand markiert? 

 Nach 5–10 Min. Fahrt: Halt – Nachspannen/Kontrolle. 

 

 

 [ ] Formschluss hergestellt 

 [ ] RHM sauber, korrekt platziert 

 [ ] Genügend Gurte/Ketten, Etikett ok 

 [ ] Zurrwinkel/Lage geprüft 

 [ ] Nachspann‑Stopp durchgeführt 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Fotokarten/Poster: Etikett lesen (LC/STF/SHF), richtige/falsche Zurrwinkel, Beispiele Ballen/Paletten/Rohre mit/ohne RHM. 

 Kurzvideos (30–60 s): Niederzurren vs. Direktzurren im Vergleich; „Nachspann‑Stopp“; Kantenschoner richtig einsetzen. 

 Hof‑Demo: Bremsprobe 20–25 km/h mit schlecht vs. korrekt gesicherter Ladung (Fahreindruck/Spurtreue zeigen). 

 Checkkarte/QR: „Ladungssicherung – 5 Schritte + Nachspannen“ für die Kabine (Fahrschule Eling). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Was ist der Unterschied zwischen Formschluss und Kraftschluss – nenne je ein Praxisbeispiel. 

 Warum sind rutschhemmende Matten so wirksam, und worauf musst du bei deren Einsatz achten? 

 Wann wählst du Direktzurren statt Niederzurren? 

 Welche Angaben auf dem Gurtetikett sind wichtig, und was bedeutet „STF“? 

 Was prüfst du beim Nachspann‑Stopp nach den ersten Kilometern? 

 

  

3.2 Besonderheiten der Fahrbahnbenutzung
1) Grundprinzip: Fahrbahn ja, Randbereiche nein 

 

 Rechts fahren , aber mit Sicherheitsabstand zu Rand/Graben/Bordstein (Schleppkurve, Anbaugeräte beachten). 

 Kein Fahren auf Geh-/Radwegen, Schutzstreifen, Seiten-/Standstreifen oder Banketten – nur die Fahrbahn benutzen. 

 Spur halten: Mittig in deiner Spur, keine benachbarte Spur „mitnutzen“ (Ausschwenken/Innenradien beachten). 

 

 2) Ein- und mehrspurige Straßen 

 

 Einspurig je Richtung: Tempo an Sicht/Verhältnisse anpassen, frühzeitig rechts einordnen, Gegenverkehr im Blick. 

 Mehrspurig außerorts/Autobahn-ähnlich: Rechtsfahrgebot strikt beachten. Linke Spur nur zum Abbiegen/Überholen nutzen. 

 Mehrspurig innerorts: Du darfst die passende Spur wählen; wegen geringer Geschwindigkeit aber in der Regel rechts bleiben, außer zum Linksabbiegen/Umfahren von Hindernissen. 

 

 3) Schmale Landstraßen, Kuppen, Kurven 

 

 Tempo runter vor unübersichtlichen Kuppen/Kurven; bei Bedarf fahrbereit bremsen . 

 Begegnung: Früh anhalten und Ausweichstelle nutzen. Nicht aufs weiche Bankett ausweichen (Kipp-/Wegrutschgefahr). 

 Randabbrüche/Gräben: Außen ausschwenkende Teile und Anhängerinnenradius mitdenken – größeren Kurvenradius wählen. 

 

 4) Radverkehr, Schutzstreifen & Abbiegen 

 

 Überholen von Radfahrern: Mindestens 1,5 m innerorts und 2,0 m außerorts Seitenabstand einhalten. Bei Unsicherheit: dranbleiben , später überholen. 

 Schutz-/Radfahrstreifen: Nicht befahren oder zum Warten benutzen. Beim Rechtsabbiegen Radweg/Schutzstreifen queren → Anhalten , Schulterblick, Vorrang gewähren. 

 Toter Winkel: Spiegel + Schulterblick + Kameras (falls vorhanden). Beim Rangieren Einweiser nutzen. 

 

 5) Überholen und Überholtwerden 

 

 Du überholst: Nur bei freier Sicht und ausreichend Abstand. Langer Überholweg wegen niedriger Vmax einkalkulieren. 

 Andere überholen dich: Geschwindigkeit gleichmäßig halten, weit rechts, keine Ausweichfahrten auf Randstreifen. Wenn sich eine Kolonne bildet: nächste sichere Einmündung/Hofzufahrt nutzen, kurz ausweichen und vorbeilassen . 

 

 6) Abbiegen, Wenden, Einfahren 

 

 Frühzeitig einordnen und blinken. Beim Rechtsabbiegen größer ausholen, aber eigene Spur halten. 

 Linksabbiegen mit Gespann: Zeitfenster groß wählen; Querverkehr, Rad-/Fußverkehr und Gegenverkehr sicher frei. 

 Wenden/Rückwärtsfahren innerorts möglichst vermeiden ; wenn nötig, absichern/Einweiser einsetzen. 

 

 7) Kreisverkehr (ein- und zweispurig) 

 

 Einspurig: Beim Einfahren nicht blinken, beim Ausfahren blinken. Außenlinie mit Abstand fahren (Ausschwenken!). 

 Zweispurig: Schwere/langsame Fahrzeuge grundsätzlich äußerer Fahrstreifen. Spurwechsel im Kreisel vermeiden. 

 

 8) Bahnübergänge 

 

 Vorbereitung: Früh runterbremsen, vorsorglich herunterschalten , kein Anhalten auf den Schienen. 

 Länge/Höhe beachten (Gespann räumt vollständig den Übergang). Bei schlechter Haftung (nass/Laub) sanft lenken/bremsen. 

 

 9) Kraftfahrstraßen/Autobahnen (selten) 

 

 Nutzung nur, wenn: bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit ≥ 60 km/h und Fahrzeug dafür geeignet/zugelassen. Viele Landmaschinen erfüllen das nicht . 

 Einfädel-/Ausfädelstreifen vollständig nutzen; Rettungsgasse bilden (zweistreifig: zwischen linkem und rechtem Fahrstreifen; dreistreifig+: zwischen linkem und den übrigen). 

 

 10) Besondere Bereiche & Beschilderung 

 

 Landwirtschaftlicher Verkehr frei: Zufahrt/Benutzung nur für tatsächliche land-/forstwirtschaftliche Zwecke. 

 Fahrradstraßen und Fußgängerzonen : Nur mit Zusatzzeichen erlaubt; Schritt-/angepasste Geschwindigkeit, niemanden gefährden/behindern. 

 Verkehrsberuhigter Bereich: Schrittgeschwindigkeit, Vorrang für Fußgänger, besondere Rücksicht. 

 Busspur (Zeichen 245): Tabu , außer Zusatzzeichen erlaubt. 

 

 11) Verschmutzung, Erntezeit, Sonderfälle 

 

 Schmutz/Erde auf der Fahrbahn: Verhindern, absichern und unverzüglich beseitigen . Warnblinker/Warndreieck ggf. einsetzen; Beleuchtung sauber halten. 

 Breite/Überstand: Auf Abmessungen achten. Gelbes Blinklicht nur bei tatsächlicher besonderer Gefährdung bzw. wenn vorgeschrieben. 

 Kolonnen/Erntezüge: Abstände so wählen, dass andere einscheren/überholen können; Absprachen per Funk. 

 

 

 Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 In Schutzstreifen „reinziehen“ beim Rechtsabbiegen → halten , Radverkehr durchlassen, erst dann abbiegen. 

 Zu weit rechts an unbefestigten Rändern → Kippgefahr → mit Abstand fahren, lieber früher anhalten/ausweichen. 

 Rücksichtslos Kolonnen bilden: Bei Gelegenheit vorbeilassen statt dauerhaft 30–40 km/h ohne Ausweichpause. 

 Im Kreisverkehr zu eng → Hänger schneidet Innenkreis. Außen bleiben, langsam, früh blinken zum Ausfahren. 

 

 Merksätze (Prüfungskern) 

 „Fahrbahn ja – Randbereiche nein. Rechts fahren, Sicht/Platz geht vor Tempo. Radwege kreuzen heißt: halten und Vorrang gewähren. Auf schmalen Straßen rechtzeitig Vorbeilass‑Pausen einplanen.“ 

 

 Praxis‑Drill: „Schmale Straße mit Gegenverkehr“ (2 Minuten) 

 

 Tempo 25–30 km/h, rechts Abstand zum Rand (Anbaugeräte prüfen). 

 Gegenverkehr? → Blinker rechts, früh Anhaltepunkt /Einbuchtung nutzen. 

 Standgas, ggf. Stopp. Blickführung: Spiegel, Front, Anhängerinnenradius. 

 Nach der Begegnung ruhig anfahren, Spiegelcheck. 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Abstände musst du beim Überholen von Radfahrern inner- und außerorts einhalten? 

 Warum ist es gefährlich, auf weiche Bankette/Seitenstreifen auszuweichen? 

 Wann darfst du eine Kraftfahrstraße mit dem Traktor nutzen? 

 Wie verhältst du dich, wenn sich hinter dir eine Kolonne bildet? 

 Was ist im Kreisverkehr beim Ein- und Ausfahren zu beachten? 

 

 Erstellt für den Unterricht von Joachim Eling – Fahrschule Eling.

3.2.1 mit bis zu zwei Anhängern
  

 

 1) Was ist speziell bei zwei Anhängern zu beachten? 

 

 Zulässig, aber kompakt bleiben: Max. 18,75 m Gesamtlänge für „Zugmaschine mit Anhängern“ (inkl. Anbauteile wie Frontlader/Frontgewicht). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__32.html?utm_source=openai)) 

 Bremsanlage passend: 

 

 Über 25 km/h : Anhänger brauchen eine auf alle Räder wirkende (i. d. R. durchgehende) Bremse, z. B. Druckluft/Hydraulik. ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 Auflaufbremsen : Nur bis 8 t zGG und mit Auflagen. Zwei auflaufgebremste Anhänger hinter einer Zugmaschine sind nur zulässig, wenn der gesamte Zug 25 km/h fährt und beide 25‑km/h‑Schilder tragen. ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 Trennfall : Bei Abriss muss der Anhänger selbsttätig zum Stehen kommen (z. B. über Abreißseil/Notbremseinrichtung). ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 

 

 Kraftfahrstraße/Autobahn? Nur wenn Traktor und Anhänger bauartbedingt jeweils > 60 km/h sind; praktisch selten erfüllt. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__18.html?utm_source=openai)) 

 

 2) Fahrbahnbenutzung – so fährst du „spurtreu“ 

 

 Rechtsfahrgebot mit Sicherheitsrand: Abstand zu Bankett/Graben größer wählen als mit Einzelanhänger – der zweite Anhänger schneidet in Kurven stärker ein. 

 Kurven & Kreisverkehr: 

 

 Früh abbremsen , Gang wählen, gleichmäßig lenken – ruckfreie Lenkbewegungen vermeiden (Schlingergefahr). 

 Kreisverkehr: Möglichst äußerer Fahrstreifen , Spurwechsel im Kreisel vermeiden; zum Ausfahren früh blinken. 

 

 

 Schmale Landstraßen/Engstellen: Begegnung planen: frühzeitig Einbuchtungen nutzen, notfalls kurz anhalten und vorbeilassen (Kolonne hinter dir abbauen). 

 Bahnübergänge: Nur anfahren, wenn der gesamte Zug den Übergang räumt. Vorher runterschalten, nicht auf den Schienen stehen bleiben. 

 

 3) Abstände, Sicht und Overtaking 

 

 Anhalteweg wächst stark – mehr Masse, mehr Kupplungsspiel: größere Abstände , Blick weit voraus. 

 Überholt werden: Konstant fahren, weit rechts in deiner Spur; bei Gelegenheit sicher ausweichen (Einmündung/Hof). 

 Wind/Querprofile: Brücken, offene Felder, Seitenwind – Tempo reduzieren; der zweite Anhänger reagiert empfindlicher. 

 

 4) Kuppeln & Technik – Praxisregeln 

 

 Reihenfolge: Zuerst ersten Anhänger korrekt kuppeln (Kupplungshöhe, Spiel, Bolzen/Verriegelung), dann Durchführungen (Brems‑/Hydraulik‑/Elektroleitungen) zum zweiten Anhänger anschließen. 

 Bremsprobe nach dem Kuppeln: Betriebsbremsen, Feststellbremse, Dichtheit (Druckaufbau), Reißsicherung prüfen (wirkt im Abrissfall). ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 Beleuchtung/Schilder: Letzte Fahrzeugrückseite klar erkennbar (Rück‑, Brems‑, Blinker‑, Dreiecksreflektoren), ggf. 25/40/60‑Schild je nach Zulassung/Vorschrift. 

 Ladung auf beiden Anhängern form‑/kraftschlüssig sichern (VDI 2700), Überstände korrekt kennzeichnen. 

 

 5) Tempo – einfache Faustregeln 

 

 Grundsatz: Erlaubtes Tempo richtet sich nach dem langsamsten Teil im Zug (Eintragungen Traktor/Anhänger, Bremsart, Beschilderung). 

 Zwei Auflaufbremsen im Zug = max. 25 km/h und beide Anhänger mit 25‑Schildern. ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 Durchgehende Bremse(n) an den Anhängern: bis zur eingetragenen bbH, solange alle Komponenten es erlauben (Achtung: Reifen, Aufbauten, Zugösen, Kupplungen). 

 

 6) Rangieren & Wenden 

 

 Rückwärtsfahren mit zwei Anhängern ist sehr anspruchsvoll – im öffentlichen Verkehr möglichst vermeiden . Wenn nötig: Einweiser , Funk/Zeichengebung, Schrittgeschwindigkeit. 

 Wenden nur mit sehr großer Reserve und abgesichertem Bereich; besser weiterfahren und großräumig drehen. 

 

 

 Checkliste „Startklar mit zwei Anhängern“ 

 

 [ ] Zuglänge ≤ 18,75 m; alle Eintragungen/Schilder passend. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__32.html?utm_source=openai)) 

 [ ] Kupplungen verriegelt, Sicherungen gesteckt; Leitungen (Luft/Hydraulik/Elektrik) dicht/funktionsfähig. 

 [ ] Bremsprobe o. k.; bei Auflaufbremse: Abreißsicherung korrekt geführt. ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 [ ] Beleuchtung/Reflektoren am letzten Fahrzeug frei und hell; Nummernschild sichtbar. 

 [ ] Ladung gesichert; Zurrmittel/Matten i. O.; Planen/Netze geschlossen. 

 [ ] Route bekannt: Engstellen, Brückenbreite, Bahnübergänge; Ausweichstellen gemerkt. 

 

 Häufige Fehler – so vermeidest du sie 

 

 Zu eng in Kurven: Zweiter Anhänger schneidet → weiter ausholen , Tempo runter, Spiegelarbeit. 

 Ruckartige Lenk-/Bremsmanöver: Schlingern möglich → ruhig lenken/bremsen, Motorbremse nutzen. 

 Fahren auf Bankett: Kipp-/Wegrutschgefahr → mit Abstand zur weichen Kante fahren. 

 Tempo überschätzt: Bei zwei Auflaufbremsen gilt 25 km/h – sonst Verstoß + Risiko. ([verkehrsportal.de](https://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_41.php?utm_source=openai)) 

 

 

 Praxis‑Drill (2 min): „Rechtskurve mit zwei Anhängern“ 

 

 Vor der Kurve auf 20–25 km/h abbremsen (je nach Sicht/Beladung). 

 Weit ausholen, Innenradius des zweiten Anhängers im rechten Spiegel beobachten. 

 Lenkwinkel konstant , kein Nachlenken im Scheitel; Blickführung: vorn – rechts – links – hinten. 

 Nach der Kurve sanft beschleunigen, Spiegelkontrolle, Zug bleibt in Spur? Wenn nein: Tempo reduzieren. 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Wie lang darf dein Zug aus Traktor und zwei Anhängern maximal sein? 

 Unter welchen Bedingungen darfst du zwei auflaufgebremste Anhänger ziehen? 

 Warum muss der Anhänger bei einem Abriss selbsttätig bremsen können? 

 Welche Spur wählst du im einspurigen und im zweispurigen Kreisverkehr – und warum? 

 Worauf achtest du beim Einfahren auf eine Kraftfahrstraße mit zwei Anhängern? 

 

 Erstellt für den Unterricht von Joachim Eling – Fahrschule Eling.

3.2.2 bis zu 60km/h
  

 

 1) „Bis zu 60 km/h“ – was bedeutet das in der Praxis? 

 

 BBH ≤ 60 km/h : Deine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit (bbH) begrenzt dich – schneller darfst du nie fahren, auch wenn die Strecke mehr zulässt. 

 Kraftfahrstraße/Autobahn: Nur für Fahrzeuge, deren bbH über 60 km/h liegt. Mit bbH ≤ 60 km/h sind sie tabu (auch wenn du 60 schaffst). 

 Immer gilt der niedrigste Wert : Erlaubte Geschwindigkeit = Minimum aus Strecken­begrenzung, bbH, technischer Zulassung (z. B. Reifen‑/Anhängerfreigabe) und Situation (Sicht, Last, Wetter). 

 

 2) Fahrbahnbenutzung & Spurwahl 

 

 Rechtsfahrgebot beachten, aber mit Sicherheitsrand zu Banketten/Gräben (Kipp‑ und Wegrutschgefahr). 

 Mehrspurige Straßen: Regelmäßig rechte Spur nutzen; linke Spur nur zum Abbiegen/Überholen. Bus‑/Radfahrstreifen bleiben tabu (sofern nicht freigegeben). 

 Engstellen/Begegnung: Frühzeitig verlangsamen, Einbuchtungen nutzen, nötigenfalls kurz anhalten und vorbeilassen . 

 

 3) Innerorts abbiegen, Kreuzungen, querender Radverkehr 

 

 Rechtsabbiegen innerorts mit Kfz > 3,5 t: Schrittgeschwindigkeit und bremsbereit (Traktoren liegen oft über 3,5 t zGM). Rad‑/Fußverkehr hat Vorrang, Spiegel/Abbiegeassistent nutzen. 

 Radfahrstreifen/Schutzstreifen kreuzen: Anhalten, Durchlass gewähren, erst dann abbiegen. 

 Kreisverkehr: Möglichst außen fahren, gleichmäßig langsam, zum Ausfahren frühzeitig blinken; Anhängerinnenradius beachten. 

 

 4) Geschwindigkeit, Abstände, Sicht 

 

 Sicht geht vor Tempo: Kuppen, unübersichtliche Kurven, Einmündungen = früh runter vom Gas . 

 Sicherheitsabstand : Mindestens 3–4 Sekunden bei 60 km/h; bei Nässe, Beladung, Gefälle deutlich mehr. 

 Seitenabstand beim Überholen von Radfahrenden: innerorts ≥ 1,5 m, außerorts ≥ 2,0 m. 

 Wind/Profilwechsel (Brücken, Waldkanten): Tempo reduzieren; Anbaugeräte können Seitenwind „fangen“. 

 

 5) Kurven, Kuppen, Gefälle 

 

 Vor der Kurve bremsen , passenden Gang wählen, gleichmäßig lenken (ruckartige Korrekturen = Schlingergefahr). 

 Schleppkurve/Innenradius : Anhänger und außen ausschwenkende Teile mitdenken; weiter ausholen. 

 Gefälle : Motorbremse nutzen, Dauerbremsen vermeiden (Fading). Reaktions‑ und Bremsweg wachsen bei Last stark. 

 

 6) Überholen – und überholt werden 

 

 Überholen nur mit langer, freier Sicht und ausreichender Beschleunigungsreserve. Keine Überholmanöver vor Einmündungen, Zebrastreifen, Kuppen, Kurven. 

 Überholt werden : Spurtreu rechts, Geschwindigkeit konstant halten. Wenn sich Kolonnen bilden, bei Gelegenheit vorbeilassen (Hofeinfahrt, Haltebucht). 

 

 7) Technik-Check für 60 km/h 

 

 Reifen : Geschwindigkeits‑/Lastindex ≥ 60 km/h, richtiger Druck; keine Risse oder Stollenbrüche. 

 Bremsen : Anlage dicht/funktionstüchtig; Anhänger (falls dabei) mit zur Geschwindigkeit passender Bremse (i. d. R. durchgehend). 

 Lenkung/Federung : Kein übermäßiges Spiel; bei Schwingungen sofort Tempo reduzieren. 

 Beleuchtung/Spiegel sauber und korrekt eingestellt; Kabine/Frontlader begrenzen deine Sicht → Blickführung trainieren. 

 

 8) Anhalteweg bei 60 km/h – Faustformeln 

 

 Reaktionsweg ≈ (60/10) × 3 = 18 m 

 Bremsweg (normal) ≈ (60/10)² = 36 m 

 Anhalteweg (normal) ≈ 18 m + 36 m = 54 m (Traktor/Anhänger real oft länger → Reserve einplanen!) 

 

 

 Checkliste „Tour bis 60 km/h“ 

 

 [ ] Route passt (keine Kraftfahrstraße/Autobahn, wenn bbH ≤ 60 km/h). 

 [ ] Reifen, Bremsen, Lenkung geprüft; Ladung/Anbaugeräte gesichert. 

 [ ] Spiegel/Scheiben sauber; Beleuchtung/Reflektoren ok. 

 [ ] Abstände/Überhol‑Zonen im Kopf: 3–4 Sekunden Regel, Seitenabstände zu Radverkehr. 

 [ ] Innerorts-Rechtsabbiegen: Schrittgeschwindigkeit bei zGM > 3,5 t fest eingeplant. 

 

 Häufige Fehler – so vermeidest du sie 

 

 „60 geht immer“: Falsch – Sicht, Last, Kurven, Wind bestimmen das Tempo. 

 Zu weit rechts am unbefestigten Rand → Kippgefahr. Lieber mit Sicherheitsabstand fahren. 

 Ruckartige Lenk-/Bremsmanöver → Schlingern. Besser früh, gleichmäßig, vorausschauend. 

 Innerorts rechts abbiegen zu schnell → Schrittgeschwindigkeit, Spiegel, Schulterblick, ggf. Stopp. 

 

 

 Praxis‑Drill (2 Min): „Landstraße 60 mit Querwind“ 

 

 Tempo auf 55–60 km/h steigern, Blick weit voraus, 3–4 Sek. Abstand auf Vordermann. 

 Vor Brücken/Waldkanten Tempo auf 45–50 km/h senken, Spur mittig halten. 

 Lenken ruhig, nicht gegenlenken „auf Schlag“; bei stärkerem Seitenwind weiter reduzieren. 

 Nach dem Abschnitt langsam wieder beschleunigen, Spiegelkontrolle. 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Darfst du mit bbH = 60 km/h eine Kraftfahrstraße benutzen? 

 Welche Abstände gelten beim Überholen von Radfahrenden inner‑/außerorts? 

 Warum ist bei Traktoren/Anhängerzügen der reale Anhalteweg oft länger als die Faustformel? 

 Wie verhältst du dich beim innerörtlichen Rechtsabbiegen mit zGM > 3,5 t? 

 Nenne drei Technikpunkte, die du für Fahrten mit 60 km/h prüfst. 

 

  

3.2.3 mit Ladung land- und forstwirtschaftlicher Güter
1) Typische Ladungen & besondere Risiken 

 

 Heu/Stroh (Rund-/Quaderballen): hoher Schwerpunkt, große Stirnfläche → Seitenwindempfindlichkeit, Kipp-/Schlinger­gefahr. 

 Schüttgut (Getreide, Silage, Rüben): Roll-/Rutschneigung, Schwerpunkt wandert in Kurven/Bremsung; Verlustteile können zur Gefahr für Nachfolgende werden. 

 Langholz/Weichholz: Durchrutschen möglich → Pfosten/Steckrungen, Direktzurren, Niederzurren kombiniert. 

 Frontlader‑Transport: Auf der Straße nur in Transportstellung (tief, verriegelt) und ohne Sichtbehinderung. 

 

 2) Fahrbahnbenutzung – Schritt für Schritt 

 

 Spurwahl: Rechts fahren, aber mit Sicherheitsabstand zum unbefestigten Rand (Bankett) wegen Kippgefahr. Keine Geh-/Radwege benutzen. 

 Breite realistisch einschätzen: Bei breiter Ladung mittig in deiner Spur bleiben, nicht „Schlangenlinien“, lieber langsamer und vorbeilassen , wenn sich Kolonnen bilden. 

 Begegnungen/Engstellen: Frühzeitig Tempo reduzieren, ggf. anhalten und in Buchten/Hofeinfahrten warten. Spiegelarbeit: außen ausschwenkende Ladungsteile im Blick. 

 Kurven/Kreisverkehr: Vor der Kurve stark Tempo raus, gleichmäßig lenken. Bei Ballen/Schüttgut weiter ausholen (Innenradius/Schleppkurve beachten). 

 Querwind/Brücken/Waldkanten: Geschwindigkeit deutlich senken, Lenken ruhig, nicht ruckartig korrigieren. 

 Innerorts rechts abbiegen (zGM > 3,5 t): Schrittgeschwindigkeit, bremsbereit, querenden Rad‑/Fußverkehr durchlassen . 

 

 3) Maße, Überstand, Kennzeichnung – kurz & klar 

 

 Breite: Ohne Ausnahmegenehmigung darf die Gesamtbreite (Fahrzeug + Ladung) in der Regel 2,55 m nicht überschreiten. Breitere Transporte nur mit Genehmigung/auflagen. 

 Überstand nach hinten: Bis 1,0 m ohne Kennzeichnung möglich. Über 1,0 m bis max. 1,5 m : deutlich kennzeichnen (bei Tag rote Fahne/tafel, bei Dämmerung/Nacht rote Leuchte + roter Rückstrahler). Mehr als 1,5 m : nur mit Ausnahmegenehmigung. 

 Vorne/seitlich: Ladung darf Sicht, Licht und Kennzeichen nicht verdecken . Wenn die hinteren Leuchten verdeckt sind: Zusatzleuchten am Ende der Ladung anbringen. 

 Abdecken: Schüttgut so sichern, dass nichts herabfällt/aufwirbelt (Plane/Netz, Bordwände ausreichend hoch). 

 

 4) Geschwindigkeit, Abstand, Bremsen 

 

 Tempo = langsamste Komponente: bbH, Anhängerfreigabe, Bremsart und Ladung bestimmen das maximale Tempo. 

 Abstand: Mindestens 3–4 Sekunden, bei Nässe/Beladung/Gefälle deutlich mehr. Hinterm Lkw nicht „festkleben“ – Spritzfahne mindert Sicht. 

 Bremsung: Vorher Gang wählen, Motorbremse nutzen; keine Vollbremsungen in Kurven (Schlinger‑/Kippgefahr). 

 

 5) Saubere Fahrbahn – deine Pflicht 

 

 Keine Verlustteile: Ladung so sichern, dass nichts fällt/rieselt. Festgestellte Verluste sofort aufsammeln. 

 Verschmutzung (Erde/Silage auf der Straße): Sofort beseitigen. Wenn das nicht sofort möglich ist: Absichern, warnen und Reinigung veranlassen. 

 

 6) Praxis‑Check vor jeder Fahrt 

 

 [ ] Ladungssicherung nach VDI 2700: Anzahl/Zustand der Gurte (STF/LC), Kanten-/Rutschschutz, Steckrungen/Bracken verriegelt. 

 [ ] Abmessungen innerhalb der zulässigen Grenzen; Überstände korrekt gekennzeichnet . 

 [ ] Beleuchtung am letzten Fahrzeug/Ladungsende frei und hell; Kennzeichen sichtbar. 

 [ ] Reifen/Druck passend zur Last; Lenk‑/Bremsprobe ok. 

 [ ] Route : Engstellen, Brückenbreiten/-höhen, Bahnübergänge und Ausweichstellen bekannt. 

 

 7) Häufige Fehler – so vermeidest du sie 

 

 Ballen ungesichert (nur „gelegt“) → Immer zurren (Kreuz-/Direktzurren), Kantenwinkel, Antirutschmatten nutzen. 

 Schüttgut nicht abgedeckt → Netz/Plane verwenden; Bordwände ausreichend hoch. 

 Leuchten verdeckt → Zusatzbeleuchtung ans Ladungsende; Reflektoren sauber halten. 

 Zu weit rechts auf Bankett → Kippgefahr; mit Abstand zur weichen Kante fahren. 

 Kolonnen bilden → Bei Gelegenheit sicher vorbeilassen (Hofeinfahrt, Haltebucht). 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ladung fällt nicht, verrutscht nicht, verdeckt nichts – Breite/Überstand korrekt gekennzeichnet, Beleuchtung sichtbar, Tempo vorsichtig. Saubere Fahrbahn, Rücksicht vor Geschwindigkeit.“ 

 

 Praxis‑Drill „Ballen‑Zug durch Dorf & Kreisverkehr“ (3–4 Min.) 

 

 Vor der Ortsdurchfahrt Tempo auf 25–30 km/h, Spiegelcheck, Kolonne hinter dir? → ggf. vorher vorbeilassen. 

 Kreisverkehr: weit außen, Schritt‑ bis 20 km/h, gleichmäßig lenken, Ballen in den Spiegeln beobachten. 

 Nach dem Ausfahren ruhig beschleunigen, Spiegel/Ladung kontrollieren, Netze/Gurte sitzen? 

 Bei Seitenwindabschnitt Tempo weiter reduzieren (−10 km/h), Spur mittig halten. 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Wie kennzeichnest du eine Ladung, die hinten mehr als 1,0 m übersteht? 

 Warum ist Seitenwind bei Ballentransporten so kritisch – wie reagierst du? 

 Nenne drei Maßnahmen, mit denen du Schüttgutverluste sicher verhinderst. 

 Welche Schritte unternimmst du, wenn Silagereste/Erde von deinem Zug auf die Fahrbahn gelangt sind? 

 Was bestimmt dein zulässiges Tempo beim LOF‑Transport – nenne mindestens zwei Faktoren. 

 

  

3.3 Besonderheiten bei der Zusammenstellung von Zügen; Fahren mit Allradantrieb
1) Wichtige Bauteile & Begriffe 

 

 Allradantrieb (4WD): Zuschaltbarer Vorderachsantrieb, oft ohne Mittendifferenzial → auf griffigem Asphalt droht Verspannung (Reifenrubbeln, Lenkhüpfen). 

 Differenzial‑Sperren: Längssperre (zwischen Vorder-/Hinterachse) und Quersperre (in der Achse). Nur langsam und meist geradeaus nutzen. 

 Bremsanlagen Anhänger: Auflauf-, hydraulische oder druckluftgebremste Systeme; ggf. ABS/EBS (ISO‑Steckdose nötig). 

 ALB/LAST‑Ventil: Automatische Bremskraftanpassung am Anhänger je Beladung (Lastabhängige Bremse). 

 D/Dc‑Wert & Stützlast (S): Belastbarkeit der Kupplung/Öse und nötige Stützlast für Spurstabilität . 

 Reifenpaarung/Rollradius: Passende Dimensionen/Drücke vorn–hinten; falsche Radumfänge verstärken 4WD‑Verspannung. 

 

 2) Zug richtig zusammenstellen – mit Blick auf 4WD 

 

 Papiere checken: zGM, Anhängelast, Stützlast, bbH, Bremsart (hydraulisch/Druckluft), D/Dc‑Wert. Langsamste Komponente bestimmt Tempo. 

 Kupplung & Öse passend: K50/K80 etc., Verschleißmaß i. O., Bolzen gesichert; Leitungen (Brake/E‑Stecker) spannungsfrei verlegt. 

 Vorderachslast sicherstellen: Mit Anhänger/Frontlader so beladen, dass die Lenkachse spürbar Druck hat (Faustwert: mind. ca. 20 % des Traktorleergewichts auf der Vorderachse). Bei leichtem Lenkradgefühl: Stützlast erhöhen oder anders beladen. 

 Bremskompatibilität: ABS/EBS nur mit korrektem Stromanschluss aktiv; ALB‑Gestänge frei beweglich. Mischzüge (z. B. 1× hydraulisch, 1× Auflauf) nur, wenn zulässig und fahrdynamisch unkritisch. 

 Reifen & Druck: Achsweise gleiche Dimension/Profil, Straßendruck einstellen; ungleiche Radumfänge → 4WD‑Stress, unruhiges Lenkverhalten. 

 Brems-/Lenkprobe: Standprobe + Rollprobe (10–15 km/h). Bei 4WD‑Einsatz prüfen: kein Hüpfen/Schieben in engen Kurven auf Asphalt. 

 

 3) Allrad richtig einsetzen – wann EIN, wann AUS? 

 

 4WD EIN (sinnvoll): 

 

 Anfahren mit schwerem Anhänger, Rampe/Hang, Wiese/Schotter/Schnee, nasse Feldzufahrt. 

 Bergab zur Motorbremsunterstützung beider Achsen (stabiler Geradeauslauf). 

 Bei Bremsen (falls Automatik „4WD‑bei‑Bremsen“ vorhanden) für kürzere Reaktionszeit der Vorderachse. 

 

 

 4WD AUS (meist besser): 

 

 Auf trockener, griffiger Straße bei Tempo und in Kurven → sonst Verspannung, Untersteuern, Reifenverschleiß. 

 Rangieren auf Asphalt (enger Lenkeinschlag) → kleinerer Wendekreis ohne 4WD. 

 

 

 Diff‑Sperren: Nur bei Schlupf , geradeaus, langsames Tempo; vor der Kurve/Straßenfahrt wieder lösen. 

 Timing: 4WD vor der kritischen Stelle einschalten, nicht erst im Spinnen der Räder (Stoßbelastung vermeiden). 

 

 4) Fahrdynamik mit Zug (mit/ohne 4WD) 

 

 Anfahren: Hoher Gang vermeiden; mit 4WD ruhiger, ohne Schlupf anfahren. Ggf. kurz 4WD nutzen, dann auf Straße wieder aus. 

 Kurven: Mit Last langsamer , gleichmäßig lenken. 4WD in engen Asphaltkurven meiden → Untersteuern/Lenkhoppeln möglich. 

 Bremsen: Vorausschauend, Motorbremse vor der Gefällestrecke wählen. 4WD unterstützt Stabilität, ersetzt aber nie funktionierende Anhängerbremsen. 

 Schlepp-/Schwenkverhalten: Zweiter Anhänger schneidet stärker; ausreichend ausholen, Spiegelarbeit. 4WD ändert das nicht, aber gibt mehr Reserve beim Herausbeschleunigen. 

 

 5) Rangieren & Praxis 

 

 Rückwärts: 4WD meist AUS (besserer Lenkeinschlag). Bei losem Untergrund kurz EIN möglich. 

 Kuppelplatz: Gerade anfahren, Stützrad ganz hoch, Abreißsicherung getrennt vom Bolzen einhängen. 

 Kontrollblick: Leitungen frei, keine Zurrgurte in der Nähe der Reifen/Kardanwelle. 

 

 6) Checkliste „Zug & 4WD startklar“ 

 

 [ ] Papiere/Typenschilder: Anhängelast, S‑Last, D/Dc‑Wert, Bremsart, bbH gecheckt. 

 [ ] Vorderachse trägt sicher (Lenkgefühl satt); ggf. Stützlast/Frontgewicht anpassen. 

 [ ] Brems-/Lichtprobe ok; ABS/EBS‑Strom verbunden (falls vorhanden). 

 [ ] Reifenprofil/Druck passend; Radumfänge vorn–hinten stimmig. 

 [ ] 4WD/Diff‑Sperren testweise schalten; Funktionskontrollleuchte i. O. 

 [ ] Route: Engstellen, Gefälle, Feldzufahrten und Wendemöglichkeiten bekannt. 

 

 7) Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest 

 

 4WD dauerhaft auf Asphalt → Verspannung, Reifenverschleiß, Untersteuern. Lösung: Auf fester Straße i. d. R. AUS, nur situativ EIN. 

 Zu leichte Vorderachse (schwammige Lenkung) → Gefahr bei Brems-/Ausweichmanövern. Lösung: S‑Last/Frontgewicht anpassen, beladen umverteilen. 

 Diff‑Sperre in der Kurve → Geradeausschieben. Lösung: Vor Kurven lösen. 

 ABS/EBS unversorgt → Anhänger blockiert schneller. Lösung: ISO‑Strom verbinden, Funktionskontrolle. 

 Falscher Reifendruck → schlechter Grip, Walkarbeit. Lösung: Straßendruck/Lastdruck einstellen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ich stelle den Zug passend zusammen, sorge für tragfähige Vorderachse und funktionierende Bremsen. 4WD nutze ich situativ : EIN für Traktion/Sicherheit, AUS auf griffigem Asphalt und in engen Kurven.“ 

 

 Praxis‑Drill „Gefällestrecke mit Anhänger“ (3–4 Min.) 

 

 Vor dem Gefälle: Gang wählen, 4WD EIN , Diff‑Sperren AUS, Tempo auf 25–30 km/h. 

 Im Gefälle: Motorbremse wirken lassen, nur dosiert bremsen, Spur mittig halten, Spiegel checken. 

 Nach dem Gefälle: Auf Gerade 4WD AUS , normal beschleunigen, Funktionskontrollleuchten prüfen. 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum führt 4WD auf trockener Straße in engen Kurven oft zu „Hoppeln“/Untersteuern? 

 Welche Signale zeigen dir, dass die Vorderachse zu leicht ist – was änderst du am Zug? 

 Wann hilft 4WD bergab mit Anhänger – und was ersetzt er nicht ? 

 Welche Rolle spielt der ISO‑Stromanschluss für ABS/EBS‑Anhänger? 

 Nenne drei Punkte, die du vor dem Einsatz der Diff‑Sperren beachtest. 

 

  

3.4 Verhalten an Bahnübergängen
1) Erkennen & Signale 

 

 Gefahrzeichen 151/150 (Bahnübergang unbeschrankt/beschrankt) mit Entfernungsbaken (3‑/2‑/1‑streifig) → i. d. R. ca. 240 m / 160 m / 80 m vor dem Übergang. ([strassenausstatter.de](https://www.strassenausstatter.de/produkt/verkehrsschilder/gefahrenzeichen/bahnuebergaenge/verkehrszeichen-159-10-zweistreifige-bake-aufstellung-rechts/?utm_source=openai)) 

 Andreaskreuz (Z 201) direkt vor dem Übergang: Vorrang der Schiene ; Halten so, dass das Zeichen nicht verdeckt wird (Richtwert 10 m). Parken: innerorts ±5 m, außerorts ±50 m verboten. ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-ordnung-anlage-2-zu-41-absatz-1-vorschriftzeichen-HI3648832.html?utm_source=openai)) 

 Licht/Schranken/Personal: Rot/blinkend, senkende/geschlossene Schranken, „Halt“-Zeichen oder hörbares Warnsignal → Warten ! ([haufe.de](https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/strassenverkehrs-ordnung-19-bahnuebergaenge_idesk_PI11525_HI3648793.html?utm_source=openai)) 

 

 2) Heranfahren – Schritt für Schritt 

 

 Früh abbremsen, mäßige Geschwindigkeit wählen, Blick weit, Spiegelcheck. Ab der ersten Bake: kein Überholen bis hinter den Übergang. ([haufe.de](https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/strassenverkehrs-ordnung-19-bahnuebergaenge_idesk_PI11525_HI3648793.html?utm_source=openai)) 

 Gangwahl : Vor dem Andreaskreuz herunterschalten , sodass du ohne Kuppeln/Schalten zügig durchfahren kannst. 

 Freie Räumfläche prüfen: Nur einfahren, wenn du den Übergang komplett räumen kannst (genügend Platz hinter den Gleisen!). ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvo/19?utm_source=openai)) 

 Spur & Fahrstreifen : Mittig und ruhig ansteuern; keine engen Rangiermanöver im Gleisbereich. 

 Scheinwerfer : Beim Warten niemanden blenden (StVO § 19 Abs. 6). ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvo/19?utm_source=openai)) 

 

 3) Sicheres Queren mit Traktor/Zug 

 

 Zügig, aber kontrolliert über die Schienen – nicht anhalten , nicht schalten/kuppeln auf den Gleisen. 

 Schleppkurve beachten : Anhänger schneiden innen, breite Geräte/Überstände auf Gegenverkehr und Leitpfosten achten. 

 Untergrund : Metall/Schienen sind glatt – besonders bei Nässe/Laub. Geradeaus lenken, keine ruckartigen Korrekturen. 

 Bodenfreiheit : Geräte/Deichseln so einstellen, dass kein Aufsitzen auf Schienenköpfen/Übergangsrampen passiert. 

 

 4) LOF‑Spezial: lange, schwere, breite Züge 

 

 Länge/Höhe kennen: Der gesamte Zug muss den Übergang in einem Zug räumen. 

 Allrad bei Bedarf vorher aktivieren (Traktion), nach dem Übergang auf griffigem Asphalt wieder deaktivieren (Verspannungen vermeiden). 

 Frontlader/Anbaugeräte : Transportstellung (tief, verriegelt), Sicht frei. 

 Verschmutzung : Erde/Silage auf der Fahrbahn sofort beseitigen oder sichern (StVO § 32). 

 

 5) Unbeschrankte Übergänge – Zusatzregeln 

 

 Blick – akustisch – Licht : Beide Richtungen prüfen, Radio leiser/Kopfhörer ab, ggf. kurz anhalten , wenn Sicht schlecht ist. 

 Nur fahren, wenn frei und der Übergang ohne Stoppen räumbar ist. ([deutschebahn.com](https://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/verantwortung_gesellschaft/unfallpraevention/sicher_drueber-1182090?utm_source=openai)) 

 

 6) Störung & Notfall – so handelst du richtig 

 

 Schranke schließt, du bist im Übergang → Weiterfahren und notfalls Schranke durchbrechen . Schranken sind bruchsollend ; dein Leben geht vor. Danach Polizei/DB informieren. ([swr.de](https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/fahrzeug-zwischen-schranken-eingeschlossen-was-sollten-autofahrer-tun-100.html?utm_source=openai)) 

 Fahrzeug blockiert → Sofort alle raus, 112 anrufen; wenn sicher möglich, Zug warnen/Notfallhinweise am BÜ nutzen (BÜ‑Kennnummer). ([deutschebahn.com](https://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/verantwortung_gesellschaft/unfallpraevention/sicher_drueber-1182090?utm_source=openai)) 

 

 7) Häufige Fehler – so vermeidest du sie 

 

 „Noch schnell rüber“ bei Rot/Schranke → Lebensgefahr, hohe Bußgelder/Fahrverbot. ([dvr.de](https://www.dvr.de/politik/beschluesse/sicherheit-an-bahnuebergaengen-von-eisenbahnen-erhoehen?utm_source=openai)) 

 Überholen ab erster Bake → verboten bis hinter die Gleise. ([haufe.de](https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/strassenverkehrs-ordnung-19-bahnuebergaenge_idesk_PI11525_HI3648793.html?utm_source=openai)) 

 Auf den Schienen schalten/stehen bleiben → Störanfällig, Abwürgen/Aufsetzen möglich. 

 Zu weit rechts am Bankett beim Heranrollen → Kipp-/Wegrutschgefahr (besonders mit Ballen/hoher Ladung). 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „BÜ erkenne ich an Baken und Andreaskreuz. Ich fahre mäßig heran, überhole nicht, wähle vorher den passenden Gang und räume den Übergang zügig ohne Halt . Bei Störung: weiterfahren/Schranke notfalls brechen – dann Notruf.“ ([haufe.de](https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/strassenverkehrs-ordnung-19-bahnuebergaenge_idesk_PI11525_HI3648793.html?utm_source=openai)) 

 

 Praxis‑Drill „Mit Zweiachs‑Anhänger über unbeschrankten BÜ“ (2–3 Min.) 

 

 Ab drei‑streifiger Bake Tempo reduzieren, Spiegel/Bremsbereitschaft, Überholverbot beachten. ([strassenausstatter.de](https://www.strassenausstatter.de/produkt/verkehrsschilder/gefahrenzeichen/bahnuebergaenge/verkehrszeichen-159-10-zweistreifige-bake-aufstellung-rechts/?utm_source=openai)) 

 Vor dem Andreaskreuz: Gang wählen (ohne Schalten durchfahren), Blick links/rechts, Kolonne hinter dir? → Ignorieren , Sicherheit zuerst. ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-ordnung-anlage-2-zu-41-absatz-1-vorschriftzeichen-HI3648832.html?utm_source=openai)) 

 Querung: Geradeaus, ruhig lenken, kein Halt/Schalten, komplette Räumung kontrollieren (Spiegel). 

 Danach normal beschleunigen, 4WD bei Bedarf auf Asphalt wieder aus. 

 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Ab welchem Zeichen gilt das Überholverbot bis hinter den BÜ? 

 Wie weit sind die drei Baken gewöhnlich vom BÜ entfernt? 

 Warum darfst du auf dem BÜ weder anhalten noch schalten? 

 Was tust du, wenn sich die Schranken schließen und dein Zug noch im BÜ steht? 

 Welche Park‑/Halt‑Abstände gelten vor/hinter dem Andreaskreuz inner‑ und außerorts? 

 

 Erstellt für den Unterricht von Joachim Eling – Fahrschule Eling.

4. Wirkung von Kräften beim Fahren
Wirkung von Kräften beim Fahren

4.1 Kraftschluss, Reibung, Rollwiderstand
1) Wichtige Begriffe – kurz & klar 

 

 Kraftschluss : Übertragung von Kräften zwischen Reifen und Untergrund durch Haftreibung (ohne Schlupf). Maximal nutzbarer Kraftschluss ∝ Reibbeiwert μ und Normalkraft (Radlast). 

 Haft‑ vs. Gleitreibung : Haftreibung (Grip) ist höher als Gleitreibung (Rutschen). ABS/ASR halten Schlupf im günstigen Bereich, damit du lenkfähig bleibst. 

 Reibbeiwert μ (typisch): 

 

 Trockener Asphalt: ca. 0,8–0,9 

 Nasser Asphalt: ca. 0,4–0,6 

 Schnee/Matsch: ca. 0,2–0,3 

 Eis/Schneeglätte: ca. 0,1 (oder weniger) 

 Feldboden (fest → weich): stark schwankend; Traktion entsteht zusätzlich über Bodenschub (Stollen greift ein). 

 

 

 Rollwiderstand ( c rr ): Energieverlust durch Reifenverformung/Untergrund.

 

 Straße (Traktor‑Transportreifen): 0,015–0,03 

 Feld/Wegeboden: 0,05–0,12 (+) 

 

 

 Grip‑Kuchen (Kraftschluss‑Ellipse): Bremsen, Beschleunigen und Lenken „teilen“ sich den gleichen Grip. Viel bremsen = weniger Lenkreserve – und umgekehrt. 

 

 2) Was beeinflusst deinen Grip? 

 

 Untergrund & Sauberkeit: Nässe, Schlamm, Laub, Splitt senken μ drastisch. Schmutz vom Hof/aus dem Feld abkehren (§ 32 StVO) – das schützt dich und andere. 

 Radlast/Stützlast: Mehr Normalkraft auf der Achse = mehr möglicher Kraftschluss. Zu leichte Vorderachse → Lenkprobleme . 

 Reifen & Luftdruck: 

 

 Straße: eher höherer Druck = ruhiger Lauf, weniger c rr , aber Komfort/Grip auf Nässe beachten. 

 Feld: reduzierter Druck (nach Hersteller!) = größere Aufstandsfläche, weniger Bodendruck, bessere Traktion. 

 

 

 Tempo & Fahrstil: Sanfte Pedale, saubere Lenkung. Harte Eingriffe „verbrauchen“ den Grip‑Kuchen. 

 Fahrzeugtechnik: 4WD/Diff‑Sperren nur situativ (Anfahren/loser Boden). Auf griffigem Asphalt sonst Verspannungen/Untersteuern. 

 

 3) Rechnen, aber praxisnah 

 

 Max. Beschleunigung/Bremsen: \( a_{\max} = \mu \, g \). 

 Theoretische Bremsstrecke (ohne Reaktion): \( s_B = \frac{v^2}{2\,\mu\,g} \) 

 

 Beispiel 50 km/h (≈ 13,9 m/s, Reaktion 1 s ≈ 14 m): 

 

 Trocken (μ = 0,8): 12 m Bremsweg → ≈ 26 m inkl. Reaktion. 

 Nass (μ = 0,4): 25 m Bremsweg → ≈ 39 m inkl. Reaktion. 

 Eis (μ = 0,1): 98 m Bremsweg → ≈ 112 m inkl. Reaktion. 

 

 Rollwiderstandskraft: \( F_{rr} = c_{rr}\, m\, g \). Beispiel 12 t: Straße (0,02) ≈ 2,4 kN; Feld (0,08) ≈ 9,4 kN → deutlich mehr Zugkraft/Verbrauch nötig. 

 4) Schritt‑für‑Schritt: So holst du sicheren Grip heraus 

 

 Vor Fahrtbeginn: Reifen auf Schäden/Profil prüfen, Luftdruck nach Einsatz (Straße/Feld) einstellen; Ladung/Stützlast korrekt verteilen. 

 Anfahren/Traktion: Sanft einkuppeln, ggf. 4WD /Quersperre kurz zuschalten. Auf Asphalt ohne Sperre fahren. 

 Bremsen: Geradeaus stark = ok; in Kurven vorher Tempo rausnehmen , dann lenken. ABS hält Lenkbarkeit – trotzdem Pedal stetig drücken (nicht pumpen). 

 Lenken: Weiche, frühe Lenkimpulse. Wenn es rutscht: Fuß vom Gas/Bremse lösen und Fahrzeug stabilisieren. 

 Saubere Fahrbahn: Erd-/Silagereste sofort sichern/beseitigen (Eigenverantwortung, Betriebspflicht). 

 

 5) Häufige Fehler – und die bessere Lösung 

 

 Vollbremsung in der Kurve → Untersteuern/Anhänger schiebt. Besser: Vor der Kurve bremsen, in der Kurve nur sanft dosieren. 

 Zu wenig Vorderachslast → Traktor lenkt schwammig. Besser: Stützlast/Frontgewicht anpassen, Ladung umverteilen. 

 Dauerhaft niedriger Reifendruck auf Straße → Hitze, Verschleiß, hoher c rr . Besser: Transportdruck nutzen oder CTIS (Reifendruckregelanlage). 

 Schlamm auf Straße → μ fällt stark. Besser: Abstreifen/Reinigen, Warnen/Sichern, sofort beseitigen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Grip ist begrenzt. Ich teile ihn klug: erst bremsen, dann lenken , sanft fahren. Reifen/Luftdruck und saubere Fahrbahn bringen Sicherheit – Tempo passe ich dem μ an.“ 

 

 Praxis‑Drill „Nassbremsung & Ausweichen“ (3–4 Min.) 

 

 Auf nasser Strecke 40 km/h → früh vom Gas, gerade kräftig bremsen. 

 Lenkhaken setzen (Ausweichen) mit halbem Bremsdruck → Grip‑Kuchen spürbar machen. 

 Nach Stabilisierung wieder sanft beschleunigen; Spiegel/Ladung prüfen. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Poster/Chart: „Grip‑Kuchen“ (Kraftschluss‑Ellipse) mit Beispielen Bremsen/Lenken. 

 Kurzvideo: Einfluss von Reifendruck (Straße vs. Feld) auf Traktion und Bremsweg. 

 Demo auf dem Hof: Nass‑Platte mit/ohne Schlamm → Unterschied in μ erfahrbar machen. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum kannst du beim gleichzeitigen starken Bremsen nur noch wenig lenken ? 

 Wie verändert nasser Asphalt deinen Bremsweg bei 50 km/h – grob in Metern? 

 Welche Vor‑/Nachteile hat niedriger Reifendruck auf Feld und Straße? 

 Welche Maßnahmen triffst du, wenn du Schlamm auf die Fahrbahn getragen hast? 

 Wann schaltest du 4WD/Sperren sinnvoll, und wann wieder aus? 

 

  

4.2 Auswirkungen unterschiedlicher Ladungen
1) Grundlagen – warum „gleiche Masse“ nicht gleich „gleiches Risiko“ ist 

 

 Masse und Trägheit: Je schwerer, desto mehr Energie muss beim Bremsen/Lenken beherrscht werden. 

 Schwerpunktlage: Hoher Schwerpunkt = früheres Kippen in Kurven/Schrägfahrt. 

 Lastverteilung: Zu wenig Vorderachslast = schlechte Lenkung; zu viel Hinterachslast = Anhänger schiebt. 

 Stützlast: Genug Stützlast stabilisiert den Zug; zu wenig → „Schlingern“, zu viel → Vorderachse wird zu leicht. 

 Reibwert und Reifen: Reifendruck, Profil und Untergrund bestimmen, wie viel Kraft übertragen werden kann. 

 Bremsanlage: Wirkt die Anhängerbremse zu schwach/spät, verlängert sich der Bremsweg und die Kipp-/Knicksgefahr steigt. 

 

 2) Typische Ladungen und ihre Fahrauswirkungen 

 

 

 

 Ladungstyp 

 Typische Effekte 

 Risiken 

 Fahr- & Sicherungsstrategie 

 

 

 

 

 Kompakt-schwer (z. B. Big Bags, Maschinen) 

 Hohe Gesamtmasse, oft tief liegender Schwerpunkt 

 Längere Bremswege bei schwacher Anhängerbremse; Vorderachse evtl. zu leicht 

 Bremsprobe; ALB/Anhängerbremse prüfen; ausreichende Stützlast; form‑ & kraftschlüssig zurren 

 

 

 Hoch gestapelt (Ballen, Kisten) 

 Schwerpunkt wandert nach oben 

 Kippgefahr in Kurven/Schrägfahrt, Seitenwindempfindlichkeit 

 Kurventempo stark reduzieren; weiche Lenkung; Niederzurren (Diagonal-/Niederzurren); Stapelhöhen beachten 

 

 

 Schüttgut (Getreide, Sand, Silage) 

 Setzen/Nachrutschen, wandernder Schwerpunkt 

 Lastwechsel beim Bremsen; Rieselverlust verschmutzt Fahrbahn 

 Bordwände/Planen schließen; gleichmäßig beladen; §32 beachten (sofort reinigen) 

 

 

 Flüssigkeiten (Gülle/Wasser) – Teilfüllung 

 Schwallbewegung längs/quer 

 „Nachschieben“ beim Bremsen, Aufschaukeln, Kippneigung 

 Möglichst „leer oder voll“; Schwallwände nutzen; sehr vorausschauend bremsen und lenken 

 

 

 Langgut (Stangen, Stammholz) 

 Langer Überstand, veränderte Lastverteilung 

 Ausschwenken beim Abbiegen; Sichtbehinderung 

 Überstand vorschriftsgemäß kennzeichnen; Zurrpunkte über die Länge verteilt; große Radien fahren 

 

 

 Lebende Ladung (Tiere) 

 Schwerpunkt verlagert sich permanent 

 Plötzliche Lastwechsel; Stress bei Tieren 

 Sanfter Fahrstil; weites Abstandhalten; rutschhemmender Boden; Lüftung beachten 

 

 

 Front-/Heckanbaugeräte 

 Achslasten ändern sich stark 

 Lenkeinfluss, Bremsbalance, Sicht 

 Passende Ballastierung; Transportstellung sichern; ggf. 4WD zuschalten; Tempo anpassen 

 

 

 

 Hinweis: Exakte Stützlast-/Achsgrenzen und Zurrkräfte entnimmst du immer den Typenschildern/Unterlagen von Traktor, Anhänger und Zurrmitteln. 

 3) Fahrdynamik – was verändert sich konkret? 

 

 Bremsen: Maximale Verzögerung ist durch den Reibwert begrenzt. In der Praxis verlängern schwache/fehlerhafte Anhängerbremsen und Schwallbewegungen den Bremsweg deutlich. Praxis: Immer eine Bremsprobe machen – der Anhänger muss „mitbremsen“, nicht schieben. 

 Kurven/Seitenneigung: Hoher Schwerpunkt kippt früher. Je höher die Ladung, desto geringer dein sicheres Kurventempo. Praxis: Vor der Kurve stärker abbremsen, in der Kurve nur leicht lenken/bremsen. Schrägfahrten quer zum Hang vermeiden. 

 Traktion/Lenkung: Zu geringe Vorderachslast führt zu Untersteuern und längerem Lenkweg. Schüttgut/Flüssigkeit kann beim Anfahren nach hinten wandern und plötzlich Grip kosten. 

 

 4) Schritt-für-Schritt: Einstellungen und Fahrstil anpassen 

 1) Vor Fahrtbeginn 

 

 Ladung gleichmäßig verteilen, Stützlast passend einstellen; Zurrmittel prüfen (etikettiert, unbeschädigt). 

 Reifendruck nach Einsatz (Straße/Feld) und Achslast anpassen. 

 Anhängerbremse/ALB-Funktion testen; Beleuchtung/Markierung kontrollieren. 

 

 2) Losfahren/Anfahren 

 

 Sanft einkuppeln; bei Zuglast ggf. Allrad kurz zuschalten. 

 Mit Flüssigkeit/Schüttgut besonders vorausschauend: keine harten Impulse. 

 

 3) Bremsen und Kurven 

 

 Immer vor der Kurve auf Wunschtempo; in der Kurve keine Vollbremsung. 

 Mit hoher/instabiler Ladung: Sicherheitszuschlag fürs Tempo – lieber deutlich langsamer als „gewohnt“. 

 

 4) Gefälle und Seitenwind 

 

 Gangwahl früh, Motorbremse nutzen. 

 Mit hohen Aufbauten windempfindlich → beide Hände ans Lenkrad, Tempo reduzieren. 

 

 5) Nach der Fahrt 

 

 Zurrmittel entspannen/prüfen; Schüttgut-/Schlammreste beseitigen (StVO §32). 

 

 5) Häufige Fehler – und bessere Lösungen 

 

 „Nur schwer, also stabil“: Irrtum! Hohe Masse plus hoher Schwerpunkt kippt früher. Besser: tief und breit stapeln, Niederzurren. 

 Teilgefüllter Gülletank: Starker Schwall → lange Bremswege. Besser: voll/leer fahren, größere Abstände, sehr sanfte Manöver. 

 Zu geringe Stützlast: Gespann beginnt zu pendeln. Besser: Stützlast im zulässigen Bereich einstellen (Herstellerwerte beachten). 

 Schlamm/Silage auf der Straße: Rutschgefahr für alle. Besser: direkt sichern/reinigen und ggf. warnen/absichern. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Ladung bestimmt das Fahrverhalten: Schwerpunkt tief, Last gut verteilt, Stützlast passend. Ich fahre vorausschauend – erst Tempo raus, dann lenken. Anhängerbremse muss mitarbeiten, Fahrbahn bleibt sauber.“ 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche drei Fahrwerksgrößen verändern sich durch hohe, schmale Stapelware? 

 Warum verlängert eine Teilfüllung im Tank deinen Bremsweg? 

 Wie bemerkst du zu wenig Stützlast – und was stellst du um? 

 Nenne zwei Maßnahmen, um Rieselverluste/Verunreinigungen zu verhindern. 

 Was prüfst du an der Anhängerbremse vor jeder Fahrt? 

 

  

4.3 in Steigungen und Gefällen
1) Physik am Berg – was passiert? 

 

 Hangabtriebskraft zieht bergab, Traktion muss bergauf überwunden werden. Merke: Bergab schrumpft deine „Grip‑Reserve“ fürs Lenken/Bremsen, bergauf steigt der Schlupfbedarf beim Anfahren. 

 Normalkraft ↓ am Berg → weniger nutzbarer Kraftschluss je Achse; die Lastverteilung verschiebt sich (bergauf: nach hinten, bergab: nach vorn). 

 Bremsfading : Dauerbremsen überhitzt Bremsen → Wirkung lässt nach. Punktuell, kräftig und kurz bremsen ist besser als dauerhaft leicht. 

 

 

 2) Technik bergab – sicher und materialschonend 

 

 Vor dem Gefälle 

 

 Schauen (Weitblick, Gegenverkehr, Ausweichräume), schalten (frühzeitig niedrigen Gang wählen), absichern (Abstand vergrößern). 

 Motorbremse nutzen: bei Schaltgetriebe niedriger Gang; bei CVT/Lastschaltgetriebe „Hold“/„Engine Brake“/Zapfwelle nicht missbrauchen. 

 Allrad bei geringer Geschwindigkeit und schlechter Haftung vor dem Gefälle zuschalten; Diff‑Sperren nur bei gerader Fahrt nutzen, vor Kurven lösen. 

 

 

 Im Gefälle 

 

 Tempo mit Motorbremse halten ; Servicebremse nur kurz und kräftig dosieren (Intervall), um Überhitzung zu vermeiden. 

 Nie mit getretener Kupplung rollen lassen (Freilauf = keine Motorbremse, Gefahr des „Davonlaufens“). 

 Blickführung weit, Lenkimpulse ruhig; keine Lastwechsel in Kurven. 

 

 

 Nach dem Gefälle 

 

 Bremsen nicht „riechen“ lassen – ggf. kurze Abkühlpause. 

 Allrad, Sperren wieder aus – außer es bleibt rutschig/abseits der Straße. 

 

 

 

 

 3) Technik bergauf – kraftvoll ohne Durchdrehen 

 

 Vor der Steigung 

 

 Gang so wählen, dass du ohne Nachschalten hochkommst; Schwung nutzen, aber angepasst . 

 Reifendruck/Traktion prüfen; Allrad ggf. vorher zu, Sperren nur bei Geradeausfahrt. 

 

 

 Im Anstieg 

 

 Konstant Gas; keine hektischen Schaltvorgänge . Bei CVT: Zugkraftregelung „stabil“. 

 Wenn Räder durchdrehen: Gas minimal zurück , notfalls kurz anhalten und neu anfahren. 

 

 

 Berganfahren (mit Anhänger)

 

 Fußbremse halten, Zug aufbauen (Kupplung bis Schleifpunkt), dann Bremse lösen und sauber einkuppeln. 

 Mit Handbremse/Anfahrhilfe („Hill‑Hold“) arbeiten, wenn vorhanden. Kein langes Kupplungsschleifen → Überhitzung! 

 

 

 

 

 4) Besonderheiten mit Anhänger 

 

 Schub bergab: Anhänger darf den Traktor nicht „anschieben“. Vor Abfahrt Bremsprobe (Hydraulik-/Druckluftbremse, ALB) – Bremse muss gleichzeitig und kräftig greifen. 

 Stützlast/Lastverteilung korrekt wählen (siehe 4.2): zu wenig → Pendeln, zu viel → Lenkfähigkeit leidet. 

 Teilfüllungen (Gülle/Wasser): Schwall verstärkt das „Nachschieben“. Noch früher runterbremsen, sehr weich lenken. 

 Unterlegkeile mitführen und beim Halten/Parken am Berg anlegen; Fahrzeug gegen Wegrollen sichern (Parkbremse, Gang einlegen/„P“). 

 

 

 5) Winter, Nässe, Feldwege 

 

 Nass/Laub/Schlamm: Die Bodenhaftung fällt stark → Tempo weiter reduzieren, Lenken oder Bremsen – nicht beides hart zugleich. 

 Schnee/Eis: Ketten rechtzeitig montieren, sanfte Befehle, größere Abstände. 

 Schotter/Erde: Rinnen quer zum Hang vermeiden; mit Anhänger möglichst gerade talwärts anhalten/anfahren. 

 

 

 6) Häufige Fehler – und bessere Lösungen 

 

 Dauerbremsen bergab → Fading. Besser: niedriger Gang + kurze, kräftige Bremsimpulse. 

 Mit getretener Kupplung rollen → keine Motorbremse. Besser: Kupplung oben lassen, Gang drin. 

 Sperren in der Kurve → Verspannen, Unter-/Übersteuern. Besser: nur geradeaus, vor Kurven lösen. 

 Zu spätes Runterschalten im Anstieg → Leistungsloch. Besser: früh schalten, Drehmomentwelle nutzen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Vor dem Berg entscheiden: Gang wählen, Tempo runter , Blick weit. Bergab trägt die Motorbremse, ich bremse nur kurz und kräftig. Bergauf ohne Hektik, sauber anfahren. Anhänger bremst mit – Fahrzeuge am Berg immer sicher gegen Wegrollen sichern.“ 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum ist Dauerbremsen bergab gefährlich und wie vermeidest du es? 

 Wie bereitest du dich vor einer langen Gefällestrecke mit Anhänger vor? 

 Erkläre den Unterschied im Fahrverhalten bei voller vs. teilgefüllter Tonne bergab. 

 Welche Schritte gehören zum sicheren Berganfahren mit Anhänger? 

 Wann schaltest du Allrad/Differentialsperren ein – und wann wieder aus? 

 

  

4.4 Luftwiderstand, Seitenführungskraft, Fliehkraft
1) Luftwiderstand – „der unsichtbare Gegner“ ab Tempo 40–60 km/h 

 

 Worum geht’s? Je schneller du fährst, desto deutlich stärker drückt die Luft gegen Fahrzeug und Ladung. Das frisst Leistung und macht Seitenwind-Einflüsse spürbarer. 

 Beobachtbar im Alltag: Zwischen 40 und 60 km/h steigen Geräusch, Verbrauch und Pedallast merklich. Mit großem Aufbau (Ballen, Kisten, breiter Frontlader) spürst du das noch früher. 

 Konsequenz: 60 km/h ist nur sinnvoll, wenn Strecke, Sicht, Ladung und Wind es hergeben. Sonst lieber 5–15 km/h weniger – ruhiger und sicherer. 

 

 Tipps gegen zu viel Luftwiderstand 

 

 Ladung glatt und tief stapeln, Schüttgut abdecken , Planen straff. 

 Frontlader absenken/anklappen; unnötige Anbauten demontieren. 

 Bei starkem Gegen- oder Seitenwind: Tempo senken , beide Hände ans Lenkrad, mehr Abstand. 

 

 

 2) Seitenführungskraft – wie Reifen dich „in der Spur“ halten 

 

 Worum geht’s? Reifen können nur eine begrenzte Haftung liefern. Diese wird zwischen Bremsen/Beschleunigen und Lenken aufgeteilt. 

 Wichtige Regel: Erst stark abbremsen, dann lenken, in der Kurve nur halten, danach ruhig wieder ziehen. So überforderst du die Reifen nicht. 

 Traktor-Effekt: Hoher Aufbau (z. B. Ballen hoch gestapelt, Frontlader oben) verlagert Gewicht und entlastet kurveninnere Räder – sie rutschen früher. 

 Mit Anhänger: Zu wenig Stützlast → Gespann pendelt in der Kurve; zu viel → Vorderachse lenkt schlechter. Immer im zulässigen Bereich einstellen. 

 

 Grip-Fallen und Gegenmittel 

 

 Nass/Laub/Schlamm/Schnee: Sehr vorsichtig lenken und bremsen, keine „Hauruck“-Manöver. 

 Falscher Reifendruck: Schlechtere Aufstandsfläche → unruhiges Einlenken. Herstellerwerte einhalten. 

 Lastwechsel in der Kurve: Plötzlich Gas weg oder bremsen lässt die Hinterachse leichter werden → ruhig bleiben, sanft korrigieren. 

 

 

 3) Fliehkraft – der „Drang nach außen“ in der Kurve 

 

 Worum geht’s? In jeder Kurve drückt es dich nach außen. Je schneller und je enger, desto stärker. 

 Traktor-Effekt: Hoher Schwerpunkt (Ballenstapel, hoch geführter Frontlader, Aufbaugeräte) erhöht die Kippneigung. Was mit leerem, niedrigem Traktor noch ging, kann mit hoher Ladung zu schnell sein. 

 Praxisbeispiel: Gleiche Landstraßenkurve:

 

 Mit 40 km/h: ruhig, gut zu halten. 

 Mit 60 km/h: deutlich mehr „Schieben nach außen“, Lenkreserve kleiner – mit hoher Ladung potenziell kritisch. 

 

 

 

 Verdoppelt sich die Geschwindigkeit - vervierfacht sich die Fliehkraft 

 Sicher durch die Kurve 

 

 Vor der Kurve Tempo passend wählen und niedrigen Gang einlegen. 

 Blick zum Kurvenausgang, weiche Lenkimpulse , in der Kurve nicht stark nachbremsen. 

 Mit Anhänger: Zug vor der Kurve geradeziehen , Stützlast und Anhängerbremse im Blick. 

 

 

 4) Hoher Schwerpunkt – Sonderregeln für Ballen, Kisten, Frontlader 

 

 Gefahr: Früheres Kippen in schnellen Kurven, bei Schrägfahrten, auf Kuppen und in Wechselkurven. 

 Maßnahmen: 

 

 Frontlader möglichst tief führen und Last dicht am Fahrzeug. 

 Kurven langsamer und weiter fahren, abruptes Lenken vermeiden. 

 Schrägfahrten (Quer zum Hang) vermeiden, lieber längs den Hang hinauf oder hinunter. 

 Wenn möglich Ladung niedriger stapeln oder Fahrt unter 60 km/h deutlich reduzieren. 

 

 

 

 

 5) Seitenwind – wenn’s am Lenkrad zupft 

 

 Typisch: Hohe Planen, Ballenstapel oder breite Aufbaugeräte bieten viel Angriffsfläche. 

 Maßnahmen: Tempo 5–15 km/h runter, beide Hände ans Lenkrad, Spur ruhig halten, mehr Seitenabstand zu Radfahrern/stehen­den Fahrzeugen. Planen straff, Ladung bündig. 

 

 

 Häufige Fehler – und bessere Lösungen 

 

 „In der Kurve noch eben stark bremsen“ → Reifen überfordert. Besser: Vor der Kurve fertig bremsen. 

 Frontlader hoch geführt bei 60 km/h → hohe Kippneigung. Besser: Frontlader runter, Tempo anpassen. 

 Teilgefülltes Güllefass schnell in Kurve → Schwall verlagert Gewicht. Besser: Tempo senken, weiter Bogen, ruhig lenken. 

 Seitenwind ignoriert → Versetzen der Spur. Besser: Tempo runter, Gegenlenken sanft, Abstand erhöhen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Tempo kostet Grip und Stabilität: Vor der Kurve bremsen, in der Kurve ruhig lenken, nachher sanft ziehen. Hohe Ladung = Tempo weiter runter, Frontlader tief, Seitenwind ernst nehmen.“ 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum ist 60 km/h mit hoher, kantiger Ladung oft keine gute Idee? 

 Wie verteilst du Bremsen und Lenken, damit die Reifen nicht überfordert werden? 

 Welche drei Maßnahmen reduzierst du bei Seitenwind sofort? 

 Welche Fehlerquelle entsteht bei teilgefüllten Tanks/Fässern in Kurven? 

 Wie führst du den Frontlader, um die Kippgefahr zu verringern? 

 

  

4.5 Kippmomente
1) Grundidee – warum kippt ein Fahrzeug? 

 

 Kippmoment : Alles, was dich zur Seite oder nach vorne/hinten „um die Räderkante“ drücken will (z. B. schnell gefahrene Kurve, Seitenhang, Schwall im Tank, Bordsteinkante). 

 Stabilisierung : Breite Spur, niedriger Schwerpunkt, gleichmäßige Lastverteilung und ruhige Fahrmanöver halten dich aufrecht. 

 Traktor-Spezialfall : Die Vorderachse kann pendeln. Auf schrägem Untergrund trägt die Hinterachse entscheidend zur Stabilität bei – eine breite Hinterspur bringt viel. 

 

 

 2) Typische Kipp-Situationen mit Traktor 

 

 Kurve zu schnell (besonders mit hoch geführtem Frontlader oder hoch gestapelten Ballen) → Drang nach außen, Innenräder werden leicht, Kippgefahr. 

 Seitenhang / Quergefälle → Fahrzeug neigt sich talwärts, eine Bodenwelle oder Loch reicht zum Umkippen. 

 Weiches Bankett, Graben, Kante → Ein Rad sackt ab, Schwerpunkt wandert schlagartig nach außen. 

 Schwall in Teilfüllungen (Güllefass, Spritze) → Flüssigkeit schlägt in die Kurvenaußenseite, Kippmoment steigt sprunghaft. 

 Ungünstige Stützlast am Anhänger → Zu wenig vorn: Lenkung leicht, Gespann pendelt. Zu viel vorn: Vorderachse „taucht“ beim Bremsen, instabil in der Kurve. 

 Frontladerarbeit am Hang → Last weit vorne/hoch, kleine Lenkkorrektur oder Bodenstufe genügt. 

 Seitenwindböen bei hoher, kantiger Ladung → zusätzliche seitliche Kraft auf Aufbau/Plane. 

 

 

 3) Was begünstigt Kippen – was hilft dagegen? 

 Begünstigend 

 

 Hoher Schwerpunkt (hoch gestapelte Ballen, Frontlader oben, Aufbaugeräte). 

 Schmale Spur (insbesondere hinten), falscher Reifendruck, weicher Untergrund. 

 Hektische Manöver : scharfes Einlenken, starkes Bremsen in der Kurve, ruckartige Lastwechsel. 

 Teilgefüllte Tanks ohne Schwallwände, schlechte Lastverteilung, falsche Stützlast. 

 

 Schützend 

 

 Spur verbreitern (Spurverbreiterung, Zwillingsräder), Ballast tief (Rad-/Front-/Heckgewichte), Last nah am Fahrzeug führen. 

 Reifendruck nach Hersteller, für Straße und Last passend. 

 Ruhige Fahrweise : vor der Kurve bremsen, weiter Bogen, in der Kurve nur halten, danach sanft beschleunigen. 

 Tanks ganz voll oder sehr leer fahren (wo praktikabel) – weniger Schwall. 

 Stützlast im zulässigen Bereich einstellen; funktionsfähige Anhängerbremse. 

 ROPS (Überrollschutz) + Gurt immer nutzen; keine Mitfahrer auf Trittbrettern/Anbauten. 

 

 

 4) Fahrstrategie – so vermeidest du Kippmomente 

 

 Tempo: Mit hoher/oberer Ladung deutlich unter 60 km/h bleiben; auf Landstraße oft 10–30 km/h langsamer als leer, vor allem vor Kurven und bei Wind. 

 Kurven: Vor der Kurve abbremsen und niedrigen Gang wählen; in der Kurve nicht stark nachbremsen. Zug/Anhänger vor der Kurve geradeziehen. 

 Frontlader: Last tief und nah am Fahrzeug, Schaufel leicht nach hinten gekippt; am Hang nur mit viel Reserve manövrieren. 

 Hangfahrten: Quergefälle meiden; wenn es sein muss, sehr langsam, gleichmäßig, ohne Ruck. Besser längs (bergauf/bergab) fahren. 

 Kanten/Bankette: Wenn möglich im rechten Winkel und langsam überfahren; seitlichem Abrutschen vorbeugen, Abstand halten. 

 Sperren/Allrad: Nur dort nutzen, wo nötig; vor Kurven auf fester Straße lösen, um Verspannungen und Schieben nach außen zu vermeiden. 

 

 

 5) Notfall: drohendes Kippen – was jetzt? 

 

 Ruhe bewahren , Blick in Fluchtrichtung. Keine hektischen Gegenlenk-Rucke. 

 Gas weg , sanft bremsen. In der Kurve die Linie öffnen (weniger stark lenken), wenn Platz ist. 

 Front-/Heckgerät sofort absenken , um den Schwerpunkt zu senken und das Fahrzeug zu stabilisieren. 

 Am Hang, wenn möglich, talwärts ausrichten und anhalten. 

 Gurt anlegen – im Fahrzeug bleiben , wenn es trotz allem kippt (nur sicher mit Überrollschutz). Nach Stillstand: Motor aus, Umfeld sichern, Hilfe holen. 

 

 

 6) Mini‑Beispiele aus der Praxis 

 

 Ballen hoch gestapelt, 60 km/h, weite Landstraßenkurve: 15–25 km/h langsamer anfahren als leer, Frontlader unten, Blick weit, vor der Kurve fertig bremsen. 

 Teilgefülltes Güllefass, Feldzufahrt mit Kante: Schrittgeschwindigkeit, möglichst im 90°‑Winkel, gerade Räder; danach langsam beschleunigen, Schwall abklingen lassen. 

 Seitenhang mit Frontladerarbeit: Last dicht und tief, ggf. Heckballast montieren, nur minimal lenken; wenn unsicher: Hang verlassen und Stelle neu anfahren. 

 Seitenwind mit Planen‑/Kistenaufbau: 10–20 km/h runter, beide Hände ans Lenkrad, Abstand erhöhen; ruckfreie Lenkkorrekturen. 

 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Kippmomente entstehen durch Tempo, Höhe und Schräglage. Daher: Last tief und nah , Spur breit , vor der Kurve bremsen , in der Kurve ruhig . Mit hoher Ladung lieber deutlich unter 60 km/h.“ 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Nenne drei Situationen, in denen das Kippmoment am Traktor besonders groß wird. 

 Welche zwei Maßnahmen senken das Kipp­risiko beim Arbeiten mit dem Frontlader sofort? 

 Warum sind Teilfüllungen in Tanks problematisch in Kurven? 

 Wie wirkt sich zu geringe Stützlast auf das Fahrverhalten in der Kurve aus? 

 Was tust du, wenn du in einer Kurve merkst, dass das Fahrzeug zum Kippen neigt? 

 

  

5. Bremsanlagen
Bremsanlagen

5.1 Druckluftbeschaffungsanlage
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO §41 Bremsen (Betriebs‑, Feststell‑, Zusatzbremsanlage) 

 ECE‑R13 (Bremsanlagen – Aufbau/Funktion, Mehrkreisschutz) 

 Hersteller‑Bedienungsanleitung (Grenzwerte, Wartungsintervalle) 

 

 1) Aufbau der Zweikreisdruckluftanlage 

 

 Kompressor (motorgetrieben) → Nachdruckführung /Kühler → Ölabscheider → Lufttrockner → Mehrkreisschutzventil → Druckluftbehälter (mind. zwei Kreise, meist: Vorder-/Hinterachse bzw. Betriebsbremse I/II; weitere Kreise: Feststell-/Anhänger). 

 Druckregler/Regelventil (Governor) : schaltet den Kompressor auf Last (füllen) oder Leerlauf (Entlastung), damit der Systemdruck im Sollbereich bleibt. 

 Sicherheitsventil : schützt vor Überdruck. 

 Manometer/Warnsystem : Anzeigen je Kreis, Warnlampe/Hupe bei zu niedrigem Druck. 

 Anhängeranschlüsse (Traktor/zugfähige Fz): Zweileiter – Rot Vorratsleitung (Versorgung), Gelb Steuerleitung (Bremssignal); alternativ Duomatic‑Kupplung. 

 

 2) Lufttrockner und Frostschutz 

 

 Lufttrockner : entzieht Feuchtigkeit mit Trocknungskartusche; regeneriert beim Druckabbau (Ablase‑„Pffft“ nach Erreichen des Abschaltdrucks ist normal). 

 Frostschutzpumpe (ältere/landw. Geräte): dosiert Frostschutzmittel in die Ansaugluft – nur verwenden, wenn das System dafür vorgesehen ist. Bei reinen Lufttrockner‑Systemen kein Frostschutzmittel zugeben (Bauteilschäden möglich). 

 Kondensatmanagement : automatische/manuelle Behälterentwässerung. Im Winter besonders wichtig, um Vereisung/Blockaden zu verhindern. 

 

 3) Betriebsablauf (vereinfacht) 

 

 Motor starten → Kompressor füllt über Trockner die Behälter. 

 Ab einem vorgegebenen Druck schaltet der Druckregler auf Entlastung (Trockner bläst kurz ab). 

 Beim Bremsen/Verbrauch sinkt der Druck; unterschreitet er die Nachschaltschwelle, lädt der Kompressor wieder. 

 Losfahren erst, wenn beide Kreise ausreichend Druck haben und Warnanzeige erloschen ist. Feststellbremse löst sonst u. U. nicht vollständig. 

 

 4) Bedienung/Check im Alltag (Traktor Vmax 60 km/h) 

 

 Täglicher Blick : Manometer beider Kreise, Warnlampe, hörbare Undichtigkeiten („Zischen“), Zustand Kupplungsköpfe/Dichtungen (rot/gelb sauber, Kappen drauf). 

 Kaltstart Winter : Druck in Ruhe aufbauen lassen, Kondensat automatisch/manuell ablassen; Frontlader/Schwerlast zunächst nicht hochführen. 

 An- und Abkuppeln Anhänger : Leitungen spannungsfrei verlegen, Farbcodierung korrekt, Abreißsicherung montieren. Nach dem Ankuppeln Dichtheitstest (Pedal halten – Druck darf nicht auffällig fallen). 

 Fahrprobe : kurze Bremsung geradeaus; Gespann soll spurtreu verzögern, kein Ziehen nach links/rechts. 

 

 5) Typische Störungen – Symptome und Maßnahmen 

 

 Druck baut langsam auf : Riemenspannung/Kompressorleistung prüfen, vereister/gesättigter Lufttrockner, Leckagen (Schläuche, Kupplungen), verstopfte Filter. 

 Häufiges Ablasen im Stand : undichtes Rückschlag‑/Regelventil, Undichtigkeiten in Kreisen; Lecksuche mit Leckspray. 

 Wasser/Eis im System : Trocknerkartusche fällig, Entwässerung vernachlässigt; im Frost: Anlage auftauen lassen, Ursache beheben. 

 Öliger Lufttrockner/Behälter : Kompressor verschleißt (Ölmitriss) → Werkstatt. 

 Warnlampe „niedriger Druck“ während der Fahrt : sofort Tempo reduzieren, sichere Stelle anfahren, Leck prüfen; Weiterfahrt nur nach Fehlerbehebung. 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Trockene, dichte Luft ist die halbe Bremse: Erst fahren, wenn beide Kreise Druck haben; Lufttrockner fit halten; im Winter Kondensat ablassen und Frostschutz nur verwenden, wenn vom Hersteller freigegeben.“ 

 

 Praxis‑Drill (2–4 Minuten) 

 

 Kaltstart‑Check: Motor an, bis zum ersten Trockner‑Ablasen warten. Beide Manometer beobachten. Frage: Wann würdest du losfahren? 

 Dichtheit: Bremspedal 30–60 s konstant halten (Stand). Beurteile, ob der Druck stabil bleibt. Dann Leitungen/Kupplungen kurz mit Leckspray prüfen. 

 Winterroutine: Manuelle Entwässerung vorführen (falls vorhanden). Zeige, wo die Trocknerkartusche sitzt und nenne das Wechselintervall laut Hersteller. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Grafik „Zweikreisanlage“ (Kompressor → Trockner → Mehrkreisschutz → Behälter → Bremskreise) 

 Foto „Kupplungsköpfe rot/gelb“ am Traktor mit Schutzkappen 

 Kurzvideo: Lufttrockner‑Ablasegeräusch und Manometerverlauf 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Aufgabe hat das Mehrkreisschutzventil in der Druckluftanlage? 

 Warum ist der Lufttrockner sicherheitsrelevant – und wie erkennst du, dass er arbeitet? 

 Wann darfst du Frostschutzmittel einsetzen, und wann nicht? 

 Nenne drei Ursachen für langsamen Druckaufbau. 

 Was prüfst du direkt nach dem Ankuppeln eines Anhängers mit Zweileiter‑System? 

 

   

  

5.2 Kombinierte Druckluft-hydraulische Bremsanlage
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsen (Betriebs‑, Feststell‑, Anhängerbremsanlage) 

 ECE‑R13 (Bremsanlagen; Umsetzer/Wandler, Mehrkreisschutz, Anhängerbremsventil) 

 Herstellerangaben/Eintragung: Nur mit zugelassenem und eingetragenem Luft‑/Hydraulik‑Umsetzer („Systemwandler“) betreiben. 

 

 1) Grundprinzip und Aufbau 

 

 Ausgangslage : Zugfahrzeug mit Druckluft (Zweileiter: rot = Vorrat, gelb = Steuer) zieht Anhänger mit Hydraulik bremsen. 

 Systemwandler (Luft‑Hydraulik‑Umsetzer) : wandelt das pneumatische Bremssignal in einen hydraulischen Bremsdruck um.

 

 Eingang: Luftversorgung (rot) + Steuersignal (gelb) vom Anhängerbremsventil. 

 Im Wandler: Membran-/Kolbensystem mit Übersetzungsverhältnis → erzeugt Öldruck proportional zur Bremsanforderung. 

 Ausgang: Hydraulikleitung(en) zu den Radbremszylindern des Anhängers. 

 

 

 Weitere Bauteile :

 

 Mehrkreisschutz am Zugfahrzeug (Versorgungssicherheit), Rückschlag-/Sicherheitsventile im Wandler/Anhänger, Druckspeicher/Behälter (luftseitig), Ausgleichs-/Vorratsbehälter (ölseitig), ggf. ALB (automatische lastabhängige Bremskraftregelung) am Anhänger. 

 

 

 Rückfallebene/Sicherheit : Bei Versagen der Versorgungsleitung (rot) muss der Anhänger selbsttätig verzögern (Notbremsung über Steuerleitung/Wandler/Sicherheitsventile), sofern das System dafür ausgelegt ist. 

 

 2) Einsatzfälle und Varianten 

 

 Land‑/Forst : Häufig hydraulisch gebremste Hänger (ein‑ oder zweileitig). Kombination mit luftgebremntem Traktor/Lkw erfolgt über Wandler . 

 Luft → Hydraulik (Standard dieses Kapitels): Luftsignal vom Zugfahrzeug steuert hydraulische Radbremsen am Anhänger. 

 Hydraulik → Luft : Umgekehrt möglich, aber nur mit dafür zugelassenem Hydraulik‑/Luft‑Umsetzer und Eintragung (z. B. Traktor mit Hydraulikanschluss zieht luftgebremsten Anhänger). 

 Feststellbremse : Kann am Anhänger separat mechanisch oder über federspeicher‑betätigte Zylinder realisiert sein; Bedien‑ und Löseverfahren beachten. 

 

 3) Bedienung, An‑/Abkuppeln und Checks (Traktor/Lkw → Hydraulik‑Anhänger) 

 

 Vor dem Kuppeln :

 

 Beide Luftkreise am Zugfahrzeug haben Betriebsdruck (Warnlampe aus). 

 Wandler und Hydraulikschläuche optisch prüfen: trocken, keine Risse/Quetschungen, Kupplungen sauber. 

 Richtige Hydraulikflüssigkeit laut Hersteller vorhanden (Achtung: DOT‑Bremsflüssigkeit ≠ Mineralöl ; niemals mischen!). 

 

 

 Kuppelreihenfolge :

 

 Mechanik, Stützrad, Abreißsicherung, Elektrik (Beleuchtung) herstellen. 

 Luftkupplungen: rot (Vorrat) zuerst, dann gelb (Steuer). Auf festen Sitz/Dichtungen achten. 

 Hydraulikseite: Leitung(en) spannungsfrei verlegen, Kupplungen sauber einrasten, Knickschutz beachten. 

 

 

 Dichtheits‑ und Funktionsprüfung :

 

 Motor im Leerlauf, Druck steht an. Bremspedal langsam drücken und halten: luftseitig kein auffälliger Druckabfall, hydraulikseitig keine Leckage, Pedalweg konstant. 

 Langsame Rollprobe geradeaus: Bremse zieht spurtreu, kein „Nachziehen“ oder Verzögerungsverzug. 

 

 

 Abkuppeln : In umgekehrter Reihenfolge; Leitungen mit Kappen schützen; Druck ablassen gemäß Herstellerhinweis (hydraulische Restdrücke). 

 

 4) Typische Störungen – Symptome und Maßnahmen 

 

 Verzögerte Bremsansprache (späte Wirkung am Anhänger):

 

 Luftseite: Leck/Poren an Leitungen/Kupplungen, schwergängiges Anhängerbremsventil. 

 Hydraulikseite: Luft im System → fachgerecht entlüften ; zu geringe Ölfüllung; gequollene Dichtungen durch falsches Medium. 

 

 

 Weicher/spongy Pedalweg : Luftblasen im Hydraulikteil, undichte Radbremszylinder/Leitungen → Lecksuche, Entlüftung, defekte Teile ersetzen. 

 Einseitiges Ziehen/Überbremsen : Unterschiedliche Belagzustände, blockierter ALB‑Hebel, kontaminierte Beläge (Öl). 

 Häufiges Ablasen des Trockners, aber schwache Wirkung : Luftseite dichtheitsprüfen; Wandler arbeitet, aber Hydraulik verliert Druck → Schlauch/Verteiler undicht. 

 Falsches Öl/DOT befüllt : Gefahr von Dichtungszerstörung – nicht weiterfahren, Anlage spülen/inst. Werkstatt. 

 

 5) Wartung und Besonderheiten (Praxis) 

 

 Luftseite : wie in 5.1 – trockene, saubere Luft (Lufttrockner/Kondensat), Kupplungsköpfe dicht. 

 Hydraulikseite : Ölstand/Qualität prüfen, Wechselintervalle einhalten, nur freigegebenes Medium verwenden; Staubschutzkappen nutzen. 

 Winter : Vereisungsgefahr luftseitig minimieren (Trockner fit), zähes Öl verlängert Ansprechzeit → defensiv fahren, Bremsprobe früh machen. 

 Dokumente : Eintragung/Typenschild des Wandlers, zulässige Betriebsdrücke und ggf. Geschwindigkeits-/Massenbeschränkungen mitführen/beachten. 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Luft steuert – Öl bremst: Nur mit zugelassenem Wandler , richtiger Flüssigkeit und dichter Anlage fahren. Vor Abfahrt Funktionsprobe: Druck steht an, Anhänger bremst zeitgleich und spurtreu .“ 

 

 Praxis‑Drill (2–4 Minuten) 

 

 Kupplungscheck : Rot/gelb korrekt kuppeln, Hydraulikleitung einstecken, auf Dichtheit prüfen. Lernziel: Farbcodierung, Reihenfolge, Sichtprüfung. 

 Bremswirkung fühlen : Auf abgesperrter Fläche aus 20 km/h zwei Bremsungen – 1× leicht, 1× mittel. Beobachten: Verzögerungsbeginn Anhänger, Spurtreue, Pedalweg. 

 Fehlerbild demonstrieren : Simulierte Luftblase (nach Wartung) → spongy Pedal. Maßnahme: Entlüftung am höchsten Punkt zeigen/erklären. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Schematische Grafik „Luft → Wandler → Hydraulikzylinder (Radbremsen)“ 

 Foto eines zugelassenen Luft‑Hydraulik‑Wandlers mit Typenschild 

 Kurzvideo: Funktionsprüfung – Manometerverlauf (luftseitig) und Bremsbeginn am Anhänger 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Aufgabe hat der Luft‑Hydraulik‑Wandler in einer kombinierten Bremsanlage? 

 Warum dürfen DOT‑Bremsflüssigkeit und Mineralöl nicht gemischt werden? 

 Nenne zwei Anzeichen für Luft im hydraulischen Teil der Anlage. 

 Wie lautet die korrekte Kuppelreihenfolge der Leitungen und warum? 

 Welche Dokumente/Eintragungen müssen für den Betrieb einer Kombianlage vorliegen? 

 

   

  

5.2.1 Zugfahrzeug hydraulisch
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsen (Betriebs‑, Feststell‑, Anhängerbremsung) 

 ECE‑R13 (Bremsanlagen; Kombinationsbetrieb, Umsetzer/Wandler, Sicherheitsfunktionen) 

 EU‑VO (Agrar): 167/2013 i. V. m. 2015/68 (Bremsanforderungen für T/ landw. Anhänger) 

 Herstellerunterlagen/Eintragung: Hydraulik‑/Luft‑Umsetzer nur, wenn zugelassen und eingetragen . 

 

 1) Systemübersicht: Hydraulik am Zugfahrzeug 

 

 Bremspedal → Anhängerbremsventil (Zugfahrzeug): erzeugt hydraulischen Bremsdruck proportional zur Pedalkraft. 

 Leitungen/Kupplungen zum Anhänger:

 

 Einleitiges Hydrauliksystem : eine Druckleitung, Rückstellung über Radzylinder/Belagspiel (häufig in der Land‑/Forsttechnik). 

 Zweileitiges Hydrauliksystem : Druck‑ und Rücklaufleitung (schnellere Lösezeiten, bessere Wärmebeherrschung – abhängig vom Fahrzeugtyp). 

 

 

 Am Anhänger : Radbremszylinder (hydraulisch), ggf. ALB (lastabhängige Bremskraftregelung), Notbremseinrichtung/Abreißsicherung für Leitungsriss/Abtrennung. 

 Medien : i. d. R. Hydrauliköl (Mineralöl) . DOT‑Bremsflüssigkeit und Mineralöl sind nicht mischbar → Dichtungs‑/Systemschäden! 

 

 2) Varianten je nach Anhänger 

 

 A) Anhänger hydraulisch (Direktbetrieb) 

 

 Zugfahrzeug liefert Hydraulikdruck direkt an die Radbremszylinder des Anhängers. 

 Vorteile: einfache Kuppeltechnik, kurze Ansprechzeiten; Nachteile: keine selbsttätige Notbremsung bei Leitungsabriss ohne spezielle Ventile. 

 Sicherheit: Anhänger muss eine Abreiß‑/Notbremsfunktion haben (z. B. Zugseil, das ein Ventil betätigt und Druck hält/aufbaut). 

 

 

 B) Anhänger luftgebremst (nur mit Umsetzer) 

 

 Hydraulik‑/Luft‑Umsetzer (Systemwandler) wandelt Hydraulikdruck vom Zugfahrzeug in Druckluft‑Steuerdruck um. 

 Zusätzlich erforderlich: Luftversorgung (Kompressor, Lufttrockner, Behälter, Mehrkreisschutz) – am Zugfahrzeug oder als eigenständiges Pack (je nach System). 

 Zum Anhänger: Zweileiter‑Luftanschlüsse (rot = Vorrat, gelb = Steuer). Betrieb nur, wenn Umsetzer und Luftanlage zugelassen/eingetragen . 

 

 

 

 3) An‑ und Abkuppeln (Praxis) 

 

 Vorbereitung : Fahrzeug sichern, Bremsdruck/Ölstand prüfen, Kupplungen/Kappen reinigen, Leitungen spannungsfrei führen. 

 Kuppelreihenfolge – Hydraulik‑Anhänger :

 

 Mechanik kuppeln, Stützrad hoch, Abreißsicherung einhängen, Elektrik prüfen. 

 Druck entlasten (Pedal kurz drücken/lösen), dann Hydraulikleitung(en) sauber einstecken; Verriegelung prüfen. 

 Funktionsprobe: Pedal langsam drücken/halten → Dichtheit, gleichmäßige Wirkung. 

 

 

 Kuppelreihenfolge – Luft‑Anhänger (mit Umsetzer) :

 

 Mechanik/Elektrik wie oben. 

 Hydraulik zum Umsetzer verbinden. 

 Luftseite: rot (Vorrat) zuerst, dann gelb (Steuer) zum Anhänger; Dichtungen/Kappen prüfen. 

 Wirkprobe: Druckaufbau beobachten, kurze Rollprobe durchführen. 

 

 

 Abkuppeln : in umgekehrter Reihenfolge. Restdrucke beachten: bei heißer Anlage kann Kupplung unter Druck stehen → Druck entlasten, ggf. Drucklos‑Kuppler nutzen. 

 

 4) Typische Störungen – Symptome und Maßnahmen 

 

 Spongy/weicher Pedalweg (Hydraulik): Luft im System, zu niedriger Ölstand, undichte Zylinder/Leitungen → Lecksuche, fachgerecht entlüften, defekte Dichtungen erneuern. 

 Bremsen löst träge : verengter Rücklauf (Zweileiter), verschmutzte Kupplung, gequollenes Dichtungsmaterial (falsches Medium) → reinigen/ersetzen, Medium prüfen. 

 Einseitiges Ziehen/Überbremsen : ALB‑Gestänge schwergängig/falsch eingestellt, Beläge kontaminiert, ungleiche Radzylinder → instandsetzen, ALB prüfen. 

 Hydraulik → Luft (mit Umsetzer): späte/zu schwache Wirkung am Luft‑Anhänger → Umsetzer falsch justiert, Luftleck, unzureichende Luftversorgung (Kompressor/Trockner) → Dichtheit prüfen, Umsetzer nach Herstellervorgabe kalibrieren. 

 Medienverwechslung : DOT vs. Mineralöl gemischt → Dichtungszerfall, Funktionsverlust → nicht weiterfahren, Anlage spülen und instandsetzen (Werkstatt). 

 

 5) Wartung und Besonderheiten 

 

 Sauberkeit : Kupplungen stets mit Kappen schützen; Schmutz/Wasser zerstören Dichtungen und Ventile. 

 Ölqualität/Intervalle : nur freigegebenes Hydrauliköl verwenden; Wechsel/Filter gemäß Hersteller. 

 Winterbetrieb : kaltes Öl = zäh → längere Ansprechzeiten. Längeren Bremsweg einplanen, früh Bremsprobe. 

 Sichtprüfung : feuchte Stellen = Leckhinweis; Scheuerstellen/Knicke vermeiden, Scheuerschutz anbringen. 

 Dokumente : Bei Hydraulik‑/Luft‑Umsetzer Typenschild, Zulassung/Eintragung und Wartungsnachweise mitführen/beachten. 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Zugfahrzeug hydraulisch: richtiges Medium , dichte Leitungen , klare Funktionsprobe . Luft‑Anhänger nur mit zugelassenem Umsetzer und ordentlicher Luftversorgung.“ 

 

 Praxis‑Drill (2–4 Minuten) 

 

 Dichtheitscheck : Pedal 30–60 s halten → Pedalweg/Leitungen beobachten; Leckspray an Kupplungen. 

 Rollprobe : geradeaus 15–20 km/h → gleichmäßig bremsen. Beurteile Ansprechzeit, Spurtreue, Löseverhalten. 

 Mediencheck : Schau am Anhänger auf die Beschriftung (Mineralöl oder DOT). Was ist bei dir im System? → Konsequenz bei Falschbefüllung nennen. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Schematische Grafik: Pedal → Anhänger‑Bremsventil → Hydraulikleitung(en) → Radzylinder (Variante A) / + Umsetzer + Luftkreise (Variante B) 

 Foto: Hydraulik‑Schnellkuppler mit Staubkappen; Umsetzer mit Typenschild 

 Kurzvideo: Entlüftung am höchsten Punkt zeigen; Rollprobe mit/ohne Umsetzer 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Warum dürfen DOT‑Bremsflüssigkeit und Mineralöl nicht gemischt werden? 

 Welche Aufgaben hat die Abreißsicherung bei hydraulisch gebremsten Anhängern? 

 Wie erkennst du bei der Rollprobe, dass die Bremse zu spät anspricht? 

 Welche zusätzlichen Baugruppen sind nötig, um mit hydraulischem Zugfahrzeug einen luftgebremsten Anhänger zu ziehen? 

 Nenne zwei Ursachen, wenn die Bremse nach dem Lösen „klebt“ oder verzögert zurückgeht. 

 

   

  

5.2.2 Anhänger Druckluft
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsen (Betriebs‑, Feststell‑, Anhängerbremsanlage) 

 ECE‑R13 (Bremsanlagen; Zweileiter‑System, Notbremsfunktion, ALB/EBS) 

 Herstellerangaben/Eintragung: Kombinationen nur mit zugelassenen Komponenten (z. B. Hydraulik→Luft‑Umsetzer) betreiben. 

 

 1) Aufbau des druckluftgebremsten Anhängers 

 

 Anschlüsse am Zugfahrzeug (zum Anhänger):

 

 Rot = Vorratsleitung (Versorgung): füllt die Druckluftbehälter am Anhänger; steuert Not‑/Feststellfunktion. 

 Gelb = Steuerleitung (Bremssignal): steuert über das Bremsrelais-/Anhängerbremsventil die Radbremsen. 

 Alternative: Duomatic (Kombi‑Kupplung) – versorgt und steuert in einer Kupplung. 

 

 

 Im Anhänger :

 

 Druckluftbehälter (mit Entwässerung), Bremsrelais-/Schnelllöseventil , Rückschlag-/Sicherheitsventile . 

 Radbremszylinder (Membran‑/Kolbenzylinder); Federspeicher für Feststell-/Notbremse je nach Bauart. 

 ALB (automatische lastabhängige Bremskraftregelung) mechanisch oder pneumatisch; ggf. ABS/EBS (ISO‑7638‑Versorgung erforderlich). 

 

 

 Not‑/Feststellfunktion :

 

 Bei Druckabfall in der roten Leitung (Abriss/Leck) bremst der Anhänger selbsttätig aus den Behältern (Notbremsung). 

 Feststellbremse häufig über Federspeicher oder mechanische Spindel – je nach Baujahr/Typ. 

 

 

 

 2) Einsatz mit hydraulischem Zugfahrzeug (Kombianlage) 

 

 Hydraulik→Luft‑Umsetzer wandelt den Hydraulikdruck des Zugfahrzeugs in Druckluft‑Steuerdruck (gelb) um. 

 Die Vorratsluft (rot) muss aus einer geeigneten Luftanlage kommen: am Zugfahrzeug fest verbaut oder als separate Versorgungseinheit (mit Kompressor, Trockner, Mehrkreisschutz, Behältern). 

 Nur verwenden, wenn Umsetzer und Luftversorgung zugelassen/eingetragen sind und die Leistungsdaten (Drücke/Volumina) zum Anhänger passen. 

 

 3) An‑ und Abkuppeln (Praxis) 

 

 Vorbereitung : Fahrzeug sichern, Unterlegkeile, Schläuche/Kupplungsköpfe reinigen, Dichtungen (O‑Ringe) prüfen, Staubkappen ab. 

 Kuppelreihenfolge :

 

 Mechanik kuppeln, Stützrad hoch, Abreißseil/Notlöseeinrichtung einhängen, Elektrik verbinden (ISO 1185/12098/7638 falls ABS/EBS). 

 Rot (Vorrat) zuerst , dann Gelb (Steuer) kuppeln; Verriegelung prüfen. Bei Duomatic: Kupplung sauber, vollständig schließen. 

 Druckaufbau abwarten: Manometer am Zugfahrzeug/Umsetzer beobachten; Bremsprobe im Stand (Pedal halten, Dichtheit prüfen). 

 

 

 Abkuppeln :

 

 Gelb zuerst lösen (Steuer), dann Rot (Vorrat); sonst droht Notbremsung des Anhängers. 

 Staubkappen aufsetzen, Leitungen spannungsfrei ablegen. 

 

 

 

 4) Typische Störungen – Symptome und Maßnahmen 

 

 Falsche Anschlussreihenfolge : Gelb vor Rot gesteckt → Anhänger bremst sofort stark (Notbremsung). Maßnahme: korrekt kuppeln, Systemdruck prüfen. 

 Langsamer Druckaufbau/geringe Bremswirkung : Leck in Leitungen/Kupplungen, verstopftes Trockenmittel, defektes Bremsrelais. Maßnahme: Lecksuche, Trockner warten, Ventile prüfen/ersetzen. 

 Schiefziehen/Überbremsen : ALB‑Gestänge schwergängig/falsch eingestellt, ungleiche Zylinder/Beläge. Maßnahme: ALB gängig machen/einstellen, Achse prüfen. 

 Träges Lösen : verengte Entlüftung/Leitungsknick, klemmendes Schnelllöseventil. Maßnahme: Leitungsführung korrigieren, Ventil reinigen/tauschen. 

 EBS/ABS‑Warnung : ISO‑7638 nicht gesteckt, Spannungsversorgung fehlt oder Sensordefekt. Maßnahme: Steckverbindung/Versorgung prüfen, Fehlerspeicher (Werkstatt). 

 Feuchtigkeit/Eis : Wasser im System → Vereisung, verzögertes Ansprechen. Maßnahme: Trockner/Kondensatablass warten, Winterbetrieb beachten. 

 

 5) Wartung und regelmäßige Prüfungen 

 

 Dichtheit : Kupplungen, O‑Ringe, Schläuche, Scheuerstellen prüfen; bei Zischen/Blasenbildung (Leckspray) instandsetzen. 

 Kondensatmanagement : Behälter regelmäßig entwässern; Lufttrockner (am Zugfahrzeug/Versorgung) nach Hersteller warten. 

 ALB : Gestänge leichtgängig, richtige Hebellage; Prüfen mit und ohne Last. 

 Federspeicher : Funktionsprobe Feststellbremse; sichere Blockierung beim Parken. 

 Elektrik (bei ABS/EBS): ISO‑7638/Steckdosen sauber, Pins korrosionsfrei; Kabelzugentlastung beachten. 

 Dokumente : Eintragungen, Prüfplaketten (Druckbehälter/ABS/EBS) und Wartungsnachweise mitführen/beachten. 

 

 Prüfungskern (Merksatz) 

 „Rot füllt – Gelb steuert: Rot zuerst , Gelb danach kuppeln. Nur fahren, wenn Vorratsdruck anliegt, ALB gängig ist und die Bremsprobe passt.“ 

 

 Praxis‑Drill (2–4 Minuten) 

 

 Kuppelübung : Rot → Gelb kuppeln, ISO‑7638 stecken; Manometer beobachten bis erstes Ablasen am Trockner. Frage: Ab wann darfst du losfahren? 

 Dichtheitscheck : Pedal 30–60 s halten; Druckabfall bewerten; Kupplungen mit Leckspray prüfen. 

 ALB‑Check : Sichtprüfung Gestänge/Hebelweg; kurze Rollprobe aus 20 km/h – gleichmäßige Verzögerung ohne Blockieren? 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Schematische Grafik: Rot (Vorrat) → Behälter → Sicherheits-/Rückschlag → Relaisventil; Gelb (Steuer) → Relaisventil → Radzylinder; + ALB 

 Foto: Kupplungsköpfe rot/gelb mit intakten O‑Ringen; Duomatic‑Kupplung 

 Kurzvideo: Notbremsfunktion beim Lösen der roten Leitung demonstrieren (gesichert, auf Übungsplatz!) 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Aufgaben haben rote und gelbe Leitung am druckluftgebremsten Anhänger? 

 Was passiert, wenn du beim Abkuppeln zuerst die rote Leitung löst? 

 Wozu dient die ALB und wie prüfst du ihre Funktion? 

 Welche zusätzlichen Baugruppen sind nötig, wenn ein hydraulisches Zugfahrzeug einen druckluft gebremsten Anhänger ziehen soll? 

 Wie gehst du bei Feuchtigkeit/Vereisung in der Luftanlage vor? 

 

   

  

5.3 Druckluftbremse, Zweileitungsbremse
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsen (Betriebs‑, Feststell‑, Anhängerbremsung) 

 ECE‑R13 / ECE‑R13‑H (Aufbau, Wirkungsgrade, Not-/Feststellfunktion, ABS/EBS) 

 Herstellerangaben: Drücke, Prüfabläufe, Wartungsintervalle sind bindend. 

 

 1) Systemaufbau – Zweileiterprinzip 

 

 Leitungen/Kupplungen 

 

 Rot = Vorratsleitung : versorgt die Luftbehälter am Anhänger mit Druckluft und steuert Not-/Feststellfunktion. 

 Gelb = Steuerleitung : überträgt das Bremssignal (Steuerdruck) zum Bremsrelais-/Anhängerbremsventil . 

 Alternative: Duomatic (Kombi‑Kupplung für Vorrat + Steuer in einem Kupplungskopf). 

 

 

 Zugfahrzeug (pneumatische Versorgung) 

 

 Kompressor → Lufttrockner → Mehrkreisschutzventil → Vorratsbehälter → Betriebsbremsventil (Fußbremse) → Anhängerbremsventil. 

 Mehrkreisschutz : trennt die Kreise (z. B. Vorder-/Hinterachse/Anhänger) – ein Leck legt nicht das gesamte System lahm. 

 Arbeitsdruck : i. d. R. ca. 8–10 bar (Herstellergrenzen beachten). 

 

 

 Im Anhänger 

 

 Vorratsbehälter, Rückschlag-/Sicherheitsventile, Bremsrelais-/Schnelllöseventil, Radbremszylinder; ggf. Federspeicher (Feststell-/Notbremse). 

 ALB (lastabhängige Bremskraftregelung) mechanisch/pneumatisch; ggf. ABS/EBS (zusätzliche ISO‑7638‑Stromversorgung). 

 

 

 

 2) Funktionsprinzip 

 

 Druckaufbau : Rot (Vorrat) füllt die Anhängerbehälter. Erst wenn ausreichender Vorratsdruck erreicht ist, ist der Anhänger bremsbereit. 

 Bremsen : Pedal → am Zugfahrzeug entsteht Steuerdruck → Gelb überträgt diesen an das Anhänger‑Bremsrelais → dieses lässt aus den Anhängerbehältern Arbeitsluft zu den Radzylindern. Vorteil: schnelleres, kräftiges Ansprechen. 

 Lösen : Steuerdruck fällt ab → Relaisventil entlüftet die Radzylinder (Schnelllösefunktion beschleunigt das Lösen). 

 Notbremsung : Reißt Rot ab oder fällt der Vorratsdruck stark ab, bremst der Anhänger selbsttätig aus seinen Behältern (Sicherheitsprinzip). 

 

 3) An‑ und Abkuppeln (Prüfungsrelevant) 

 

 Vorbereiten : Fahrzeuge sichern, Unterlegkeile, Kupplungsköpfe reinigen, O‑Ringe prüfen, Staubkappen abnehmen. 

 Kuppelreihenfolge 

 

 Mechanische Verbindung herstellen, Stützrad hoch, Abreißseil/Notlöseeinrichtung einhängen. 

 Elektrik stecken (ISO 1185/12098; bei ABS/EBS zusätzlich ISO 7638). 

 Rot (Vorrat) zuerst , dann Gelb (Steuer) kuppeln. Verriegelung prüfen. 

 Druckaufbau abwarten, dann Bremsprobe im Stand (Pedal halten, Dichtheit) und in der langsamen Rollprobe . 

 

 

 Abkuppeln 

 

 Gelb zuerst lösen , dann Rot – sonst löst du eine Notbremsung des Anhängers aus. 

 Staubkappen aufsetzen, Leitungen spannungsfrei ablegen. 

 

 

 

 4) Bedien- und Sicherheitsregeln 

 

 Manometer im Blick : Losfahrt erst bei ausreichendem Arbeitsdruck in den Bremskreisen und bestätigtem Vorratsdruck für den Anhänger. 

 Dichtheitskontrolle : Pedal 30–60 s konstant halten; kein deutliches Zischen, Druckabfall nur minimal. Faustwert Unterricht: max. ≈ 0,5 bar/Min (Hersteller-/Betriebsanweisung geht vor). 

 ALB : Gestänge leichtgängig, Hebel korrekt; falsche Einstellung führt zu Über- oder Unterbremsung. 

 Winterbetrieb : Lufttrockner warten, Kondensat ablassen; Vereisungsgefahr vermeiden. 

 Leitungsführung : Schläuche ohne Knick/Spannung; Scheuerschutz; Kupplungen sauber und mit intakten Dichtungen. 

 

 5) Typische Fehlerbilder – Symptome und Abhilfe 

 

 Falsche Reihenfolge gekuppelt (Gelb vor Rot) → Anhänger bremst sofort stark. Maßnahme: korrekt kuppeln, Systemdruck prüfen. 

 Schwache Bremswirkung → Leckagen, verstopfter Lufttrockner, defektes Bremsrelais, falsche ALB‑Einstellung. Maßnahme: Lecksuche (Leckspray), Trockner/Wartung, Ventil/ALB prüfen. 

 Träges Lösen/Heißlaufen → klemmendes Schnelllöseventil, Knick/Quetschung in Leitungen. Maßnahme: Ventil reinigen/tauschen, Leitungen korrekt verlegen. 

 Schiefziehen → ungleiche Beläge/Zylinder, ALB‑Gestänge schwergängig. Maßnahme: Achse/Radzylinder/ALB instand setzen. 

 ABS/EBS‑Störung → ISO‑7638 nicht gesteckt, Versorgungsspannung/Sensorfehler. Maßnahme: Steckverbinder/Pins prüfen, Werkstattdiagnose. 

 Feuchtigkeit/Eis → verzögertes Ansprechen. Maßnahme: Behälter entwässern, Trocknerkartusche wechseln, Wintercheck. 

 

 6) Prüfungs‑Merksatz 

 „Zweileiter: Rot füllt , Gelb steuert . Kuppeln: Rot vor Gelb – Lösen: Gelb vor Rot . Losfahren erst mit Vorratsdruck und bestandener Bremsprobe . ALB gängig halten.“ 

 

 Praxis‑Drill (3–5 Minuten) 

 

 Kuppelübung : Rot→Gelb kuppeln, ISO‑7638 stecken; Manometer beobachten bis stabiler Arbeitsdruck. Frage: Ab welchem Zustand ist der Anhänger bremsbereit? 

 Dichtheits‑/Wirkprobe : Pedal 30–60 s halten, Druckabfall beurteilen; anschließend aus 20 km/h gleichmäßig bremsen – verzögert der Anhänger zeitgleich und spurtreu? 

 Fehlerbild zeigen : ALB‑Gestänge simuliert schwergängig → Erkläre Auswirkung und Korrektur. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Schematische Grafik: Rot (Vorrat) → Anhängerbehälter → Rückschlag/Sicherheitsventile; Gelb (Steuer) → Bremsrelais → Radzylinder; + ALB, ABS/EBS. 

 Foto: Kupplungsköpfe rot/gelb mit intakten O‑Ringen; Duomatic‑Kupplung. 

 Kurzvideo: Notbremsfunktion demonstrieren (sicher auf Übungsplatz), Rollprobe mit Blick auf Manometer. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Aufgaben haben rote und gelbe Leitung im Zweileitersystem? 

 Warum führt das Abziehen der roten Leitung bei gekuppeltem Gelb zur Notbremsung des Anhängers? 

 Wie prüfst du die Dichtheit und ab wann gilt die Probe als bestanden? 

 Welche Rolle spielt die ALB und welche Folgen hat eine falsche Einstellung? 

 Welche zusätzlichen Anschlüsse sind bei ABS/EBS zu stecken und warum? 

 

   

  

6. Bremsanlagen des Anhängers
Bremsanlagen des Anhängers

6.1 Manueller Bremskraftregler
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsanlagen (Wirkung, Sicherheit, Anhängerbremsung) 

 ECE‑R13 / ECE‑R13‑H (Bremskraftverteilung, Not-/Feststellfunktion, Kombinationsbetrieb) 

 Hersteller-/Eintragungsunterlagen: Nur verwenden, wenn der manuelle Regler bauart‑ und fahrzeugseitig zugelassen ist und die Einstellbereiche/Skalen vorgeschrieben sind. 

 

 1) Was ist ein manueller Bremskraftregler? 

 

 Definition : Per Hand verstellbares Ventil/Regler, das die Bremskraft des Anhängers an seine Beladung anpasst (z. B. Stufen „leer – halb – voll“ oder Skala 0–4). 

 Vorkommen : Häufig bei älteren oder einfachen Anhängern in Land-/Forstwirtschaft; als Ersatz für automatische Lastabhängige Bremskraftregelung ( ALB ). 

 Sitz/Funktion :

 

 Druckluft -Anhänger: Regler wirkt auf Steuerdruck zum Bremsrelais oder direkt auf das ALB‑Ventil. 

 Hydraulik -Anhänger: Regler drosselt/erhöht den Hydraulikdruck zu den Radzylindern. 

 

 

 Wichtig : Der Regler ersetzt „Elektronik“ nicht – er funktioniert nur, wenn du ihn richtig einstellst . 

 

 2) Wirkung – zu hoch, zu niedrig, passend 

 

 Zu hoch eingestellt (für die tatsächliche Last) → Anhänger bremst zu stark , Räder blockieren früher, Gespann neigt zum Ausbrechen/Schlingern . 

 Zu niedrig eingestellt → Anhänger bremst zu schwach , schiebt das Zugfahrzeug, Bremsweg länger , Gefahr des Aufschiebens/Knickens . 

 Passend eingestellt → Gespann verzögert gleichmäßig und spurtreu ; kein Überbremsen, kein spürbares Schieben. 

 

 3) Einstellen – Schritt für Schritt (Praxis) 

 

 Beladung einschätzen : Leer, ca. halb beladen, voll beladen? Orientierung:

 

 Leer bis ~25 % der zul. Nutzlast → Stufe „leer“. 

 ~25–75 % → Stufe „mittel/halb“. 

 > 75 % → Stufe „voll“. 

 

 Hinweis: Wenn dein Regler zahlenbasiert ist, steht die Tabelle meist am Typenschild (z. B. 0 = leer, 2 = halb, 4 = voll). 

 Nur im Stand verstellen : Feststellbremse sichern, dann Handrad/Schieber auf die passende Stufe setzen und verriegeln . 

 Bremsprobe :

 

 Standprobe : Pedal 30–60 s halten → kein starkes Zischen/Druckabfall, Kupplungen dicht. 

 Rollprobe : Geradeaus 15–20 km/h → gleichmäßig bremsen. Beurteile: Zieht das Gespann gerade? Blockiert der Anhänger früh? Schiebt er? 

 

 

 Fein anpassen : Je nach Rollprobe eine Stufe rauf (wenn der Anhänger schiebt) oder runter (wenn er überbremst/blockiert). 

 

 4) Bedien- und Sicherheitsregeln 

 

 Vor jeder Fahrt bei geänderter Beladung Regler prüfen/anpassen . 

 Skala ablesen : Beschriftung muss lesbar sein; fehlende Skalen/Markierungen → instand setzen lassen. 

 Winter/Glätte : Tendenziell eine Stufe niedriger starten (weniger Haftung), anschließend mit Rollprobe bestätigen. 

 Nur berechtigte Personen : Keine „Spielerei“. Falsche Einstellung = Sicherheitsrisiko und kann ordnungswidrig sein. 

 Dokumente : Bei Sonderlösungen (Nachrüstung) Eintragung/Herstellerangaben mitführen und beachten. 

 

 5) Typische Fehlerbilder – Symptome und Abhilfe 

 

 Anhänger blockiert früh (bes. leer) → Regler zu hoch → eine Stufe reduzieren , Rollprobe. 

 Gespann „schiebt“ , Bremsweg lang → Regler zu niedrig → eine Stufe erhöhen , Rollprobe. 

 Schiefziehen → zusätzlich Radbremsen/ALB‑Gestänge/Leitungen prüfen (Belag ungleich, Ventil klemmt). 

 Regler schwergängig → Gestänge/Führung reinigen, schmieren; Korrosion beseitigen; ggf. ersetzen. 

 Skala fehlt/unlesbar → Kennzeichnung erneuern; ohne klare Skala keine sichere Bedienung. 

 

 6) Prüfungs‑Merksatz 

 „Manueller Regler bremst nur so gut wie du ihn einstellst: Last wählen – im Stand einstellen – Bremsprobe . Bei Blockieren eine Stufe runter, bei Schieben eine Stufe rauf.“ 

 

 Praxis‑Drill (3–4 Minuten) 

 

 Erkennen : Zeige am Anhänger den Regler und lies die Skala („leer/halb/voll“ oder 0–4). 

 Einstellen : Stelle für „halb beladen“ ein. Warum wählst du diese Stufe? 

 Rollprobe : 20 km/h → gleichmäßig bremsen. Ergebnis bewerten und begründen, ob du eine Stufe änderst. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Grafik: Regler im System – Pedal/Steuerdruck → Regler → Bremsrelais/Radzylinder; Pfeile für „mehr/weniger Druck“. 

 Foto: Handrad/Schieberegler mit klarer Skala, Beispiel‑Typenschild mit Stufen. 

 Kurzvideo: Wirkung „zu hoch/zu niedrig“ an leerem vs. beladenem Anhänger (auf abgesperrtem Platz). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Woran erkennst du die korrekte Grundeinstellung für „leer“, „halb“, „voll“? 

 Welche Fahrzeichen zeigen dir, dass der Regler zu hoch bzw. zu niedrig eingestellt ist? 

 Warum darfst du den Regler nur im Stand verstellen? 

 Was tust du, wenn die Skala unlesbar oder der Regler schwergängig ist? 

 Wie gehst du bei Winterbedingungen mit dem manuellen Regler vor? 

 

   

  

6.2 Automatisch-lastabhängige Bremskraftregelung
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsanlagen (Wirkung, Sicherheit, Anhängerbremsung) 

 ECE‑R13 / ECE‑R13‑H (Bremskraftverteilung, ALB/ABS/EBS, Prüfverfahren) 

 Hersteller- und Eintragungsunterlagen: Einbauort, Hebellängen, Kennlinie/Skala sind vorgegeben. 

 

 1) Aufgabe der ALB – warum sie wichtig ist 

 

 Die ALB passt die Bremskraft des Anhängers automatisch an seine Beladung an. 

 Leer → weniger Bremsdruck an den Radbremsen (Vermeidung von Blockieren und Ausbrechen). 

 Voll beladen → mehr Bremsdruck (voll nutzbare Verzögerung, kein Aufschieben des Anhängers). 

 Ergebnis: kürzerer, stabiler Bremsweg und spurtreues Gespann. 

 

 2) Aufbau – typische Varianten am Anhänger 

 

 Mechanisch‑pneumatische ALB (häufig) 

 

 Lastfühler als Hebel/Gestänge an Achse oder Federpaket misst den Fahrzeughöhenstand (Leer = hoch, Voll = eingefedert). 

 Über ein ALB‑Ventil (Load‑Sensing‑Valve, LSV) wird der Steuerdruck zum Bremsrelais reduziert/erhöht. 

 

 

 Pneumatisch (Luftfeder‑Anhänger) 

 

 Lastinformationen kommen über den Druck der Luftfederbälge ; das ALB‑Ventil nutzt diese als Messgröße. 

 

 

 EBS‑Anhänger 

 

 Elektronisches Bremssystem ermittelt die Last (z. B. aus Luftfeder‑Drucksensoren) und regelt die Bremsdrücke radselektiv . 

 Stromversorgung über ISO‑7638; bei Ausfall: definierte Fallback‑Kennlinie (werkseitig). ABS ersetzt die ALB nicht . 

 

 

 

 3) Funktionsprinzip – so regelt die ALB 

 

 Beladung erfassen : Leer → Fahrwerk steht höher; voll → Fahrwerk ist tiefer/mehr Luftfederdruck. 

 Regeln : Das ALB‑Ventil verändert die Übertragungskennlinie zwischen Brems‑Steuerdruck (gelb) und Radsbremsdruck.

 

 Leer: Reduktion – bei gleichem Pedaldruck kommt weniger Druck an den Radzylindern an. 

 Voll: Kennlinie näher 1:1 – mehr Druck an den Radzylindern. 

 

 

 Wirkung : Räder nutzen die vorhandene Haftung optimal, ohne früh zu blockieren bzw. das Zugfahrzeug zu schieben. 

 

 4) Bedienhinweise – was du als Fahrer machst 

 

 Keine Verstellung vom Fahrer : ALB ist automatisch . Einstellungen/Justage nur durch Fachwerkstatt. 

 Vor der Fahrt: Sichtprüfung 

 

 Hebel/Geweih/ Gestänge frei beweglich , nicht verbogen, gesichert (Splint/Kontermutter dran). 

 Sensorleitungen (EBS) nicht gequetscht/korrodiert; Stecker dicht. 

 Bei Luftfeder: Balg intakt, keine extremen Schiefstände. 

 

 

 Bremsprobe : Geradeaus 15–20 km/h → mittlere Bremsung. Beurteile: spurtreu, kein Überbremsen des leeren Anhängers, kein deutliches Schieben beladen. 

 

 5) Prüfen und Einstellen – Grundwissen für die Praxis 

 

 Schnellcheck auf dem Hof (ohne Werkstattgeräte):

 

 Leer : kurze Bremsung → kein sofortiges Blockieren der Anhängerräder. 

 Beladen : gleiche Bremsung → merklich kräftigere Verzögerung des Anhängers, ohne Schiefziehen. 

 Hebelweg prüfen: Beim Ein-/Ausfedern bewegt sich der ALB‑Hebel sichtbar. 

 

 

 Werkstatt/Prüfstand :

 

 Manometer an Prüfanschlüssen: Vergleich Steuerdruck ↔ Radbremsdruck für „leer/voll“ gegen die Hersteller‑Kennlinie . 

 Justage über Gestängelänge/Schubstange gemäß Datenblatt; Kontern und Doku aktualisieren. 

 

 

 Umbauten beachten :

 

 Geänderte Federung, Reifenhöhe, Rahmenlage → ALB neu einstellen lassen (Kennlinie verändert sich!). 

 

 

 

 6) Typische Fehlerbilder – Symptome und Maßnahmen 

 

 Leer überbremst (Räder blockieren früh) → ALB „hängt“ in Voll‑Stellung (Hebel klemmt, Gestänge zu kurz) → Gestänge gängig machen/korrekt einstellen, Ventil prüfen. 

 Beladen schiebt (Bremsweg lang) → ALB „hängt“ in Leer‑Stellung (Gestänge zu lang, Feder ausgehängt) → Instandsetzen/Einstellung. 

 Schiefziehen → einseitig schwergängige Achsaufhängung/ALB‑Hebel, ungleiche Beläge/Radzylinder → Mechanik gangbar machen, Bremsen achsweise prüfen. 

 Keine Hebelbewegung sichtbar beim Einfedern → Lager korrodiert oder Gestänge blockiert → reinigen, schmieren, ggf. ersetzen. 

 EBS‑Störung (Warnlampe) → ISO‑7638 prüfen, Spannungsversorgung/Sensoren checken; Fallback beachten, Werkstattdiagnose. 

 

 7) Sicherheit und Praxis 

 

 Finger weg von der Justage im Alltag – falsche Einstellung ist ein Sicherheitsrisiko und ein Mangel bei HU/Verkehrskontrolle . 

 Winter/Glätte : ALB arbeitet innerhalb ihrer Kennlinie – trotzdem vorsichtig bremsen; ABS hilft, ersetzt aber keine korrekte ALB. 

 Dokumentation : Typenschild/Kennlinie am Rahmen notieren/fotografieren; nützlich für die Werkstatt. 

 

 8) Prüfungs‑Merksatz 

 „ALB = automatisch zur Last passende Bremse : Leer → weniger, Voll → mehr Druck. Nicht vom Fahrer verstellen – Hebel frei , Bremsprobe machen, bei Auffälligkeiten in die Werkstatt .“ 

 

 Praxis‑Drill (3–5 Minuten) 

 

 Erkennen : Zeige am Anhänger das ALB‑Ventil und die Gestängeanlenkung (oder Luftfeder‑Druckleitung/Sensoren). 

 Sichtprüfung : Hebelweg durch Wippen am Aufbau beobachten; Splinte/Kontermuttern dran? 

 Rollprobe : Leer 20 km/h → mittlere Bremsung; dann beladen (oder mit Demonstrationsgewicht) wiederholen. Unterschiede benennen. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Schematische Grafik: Gelb (Steuerdruck) → ALB‑Ventil → Bremsrelais → Radzylinder; Lastfühler (Hebel oder Luftfederdruck) als Eingang. 

 Foto: ALB‑Hebel an Blattfederachse mit Gestänge, korrekt eingestellte Grundposition „leer“. 

 Kurzvideo: Wirkung „leer vs. voll“ auf abgesperrtem Platz (gleiche Pedalbetätigung, unterschiedliche Verzögerung). 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Welche Aufgabe hat die ALB im Anhänger und wie „weiß“ sie, wie stark sie regeln muss? 

 Warum ersetzt ABS/EBS die ALB nicht vollständig? 

 Welche drei Punkte prüfst du vor Fahrtbeginn an der ALB‑Mechanik? 

 Welche Symptome sprechen für eine ALB, die in „Leer“ bzw. in „Voll“ festhängt? 

 Warum muss die ALB nach Änderungen an Federung/Reifen/Rahmen neu eingestellt werden? 

 

   

  

6.3 Hilfs- und Feststellbremsanlage
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO § 41 Bremsanlagen (Betriebs‑, Hilfs‑, Feststellbremse; Anhängerbremsung) 

 ECE‑R13 / ECE‑R13‑H (Anforderungen, Not-/Automatikbremse, Federspeicher) 

 Herstellerangaben/Eintragungen beachten (Bauteile, Bedienung, Prüfwerte) 

 

 

 1) Begriffe – klare Abgrenzung 

 

 Betriebsbremse : Verzögert das Gespann während der Fahrt (Fußbremse). 

 Hilfsbremse (Sekundärbremse) : Verzögerung bei Ausfall/Teilausfall der Betriebsbremse. Praktisch liegt diese Funktion vor allem im Zugfahrzeug (getrennter Bremskreis, Motorbremse/Retarder). Der Anhänger hat i. d. R. keine eigene, separat bedienbare Hilfsbremse. 

 Feststellbremse : Sichert Fahrzeug/Anhänger im Stand gegen Wegrollen. Muss auch am abgekuppelten Anhänger wirksam sein. 

 Not-/Automatikbremse (wichtig, aber nicht dasselbe wie Feststellbremse!): Beim Druckluft‑Anhänger bremst der Anhänger automatisch, wenn die Vorratsleitung (rot) abreißt/der Druck zusammenbricht; beim Auflaufbrems‑Anhänger übernimmt das Abreißseil die Auslösung. 

 

 

 2) Feststellbremse – Varianten am Anhänger 

 

 Auflaufbrems‑Anhänger (typisch Pkw‑Anhänger) 

 

 Mechanischer Handhebel mit Raster am Zugrohr. Über Gestänge/Bowdenzug werden die Radbremsen fest angezogen. 

 Rückfahrautomatik hat mit der Feststellbremse nichts zu tun – der Hebel muss aktiv eingelegt/gelöst werden. 

 

 

 Druckluft‑Anhänger (Lkw/Traktor) 

 

 Federspeicher‑Bremszylinder an den Achsen. Feder legt die Bremse an; Druckluft löst sie. Vorteil: „Failsafe“ – bei Druckverlust legt die Bremse an. 

 Bedienung im Zugfahrzeug über das Park-/Feststellbremsventil. Am abgekuppelten Anhänger zusätzlich oft ein Feststellhebel bzw. ein Park-/Löseventil am Rahmen (zum Halten: entlüften, zum Lösen: Druckluft notwendig). 

 Notentspannung (Löse-/Sperrschraube am Federspeicher) nur für Werkstatt/Abschleppen! Nicht für den Regelbetrieb. 

 

 

 

 

 3) Not-/Automatikbremse des Anhängers 

 

 Auflaufbrems‑Anhänger : Abreißseil ist am Zugfahrzeug an einer festen Öse zu befestigen (nicht „nur um die Kugel“ legen). Reißt die Verbindung ab, zieht das Seil die Bremsen selbsttätig an. 

 Druckluft‑Anhänger : Abreißen/Abkuppeln der roten Vorratsleitung → Anhängerbremsventil/Automatikbremse nutzt den vorhandenen Behälterdruck → Anhänger bremst selbsttätig bis zum Stillstand. 

 

 Merke: Not-/Automatikbremse ist für den Notfall. Für das sichere Abstellen nutzt du immer die Feststellbremse . 

 

 4) Bedienung in der Praxis – Schritt für Schritt 

 Auflaufbrems‑Anhänger abstellen 

 

 Ebenen, sicheren Platz wählen; bei Neigung rechtzeitig Keile bereitlegen. 

 Handhebel kräftig anziehen, bis er sicher einrastet. 

 Bei Gefälle zusätzlich Radkeile legen, Räder gerade stellen. 

 Vor dem Losfahren: Hebel vollständig lösen, Funktionsweg prüfen (kurze Rollprobe). 

 

 Druckluft‑Anhänger abstellen 

 

 Gespann gerade ausrichten, Arbeitsdruck vorhanden. 

 Im Fahrerhaus das Park-/Feststellbremsventil betätigen → Federspeicher legen an. 

 Abkuppeln: Vorher Feststellfunktion am Anhänger prüfen (Handhebel/Parkventil). Keile legen, falls Untergrund unsicher. 

 Nach dem Abkuppeln steht der Anhänger selbstständig sicher (Federspeicher/Handhebel). Leitungen entkoppeln, Schutzkappen aufsetzen. 

 

 Tipp: Bei längeren Standzeiten immer zusätzlich Keile verwenden und gegen Wegrollen sichern (Wind, Unebenheiten). 

 

 5) Sicht‑ und Funktionsprüfung (vor Fahrt/Unterricht) 

 Sichtprüfung 

 

 Auflauf: Hebel, Raster, Umlenkhebel, Bowdenzüge, Rückholfedern – frei beweglich, nicht korrodiert/ausgefranst. 

 Druckluft: Federspeicher trocken/dicht, Gestänge/Camhebel gesichert; Parkventil/Leitungen dicht; Manometerverhalten plausibel. 

 Abreißseil: Unbeschädigt, korrekt geführt und am Zugfahrzeug in der Öse eingehängt. 

 

 Funktionsprobe 

 

 Auflauf: Hebel einrasten, Versuch zu schieben/ziehen → Anhänger hält. Lösen prüfen. 

 Druckluft: Parkbremse ziehen → Druck sinkt im Parkkreis, Fahrzeug/Anhänger blockiert. Nach kurzer Standzeit Lösen prüfen (mit Druckluft). Bei gelöster Parkbremse muss der Anhänger frei rollen. 

 

 

 6) Typische Fehlerbilder – Symptome und Abhilfe 

 

 Anhänger rollt trotz eingelegter Feststellbremse 

 

 Auflauf: Seil/Gestänge zu locker, Hebel rastet nicht sauber → Gestänge einstellen, Verschleißteile erneuern. 

 Druckluft: Federspeicher defekt/Hub zu gering, Leck im Parkkreis → Werkstatt, Dichtheit/Hub prüfen. 

 

 

 Feststellbremse löst nicht vollständig 

 

 Auflauf: Bowdenzug korrodiert/führt schwergängig → schmieren/ersetzen; Rückholfedern prüfen. 

 Druckluft: Parkventil/Löseventil klemmt, Federspeicher blockiert → Fachbetrieb. 

 

 

 Falsche Sicherung des Abreißseils 

 

 Nur um die Kugel geschlungen oder an Kunststoffteil befestigt → immer fest an vorgesehener Öse/Adapter einhängen; Seilführung prüfen. 

 

 

 Winter/Feuchte 

 

 Vereisung in Trommel oder Bowdenzug → nach Stand mit Gefühl anfahren, vorher Bremse kurz anziehen/lösen; bei wiederkehrendem Problem: abdichten/tauschen. 

 

 

 

 

 7) Sicherheit und Prüfungs‑Merksatz 

 „Feststellbremse sichert im Stand , Not-/Automatikbremse rettet im Notfall . Beim Abstellen: Bremse einlegen, Abreißseil korrekt, Keile nutzen. Federspeicher nur mit Luft lösen – Löse‑Schraube ist Notfall/Werkstatt.“ 

 

 Praxis‑Drill (3–4 Minuten) 

 

 Zeige am Anhänger den Feststellhebel (Auflauf) bzw. das Park-/Löseventil (Druckluft) und erkläre die Stellung „angezogen/gelöst“. 

 Hänge das Abreißseil korrekt am Zugfahrzeug ein. Warum ist „um die Kugel legen“ falsch? 

 Kurze Funktionsprobe: Feststellbremse anziehen → Haltekraft prüfen; danach ordnungsgemäß lösen. 

 

 

 Sinnvolle Medien zum Einbau 

 

 Grafik: Gegenüberstellung Auflauf‑Feststellhebel vs. Federspeicher‑Feststellbremse (mit Luftversorgung). 

 Foto: Richtig befestigtes Abreißseil an der vorgesehenen Öse; Federspeicher mit Markierung für Notentspannung. 

 Kurzvideo: Abstellen/Ankuppeln mit Check der Feststellfunktion und Keilen. 

 

 Kleine Übungsfragen 

 

 Worin unterscheiden sich Feststellbremse und Not-/Automatikbremse am Anhänger? 

 Wie sicherst du einen Auflaufbrems‑Anhänger auf leichtem Gefälle korrekt? 

 Welche Aufgabe haben Federspeicher am Druckluft‑Anhänger, und wie werden sie gelöst? 

 Wo und wie befestigst du das Abreißseil am Zugfahrzeug richtig? 

 Welche typischen Hinweise zeigen dir, dass die Feststellbremse nicht vollständig löst? 

 

   

  

6.4 Beleuchtungseinrichtungen an Anhängern
Rechtsgrundlagen (Auszug) 

 

 StVZO: § 49a (allg. Grundsätze), § 51 (Begrenzungsleuchten, vordere Rückstrahler), § 51a (seitliche Kenntlichmachung), § 51b (Umrissleuchten), § 53 (Schluss‑/Bremsleuchten, Rückstrahler), § 53d (Nebelschlussleuchten), § 54 (Fahrtrichtungsanzeiger), § 53b (Anbaugeräte/Hubladebühnen). 

 FZV (Kennzeichen): Beleuchtung nach ECE‑R4/RL 76/760/EWG. 

 

 

 1) Pflicht-Beleuchtung – kompakt nach Seiten 

 Hinten (Rückseite) 

 

 2 Schlussleuchten (rot) und 2 Bremsleuchten (rot) . Höhen-Richtwerte: i. d. R. 350–1500 mm über Fahrbahn (Sonderfälle siehe StVZO). ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53)) 

 2 Fahrtrichtungsanzeiger (gelb) – paarweise an der Rückseite. ([rewis.io](https://rewis.io/gesetze/stvzo/p/stvzo-54/?utm_source=openai)) 

 2 dreieckige rote Rückstrahler (Pflicht nur für Anhänger; Seitenlänge mind. 150 mm), max. 900 mm hoch, möglichst außen. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53)) 

 Kennzeichenbeleuchtung (weiß, ohne direktes Licht nach hinten). ([stvzo.de](https://www.stvzo.de/fzv/?utm_source=openai)) 

 Nebelschlussleuchte(n) : Pflicht, wenn das zugelassene Zugfahrzeug bauartbedingt > 60 km/h fährt; in Zügen nur am letzten Anhänger leuchtend. Eine Leuchte mittig/links, 250–1000 mm Höhe. ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/53d)) 

 Rückfahrscheinwerfer : an Anhängern zulässig (1–2), 250–1200 mm; kein Muss. ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/52a?utm_source=openai)) 

 

 Vorn (Front des Anhängers) 

 

 Begrenzungsleuchten (weiß) : Pflicht, wenn der Anhänger seitlich > 400 mm über die Begrenzungsleuchten des Zugfahrzeugs hinausragt; sonst zulässig. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__51.html?utm_source=openai)) 

 Vordere Rückstrahler (weiß, nicht dreieckig) : an allen Anhängern zulässig. ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__51.html?utm_source=openai)) 

 

 Seite (Längsseiten) 

 

 Seitliche gelbe Rückstrahler (Reflektoren): an allen Anhängern vorgeschrieben, Anordnung mit Abständen (u. a. max. 3 m); mind. ein Reflektor im mittleren Drittel. Max. Höhe i. d. R. 900 mm (ausnahmsweise bis 1500 mm). ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-zulassungs-ordnung-51a-seitliche-kenntlichmachung-HI2973566_p51a.html?utm_source=openai)) 

 Seitenmarkierungsleuchten (gelb) : Pflicht ab Länge > 6,0 m (Ausnahmen für LoF/Arbeitsmaschinen siehe Gesetz). Hinterste Seitenmarkierungsleuchte darf – wenn kombiniert – auch rot sein. ([buzer.de](https://www.buzer.de/51a_StVZO.htm?utm_source=openai)) 

 

 Umriss/Überbreite 

 

 Umrissleuchten (vorn weiß, hinten rot): Pflicht bei Breite > 2,10 m ; zulässig bei 1,80–2,10 m; verboten ≤ 1,80 m . LoF‑Ausnahmen beachten. ([stvzo.de](https://www.stvzo.de/stvzo/b5/?utm_source=openai)) 

 Konturmarkierung (retroreflektierende Streifen): bei bestimmten Klassen/Abmessungen (u. a. O3/O4) vorgeschrieben. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53)) 

 

 

 2) Einbauorte und Maße – wichtige Richtwerte 

 

 Schluss-/Bremsleuchten : je Seite möglichst außen; i. d. R. 350–1500 mm Höhe; Abstand zum äußersten Fahrzeugumriss ≤ 400 mm. Zusätzliche (hochgesetzte) Bremsleuchten zulässig. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53)) 

 Rückstrahler dreieckig (rot) : max. 900 mm Höhe; möglichst außen; Spitze nach oben. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53)) 

 Nebelschlussleuchte : 250–1000 mm; Abstand zur Bremsleuchte > 100 mm; bei einer Leuchte links/mittig. ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/53d)) 

 Rückfahrscheinwerfer (falls vorhanden): 250–1200 mm; nur bei eingelegtem Rückwärtsgang aktiv. ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/52a?utm_source=openai)) 

 Begrenzungsleuchten vorn : 350–1500 mm (bauartbedingt bis 2100 mm). Vordere Rückstrahler: 350–900 mm (bauartbedingt bis 1500 mm). ([anwalt24.de](https://www.anwalt24.de/gesetze/stvzo-1/51?utm_source=openai)) 

 

 

 3) Besondere Fälle 

 

 Anbaugeräte/Hubladebühnen : Ragen Anbaugeräte seitlich > 400 mm über die Leuchtenkanten hinaus → zusätzliche Begrenzungs‑/Schlussleuchten und Rückstrahler direkt am Anbaugerät; ragt etwas > 1000 mm nach hinten → dort Schlussleuchte + Rückstrahler. Außerhalb der Beleuchtungszeit abnehmbar, aber mitzuführen. ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-zulassungs-ordnung-53b-ausruestung-und-kenntlichmachung-von-anbaugeraeten-und-hubladebuehnen-HI2971760.html?utm_source=openai)) 

 Züge mit mehreren Anhängern : Nebelschlussleuchte nur am letzten Anhänger aktiv. Bei bestimmten langsam fahrenden Kombinationen (≤ 25 km/h) genügen Blinker am letzten Anhänger. ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/53d)) 

 LoF‑Ausnahmen (Umrissleuchten u. a.) beachten. ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/51b?utm_source=openai)) 

 

 

 4) Elektrik/Steckverbindung – Praxis 

 

 7‑/13‑poliger Stecker sauber stecken; Kabel spannungsfrei verlegen (Lenkeinschlag beachten). 

 Kennzeichen sichtbar + beleuchtet ; bei Abdeckung durch Ladung muss ein wiederholtes Kennzeichen mit Beleuchtung am Träger geführt werden (Leuchtenträger). ([stvzo.de](https://www.stvzo.de/fzv/?utm_source=openai)) 

 Kompatibilität : Nebelschlussleuchte muss bei angehängtem Anhänger am Zugfahrzeug automatisch abschaltbar sein (Schaltung). ([buzer.de](https://www.buzer.de/49a_StVZO.htm?utm_source=openai)) 

 

 

 5) Lichtprobe – Checkliste vor Fahrtbeginn 

 

 Zündung an, Warnblinkanlage prüfen (alle Blinker am Anhänger). 

 Schluss‑/Bremsleuchten prüfen: Einer bremst, der andere schaut.  Bei LED‑Modulen: gleichmäßige Helligkeit? 

 Rückstrahler sauber/unbeschädigt? 

 Nebelschlussleuchte kurz testen (nur bei starker Sichtbehinderung benutzen!). In Kombination nur die am letzten Anhänger leuchtet. ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/53d)) 

 Begrenzungsleuchten vorn (falls erforderlich) und Seitenmarkierungsleuchten (bei > 6 m). ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__51.html?utm_source=openai)) 

 Kennzeichenbeleuchtung und Rückfahrscheinwerfer (falls vorhanden). ([stvzo.de](https://www.stvzo.de/fzv/?utm_source=openai)) 

 

 

 6) Typische Prüfungs‑/Praxisfragen 

 

 Ab welcher Breite sind Umrissleuchten am Anhänger vorgeschrieben – und welche Farben wirken nach vorn/hinten? ([stvzo.de](https://www.stvzo.de/stvzo/b5/?utm_source=openai)) 

 Ein 7,5 m langer Anhänger: Welche seitlichen Einrichtungen sind Pflicht? ([haufe.de](https://www.haufe.de/id/norm/strassenverkehrs-zulassungs-ordnung-51a-seitliche-kenntlichmachung-HI2973566_p51a.html?utm_source=openai)) 

 Darf ein Anhänger Rückfahrscheinwerfer haben? Wenn ja: Welche Einbauhöhen gelten? ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/52a?utm_source=openai)) 

 Woran erkennst du, dass Nebelschlussleuchten im Zug richtig geschaltet sind? ([lexmea.de](https://lexmea.de/en/gesetz/stvzo/53d)) 

 Welche Rückstrahler sind am Anhänger hinten Pflicht und wie müssen sie ausgerichtet sein? ([lexmea.de](https://lexmea.de/de/gesetz/stvzo/53)) 

 

 

 Merksätze für die Prüfung 

 „Hinten doppelt rot (Schluss, Bremse) + Blinker + dreieckige Rot‑Reflektoren; vorn weiß (Begrenzung/Reflektor), seitlich gelb (Reflektor, ab 6 m leuchtend); breit > 2,10 m = Umrissleuchten; Nebelschluss nur hinten – im Zug leuchtet nur der letzte .“ ([gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__51.html?utm_source=openai)) 

   

  